Gibt es sowas wie das Gegenteil von Öl?

Diskutiere Gibt es sowas wie das Gegenteil von Öl? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo ihr lieben Kollegen, Ich hätte eine Frage an euch: meine vor etwa neun Monaten erworbene Hamilton Uhr hat eine drehbare Lünette. Zu Anfang...
erpelstolz

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Hallo ihr lieben Kollegen,

Ich hätte eine Frage an euch: meine vor etwa neun Monaten erworbene Hamilton Uhr hat eine drehbare Lünette. Zu Anfang hatte sie 120 Klicks und war relativ schwergängig. Das war grundsätzlich o. k., etwas zu schwer vielleicht. Da ich ein bekennender Fan und auch relativ intensiver Benutzer dieser wunderbaren Messinstrumente bin, habe ich sie auch relativ viel benutzt.

Sie wurde jedoch durch die Benutzung immer leichtgängiger. Anfangs ein sehr angenehmer Effekt und ich dachte es würde sich bei einer bestimmten Leichtgängigheit einpendeln. Dem war aber nicht so und sie wurde immer leichter und leichter, geradezu ausgeleiert. Wer kennt diesen Effekt auch? Von meinen japanischen Taucheruhren kenne ich diesen Effekt (noch) nicht.
Nun ja, nach geschätzten 500 vollen Umdrehungen ist die Lünette nun so leichtgängig, dass alle Klicks verschwunden sind und - man staune - die Lünette nun auch in beide Richtungen drehbar ist - und zwar stufenlos.
Diese Veränderung ist grundsätzlich sogar eine Verbesserung: erstens kann ich bei Meetings und Präsentationen die Zeit stoppen, ohne durch das laute Klickgeräusch die Aufmerksamkeit aller an mich zu ziehen. Zweitens ist die Messgenauigkeit dadurch auch gestiegen, weil ich auf die exakte Position des Minutenzeigers stellen kann (und nicht bloß ganzer oder halber Index).

Durch die extreme Leichtgängigheit kann es aber passieren, dass ich die Lünette unabsichtlich verstelle - und das soll natürlich keinesfalls passieren!


Was ich nun suche ist eine Art Antischmiermittel welches die Lünette etwas schwergängiger macht, ohne den Verschleiß zu erhöhen.
Ich suche eine Art Gel, welche auch zum Beispiel in einem Drehpotentiometer zu finden ist. Dieses würde ich dann - ähnlich wie ein Schmiermittel - zwischen Lünette und Uhr aufbringen.


Was haltet ihr von dieser Idee? Habt ihr vielleicht einen Link oder auch nur einen Namen von einem Gel, welches ich verwenden könnte?

Herzlichen Dank euch :)

Und liebe Grüße und schönes Wochenende!
 
K

KerosinUhr

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Die Idee finde ich durchaus legitim.

Spontan fällt mir Wachs ein, keine Ahnung ob es aber funktioniert.
 
bachmanns

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Du hast doch noch Garantie auf die Uhr, wenn ich das oben Geschriebene richtig deute. Am Besten daher ab mit der Uhr zum Konzi, damit das gerichtet werden kann.
 
erpelstolz

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Du hast doch noch Garantie auf die Uhr, wenn ich das oben Geschriebene richtig deute. Am Besten daher ab mit der Uhr zum Konzi, damit das gerichtet werden kann.
ich bitte um Verzeihung. Ich habe vergessen zu sagen, dass ich die Uhr gebraucht gekauft habe. Das mit der Garantie stimmt also leider nicht mehr. Wenn ich es reparieren ließe, dann kostenpflichtig. Ist sicherlich nicht so teuer, aber da ich die neu " dazu gewonnenen" Eigenschaften grundsätzlich begrüße möchte ich es gerne mit der DIY Methode versuchen.
 
Gear Head

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Spontan fällt mir Honig ein...
Vielleicht gibt es ein Harz, welches ohne Härter nicht ähm, aushärtet.
Den Ansatz finde ich interessant, gespannt was letztendlich bei rauskommt. Viel Erfolg!
 
erpelstolz

erpelstolz

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Habe nun testweise das Wachs eines teelichtes auf zwei Metalloberflächen aufgebracht und geschaut, ob sich und wie sich die Reibung verändert.
Gut, dass ich es vorher getestet habe - ich denke, dass zumindest Kerzenwachs kein geeignetes Mittel ist.

Ich habe das Gefühl ein hochreiner, synthetischer Stoff wäre am besten geeignet, weil keine Rückstände übrig bleiben sollten und das Zeug auch nicht irgendwie ranzig werden, etc. sollte.

Da die Uhr doch relativ teuer war (ca. € 1000) möchte ich hier nicht pfuschen.
 
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batery_99

batery_99

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Wie wäre es mit klassischem Schmierfett?
Viele Grüße
Marco
 
C

citsei

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Du könntest versuchen, ein hochviskoses[!] Fett (z.B. Seilfett oder ein Fett aus dem Marinebereich) zwischen Lünette und Uhrenkorpus aufzutragen. Wenn Du für den Eintrag eine Spritze mit feiner Kanüle nimmst, sollte das gehen, ohne die Lünette abnehmen zu müssen.

Die "beidseitig mögliche Drehung" deutet übrigens darauf hin, dass die Rastmechanik infolge von Verschleiß oder Gewaltanwendung zerstört worden ist.
 
Hahnerberger

Hahnerberger

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Na ja, die von Dir genannten Mittel ändern je nach Temperatur ihre Viskosität. Daher würde ich versuchen das anders zu regeln. Was spricht gegen eine hauchdünne Dichtung, die im Durchmesser etwas kleiner ist als die Lünette. Wenn die sich in den Spalt zwischen Gehäuse und Lünette legt, dürfte das doch helfen. Ich habe hier ein ganz dünnes Dichtband für Gewinde vom GaWaSchei - Mann. Sowas ganz schmal geschnitten könnte auch helfen.
Is ja wie bei "Jugend forscht" hier ;-)
Gruß und viel Erfolg, Sven
 
C

citsei

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Na ja, die von Dir genannten Mittel ändern je nach Temperatur ihre Viskosität.
Das stimmt, aber im "tragbaren" Temp-Bereich im minimalen, vernachlässigbaren Bereich. Es sei denn, der TS beabsichtigt, seine Hamilton bei Gehäusetemperaturen von über 90 °C zu tragen (aua). Kommt aber selbst in der Finnischen Sauna nicht vor.
 
falko

falko

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Meine Lösung wäre das Abnehmen der Lünette, die Reinigung aller Teile, die Überprüfung der Rastfeder (wenn nicht gebrochen, evtl. nachbiegen) und Zusammenbau unter Zuhilfenahme von ein wenig Teflonfett oder Silikonfett. Dann sollte sich die Lünette wieder mit Rastung und Widerstand drehen lassen.
 
batery_99

batery_99

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Aber die Rastung will er ja eben nicht mehr haben @falko
Viele Grüße
Marco
 
Steven Rogers Capt

Steven Rogers Capt

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Es könnte helfen ein Foto der Uhr samt Modellname und Referenz.

Diver haben zumeist einseitig drehbare Lünetten, GMT durchaus auch beidseitig drehbare Lünetten.

Das Gegenteil von Schmieren wäre Reibung. Vogelsand zwischen Uhr und Lünette streuen allerdings unschön wenn es immer wieder
Sand in die Suppe rieselt.

Das klicken der Lünette wird meistens durch ein "Federblech" oder mit einer federgelagerten Kugel erzeugt.

Für die Reparaturkosten beim Hersteller die Anstehen gab es schon mal eine Automatik mit GMT, 200m und beidseitig drehbarer Lünette.
Lass die Uhr von einem Uhrmacher anschauen, aus einem Defekt ein Featuer machen ist auch keine Lösung. ;-)
 
datoni

datoni

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Ich habe ein LukOil Silikonfett welches deinen Anforderungen gut entsprechen würde.
Weiße Tube blaue Schrift.

Einziger Nachteil es bleibt nicht ewig wo es sein soll.
Insbesondere wenn es heiß ist wird es dünner und kommt an den Spalten wieder raus.

Ich habe es verwendet um eine Lünette so wie du etwas schwergängiger zu machen und schallzudämpfen.

Funktioniert - für eine Weile.
 
Harpye

Harpye

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Ich kenne jetzt deine Uhr nicht und weiss nicht ob das Folgende bei Dir zutrifft

Die üblichen Verdächtigen sind die 6 oder 8 oder eben 10x geknickte Halbmondfeder und die nicht abgeknickte kürzere die dann ja fürs Klicken bei einer einseitg drehbaren Lünette zuständig ist
Hier wären 3 Gründe möglich warum das Klicken aufgehört hat oder die Lünette leichtgängiger geworden ist..

A) die Feder fehlt
B) die Verzahnung jn der Lünette sofern dieses Prinzip angewendet wurde ist mit Dreck /Abrieb eben zugestopft so, dass die Klinkenfeder mit dem Ende nicht mehr greifen kann
C) die Verzahnung ist eben runtergelutscht und kann deshalb nicht mehr greifen.
Alle 3 hätten Einfluss auf den Drehwiderstand

Die andere mehrfachgeknickte Feder liegt mit den Knicken aussen in einem Einstich in der Lünette und stützt sich mit den geraden Elementen tangential in einem gegenüberliegenden Einstich im Gehäuse ab . Die Distanz der beiden Pferchkreise innen und aussen verbunden mit den beiden Durchmessern der Einstichgründe in Lünette und Gehaeuse ergeben die Durchbiegung der
geraden Elemente dieser mehrfach geknickten Feder und damit auch den Anpressdruck und die Schwergängigkeit im Einbauzustand. Aber da schwergängig auch fast immer gleichbedeutend mit abnutzungsintensiv ist, hat man sich bei der 2 Federnlösung schon etwas gedacht... und Zerlegen soll ja auch weiter möglich sein. Und die rastung gehört zum gesamttragezustand dazu.. sonst hätten sie es aus Kostengründen schon im Entwicklungsstadium weggelassen..

Fett als Haftmeduim zu nehmen halte ich für keinen guten Ansatz. Das Fett gibt nach und nach sein Grundöl frei und Du willst nicht wirklich imm er wie frisch vom Ölfeld riechen, noch will Deine bessere Hälfte jedesmal ölflecken in den Hemdenärmeln finden...

Es gibt ja auch noch andere Lünettebefestigungs und wirkprinzipien.. aber mehr weisst Du erst wenn man nachgeschaut hat.. in Deinem Falle wohl der Uhrmacher..
 
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Harpye

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Jepp.. dann wirds kurzfristig nochmal schwergänger bevor es sich irreparabel freischleifft..
 
datoni

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Ich muss zu meinem vorigen Post noch ergänzen:

Einmal probiert dann nie wieder gemacht. Wie auch ober mir erwähnt nerven die ständig fettigen Stellen.
 
kailash

kailash

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Einziger Nachteil es bleibt nicht ewig wo es sein soll.
Insbesondere wenn es heiß ist wird es dünner und kommt an den Spalten wieder raus.
Dafür gibt es für Espressomaschinen gute Silikonfette welche haften und auch nicht sofort bei Erhitzung davonrinnen.
 
Thema:

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