Gibt´s hier auch Hobbyköche?

Diskutiere Gibt´s hier auch Hobbyköche? im Small Talk Forum im Bereich Community; Ist das ein Wortspiel von Dir, dass ich nicht verstehe?? Hab ich mich an irgendeiner Stelle falsch ausgedrückt? Ich habe zwei Freunde, die vegan...
Christian. R

Christian. R

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Veganer Essen keine Lebensmittel:
Ist das ein Wortspiel von Dir, dass ich nicht verstehe??
Hab ich mich an irgendeiner Stelle falsch ausgedrückt?
Ich habe zwei Freunde, die vegan kochen und leben und ich hatte bisher nie das Gefühl, sie würden das ohne Lebensmittel tun.
Offengestanden bin ich sogar manchmal neidisch, wie gut sie mit Lebensmitteln umgehen können.

Die Herstellung veganer Nahrungsmittel gestaltet sich als komplexes Zusammenspiel von Hauptinhaltsstoffen, Zusatz- oder funktionalen Hilfsstoffen und den Prozessparametern
Abgesehen davon, dass so eine frische Mohrrübe sicher nur durch ein wundervolles Zusammenspiel sehr komplexer [natürlicher] Prozesse zu einer Mohrrübe wird, trifft die Behauptung so natürlich auch auf fast jede nicht vegane "Fertigpizza" zu.

Aber ich denke unsere Gedanken werden überrollt, Überrollt von der unerträglichen Gewinnspanne die leider in dieser neuen Welle steckt.

Liegt das vielleicht daran, dass es leichter ist, sich überrollen zu lassen, als selbst zu denken??


Einen informierten, aufgeklärten und kritischen Menschen wird man sicher nicht so schnell mit kruden Werbekampagnen "überrollen" können.
Uninformierte, unaufgeklärte und unkritische Konsumenten finden sich ganz sicher nicht häufiger unter "Veganern" "Biofreaks", "Ökofreunden", "Tierschützern", oder "Vegetariern".
Wie unkritisch Lebensmittel aller Art konsumiert werden, kann man sich täglich im realen, wie auch im virtuellen Leben ansehen.

Ja, "vegan" ist nicht gleich "gesund".
man kann sich durchaus ausschließlich von stark veränderten Fertigprodukten und Junkfood die vegan sind ernähren.
Aber das kann ein Nichtveganer auch, sogar noch leichter, weil die "passenden" Produkte bereits viel länger auf dem Markt und uns deshalb wohl auch geläufiger sind.

"Essen muss möglichst billig sein, blöd ist der, der mehr dafür zahlt"
"Selbst kochen ist Zeitverschwendung, macht Dreck und ist kompliziert."
"Fertig- und Halbfertiggerichte schmecken toll und sind im Grunde doch wie "selbst gekocht""
"Sogar "die Italiener" und "die Franzosen" essen inzwischen mehr Tiefkühl- und Lightversionen" als traditionelle Küchenklassiker.


Das sind doch die Argumente der "Chemiefutterverwerter" aller Coleur.

Ich fühle mich wirklich nicht als Guru, einer bestimmten Lebens- oder Ernährungsweise.

Je länger ich mich mit der Thematik meiner Ernährung befasse, desto mehr bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nur dann gut essen kann, wenn ich allen Lebensmittel, die ich kaufe und verarbeite, mit einer großen Wertschätzung begegne.
Ob ich dann etwas mit, oder ohne Fleisch esse, spielt dabei erst einmal keine Rolle.

Wirklich entscheiden kann ich als Konsument nur bei den Grundprodukten und selbst da ist es nicht immer einfach.
Ich bin dann der, der aus diesen Grundprodukten die Fertig- oder Convenienceprodukte zubereitet.
Damit das einigermaßen schmeckt, musste ich mich zwangsläufig mal mit den verschiedensten Lebensmittel und deren Qualität befassen.
Ich komm auch nicht umhin, mich mit den verschiedensten Kochmethoden auseinander zu setzen und sie zu üben.

Heute kann ich bereits beim Einkauf "unterscheiden", ohne dass ich auf verlockende Werbehinweise angewiesen bin.
Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich nicht mehr von "den Fachleuten hinter den Theken" (oder den Werbespezialisten in TV) bevormunden lassen musste.
Heute kann ich "gut" von "schlecht" beim Einkauf unterscheiden.
Ich kenne nicht viele, die das können.
Wer nichts weiß, muss alles glauben, so ist es doch.
Und wer sich nicht mit seinen Lebensmitteln befasst, der wird auch fast zwangsläufig die Schlechteren einkaufen.
"Gut" mit "Viel" zu verwechseln, ist dabei einer der größten Sünden überhaupt, gefolgt von dem Irrtum teuer sie auch gut.

Genauso ein Irrtum ist es zu glauben, wenn man einen Topf mit Wasser erhitzen kann, sei das schon kochen.
Die Vielfalt der Möglichkeiten Lebensmittel von "roh" zu "gar zu verändern ist unglaublich.
Ich freue mich schon, wenn ich mich mit jemandem unterhalten kann, der den Unterschied zwischen "braten", "kochen" und "schmoren" kennt.
Leute, die sich in den besten Restaurants mit den feinsten Speisen auskennen, können daheim nicht einmal die einfachsten Dinge zubereiten.
Kann man hier und anderswo sehen, wenn man ein Auge dafür hat.
Und selbst die, die in der Küche ganz wunderbare Dinge zaubern können, klatschen dann oft das Essen so auf die Teller, dass einem der Appetit vergehen kann.

Die Wertschätzung meines Essens Lebensmitteln gegenüber ist die Wertschätzung für mich, meine Frau und denen gegenüber, die bei mir zum essen eingeladen sind.
Die ersten Konsumenten aller Dinge sind wir selbst.

Wertschätzung für Lebensmittel bedeutet, sie so zu verwerten, dass möglichst wenig davon verschwendet wird, sie so zuzubereiten, dass sie danach Gaumen und die Zunge erfreuen und auch optisch einen appetitlichen Eindruck erwecken.
Zu essen ist sinnliches Erlebnis.

Wer sich "überrollen" lässt, der wird bei mir wenig Mitleid ernten, weil er es selbst in der Hand hat zu entscheiden was er kauft und was er isst.
Der Konsument entscheidet über den Erfolg eines Produktes.
Was nicht gekauft wird, dass wird auch nicht produziert.
Entscheidungen lassen sich leichter fällen, wenn man "sich auskennt".
Wir sind auf keinem guten Weg fürchte ich.
Da wächst inzwischen schon die zweite Generation an Essern heran, die frisch zubereitete Lebensmittel gar nicht mehr kennen.
Kinder, die immer weniger mit einem Besteck umgehen können, sind keine Seltenheit mehr.
Abiturienten, denen man die einfachsten Tischmanieren beibringen muss gibt es nicht??
Eine ganze Branche lebt davon, junge Nachwuchskräften in Umgangsformen zu unterweisen.

Ich sehe immer ein Bild vor mir, dass ich hier vor vielen Jahren einmal gesehen habe.
Ein Tisch irgendwo im Süden, ein kühler Drink, ein Männerarm mit einer wirklich feinen Rolex daran, eine Männerhand mit einer offenbar guten Zigarre zwischen den Fingern.
Paradiesisch möchte ich sagen. Bis auf die hässlich abgekauten Fingernägel, mit der sich dieser Gentleman dort präsentierte.

Wir leben in einer der reichsten Regionen der Welt und haben im großen und ganzen auch die Mittel uns abwechslungsreich, gesund und schmackhaft zu ernähren.
Aber wir machen zu wenig aus diesem Reichtum indem wir uns, aus welchen Gründen auch immer, selbst beschränken.

Ich beobachte es überall, die Menschen kommen an eine wirklich schönen, real vor ihnen liegenden Ort, und schauen doch nur auf ihren kleinen Bildschirm, um sich eben diesen Ort da zu betrachten.
So scheint es mir auch mit dem Essen zu sein. Wir sehen den Sterneköchen bei ihrer Kochshow zu und essen doch wieder nur Fertigpizza, wie immer.

Zum Ende (ich musste das wirklich mal loswerden) noch eines.
Streitereien um die individuellen Ernährungsformen sollten weder hier, noch sonst wo Platz haben.
Auch hier in diesem Faden wurde vor Jahren schon mal gegen Veganer geätzt.

Wer gerne isst der wird es mit jedem gern tun, der ebenfalls gern isst. Wer dabei einen Unterschied zwischen den verschiedensten Arten gut zu essen macht, versteht eines nicht: Essen verbindet, es soll nicht nur satt, sondern auch neugierig machen.
Das Beste was ein Essen bewirken kann, ist die anschließenden Anerkennung für den Koch und die Tischpartner die einem Gesellschaft geleistet haben.
Vorurteile stören da nur. Veganes, koscher, halāl, alles ist gut. Und wenn man es mit den richtigen menschen zusammen isst, können da schnell wundervolle Freundschaften entstehen.
 
grobian.gans

grobian.gans

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* Den Faden: „viel Brimborium um ne Butterstulle“ werde ich natürlich nicht aufmachen.;)
Ich bin schon mit den Beiträgen hier ganz gut ausgelastet.
:prost:

Ich hoffe, Dir geht nie die Zeit und die Lust aus, hier weiterhin ein "Brimborium" zu machen. Für mich sind diese Beiträge immer wieder Inspiration und Motivation. Wäre da nur nicht die fehlende Zeit...
 
btec

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Hi,
weder möchte ich Ernährungsweisen zum Dogma erklären noch vorschreiben was gegessen werden soll.
Meine private Meinung ist, wir sind Natur wir leben in der Natur und sollen von der Natur leben. Dazu gehört auch der Verzicht der modernen Produkte unserer Lebensmittelindustrie.
selbstverständlich halte ich die Messlatte so hoch, dass ich noch drunter durchkomm 🙂
Nichts kompliziertes.
Ich weiß leider nicht wie es in anderen Ländern zugeht, aber es strapaziert mich zusehends wie hier in unserem Land Ernährungsempfehlungen gebetsmühlenartig missioniert werden. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Was sich meinem Verständnis weiter entzieht, wieso müssen vegane Nahrungsmittel den natürlichen nachgebaut werden.
Schnitzel, Würste, Milch, Käse.
Mit ein hergehenden Nährstoffdefiziten
Vegane Ernährung beinhaltet eben auch einen Mangel an Proteinen beziehungsweise manche essentiellen Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren, Eisen, gegebenenfalls Jod, Vitamin D, B2 und allen voran Vitamin B12.
Das was Essen neben dem satt werden (Nährstoffaufnahme) für mich bedeutet, nur kurz -, Farben, Gerüche, Geschmack, Kultur
All das fehlt mir bei der veganen Ernährung.

zum Schluss: es würde gegen den Zweck des Fadens sein hier eine Debatte oder Diskussion vom Zaun zu brechen.
D.h., ich bin gerne und jederzeit per PN erreichbar
 
mini

mini

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Da es zwischen Carnivoren, Vegetariern und Veganern regelmässig zu Diskussionen mit Endlosschleife, erfolglosen Missionierugsversuchen und gelegentlichen Streitereien kommt, schlage ich vor, den Hort der friedlichen Koexistenz im Uhrforum damit nicht zu belasten, und hierhin umzusiedeln.

@Christian. R: danke für den literarischen Teil des Kochfadens. Ich bezweifle aber heftig, dass Du nur 3-4 Leser hast… ;-)

Danke.
Mathias
 
Christian. R

Christian. R

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...es würde gegen den Zweck des Fadens sein hier eine Debatte oder Diskussion vom Zaun zu brechen.
Denke ich nicht Thomas.

Ich kann Deinen Argumenten auch gut folgen, mit zwei Ausnahmen:
1.
Sie betrifft nicht nur vegane, sondern fast alle industriell behandelten Lebensmittel.
Der Trend, Vitamine, Kalzium, Magnesium usw., usw. in wasserlöslicher (sprudelnder und so zitronig, wohlschmeckender, Art) zu uns zu nehmen, um damit den Mangel an natürlichen Spurenelementen durch falsche Ernährung zu begegnen, ist ja nicht erst mit der "veganen Welle" über uns geschwappt.
und
2.
Das veganem Essen per se "Farben, Gerüche, Geschmack, Kultur" fehlen sollen, mag ich nicht bestätigen.

Farbiger als frisches Gemüse kann ja nichts sein,
intesiver als Knoblauch, oder frische Kräuter kann ja kaum etwas duften,
für den Geschmack einer gebackenen Aubergine, verzichte ich gern auf den Geschmack eines fritierten Hähnchenbeines
und
in kulturellen Fragen sollte man vielleicht auch etwas weiter ausholen, denn vegan, oder doch vegetarisch zu essen, ist den Chinesen z.B. seit mehr als 2.000 Jahren bekannt. Und wer wollte den alten Chinesen die Kultur absprechen??


In diesem Buch, dass übrigens bereits 2011 erschienen ist, wird sehr schön beschrieben, welche Einflüsse die industrielle Veränderung von Lebensmitteln auf unsere Ernährung hat.

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Doch vorsicht!! Es ist nicht immer appetitlich, was man zu lesen bekommt.

Im Prinzip läuft es darauf hinaus, dass, alles was nicht nachweislich schädlich und auch tatsächlich verboten ist, auch verwendet wird.
Manchmal geht man sogar darüber hinaus, wenn es sich um schwer nachzuweisende Substanzen handelt, oder einfach Gammelfleisch mit einem köstlichen, naturnahen Aroma wieder "fitt" bekommt.

Ehrlich?
Ich würde mir lieber eine Stulle mit feine Sojasteichwurst reinziehen, als eine Scheibe verklebte Galertmasse in Kochschinkenform.

Aber glaub mir, es stört die wenigsten, wenn man ihnen ihr "Formfleisch" nur ordentlich paniert und mit einer Päckchen- Gluddersoße als Jägerschnitzel vorsetzt.
Hauptsache viel Soße und Pommes dabei.

Wie heißt es so schön:
Das Herz einer Frau,
der Magen einer Sau,
und der Inhalt der Wursch,
sind bis heute unerforscht.

Oder lass es mich anders sagen: Gerade weil wir hierzulande so erpicht auf Fleisch sind, kann man uns damit am meisten besch...ßen.
Ich brauche zur Grillsaison nur die vielen vormarinierten Fleischstücke zu schauen, dann weiß ich was los ist.
Wenn man Glück hat, beugt man sich nur dem Geschmack des Fleischermeisters, der es ja auch nur gut meint 8-)
Man kann aber nicht immer davon ausgehen, dass man Glück hat... ;)
Das man bei Tests fast in jeder Packung Hähnchenteile Keime gefunden hat, entstammt ja nicht einem Märchenbuch, sondern seriösen Testberichten seriöser Labore der Verbraucherzentralen.

Fleisch, oder fleischlos ist doch nicht das Problem, sondern unsere Abwägung zwischen den Ausgaben für eine gute Ernährung und den noch etwas breiteren Reifen für den geleasten SUV, die zu Luxusuhr als vermeinlichen Prestigebringer, oder dem 3. Billigflug in den Saufurlaub.

Jeder entscheidet das für sich.

Wie wichtig unser Essen ist, siehst Du doch an diesem Faden hier.
Manchmal denke ich, dass ich hier allein bin und wünschte mich in den Whisky- Genießer- Faden, wo es täglich zig Beiträge gibt.
Ich habe lange sehr nahe an Frankreich gelebt und viele private Kontakte dorthin unterhalten.
Deren Kommentar über unsere Art Lebensmittel zu begutachten so sahen: Wir [die Deutschen] achten auf die Verpackung und nicht auf den Inhalt.
Das sagt alles.

Das was Essen neben dem satt werden (Nährstoffaufnahme) für mich bedeutet, nur kurz -, Farben, Gerüche, Geschmack, Kultur
Das ist löblich und ich denke, dass die wenigen "Getreuen" hier ganz und gar ähnlich denken.
Warum machst Du dann hier so selten mit?
Wir, dieser sehr alte Faden und alle, die hier als Schreiber zur Stammbrigade zählen, freuen uns doch über jeden, der den "Laden am laufen hält".


Ich selbst hab ja die Debatte losgetreten als ich schrieb:
....aber eine „Wurst“ war per Definition traditionell immer ein Fleischprodukt.

Auch bei der Formgebung werden wir von gewissen tradierten Namen wohl schlecht wegkommen.
Da wird etwas Wurstförmiges eben später auch zu einer "veganen Wurst, weil sich "veganes, gurken-, oder bananeartiges Gebilde" nicht gut anhört.
Mit solchen Spitzfindigkeiten werden wir mehr und mehr zurechtkommen müssen.

Sie waren mit meinen Anmerkungen auch nicht gemeint.
Die zielten eher auf breite Masse der Waren ab, die eben nicht in den Frischetheken zu finden sind und kritiklos alles in sich reinstopfen, was man kaufen kann.

"Deichkind" hat dazu ein tolles Video veröffentlicht:




Ok, eine krosse Haut gibt es da nicht.
Krosse Haut wir überschätzt ;)
Ich mag es auch lieber "saftig"

Ich hoffe, Dir geht nie die Zeit und die Lust aus, hier weiterhin ein "Brimborium" zu machen. Für mich sind diese Beiträge immer wieder Inspiration und Motivation. Wäre da nur nicht die fehlende Zeit...

Danke für die nette Anmerkung.

Ich gebe mir Mühe und mit einer ausreichenden Vitaminversorgung schaffe ich das vielleicht auch :prost:

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btec

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Christian, wow du schreibst aber wirklich immer viel. 🙂
Warte ab ich hab gerad noch was in der Röhre beziehungsweise jetzt in der Kühlung.
Hab aber noch Welpenschutz was Essen zeigen angeht.
 
btec

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Nachtrag:
Kleines kulinarische Curriculum.
Sicherlich, ist es einfacher den Heilsversprechen der Lebensmittelindustrie zu entsagen wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. - ich weiß wovon ich rede. Allein erziehender Vater von zwei Jungs. Quasi die Treppe runter gefallen aus der Selbstständigkeit in die Fabrik Arbeit.
Da war dann außer Streuobstwiesen und das Erdbeerfeld im Sommer Schmalhans Küchenmeister oder eben Discount.
Nach dem Besuch einer Lege Batterie (nachdem Nikotin Gas durch geblasen wurde, Zur gesund Erhaltung ! – haben die Jungs dann auch freiwillig erst mal auf Eier verzichtet.
Geschmacklich bin ich in der Konditorei meines Vaters großgeworden, war eine gute Schule, ohne BÄKO Versorgung falls es jemanden was sagt.
Meinem Gusto nach würde ich mich gerne als Weltbürger sehen, auch wenn ich nicht genau weiß worauf ich mich da einlasse.
Inuit – Rohe Robbe, Watussi – Tässchen frisches Rinder Blut 🤫
 
Christian. R

Christian. R

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Ich kenne unseren Kochfaden hier schon sehr, lange.
Meinen ersten Beitrag habe ich geschrieben, als der Thread noch zweistellig war.
2014 war das.
@mini war da schon ein alter Hase hier und es gab sicher so um die 30 Leute, die regelmäßig Beiträge schrieben und uns mit ihren Bildern an ihren Tisch einluden.
Ist viel passiert und viel Zeit vergangen seit dem.
Ich war ne (nicht immer leichte) Zeit lang weg und kam dann, als es mir besser ging wieder.
Das Leben ist nicht immer fair, so meint man im Augenblick.
Doch wenn man dann einmal nach 5 Jahren auf eine bedrohlich wirkende Lebensphase zurück schaut, wird man feststellen, dass auch die nur eine Episode war.
Viele, viele andere sind klammheimlich seit der Zeit hier verschwunden und nicht wieder gekommen. Lieder kamen auch nur wenige neue dazu, so dass wir hier jetzt vielleicht die kleinste "Brigade" des Forums sind.
Schade, denke ich oft.

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Da war dann außer Streuobstwiesen und das Erdbeerfeld im Sommer

Ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, mich über Dein Schicksal lustig zu machen.
Aber im Prinzip konntest Du ja keine besseren "Lieferanten" finden.


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"Weniger kaufen,
eine gute Wahl treffen,
alles aufessen"


Mit diesen Worten beginnt das sehr interessante "Kochbuch" von Sophia Hoffmann.

Ich zitiere das, weil Mathias (@mini) und ich, sicher auch schon fast so lange wie es diesen Faden gibt, die Regeln der "Verwertungsküche" beschreiben.
Es ist nicht so lange her, das beschrieb Mathias, dass er alte Brotreste zu Panade verarbeitet, um sie so weiter zu verwenden.
So und nicht anders bin ich groß geworden.
Kein Stück altbackenes Brot wurde einfach weggeworfen.
Ich weiß noch genau, dass meine Großmutter uns Kindern oft eine einfache "Brotsuppe" gekocht hat, wenn wir aus der Schule kamen und lieber bei ihr sein wollten, als unserer Mutter beim einkochen von Bohnen helfen zu müssen.
Sie hat einfach etwas von der "Panade" in ein wenig Fett angeröstet und dann Brühe darüber gegeben. Noch etwas Schnittlauch, oder Petersilie aus dem Garten darüber und fertig war der Fall.
Die Suppe schmeckt nicht nur wirklich gut, sie sättigt auch ungemein.

Ein Apfel, der eine kleine braune Stelle hatte, wurde uns damit schmackhaft gemacht, dass diese Stellen besonders süß sein.
Waren so viele Äpfel da, dass man sie beim besten Willen nicht roh aufessen konnte, so wurde daraus Apfelmus gekocht und in Gläsern konserviert, oder die Ringe wurden getrocknet und als Dörrobst später ganz vielseitig verwendet.
Den "Smoothie" hatte die Oma noch nicht erfunden, aber wenn, dann hätte sie ganz sicher darin gerade das Obst und Gemüse "verklappt", das schon eine kleine "Stelle" hatte. So wäre es uns nicht aufgefallen.

Was die Mengen betrifft, so essen Elke und ich eher wenig.
Daher macht es keinen Sinn zu "sparen" indem wir "große Gebinde" einkaufen.
Warum also die drei farblich sortierten Paprika zum "günstigen Sparpreis" mitnehmen, wenn wir nur eine benötigen, um einem Essen etwas "Farbe" zu verleihen.
Wenn wir die drei kaufen, wissen wir, dass wir sie auch verwerten werden, statt eine oder zwei verschimmeln zu lassen und sie dann wegzuwerfen.
Die teuersten Lebensmittel sind die, die man in den Müll wirft.

Aber da war dieser Satz den mir ein anderer User vor einiger Zeit mal in einer PM schrieb: "Man soll das Leben vom Ende her denken"
Den Satz möchte ich gern etwas interpretieren und sagen: "Man muss die Dinge bis zum Ende denken"

Da war also vor zwei Tagen die Suppe, ihr erinnert Euch??

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Vorgestern gab es dann Reis mit Huhn

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Bei beiden Mahlzeiten blieben Reste übrig.
Und zwar so reichlich, dass man sie nicht ohne schlechtes Gewissen wegwerfen konnte.

Dann also:

Von der Suppe konnte man ja so viel der Brühe abschöpfen, dass sogar noch genug da war, um sie als Basis für eine spätere Soße einzufrieren.
So spart man sich den billigen Brühwürfel, oder den teuren Fond aus dem Glas.

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Zu dem Gemüse und dem Fleisch der Suppe kam dann der Rest vom Reis.
Etwas Speck hatte ich noch, so dass nur der kleine Pak Choi zugekauft werden musste.

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Weil ja der Reis schon mit Currypulver gekocht war, hab ich den Speck mit ein wenig mit Zimt, geräuchertem Paprika und einigen Spritzern Sojasoße auch einen leicht asiatischen Geschmack gegeben.

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Das war dann wirklich ein "neues Essen".
Nichts erinnerte an die Mahlzeiten aus denen es "zusammengekocht" wurde.

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Wer mir jetzt vorwerfen mag, dass ich da einfach nur Reste zusammen in einem Topf aufgewärmt habe, dem möchte ich folgendes sagen:

Kochen hat ja nicht nur etwas damit zu tun, dass man den richtigen Garpunkt eines Steaks trifft.
Sobald man anfängt zu kochen, sollte man eine Ahnung davon haben, wie etwas am Ende schmecken soll - und wird.
Je öfter man selbst etwas kocht, um so mehr Erfahrungen wird man sammeln, wenn es darum geht, dass Ergebnis seiner Mühe auch schon im vorraus "schmecken" zu können.
Denn am Ende geht es doch doch darum, dass das, was man da zusammenbraut, einem selbst und der Familie auch schmeckt.
Nur dann erfüllt es den Zweck der dahinter steht:
Nichts wegzuwerfen und alles bis zum Ende (gern, mit Lust und Genuss) zu essen.
 
wiesi1989

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An die Hobbyköche - ich koche seit ca. 2 Monaten jedes Wochenende eine Bolognese und bin auf der Suche nach dem ultimativen Rezept der "Ragú a la Bolognese". Was mir noch fehlt ist der Versuch mit Hühnerleber. Hier mal meine Zutatenliste für den heutigen Versuch:

  • 25 g Butter
  • 100 g Pancetta, Culatello oder Parmaschinken
  • 500 g frisches Rindshackfleisch (nur einmal durch den Wolf gedreht)
  • 50 – 100 g Hühnerleber
  • 150 g Zwiebeln
  • 150 g Stangensellerie
  • 150 g Karotten
  • 3-4 dl Vollmilch
  • 2.5 dl Weisswein oder Rotwein
  • 1 Dose Pelati (geschälte Dosen-Tomaten)
  • 2-3 EL Tomatenmark
  • Meersalz
  • Pfeffer
  • Etwas Öl
  • Tagliatelle
  • Parmesan

Ich will das Ragu endlich mal so hinbekommen wie es im Urlaub schmeckt. Vielleicht hat ja hier der eine oder andere einen Tipp für mich :super: (bitte zitieren, ich schau wahrscheinlich sonst nicht oft hier rein!)
 
DRE-DAH

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Hau-ruck-Mittagessen: Bouletten/Frikadellen/Fleischpflanzerl mit scharfem Sempf ;-)

Jeweils individuell gewürzt:
  • Rauchsalz - Chipotle Chili
  • Magic Smoke
  • Knoblauch - Pfeffer

Allen gemein jedoch: Semmelbrösel, Salz, Ei und ganz klein geschnittener grüner Speck. Letzterer macht die Teilchen sehr würzig und saftig.

Da braucht man keine Sättigungsbeilage und auch keinen Alibi-Salat.

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Schön, dass der kSk-Kollege hier mal genannt wird. Neben solider Kocherei mag ich seinen Dialekt und den Humor.

Aber zum Thema Ragu (Ragú): Da gibt's tausende Variationen und kein falsch oder richtig. Nur ein "Schmeckt". Oder eben nicht ...
 
grobian.gans

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Du wirst überrascht sein, wie sehr die Hühnerleber dem Ragout gut tut 😋 . Wir machen das Ragout für unsere Lasagne meistens damit.
 
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Ja ich bin echt gespannt auf die Hühnerleber. Wahrscheinlich ist es eben das, was das richtige Ragú ausmacht. Zum ersten Mal in Italien bestellt, war ich komplett verblüfft wie wenig das eigentlich mit "Spaghetti Bolognese" zu tun hat. Wichtig für die Erz-Italiener: keine Gewürze außer Salz und Pfeffer, also auch nicht tonnenweise Oregano, Lorbeer etc.! Und auch kein Knofi.

Schön, dass der kSk-Kollege hier mal genannt wird. Neben solider Kocherei mag ich seinen Dialekt und den Humor.

Aber zum Thema Ragu (Ragú): Da gibt's tausende Variationen und kein falsch oder richtig. Nur ein "Schmeckt". Oder eben nicht ...

Ein richtiger Steirer, ich finde den total sympathisch.
 
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Vielleicht sollte man über die Bezeichnung Itaka erst einmal nachdenken und dann schreiben.
(Umgangssprache als gängige, tendenziell abwertende Bezeichnung)

Itaka war in der deutschen Landsersprache des Zweiten Weltkrieges die Abkürzung für italienischer Kamerad.

Aber bevor hier eine Grundsatzdiskussion entsteht, ändere ich den Term natürlich. Ich habe übrigens selbst italienische Wurzeln, fühle mich aber nicht angegriffen. Als Abwertung kenne bzw. kannte ich den Begriff bis dato nicht, aber man lernt ja nie aus. ;-)
 
Belluna

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War auch nicht böse gemeint, doch ich kenne einige Italiener, die sehr pikiert auf die Bezeichnung reagieren.
:prost:
 
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War auch nicht böse gemeint, doch ich kenne einige Italiener, die sehr pikiert auf die Bezeichnung reagieren.
:prost:

Kein Ding, wusste ich halt leider wirklich nicht. Werde ich wohl künftig nicht mehr verwenden :D

Wenn es euch nicht stört, poste ich später dann meine (hoffentliches!) Erfolgsrezept, ich werde mich streng an Donna Anna Marias Rezept bzw. die Anleitung von kSk halten.
 
Thema:

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