Gibt´s hier auch Hobbyköche?

Diskutiere Gibt´s hier auch Hobbyköche? im Small Talk Forum im Bereich Community; ;) Ja, manchmal drängeln sich die Termine an so einem Sonntag: Ausschlafen, Frühstücken, Hunde ausführen, dass neue Schiff in Papenburg ansehen...
Christian. R

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Kühlschrank auf, gähnende Leere, hmpfffffffff – ist klar, wenn keiner am Samstag eingekauft hat,
;)

Ja, manchmal drängeln sich die Termine an so einem Sonntag:

Ausschlafen, Frühstücken, Hunde ausführen, dass neue Schiff in Papenburg ansehen:

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Tour de France verfolgen (schon immer und ewig), Fußball erwarten.
Da bleibt kaum Platz für Küchenarbeit.

Die Protagonisten eines schnellen Essens:

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Eier, hart gekocht.


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Spinat (hier ginge zur Not sicher auch Blattspinat als TK- Ware)


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Ein altes Brötchen, oder auch Toast


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Knoblauch


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Zwiebeln


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Sardellen (Sardellenpaste geht bestimmt auch)


Die Eier hart kochen, abkühlen lassen.
Längs halbieren und das Eigelb heraus nehmen.
Das altbackene Brötchen in etwas Milch einweichen und zusammen mit dem Eigelb und gehackten Sardellen zu einer festen Paste verarbeiten.

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Spinat waschen und im geschlossenen Topf zusammenfallen lassen.
In einem Sieb abtropfen und etwas auskühlen lassen.

Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knobluch andünsten und den gut ausgedrückten Spinat dazu geben.
Alles so lange auf der Flamme lassen, bis der Spinat gut "trocken" ist.

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In eine Auflaufform geben.
Die Eier mit der Eigelb- Sardellen Masse füllen.



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Und auf den Spinat setzen.

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Etwas geraffelten Käse mit Semmelbrösel mischen und darüber streuen.
Noch zwei/ drei Sardellenfilets dazu legen und bei 250° im vorgeheizten Rohr etwa 12/15 min. backen.


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Im Süden Frankreichs (etwa da, wo die Tour gestern auch unterwegs war) kennt man eine Menge so einfacher Gerichte die aus Gemüse und Eiern zubereitet werden.
Manchmal werden einfach ein paar Eier über verschiedenen Gemüse in die Pfanne geschlagen, oder eben, wie hier, gefüllt und zum Gemüse gegeben, oder auch fritiert.

Das ist etwas sehr einfaches, aber eben auch mit wenig Zutaten schnell zubereitetes.

Ob es heute etwas italienisches gibt, muss ich noch überlegen :prost:

Einen guten Start in die Woche wünsche ich.
 
Christian. R

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Es sind die alltäglichen Dinge, denen wir die geringste Bedeutung zumessen.

Salz ist so eines dieser alltäglichen Dinge.
Wir haben es im Überfluss, es ist billig zu haben und es ist uns so selbstverständlich, dass wir uns deshalb kaum Gedanken deswegen machen.
Dabei könnte man so viel darüber schreiben und reden, wie über kaum ein anderes Lebensmittel.

Auch der Zwiebel schenken wir kaum Beachtung.
Sie ist eben einfach da.
Man hat sie im Haus und verwendet sie so häufig, dass man gar nicht auf die Idee käme, über sie zu nachzudenken.

Manchmal braucht es vielleicht diesen kleinen Anstoß, der einem die Bedeutung der Sachen des Alltages mal wieder etwas vor Augen führt.
Bei mir war es die Lektüre eines sehr spannenden Buches zum Thema Salz.

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In diesem Buch geht es weniger um die ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse zum Salz, sondern über die politischen Auswirkungen, die der Besitz und die Kontrolle über das Salz über Jahrtausende hinweg hatte.

Es ist schon ein seltsamer Gedanke, dass es die Pyramiden des alten Ägypten wohl nicht gäbe, wenn man die Frohnarbeiter, die diese "Weltwunder" mühevoll mit ihrer Hände Arbeit erbauen mussten, nicht mit Salz hätte versorgen können.
So weit man es heute nachweisen kann, bestand die Ernährung dieser "pharaonischen Kulis" zu einem großen Teil aus Bohnen, Zwiebeln und gesalzenen Fischen.
Diese drei Komponenten stellten die Basis dar, um die schwer arbeitenden Menschen mit Eiweis, Proteinen und Vitaminen zu versorgen.


Aber kommen wir mal zurück in die Gegenwart.

"Oh, hier riecht es aber gut".
Welcher Hobbykoch freut sich nicht über diese 6 Worte?

Dabei hat man bisher fast noch gar nichts getan, außer eine Zwiebel leicht in Butter, oder Öl anzuschwitzen.

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In vielen Fällen beginnt "kochen" damit, dass wir eine Zwiebel pellen und klein schneiden, stimmts?
Auch für mein einfaches Essen gestern begann alles damit.

Gut, für die Soße brauchte ich noch einige weitere Komponenten.
Rotwein z.B.

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Der wurde immer wieder aufgegossen und einreduziert, bis sich seine Aromen mit denen der Zwiebel fein vermischten.

Rotwein allein ist allerdings nur bedingt für eine Soße tauglich.
Ihm fehlt es an Süße.
Die lieferte gestern eine Orange.
Ihr Saft, aber auch die fein geschnittene Schale sorgten für einen Ausgleich und spendeten "Süß" und "Bitter".

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Wenn man "sauer", "süß" und "bitter" hat, fehlt noch "salzig", um einen Geschmack langsam "rund" zu bekommen.
Besser als Salz in seiner Reinform an eine Soße zu geben, ist es immer einen kräftigen Fond zu verwenden.

Also kamen Fond und ein wenig Sojasoße (im Prinzip ja auch ein salziger Fond) dazu.
Dann noch Pfeffer, ein paar Chilliflocken und, weil es später geschmacklich gut passte, fein geschnittener Fenchel.

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Jetzt muss nur noch alles einreduzieren, bis eine leicht sämige Soße daraus wird.

In diese Soße kam dann Geflügelleber.

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Es ist erstaunlich, wie wenig Innereien in der deutschen Küche heute noch verarbeitet werden.
Ich glaube, dass mancher Heranwachsende in seinem ganzen Leben noch keine Leber gegessen hat.
Leider wird sie hier auch immer seltener angeboten.
Meistens ist es dann Rinderleber, der mir aber alles "Feine" fehlt.
Kalbsleber, eine in Frankreich inzwischen auch schon sehr teure Delikatesse, bekomme ich kaum mal.
Kaninchenleber nur dann, wenn ich das Glück habe, dass mir ein frisch geschlachtetes Kaninchen angeboten wird und die Geflügelleber muss ich vorgestellen, wenn ich nicht TK- Ware verwenden will.

Mit Leber sollte man immer behutsam umgehen.
Sobald man sie durchgart, wird sie krümmelig und bekommt einen penetranten Geschmack.
Vor allem darf man sie bekanntlich nie v o r dem Erhitzen salzen, weil sie sonst zäh wird.

Ich gebe sie immer ohne Fett, und gänzlich ungewürzt, in eine sehr heiße Pfanne.
Sobald sie ein wenig Farbe angenommen hat, kommt ein ordentliches Stück kalte Butter dazu.
Wenn die Butter aufschäumt, muss man die schon Pfanne vom Feuer ziehen und die Leber in der Resthitze rosa garen lassen.

Diesmal wollte ich die Leber ja zusammen mit meiner Rotweinsoße auf den Teller bringen.
Darum kam sie nur schnell, mit Fenchelsamen und Salbei, in die Pfanne, um anschließend in der mäßig warmen Soße fertig zu garen.

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Jetzt etwa sollten die Nudeln auch auf dem Punkt sein, dann kann man alles zusammen fügen und essen:

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Es ist mal wieder ein anderer Geschmack.
Auch ich neige aus Gründen der Bequemlichkeit dazu, die Sachen zu kochen, die mir beim ersten Überlegen einfallen.
Man bleibt dann gedanklich schnell bei Nudeln mit "Roter Soße", oder Pesto hängen.
Das da oben macht auch nicht wirklich mehr Arbeit.
Eine gute Bolognese braucht auch ihre Zeit. So wie die Rotweinsoße eben auch.

Aber schließlich schaue ich ja auch nicht meiner Waschmasine durch das "Bullauge" beim waschen und schleudern zu.
Wenn man ein wenig sensibel mit dem Temperaturregler am Herd umgeht, kann man ganz viele Sachen beim kochen sich selbst überlassen.
 
Zweizylinder

Zweizylinder

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Wieder etwas gernt, danke. 👍

PS
Meine Bekannte wollte mal wissen, warum mein Knoblauch Dipp so viel besser schmeckt als ihrer,bis ich ihr mitteilte, dass noch Salz rein muss. 😂
 
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mini

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Wieder ein schönes Tutorial, danke.
Ich freu´ mich jedesmal auf den optischen und literarischen Genuss, wenn Du schreibst.

Bei minis gibt es heute Stullen.
Belegte Brote sind seit Dekaden die gut vorzubereitende und nahrhafte Verpflegung körperlich arbeitender Menschen, haben aber auch in der Amtsstube ihren festen Platz (mit schwindendem Marktanteil, seit es überall „to go“ gibt).

Stullen haben beide deutschen Republiken aufgebaut, befinden sich aber aktuell auf dem Rückzug, von einzelnen lokalen Start-ups (Stullen-Andi etc.) mal abesehen.

Daher ist es Zeit, dass die Stulle ihren Platz im deutschsprachigem Standardessen festigt. Und das geht über die Stulle 2.0:
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von oben links im Uhrzeigersinn:
  • Ziegenkäse/Trüffelsalami/Tomaten/Basilikum
  • Meerettichfrischkäse/Krabben/Radieschen + deren Sprossen (Eigengewächs)
  • Bio-Leberwurst/Gurke/Senf/Schnittlauch (Eigengewächs)
  • Bergkäse/Wildschweinsalami/Oliven/Majoran (Eigengewächs)

Und das Ganze auf einem frischen Roggen-Dinkelbrot vom letzten rein handwerklichen Bäcker in meinem Kiez.
Als Innenstädter ohne Garten bin ich natürlich besonders stolz auf die wunderbaren selbst gezogenen Kräuter von unserer Hacienda.

Lecker!

Gruss
Mathias
 
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Christian. R

Christian. R

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....bis ich ihr mitteilte, dass noch Salz rein muss.
.. Salz!
Erschein uns heute banal, weil wir es wohl gar nicht so bewusst als Lebensmittel wahrnehmen.
Aber es ist natürlich fast überall in unseren verarbeiteten Lebensmittel enthalten.
Wurstwaren, Schinken, Käse, Nudeln, Gebäck, Kuchen, sagt mir etwas, wo man kein Salz findet.

Früher war alles eher noch salziger, als heute.
Bevor man erkannte, dass man Lebensmittel durch Kälte, bis hin zum tiefgefrorenen, haltbar machen konnte, wusste man schon ewig, dass Salz konserviert.

Man mag ahnen, wie wichtig Salz war, um vom winzigen Europa aus, die Welt zu erkunden.
Ohne die gesalzenen Stockfische, dem Salzfleisch und später auch dem Sauerkraut hätte man es nie geschafft, die langen Reisen auf kleinen Segelschiffen mit großen Mannschaften zu bewältigen.

Stockfisch war, neben Salzheringen, die Hauptfastenspeise der christlichen Welt.
Dabei muss man bedenken, dass die Fastenzeit ja nicht nur die 40 Tage vor Ostern, sondern auch alle Freitage und die Adventszeit umfassten.
Allein dadurch kamen schon gut 130 Tage zusammen, an denen es Christen verboten war, Fleisch zu konsumieren.
Substituiert wurde der dadurch entstehende Eiweißmangel vor allem durch die gesalzenen Fische.

Es mag uns heute komisch vorkommen, dass es damals weniger am Fisch mangelte, als am notwendigen Salz, ihn zu konservieren, wo es doch inzwischen gerade anders herum ist.

Milchsaurer eingelegtes Gemüse verhinderte, dass es im Winter zu schlimmem Vitaminmangel kam.
In China kannte man diese Form der Konservierung schon lange vor unserer Zeitrechnung.
In Asien kennt man die Vorgänger der Fisch-, Austern-,und Sojasoßen seit Tausenden von Jahren.

Das "Maggi" der alten Römer, das man als Garum kannte, war bereits tausend von Jahren vor der Vorherrschaft Roms im Mittelmeerraum in ähnlicher Form bekannt.

Die ganze Menschheitsgeschichte ist voll von Kriegen um Salz.
Man brauchte Salz, um die Lebensmittel für die Krieger haltbar zu machen, aber auch um ihre Streitrösser und den Tross der Schlachttiere zu versorgen.
Als Napoleon mit seiner Großen Armee zwar ungeschlagen, aber doch besiegt aus Moskau abziehen musste, starben mehr Menschen und Tiere am Salzmangel, als an Kälte und Hunger auf dem langen Weg zurück.

Wollte man Völker unterdrücken, so schnitt man ihnen den Zugang zum Salz ab.
Selbst im amerikanischen Bürgerkrieg unterlagen die Südstaaten am Ende, weil sie fast alle ihre Salzquellen durch die Nordstaatenarmeen eingenommen, oder vernichtet wurden und eine Seeblockade verhinderte, dass Salz über das Meer ins Land gelangte.

Wer mal Gandhis Biografie gelesen hat, der weiß, welche entscheidende Rolle sein Kampf um den freien Zugang zum Salz in der indischen Befreiungsbewegung spielte.

Und, Maggi reden reden wir nicht drüber…….

Unsere Vorfahren mussten sehr schnell lernen, dass man keine Pflanzenfresser wie Ziegen, Schafe, Pferde oder Kühe domestizieren kann, ohne ihnen Salz als Futterbeigabe anzubieten.
Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren sogar von Ziegen, Schafen und Kühen gelernt, wo man Salz findet, weil auch sie mehr und mehr Salz benötigten, als sich ihre Kost mehr und mehr weg vom reinen Fleischkonsum, hin zu veganer Kost entwickelt hat.
Aber ich wollte gar nicht über Salz schreiben, sondern über



Wurstsalat

Lebt man weiter südlich ist der natürlich jedem bekannt.
In Norddeutschland war das aber anders.
Ich jedenfalls kannte noch so um 1975 herum keinen Wurstsalat (nicht zu verwechseln mit dem Fleischsalat, dem wir selbst aus Bratenresten machten).

So um 75 war ich dann erstmals im Schwabenland.
Dort sah ich in einer Wirtschaft ein paar Leute bei der Vesper.
Diese Zwischenmahlzeit kennen wir hier im Norden ja gar nicht. Hier gibt es eher Kaffee, oder Tee mit etwas süßem.

Wie auch immer, ich sah die Leute vespern und mir fiel dabei der Wurstsalat auf.
Das wollte ich probieren und so bestellte ich mir auch eine Portion davon.

Puh, wie war ich erschrocken, als ich die „sauer“ angemachte Wurst kostete.

Ne!!!

Dass war nix für mich (nebenbei gesagt genau so wenig, wie das erste Weizenbier meines Lebens, dass ich mir dazu bestellt hatte)
Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, warum man die gute Wurst durch Essig und Öl geschmacklich so verhunzen konnte.

Lange her, die Geschichte.
Heute zählt ein Wurstsalat zu den wenigen Dingen, die ich auch in kurzen Abständen essen mag (im Gegensatz zu Weizenbier, dass ich bis heute nur sehr selten trinke)

Inzwischen habe ich ihn auch vielerorts gegessen. Ich kenne ihn aus dem Saarland, der Pfalz, von der Mosel, dem hessischen, den bayrischen Landesteilen, der Schweiz und Österreich. Selbst in Berlin, oder sogar hier im Norden kann man heute Wurstsalat und Weizenbier bestellen.
Überall schmeckt er ein wenig anders, weil die Zutatenliste variiert.

Ich mache ihn wohl immer noch (fast) so, wie ich damals kennen gelernt hatte.
Satt der Fleischwurst nehme ich lieber Bierschinken, weil ich ihn würziger finde.
Damals war Blutwurst mit im Spiel und so mag ich ihn auch heute noch am liebsten.

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Die Radischen kamen erst später dazu. Sie sind nicht nötig, aber wenn sie schon da sind, dann stören sie auch nicht.
Aber Käse muss für mich sein.

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Die Vinaigrette ist simpel: Zwiebeln, Essig, Öl, Salz, und Pfeffer.
Alles andere stört mich, auch wenn man sicher auch ein gekochtes Eigelb, Senf, verschiedene Kräuter und ähnliches dazu geben kann.
Nur „schwimmen“ sollte der Salat nicht. Wurst und Käse sollen für mich eben gerade ein wenig „glänzen“, nicht aber in einer sauren Tunke ertrinken.

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Weißbier oder Wein??
Für mich Wein bitte.
Am Liebsten einen einfachen Trollinger.

Und als Zugeständnis an meine norddeutschen Wurzeln, dann eine geschmierte Butterstulle mit dunklem Brot.

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DRE-DAH

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Hia in Bayern geat a gscheiter Wurschtsalat ollawei. Un a Weissbia! Drum hoaßts ja "Biagartn"! ;-)
(Auf hochdeutsch: Wurstsalat und Weißbier lassen an einem heißen Sommertag im Kastanien-beschatteten Biergarten des Bayern Zunge und Herz jubilieren.)

Nur die Variante mit Blutwurscht kennt man hier eher nicht. Aber warum auch nicht mal probieren. Erst dann kann man sagen ob's was taugt oda ned. Und mit Käse ist das hierzulande die Variation "Schweizer Wurstsalat". Und den mag ich auch lieber als ohne.

Apropos Käse:

Kochen muss ja nicht unbedingt immer aufwändig sein - hier geht's mal in 10 Minuten von der Idee bis auf den Teller.

Nudeln mit Käsesoße

Was man braucht: 1 Packung Sahne, 2 EL kräftiger Blauschimmelkäse, 3 EL Parmesanspäne, Prise Chiliflocken (besser: Chipotle-Chili), 1 TL Butter, ggf. Prise Salz zum Abschmecken (aber durch die würzigen Käse sollte das kaum nötig sein).
Und natürlich Nudeln ... nach Wahl.

Zutaten aus Satz 1 in einem Topf zu einer geschmeidigen, dickflüssigen Soße aufkochen und warm halten. Nudeln al dente kochen und dann in den Topf zur Soße geben.

Umrühren, anrichten, bei Bedarf dekorieren und ....hmmmmmmm ....hmmmmmm ...... HMMMMMMHHHMMMMMMMM ...

1626251893506.png

Ich weiß: Blauschimmelkäse ist nicht jedermanns/-frau Sache - gibt aber den gewissen Kick im Mund. Wer den nicht mag, kann auch würzigen Bergkäse oder Limburger nehmen. Oder diejenige Sorte, die man/frau halt mag.
 
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Un a Weissbia! Drum hoaßts ja "Biagartn"!

Weißbier und Biergarten ;)
Dass gerade Weißbier und die Biergärten anfangs wenig miteinander zu tun hatten, ist heute fast vergessen.

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Diesen wirklich sehr schön zu lesende und nebenbei sehr interessante Buch, gibt darüber Auskunft.
Wer mehr über Bier, Biergärten, dass Weißbierprivileg Maximilians I., Oktoberfest, Bierrevolution und vieles mehr zum Thema erfahren möchte, dem kann ich es wirklich sehr empfehlen.

Kochen muss ja nicht unbedingt immer aufwändig sein
Meine Rede

Nudeln mit Käsesoße
Die sehen sehr schlotzig aus :super:



Stullen haben beide deutschen Republiken aufgebaut, befinden sich aber aktuell auf dem Rückzug,
Ohne Stullen ging in meiner Kindheit nichts.
Egal wie vertieft wir in unsere Spiele waren, wenn der Hunger kam, ging es nachhause, um sich ne Stulle abzuholen.

Belegte Brote sind seit Dekaden die gut vorzubereitende und nahrhafte Verpflegung körperlich arbeitender Menschen
Dekaden?
1339 soll das Butterbrot bei einem Festmahl der Bremischen Zünfte erstmals erwähnt worden sein.



Wurstsalat, der Kulturschock der Nordmänner.
Ich mache ja kein Hehl daraus, dass ich kulinarisch eher unbedarft in die Welt zog, nachdem ich mein kleines Heimatdorf verlassen habe.;)

Man kam ja damals auch nicht raus aus der Region.
Daher bleib man lange beim "Geschmack der Gegend um die Kreisstadt herum" hängen.
Das änderte sich erst, als ich dann so mit ca. 20 aus beruflichen Gründen immer weiter vom Norden wegkam.
Auf meiner "Wanderschaft" hab ich dann manchen weiteren "Kulturschock" erfahren dürfen.

Aber auch in vertrauter Umgebung kann man ja so einiges erleben.
Ich muss noch heute schmunzeln, wenn ich an die Geschichte vom Löwenzahn und den Schnecken denken, die sich in meiner Kindheit zugetragen hat:


Löwenzahn und Schnecken

Der Löwenzahn ist ein seltsamer Geselle.
Fast jedes Kind erkennt in spätestens dann, wenn er zur Pusteblume geworden ist.
Kühe mögen ihn lieber gelb und saftig und Reihenhauseinwohner in gesuchter Stadtrandlage, hassen den üblen Ziehrrasenfresser bis aufs Blut.

Dass man die leckere und sehr gesunde Blume auch essen kann, wussten man schon früh.
Auch moderne Müsliesser und, in letzter Zeit sogar die Sterneköche der Republik, haben den Löwenzahn längst auch wieder für sich entdeckt.
Auf breiter Front konnte sich die Pusteblume allerdings noch nicht in die Gemüsetheken der deutschen Supermärkte schleichen.

Auch mir war der Genuss von Löwenzahn über viele Jahre hin eher suspekt, obwohl ich schon in meiner Jugend wusste, dass es in Deutschland Löwenzahnesser geben muss.

In dem kleinen unbeugsamen Niedersachsendorf, dem ich später auf verschlungenen Wegen entkommen bin, lebte eine Frau aus dem Saarland.
Ihr Ehemann hatte sie nach dem Krieg in die heimatlichen Gefilde entführt und dort mit ihr zwei ganz bezaubernde Töchter gezeugt.

Diese Frau, nennen wir sie einfach mal Tante Mia, war überaus Kinderlieb und da es obendrein auf dem Hof auch noch den einzigen MAN Allradschlepper des Dorfes gab, lag es nahe für mich, hin und wieder dort vorbeizuschauen.

Da Tante Mia, wie gesagt, Kinder liebte, gab es dort auch immer mal einen Schluck Brause, oder eine Leberwurststulle auf die Faust.
Nebenbei konnte man sich als echter Junge wahlweise den Trecker, oder die frisch gewaschenen Unterhemden der beiden Töchter ansehen.

Schwierig zu verstehen war, dass Tante Mia ihre Töchter immer wieder mal auf ungenutzte Kuhweiden schickte, um Löwenzahn zu stechen.
Als wir kleiner waren, war es eine lästige Kavalierspflicht, die beiden dorthin zu begleiten.
Später jedoch war man ganz froh, den allzu neugierigen Blicken der Alten entschlüpfen zu können und dafür die nun sehr verlockenden Füllungen der Unterhemdchen genauer zu untersuchen.

Ich weiche ab!!

Also bei Tante Mia gab es auch damals schon Löwenzahn, was ihr in dieser Hinsicht einen zweifelhaften Ruf bei der niedersächischen Dorfbevölkerung bescherte.
Auch mit wurde immer wieder der Salat aus der Pusteblume angeboten.
Aber, nach dem eher fehlgeschlagenen Versuch mit den Schnecken, traute ich der saarländischen Küche vorerst nicht mehr.

Die Sache mit den Schnecken lief etwa so.

Mia hatte uns erzählt, dass man bei ihr daheim auch Schnecken essen würde.
Leider müsse sie aufgrund fehlender Rohware auf diesen Genuss schon seit langem verzichten.
Weil wir ihr eine Freude machen wollten, sammelten wir daher einen ordentlichen Topf voll mit schwarzen Nacktschnecke und kochten die mit allem zipp und zapp kurzerhand für Tante Mia weich.

Über das Theater, das sich danach in ihrer Küche abspielte, will ich hier jetzt nicht ausführlicher sprechen.
Eher schmerzte das ausgesprochene Hausverbot, weil die gefüllten Unterhemdchen der Töchter nun gerade um ein Bekleidungsstück, Names Büstenhalter, ergänzt wurden.

Kurz um, die Sache mit den Schnecken hing mir noch lange nach und erstmals habe ich sie dann etwa so mit 23 wieder probiert.
Diesmal waren sie natürlich fachgerecht zubereitet und entsprechend lecker.

Das Löwenzahn ein wundervoller Salat sein kann, hab ich noch viel später erfahren.
Erst als ich selbst ins Saarland zog, kam ich wieder mit ihm als Lebensmitte in Berührung.
Zunächst noch skeptisch, wurde er schnell zu einem meiner Lieblingssalten.

Seine knackige und frische Saftigkeit wird wohl nur noch vom Chicorée übertroffen. Der bitterherbe Geschmack ist für mich einzig.

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Stand ich heute im Bio-Markt meines Vertrauens, eine Inspiration für das Abendessen suchend.
Da fällt mein Blick auf das Sonderangebot an Bio-Fleischwurst (wirklich ein Sonderangebot, 40% unter Normalpreis).

Und wundersamerweise verschalten sich meine alten Synapsen zu der gemeinsamen Botschaft: „Kaufen, mini! Dazu gibt´s was im Kochfaden!“
Also kehre ich mit zwei veritablen Ringen Fleischwurst nach Hause zurück, um Rolands Beitrag von gestern zu suchen.
Vom Roggen-Dinkelbrot war noch was übrig, Salzbutter, Kräuter und Sprossen sind immer vorhanden.

Das war dann das Ergebnis:
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Danke, Roland.

Gruss
Mathias
 
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Stand ich heute im Bio-Markt meines Vertrauens, eine Inspiration für das Abendessen suchend.

Genau zu diesem Thema habe ich vor Jahren mal ne kleine Geschichte geschrieben. ;)
Wen die jetzt zu lang ist, der überspringe sie und schau sich gleich den nachfolgenden Beitrag an.

Der gequälte Mann

Beobachtungen an der Fleischtheke

Vor dem Vergnügen hat der Liebe Gott die Mühsal verordnet. Auch mir!
Da ich Derjenige bin, der ca. 97% der zu verzehrenden Lebensmittel ins Haus schaffen muss, verbringe ich einen guten Teil meines Lebens damit, vor Fleisch- Käse- oder Fischtheken anzustehen und darauf zu warten, bedient zu werde.
Jedes Mal wenn ich Kochbuch aufschlage und die Autoren mir verkünden, wie herrlich es ist, über einen südfranzösischen Mark zu schlendern und in Ruhe die schönsten, frischesten Fische, das prallste Gemüse, oder das zarteste Stück Fleisch zu erwerben, könnte ich vor Neid platzen.

Natürlich versuche ich auch so oft wie möglich die örtlichen Wochenmärkte zu beuchen, um dort meine Einkäufe zu erledigen.
Aber!!

Erstens muss ich mir dafür vormittags Zeit schaffen, was nicht immer gelingt und zweitens besteht dass Angebot fast nur aus Gemüse und Blumen, so dass sich das „südfranzösische Rundumhahaerlebnis“ nicht immer einstellen mag.

Natürlich weiß ich, dass es Städte gibt, auf denen der Wochenmarkt noch eine herausragende Rolle spielt. Leider ist es hier nicht so, so dass ich auf die umliegenden Supermärkte angewiesen bin.Einzukaufen heißt Strategien zu entwickeln.

Zunächst braucht man natürlich einen Plan darüber, was man kochen möchte.
Dann braucht man Plan „B“, weil es durchaus sein kann, dass das gewünschte Stück Fleisch nicht vorrätig ist, oder die Fischtheke nur Zuchtlachskoteletts enthält.
Aber, man muss auch einen Ausweichplan für den B- Plan haben und zwar für den Fall, dass unerwartete Sachen angeboten werden, die nicht planbar sind.
Ich denke da z.B. an Steinpilze, besondere Innereien, oder Ochsenschwanz, die in Deutschland nicht all zu oft angeboten werden und meine Küchenpläne immer durcheinander bringen.

Hat man die Planungsphase abgeschlossen, beginnt der strategische Teil des Einkaufs.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Sehr früh wäre natürlich ideal, weil die meisten Menschen morgens schlafen, die Kinder versorgen, oder arbeiten.
Leider sind dann die Theken oft noch nicht ganz aufgefüllt, so dass u. U. die schönsten Sachen noch im Kühlhaus schlummern.

Ab 10.00 wird man auch nicht glücklich, weil dann die gestressten Hausfrauen die Kinder aus dem Haus, und sich in die Reihe geschafft haben, um nun für Nahrungsnachschub am heimischen Herd sorgen.

Da hier im Saarland alle Wurtseinkäufe mit dem Wunsch nach „Einem Ring Lyoner“* enden und Verkäuferin sofort mit der Gegenfrage „Vom Brück, vom Höll, vom Schröder, vom Kunzler, oder Hauseigenen?“ antwortet, kann man sich vorstellen wie lange es dauert, um als fünfter in einer Schlang bedient zu werden.

Mittags besorgen sich die Schüler dann die lebensnotwendigen Dinge wie Cola, Gummibärchen u. ä.

Ab 13.30 ist etwas Ruhe, aber die Theken sind halb geplündert, weil die Verkäufer noch keine Zeit zum auffüllen hatten.

So gegen 16.30 kommen diejenigen Rentner, die, die 10.00 und 12.00 Termine verpasst haben, um mit denen, die jetzt Feierabend haben, den Kampf um die Wurstzipfel auszufechten.

In Deutschland ist die Zeit um 18.30 rum ganz gut um einzukaufen, da dann das Regionalfernsehprogramm das Neuste vom Tage im Ländle bringt und viele ihr Abendbrot dabei einnehmen.

In Frankreich ist es einfacher, weil dort zwischen 12.30 und 14.30 alle Leute zu Mittag essen.
Die Supermärkte sind dann so leer, dass man wirklich mit Muße einkaufen kann, aber mitleidige Blicke erntet, weil man offensichtlich nicht zu Mittag isst.

Ist die Zeitschiene festgelegt, beginnt der eigentlich spannende Teil des Einkaufes, dass Anstehen an der Fleisch- Wurst- Käse- Fischtheke.
Natürlich empfiehlt es sich, ein gutes Verhältnis zu alle seinen Fachverkäuferinnen (Verkäufern) zu pflegen.
Allein dass verschafft einem manchen Vorteil, wenn es darum geht, hier und da doch ein dünner geschnittenes Kalbsschnitzel zu ergattern oder, wenn der Anschnitt der Wurst „für den Hund“ kostenlos mit eingepackt werden soll.
Warum also nicht mal eine Flasche Prosecco spendieren??

Meistens reicht es aber, wenn man sich einfach nur freundlich verhält und seinem Gegenüber mit Respekt begegnet.
Natürlich unterhält sich die Fachfrau (der Fachmann) gern mit jemandem, der sich auskennt und weiß was er kaufen will. Sie/ Er („Es, oder Diverse“, sind eher noch selten hinter der Frischfleischtheke) berät aber auch gern, wenn sein Rat denn gefragt ist.

Wer ein Pfund Rinderschmorbraten verlangt und erklärt, dass am Abend Gäste kommen, muss sich nicht wundern, wenn er letztlich Kopfschütteln erntet.
Anlässlich einer solchen Verkaufsdebatte zwischen Kundin und Verkäuferin, konnte ich es mir einmal nicht verkneifen, laut um 80g Hackfleisch zu bitten, weil ich Kohlrouladen zubereiten wolle.
Als mich meine „Lieblingsfleischverkäuferin“ ungläubig ansah, erklärte ich ihr, dass ich meine Kohlrouladen stets aus Rosenkohl mache, weil das eleganter aussieht.

Immer wieder fällt mir auf, dass im Gegensatz zu Frankreich, wo der Einkauf von Fleisch, Wurst, Käse und Fisch sehr häufig „Männersache“ ist, in Deutschland aber nur wenige Männer zum Einkauf dieser essenziellen Dinge bereit sind.

Die zweite Auffälligkeit kann man gar nicht übersehen, weil gerade die Beleibtesten unter den Kunden fast immer ein „Schönes, mageres Stück“ Fleisch verlangen, wobei dann auch noch der Fettrand weg zuschneiden ist.
Dass ist um so merkwürdiger, weil später an der Wursttheke gerade die Sorten den größten Zuspruch finden, die die meisten versteckten Fette aufweisen.
Zum Dritten muss die offensichtliche Angst vieler Kunden vor den weniger bekannten Fleischstücken erwähnt sein. So bleiben Ochsenschwanz, oder Zunge unberührt, Kalbsnieren werden mit Ekel im Blick betrachtet und Hirn nur auf Vorbestellung geliefert.

Aber!!
Nun habe ich ja bisher nur vom Einkauf an einem „normalen Wochentag“ gesprochen.
Da gibt es ja aber noch ein paar weitere Fallgruben in denen man landen kann, wenn man seinen Einkauf nicht richtig plant.
Diese Fallgruben haben so lieblich klingende Namen wie Samstag, und Feiertag.

Ein, zwei, oder max. drei Tage ohne die Möglichkeit einen Einkauf tätigen zu können, versetzt breite Bevölkerungsschichten offensichtlich mehr in Panik, als die Ekel erregenden Bilder aus einem Hähnchenschlachtbetrieb.

Obwohl wir heute selbst auf dem platten Land über 70 Stunden in der Woche Zeit haben, um uns mit Dosengemüse, Klopapier und Hundefutter zu versorgen, haben wir offensichtlich noch nicht gelernt, diese Zeit so für unsere Einkäufe zu nutzen, dass man für den Sonn- und Feiertagseinkauf stressfrei nur die Frischware beschaffen muss.

An diesen Tagen prallen offenbar alle Bevölkerungsschichten aufeinander, um sich dann zur schleimigen Ursuppe zu verbinden, die sich langsam durch den Supermarkt wabert.

Vom jugendlichen Flattratesäufer der Partyalkohol für die Samstagnacht braucht, bis hin zu rüstigen Rentnerehepaaren, die offenbar ihre Jahrgangstreffen besonders gern all samstäglich an der Fleischtheke abhalten, findet man ein repräsentatives Querschnitt der Konsumwilligen in jedem beliebigen Supermarktes im Lande.

Nun sollte man ja glauben, dass Weihnachten zu den schlimmsten Festen gehört, weil man da ja sogar für drei Tage Fressalien ins Haus schaffen muss und obendrein auch bei fast allen „Rotweincreme aus der Packung“ und ein „schöner Braten auf den Tisch gehört.
Weit gefehlt.
Die schlimmsten Tage sind die Feiertage, die in die Schönwetterperiode des Sommerhalbjahres fallen.
Das kann schon mit Ostern beginnen, geht dann über den Maifeiertag, Christi Himmelfahrt und Pfingsten weiter und endet im Saarland erst am 15.August mit Mariä Himmelfahrt, ohne jedoch Fronleichnam zu vergessen.

An all diesen Tagen besteht die Gefahr des Supergaus an den saarländischen Fleischtheken, weil man nun „Schwenkgut“ bekommt.
Ich will hier nicht lange auf die Vorliebe der Saarländer für das Grillen eingehen.

Der geneigte Leser kann unter dem Stichworten „Schwenker/ Saarland in Sekundenbruchteilen 25.000 Ergebnisse aufrufen, wenn er will.
Leider wird wohl auf keiner dieser Seiten etwas darüber stehen, was sich an solchen Tagen am Fleischstand abspielt.

Schwenken kann man Bratwürstchen weiß, Bratwürstchen rot, Käsegriller, Meruez, Lyoner, Nackensteaks, Schweinebauch, Grillfackeln, Rinder- Puten- Hähnchen- Lammfleisch und überhaupt alles was es an kurz und klein geschnittenem in der Fleischabteilung gibt.
Da Schwenken meistens ein Gruppenvergnügen ist, benötigt man natürlich von alldem ein „paar“ Teile mehr.
Das bedeutet für einen Zweipersonenhaushalt also ca. 30 Würstchen (weiß/rot), 20 Schwenker und mindestens noch einmal so viel sortierte Fleischscheiben von anderen Tieren.
Da fast alles bereits ganz liebevoll vom Personal in verschiedene Marinaden versenkt wurde, kann man natürlich kaum noch erkennen, was da so appetitlich hinter Glas darauf wartet endlich auf dem Grill zu landen.

Also muss immer wieder Nachgefragt werden:

„Haben Sie auch Schwenker ohne Knoblauch?“
„Gibt’s den auch mit Bärlauch?“
„Letztes Mal hattet ihr den so lecker eingelegt, gibt’s da heute nicht mehr mit dem Zeugs, ach wie heißt es noch?“

Doch damit nicht genug.
Da man sich ja sonst kaum noch sieht, werden am Samstag an der Schwenkfleischtheke auch gleich Familienstreitigkeiten ausgetragen,
Nachrichten über bereits eingetretene und bald bevorstehende Todesfälle ausgetauscht,
ärztliche Befunde besprochen,
Kinder erzogen, oder gezüchtigt,
Berufsgeheimnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht,
Vermutungen über die Vaterschaft beim Nachwuchs der „Besten Freundin“ diskutiert,
oder
die allgemeine Weltpolitik im Detail kommentiert.

Eben all das, was sich per Whats App nicht so genau ausdrücken lässt und auf Facebook schon in die Welt posaunt wurde.
Natürlich regen sich auch alle darüber auf, dass die armen Verkäufer hinter der Theke nicht schnell genug sind, egal wie sehr die ackern.

Ist man dann aber selber an der Reihe, hat man vergessen was man wollte, findet den Einkaufszettel nicht, oder belämmert die zuvor beschimpften mit Tratsch und Klatsch, um so wieder für weiter Verzögerungen zu sorgen.

Da ich glaube, dass die Schlange an der Fleischtheke vor einem sonnigen Wochenende im Saarland ist eines der gefährlichsten Tier überhaupt ist, versuche Einkäufe am Samstag so gut es geht zu vermeiden.

Am liebsten ist es mir natürlich, wenn mich ein geübter Schwenker zum schwenken einlädt und ich nur noch mit leerem Bauch am Schwenker stehen muss, um von dem erfahrenen Schwenker einen saftigen Schwenker auf meinen ebenfalls leeren Teller geklatscht zu kriegen.



Mahlzeit.







* Im Saarland ist die Lyonerwurst maskulin, man bestellt also „Den Lyoner“.
 
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"Was gibt es denn heute abend zu essen?"
Diese wohl berechtigte Frage Elkes, brachte mich einigermaßen in Verlegenheit.

Irgendwie waren da noch ein paar Überbleibsel der Vortage.
Dass wusste ich.
Wie man die jedoch zusammenbringen sollte, war mir nicht so ganz klar.
Aber um jetzt noch einmal loszuziehen um etwas einzukaufen, hatte ich wirklich keine Lust.
Auf "ONE" begann gleich die Übetragung der Tour de France. Die spannende Etappe, bei der es am Ende darum gehen würde, wer das "Maillot á pois Rouges “ am Abend überstreifen würde, wollte ich nicht verpassen.

"Lass Dich überraschen", so also meine flüchtig hingeworfene Antwort, bei der mir selbst nicht ganz wohl war.

Was war denn da??
Ein paar Bohnen und Tomaten, die am Vortag zu viel für das Ratatouille gewesen wären.
Ein paar Zuckerschoten, die ich am Vortag beim Ratatouille übesehen hatte.
Ein Rest Käse vom Wurstsalat des Vorvortages.
Ein Rest Schinken vom Sonntagsfrühstück.

Na dann mal los:

Bohnen und Erbsen hab ich erstmal blanchiert, dann kalt abgeschreckt und anschließend mit Zwiebeln und Knoblauch in Butter glasiert.
Damit es nicht ganz und gar grün wurde, hab ich die Tomaten dazu gegeben und alles bissfest gegart.
Würzen schadet dabei nicht, salz sowieso, aber sonst steht einem das Gewürzregal ganz offen.
Vorschlag dazu: Bohnenkraut, Thymian, Mayoran, geräucherter Paprika, Pfeffer, etwas Chilli, Cayenne Pfeffer, oder auch Harissa.

Dem Käse hab ich einen Schlitz (kein Loch) verpasst und darin etwas Schinken versteckt:

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Als das Ei in der "Panierstraße" war, nahm die Sache Form an

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Zick

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und zack, war mein "Käseschnitzelbratling" beschichtet.

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Genau so schnell war es dann ich der Pfanne

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Natürlich wurden die Reste "Klapperei" gleich mit verklappt (daher der Name)

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Ja und so landete diese Kreation* dann auch auf dem Teller

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* Ich überlege noch, wie ich es nennen soll?
"Ostfriesensteak", oder "Nederländisches Kaasschnitzel", "Cordon bleu à l'envers"?

Doch was sind schon Namen??
Kann man mal so machen, schmeckt sogar.:prost:
 
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Verknetet man 125g weiche Butter, 200g Mehl, 1Esslöffel geriebenen Käse, ca. 3 Esslöffel Wasser, Pfeffer und Salz miteinander und lässt den Teig dann etwa 1 bis 2 Stunden im Kühlschrank ruhen, ist die halbe Arbeit schon erledigt.

Dann muss man ihn ein wenig auswellen und in eine 28ger Springform geben. Ein Blatt Backpapier für den Boden und etwas Butter für den Rand sollte man dabei nicht vergessen.

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Im Backofen (vorgeheizt aus 190°) kann man den Teig dann für etwa 10min. vorbacken.
Ich mach das nicht, weil es auch so geht.
Also schneide ich eine große Zwiebel, etwas grün von Lauchzwiebeln, gekochten und rohen Schinken passend zurecht.
Dann gebe ich 4 Eier, 125ml Sahne und geriebenen Käse (wieviel? So viel wie man benötigt um die Sache sehr dickflüssig zu machen) in eine Schüssel und schlage es leicht auf.

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Jetzt werden die Zwiebeln und der Schinken darunter gehoben und alles mit Pfeffer, eine gedrückten Knoblauchzehe und Kräutern nach belieben abgeschmeckt.

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Die Masse kommt auf den Teig und ab damit in den Ofen (190°, Ober- und Unterhitze, auf die untere Schiene)

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Nach etwa 35/40min. sollte es fertig sein. Fehlt noch etwas Farbe, so kann man ja noch für ein paar Minuten den Grill zuschalten.
Aber, dunkelbraun ist eine Farbe und kein Zustand für eine Quiche.

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"Oh, duftet das hier gut", waren Elkes Worte, als sie gestern Abend nachhause kam.

Weil man die Quiche nicht heiß aus dem Ofen isst, sondern lauwarm, kann man sie gut vorbereiten und seine Familie, oder Freunde schon mit dem leckeren Duft empfangen.

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Ab nach draußen damit, kein langes Theater mit Tischdecken und sonstigem Schnickschnack.
Einfach essen.

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Der Corbiérs ist zwar nicht ganz regionalgetreu, passt aber ganz gut. Man könnte aber auch etwas aus der SarLorLux Region von der Mosel trinken.

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So einfach
"Si facile"
 
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Der sonnige, mäßig warme Sonntag war wie gemacht für eine lange Tour mit dem Rad.
Nach den letzten 14 Tagen, an denen auch in Ostfriesland der Himmel grau und undurchdringlich war, glaubte ich schon, dass der Sommer vorbei sei.

Aber gestern früh war der Himmel ostfriesisch. Azurblau mit fast makellos weißen Wolken.

Die Küste lockt um diese Zeit nicht.
Um diese Zeit ist sie von Touristen okupiert, die wieder einmal glauben, der liebe Gott hätte das alles nur für sie geschaffen.
Die Gastronomie schwimmt auf einer Welle, die sich aus einer (schadenfrohen?) Zufriedenheit und altem Frittenfett zusammensetzt.
Und wir Hiesigen, bleiben lieber im Landesinneren.

Über das Königsmoor ging unsere Tour zur Ewenburg bei Leer.

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und später dann, an der Leda und der Jümme, der Gezeitengrenze folgend, Tee und Kuchen am Deich.
So hungrig waren wir zwar nicht, denn das ausgiebige Frühstück war noch gar nicht abgeradelt, aber die Momente der Ruhe beim Blick auf die träge dahinfließenden Nebenflüsse der Ems und der warme Sonnenschein, luden einfach zum verweilen ein.

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Am späten Nachmittag zurück in Leer musste es am alten Binnenhafen noch einen "Spritz" geben, um der Kehle den Durst zu nehmen.

Zuhause dann noch einmal Tee im garten und ein, sagen wir zwei, Pralines dazu.
Ja und dann waren wir satt.

Ich hätte nun etws kochen sollen.
Die Zutaten waren da, das Rezept im Kopf, alles war gerichtet, nur beide hatten wir keinen Hunger.

Doch so etwas 2 Stunden später war dann doch das Gefühl da, dass man noch eine Kleinigkeit zu essen braucht.



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Brot- und Schinkenreste vom Frühstück, etwas geriebener Käse, ein wenig stückige Tomaten, ein paar Gewürze.

Mehr brauchst Du nicht.

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"Mach jetzt keinen Stress", denkst Du dabei und genießt einen Schluck kühlen Weißen.

Jetzt alles bei 200° ins Rohr und ein bisschen gratinieren und schon ist alles fertig.

...Kochen??
Ne, kochen ist das nicht!!*

Aber es schmeckt gut und lässt viel Zeit für anderes...

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* Es hilft, wenn man sich zu helfen weiß.
In sofern leitet es sich vom "kochen können" ab.

Sardellen, Kapern, ein paar passende Gewürze, wie Oreganon, Rosmarin, Majoran geräucherter Paprika usw. machen die Sache noch schmackhafter, aber dass wisst Ihr selbst.

Ist ne Vorspeise, oder ein kleiner Hauptgang, sie es passt.
Kann man aus der Hand essen, beim Krimi, oder draußen, oder mit Freunden, wenn die unerwartet vorbei schauen.

Und!!

Besser als "Knabberzeug aus der Tüte" ist eas allemal.
 
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Ein Teller Suppe

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So eine Suppe ist doch ein vielgesichtiges Wesen.

Sie kann klar wie ein Sommermorgen daher kommen, aber auch so undurchsichtig wie ein Novembertag, im smogverpesteten London einer Dickens Erzählung.
Mal ist sie wie ein "buntes Huhn" (in dem Huhn so rein gar nichts zu suchen hat), ein anderes Mal ist sie uni, fast neutral wie die UNO.
Sie kann ebenso knallrot sein, wie der Sonnenuntergang bei Capri, oder vornehm blass, wie der Panamahut von Vitorio de Sica.
Sie kann uns kalt abservieren, wie eine Caspacho in einer andalusischen Sommernacht, oder unser inneres Feuer neu entfachen, wenn sie in einer dampfenden Terrine, nach einem langen Spaziergang am winterkalten Nordseedeich, vor uns steht.

Aber egal, ob sie nun derbe wie eine serbischer Boheneintopf, oder sanft wie ein eine feine Spargelcreme daher kommt, die meisten Menschen lieben Suppen.

Vielleicht liegt es ja gerade an ihrer Viellseitigkeit.
Ich kenne kaum eine Speise die so wandelbar ist.

Man braucht nur eine flüssigen Basis, wie Wasser, oder auch Milch, Bier, oder Wein und schon kann man damit beginnen, den weiteren Zutaten die Aromen zu entlocken.
Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Fleisch, Knochen, Würste, Fisch, Gemüse, Käse, Eier, Nudeln, Reis, Salz, Zucker und alle Kräuter und Gewürze dieser Welt, lassen sich in einer Suppe verarbeiten.

Es gibt keine Tageszeit für eine Suppe.
Man kann sie vor einem Hauptgang essen, oder sie zum Hauptgang machen.
Die Chinesen lieben sie als krönenden Abschluss eines langen Mahles.
Sie ist mal Frühstück, mal Mitternachtsimbiss, Hauptmahlzeit, oder der schnelle Snack zwischendurch.

In vielen Kulturen ist sie Krankenspeise, und es gibt sicher eben so viele diätische Rezepte für sie, wie körperliche Beschwerden auf der Welt.

Betrachtet man all ihre wundervollen Eigenschaften, so verwundert es ein wenig, dass sie mehr und mehr aus unserem kulinarischen Fokus gerät.

Ja, es macht manchmal Mühe, sie zuzubereiten.
Ja, ein ordentlicher Fond, als Basis für so viele Suppen, braucht schon etwas Zuwendung.
Aber den kann man ja auch gern mal an einen verregnten Sonntag kochen lassen, um ihn dann tiefgefroren zu bevorraten.
Aufgetaut hat man dann schon mal den Grundstock für eine Vielzahl von Varianten, von der "Acqua Cotta" bis zur Zwiebelsuppe.

Vieles geht ja auch ohne großes Zutun unsererseits.
Ist ja nicht zuviel, mal den "Zauberstab" in die Hand zu nehmen und aus einer Gemüsesuppe eine sättigende "Pottage" zu machen, oder ein paar Speckwürfel, oder Crotons anzubraten und eine kleine Hand voll Kräuter über die fertige Suppe zu streuen.

Liegt es daran, dass in so vielen Kochbüchern viel zu komplizierte Zubereitungsarten für eine einfache Suppe beschrieben werden?
Oder ist es so, dass gerade in der Gastroküche manchmal eine Neigung besteht, mehr Zeit mit dem Erfinden kreativer Namen für eine Suppen, als mit dem Kochen selbst zuzubringen?

Wir, Elke und ich, lieben Suppen.
Vor allem als Hauptgang und vor allem dann, wenn wir unsere Zeit für andere Dinge nutzen möchte, als dem Steak dabei zuzusehen, wie es seinem perfekten Garpunkt entgegen brät.

Eine Suppe wie diese, macht sich aber auch wirklich (fast) von allein.

Die Suppenbasis (einen klaren Rinderfond) hab ich tiefgefroren.
Ich hab hier schon oft geschrieben, wie ich meinen Fond so klar bekomme.
Darum will ich jetzt nichts weiter dazu sagen.
Auch wie man später dann das Suppengemüse klein schneidet, ist sicher nicht wirklich von Interesse.

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Ein paar Worte zum Fleisch.
Ich hatte schon geschrieben, dass ich das Rindfleisch überwiegend von einem Hobbyzüchter kaufe.

Dabei kauft man Partien, die verschiedenste Teile enthalten.
Die Rouladen waren bei der letzten Partie nicht so schön geschnitten.
Sich darüber zu ärgern, dass der kleine Teil einer Lieferung nicht ganz perfekt ist, macht wenig Sinn und verdirbt den Appetit.

Man kann die dünnen Scheiben ja immer verwenden, und wenn es nur für ein Wokgericht ist.
Ich habe die Scheiben in Streifen geschnitten, mit etwas Öl und Sojasoße gemischt und dann ganz langsam im Backrohr karamelisiert, weil ich sie ja nicht als "Kraftspender" für die Suppe benötigte, sondern nur als würzige Einlage.

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Das ich mir ein paar Markknochen "spendierte" liegt daran, dass ich mir die Freude des kleinen Zwischenimbisses nicht nehmen lassen will:

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Außerdem sollen sie, etwas später, leicht angeflämmt, auch noch als weitere Beilage zur Suppe dienen.

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Ich weiß natürlich, dass gerade viele jüngere Menschen heute keinen Zugang mehr zu Innereien, oder eben auch zum Knochenmark haben.
Leber, Nieren, Milz, Bries, Zungen, aber auch Fleisch- und Markknochen verschwinden immer mehr aus den Theken der Fleischereien und Supermärkte.
Damit verschwinden sie auch von den Tischen der Haushalte und erscheinen dem "Nachwuch" suspekt oder gar ekelig.
Die Sterneköche, die "Nos to Tail" zu kochen längst wieder für sich "entdeckt" haben, ändern daran genau so wenig, wie die wenigen Privatleute wie mich, die am "Essen der alten Schule" festhalten.

Man kann nur hoffen, dass diese Delikatessen trotz allem, nicht ganz von den Essensplänen verschwinden, dass es wäre eine echte Verschwendung.

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Wie ich schrieb, muss ich jetzt hier sicher neimandem zeigen, wie man Gemüse zerkleinert.

Die Suppe, samt der Knochen ist so weit fertig.
Durch ein Passiertuch sollte man sie noch einmal geben, wenn man sie "klar wie Klosbrühe" haben möchte.

Sobald das Gemüse "all dente" ist, kann das Fleisch dazu gegeben werden.
Es ist recht dunkel und verleiht der Suppe noch eine schöne Farbe:

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Ja und dann bekommt jeder seinen Löffel voll Suppe, um einen langen Tag voller Gartenarbeiten abzuschließen.

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Scharlatane in der Küche

Im Grunde genommen bin ich ja selbst einer dieser Scharlatane der Küche.

(Fast) jeden Tag veröffentliche ich hier einen Beitrag zum Thema „Essen“ und manchmal auch was übers „schönere“ trinken.
Meistens rede ich ja erst mal viel „drumrum“, bevor ich dann auf ein ganz und gar einfaches Mahl mit meiner Frau zu sprechen komme.
Vielleicht sollte ich besser einen eigenen Faden aufmachen, um hier die echten Köche dieses Fadens nicht zu mokieren.
Ich könnte ihn ja so etwa mit: „viel Brimborium um ne Butterstulle*“ titulieren.

Zugute halten möchte ich mir, dass meine Beiträge nun weiß Gott nicht die Reichweite der täglich ausgestrahlten Werbung zum Thema Essen, Trinken, Küchenausstattungen, usw., haben.
Ich meine, bei drei, vier Lesern täglich, ist man keine Gefahr für die Volksgesundheit, oder??

Ganz anders sieht es danach meiner Empfindung mit den echten Scharlatanen in unseren Küchen aus.
Sie verstecken sich oft unter den gaaanz großen Namen diverser Branchen verschiedenster Industriezweige.

Hand aufs Herz, wer von uns hat nie Maggy Würze an seine Suppe gemacht?
Wer verwendet keine Sojasoße, oder hier und da auch mal einen Brühwürfel?
Mein Gewissen ist da jedenfalls nicht rein, weil ich ja auch bei frischen Lebensmitteln nicht weiß, womit Tiere geimpft und gefüttert wurden, oder welche Pestizide mein Gemüse „geschützt“ haben.
Nicht einmal beim „täglich Brot“ weiß man doch, was da alles verbacken wurde.

Man könnte…..
Ja, man könnte natürlich den ganzen Tag damit zubringen, nach ganz und gar chemiefreien Produkten zu suchen.
Das Problem sehe ich allerdings da, dass man dann am Abend wohl am Drive- in-Schalter einer Burger- Kette landet, weil man sonst verhungern würde.

Was sollen wir lang reden?
Wir werden um ein gerüttelt Maß an chemischen Zusätzen in unseren Lebensmittel nicht herum kommen.

Was ich aber viel schlimmer finde, ist die Zusage der Werbung, wenn es um den Geschmack geht.
Da werden wir wirklich in eine schlimme Falle gelockt.

Wenn Kinder heutzutage eine wirklich frische Erdbeere nicht mögen, weil sie nicht den Kunsterdbeergeschmack des Marktführerjoghurts hat, dann wird es gefährlich.

Durch Chemie zu konservieren (Salz, Zucker, Essig, oder Alkohol sind schließlich auch „chemisch“), ist eine andere Qualität der Manipulation, als durch chemische Zusatzstoffe „Geschmack“ zu erzeugen.
Darüber könnte man viele Flaschen besten Burgunder verdiskutieren.

Habe ich gestern noch geschrieben, dass > eine Neigung besteht, mehr Zeit mit dem Erfinden kreativer Namen für eine Suppen, als mit dem Kochen selbst zuzubringen<, so möchte ich heute mal sagen, dass es mit Kreativität einer boomenden Branche (vegane Fleischersatzprodukte) nicht weit her sein kann, wenn sie weiterhin Begriffe wie -Wurst, -Hack, oder -Steak verwenden.

Bitte!!!
Nicht falsch verstehen, ich habe gar nichts gegen vegane Ernährungsformen und noch weniger gegen Menschen, die sich vegan ernähren wollen, aber eine „Wurst“ war per Definition traditionell immer ein Fleischprodukt.

Wie falsch man mit der Namensgebung liegen kann, hat bereits die heute fast vergessene „Erbswurst“ bewiesen.
Nur weil sie in gewisser Weise „wurstförmig“ verpackt war, war sie ja noch lange keine Wurst und schon gar nicht vegan, wie man vom Begriff Erbs[en] herleiten könnte.
Die Verwendung von geräuchertem Speck steht dem entgegen und der Einsatz von Geschmacksverstärker wie Mononatriumglutamat, Dinatriuminosinat, Dinatriumguanylat und Hefeextrakt, klingt auch nicht wirklich vegan und appetitlich.

Die Dinge richtig und unzweifelhaft zu benennen, wäre ein Ansatz.
Röstaromen (und um die geht es, wenn wir etwas anbraten) entstehen in erste Linie aus karamellisiertem Zucker. Ob der im Fleisch, oder im Sojaextrakt steckt, ist dabei unerheblich. Aber ein „Steak“ ist ein Stück Fleisch, bestenfalls noch ein Stück Fisch, auch wenn uns da jemand etwas anderes erzählen möchte.

Auch die Sache mit den Küchengerätschaften kommt mir mehr und mehr verrückt vor.

Was braucht man wirklich?
Einen Backofen mit 64 Kombinationen von warm, lau, kalt, oben, unten, beides, samt, oder ohne Umluft, Pizzastufe, plus Heißdampf usw.???

Nutzt nix, wenn man nicht ein „wenig Gefühl“ für Lebensmittel hat.
Rezepte und Kochanweisungen sind genauso sinnlos wie High-Tech in der Küche, wenn man nicht weiß, wann etwas noch roh, oder schon zu gar ist.

Kein Topf, kein Messer, kein Backofen, oder Kochfeld, wird uns die Pflicht abnehmen können, uns mit unseren Lebensmitteln zu befassen, sie so herzurichten, dass sie be- oder verarbeitet besser aussehen und am Ende wirklich gut schmecken.
Aber gerade hier gaukelt uns die Werbung vor, dass mit diesem Topf, diesem Messer, diesem Backofen, oder Kochfeld alles wie von selbst gelingt und nichts mehr schief gehen kann.

Ich bin in den letzten 5 Jahren dreimal umgezogen.
Dabei musste ich mich mit drei neuen Backöfen und drei neuen Kochfeldern auseinander setzen.
Manches ist dabei gründlich schief gelaufen, obwohl ich nun wirklich fast täglich etwas koche und nicht so ganz unerfahren im garen von Speisen bin.

Ebenso ging es mir mit dem neuen Topfset, dass ich mir vor einiger Zeit spendiert hatte.
Ich war es, der sich darauf einstellen musste, die Töpfe waren ganz und gar passiv und taten ihrerseits gar nichts, um meine „Kochkünste“ zu verbessern
So wie es k e i n Kochmesser gibt, das für jede Hand passt, so wenig gibt es einen Backofen, oder einen Topf, in dem alles auf Anhieb gelingt.

Und mal ehrlich, wer darauf wartet, das „Meister Propper“ an der Tür klingelt, um mit „einem Wisch“ jeden noch so eingebrannten Dreck vom Herd und Backofen zu entfernen, der wird am Ende enttäuscht sein.

Ach Soja ;)

Es geht ja hier ums „kochen“
Bevor ich jetzt weiter ins „schwärmen“ komme und mich auch noch über Rieselhilfen im Salz, oder Buntwaschmittel auslasse, erzähle ich jetzt was vom gestrigen Abendessen.



Reis und Huhn.

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Gibt es wohl auch überall auf der Welt.

Die Keulen hab ich etwas dressiert und dann in einer Mischung aus Sesamöl, Honig, japanischer Sojasoße und ein wenig Sambal für etwa 4 Stunden eingelegt.

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Den Reis hab ich ohne Salz, aber mit einem tüchtigen Maß an Currypulver, vorgekocht.

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Der Dipp besteht aus einer gerösteten Nussmischung, ein paar süß „gebrannten Erdnüssen, Sesam- und Rapsöl.

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Das alles wird einfach mit dem Stabmixer so lange püriert, bis man eine homogene Masse hat.

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Die kann man übrigens im Kühlschrank für einige Zeit ganz gut aufheben.

Die "Hühnerbollen" werden dann im Rohr bei zuerst 150° langsam gegart und anschließend nach Bedarf gebräunt.

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Das Gemüse kann man sich nach Lust und Laune zurechtschnippel.

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Ich blanchiere es kurz und gebe es dann in Eiswasser.
So steht es mir dann zur Verfügung, wenn ich es brauche.

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Die verwendete Würzpaste (im linken Schälchen) ist ein wenig tricky.

Grob gesagt besteht sie aus: Koriandersamen, Schwarzem Pfeffer, Kreuzkümmel, Senfkörnern, Kuruma, Cayenpfeffer, Kardamom Fenchelsamen, Zwiebeln, Knoblauch, Koriandergrün, Ingwer, Keimöl, Sesamöl, Zucker und etwas Wasser.

Man macht sie, indem man die frischen Beigaben in den Ölen ganz sanft erhitzt, dann etwas Wasser angießt und die gerösteten und gemahlenen Gewürze, Salz und Zucker dazu gibt.
Noch einmal mit dem Stabmixer kurz aufschlagen und dann in einem fest schließendem Glas im Kühlschrank aufbewahren

Auch die kann man so sehr gut auf Vorrat zubereiten.
Wenn ich sie wieder mal mache, mache ich auch mal Fotos davon.

So, nun muss man nur noch etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, etwas Gemüse dazu geben und den Reis an Schluss mitbraten.

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Am Ende wird die Würzpaste dazu gegeben und ein ganz wenig heißes Wasser angegossen.

Das Huhn ist jetzt auch fertig

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Ja und schon wieder hab ich viel gequatscht und wenig gekocht.
Dann soll es jetzt aber mit dem Essen losgehen.

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* Den Faden: „viel Brimborium um ne Butterstulle“ werde ich natürlich nicht aufmachen.;)
Ich bin schon mit den Beiträgen hier ganz gut ausgelastet.
:prost:
 
btec

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Veganer Essen keine Lebensmittel:
Vielleicht nicht nur meine bescheidene Meinung.
vegane Fleischersatzprodukte

Die Herstellung veganer Nahrungsmittel gestaltet sich als komplexes Zusammenspiel von Hauptinhaltsstoffen, Zusatz- oder funktionalen Hilfsstoffen und den Prozessparametern.
Aber ich denke unsere Gedanken werden überrollt, Überrollt von der unerträglichen Gewinnspanne die leider in dieser neuen Welle steckt.
 
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