Geschichten und Gedichte.... aber nur von Usern verfasste

Diskutiere Geschichten und Gedichte.... aber nur von Usern verfasste im Small Talk Forum im Bereich Community; Da ich meine Gedanken schon seit sehr langer Zeit aufschreibe, dachte ich mir, dass ich Euch auch mal frage, was ihr so zu Papier, respektive...
Lucyfire

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Da ich meine Gedanken schon seit sehr langer Zeit aufschreibe, dachte ich mir, dass ich Euch auch mal frage, was ihr so zu Papier, respektive Monitor gebracht habe. Aus leider gegebenem Anlass stelle ich mal folgendes rein (Ich arbeite seit Oktober auf einer Gyn und war zuvor vier Jahre auf einer chirurgischen Abteilung als OP-Fachgehilfe tätig):

Es gibt keine andere Abteilung in einem Krankenhaus, in der sich Leben und Tod so nahestehen, wie auf einer gynäkologischen. Ich weiss es, denn ich arbeite auf einer.
Das Wunder der Geburt – und es ist eines, auch für jemanden, der keiner religiösen Glaubensgemeinschaft zugehörig ist – erleben zu können, ist etwas absolut tiefschürfendes und wirklich „wunderbares“. Egal, ob es sich dabei um einen Kaiserschnitt oder eine Normalgeburt handelt. Wir alle haben so, oder so herausgeholt unseren ersten Lidschlag, unseren ersten Atemzug, gefolgt von einem ängstlichen und doch die Lungen von aller Restflüssigkeit befreiendem und sie mit der Luft, der uns erwartenden Welt füllendem Schrei betreten. Na gut – nicht wirklich „betreten“. Aber doch. Wir waren da. Waren die Sieger. Vorerst. Ob wir es bleiben, zeigt sich erst viel später.
Doch das ist etwas ganz anderes.
Ohne wirklich weit ausholen zu wollen, um das, was ich mit diesen Zeilen sagen will, sagen zu können, muss ich doch ein wenig weiter ausholen, als ursprünglich beabsichtigt. Die Leserschaft möge mir verzeihen.

267 Tage dauert eine Schwangerschaft – so es sich um eine normal verlaufende handelt – im Durchschnitt. Ein paar Tage auf oder ab. Dividiert man diese Zahl durch dreissig, dann bekommt man 8,9 als Ergebnis. Durch sieben dividiert erhält man 38,14usw.usw.usw.usw. Also in etwa 38 Wochen.
Beim Menschen, wohlgemerkt. Bei Mäusen viel weniger und bei Elefanten viel mehr. Uns soll es hier aber um die Menschen gehen, wobei ich weder Mäuse noch Elefanten geringschätze. Ganz im Gegenteil.
Soviel zur Zeitspanne der Entwicklung menschlichen Lebens ab der Vereinigung der Sperma- mit der Eizelle bis zum endgültigen Dasein des Individuums Mensch bei seiner Geburt.
Doch nun zu etwas ganz anderem.

So schön und ergreifend Geburten auch sind, genauso ergreifend und tiefschürfend, wenn auch nicht schön, ist es, das Gegenteil mitzubekommen. Die Schicksale, die dahinter stehen, sind welche, die mehr berühren, als die, der Eltern, welche glücklich über ihr gesundes und lebendes Baby sind.*
Denn es gibt leider auch Eltern die ihr Kind, das sie schon sehnsüchtig erwarten nicht lidschlagen sehen; das sie nicht schreien hören, wenn es auf die Welt kommt. Weil es diese – uns bekannte – Welt schon verlassen hat, noch bevor es jemals ihr Licht erblicken konnte.
Und niemand weiss, warum. Niemand weiss, warum gerade dieses Kind und nicht ein anderes.
Warum wir? Fragen sich die Eltern. Diese Frage zu beantworten steht niemandem, absolut niemandem zu. Sie lässt sich nicht beantworten. Von keinem uns auch noch so unbekanntem Gott.
Und schon gar nicht von einem Arzt.

Alle Menschen sollten das Recht haben, Kinder in die Welt zu setzen, die gesund und glücklich aufwachsen können. Egal, welcher Rasse oder Konfession die Eltern angehören.
Und die Kinder der glücklichen Eltern haben auch das Recht ohne irgendwelche Kriege oder sonstige Widrigkeiten aufzuwachsen, sich zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass es auch so bleibt.

Könnte ich es beeinflussen, erliesse ich ein Gesetz, das Ungeborenen das Sterben verbietet.
Doch leider würde auch das nichts ändern. Somit können wir leider nichts anderes tun, als immer wieder stille Anteilnahme an den Schicksalen der Betroffenen nehmen und hoffen, dass eines Tages auch diese Familien ihr Glück in den liebenden Augen ihres Kindes sehen.




*Alle Eltern gesunder Babies haben natürlich das Recht stolz darauf und glücklich zu sein. Und auch diesen Eltern fällt meine Anteilnahme anheim. Nur eben anders. Fröhlicher.
 
Wenders

Wenders

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Hey, das ist ja ein netter Thread...endlich was ganz anderes :shock:... Da ich seit vielen Jahren die Gedanken in komprimierter Form festzuhalten versuche freut mich, dass so ein Thread eröffnet wurde.

Ich schreibe formlose Lyrik und ich schreibe überall... auf den Servietten in Bars, auf den Flayern in Museen, auf dem Klopapier und sogar auf meiner Hand... Meine "Gedichte" sind festgefrorene Gedanken die in einem einzigem Moment von A bis Z verfasst werden, ohne Reime und ohne der Suche nach passenden Silben. Da die Gedanken meistens durch Anregungen meiner Mitmenschen in meiner Phantasie entstehen bin ich nur zu 50% deren Inhaber und Vater. Sobald ich eine der Gedanken festgehalten habe wird das Orginal denjenigen geschenkt, der gerade meine Phantasie angeregt hat. Dadurch habe ich viele interessante Menschen kennengelert, viele außergewöhnliche Situation erlebt und mich sogar in Gefahr begeben... Eine spannende Art die Welt und die Menschen kennenzulernen :super:...

Aber genug von der Technik meines Schreibens. Hier sind ein Paar Proben... Hoffentlich wird es euch gefallen wie ich die Welt sehen und die darin gefangene Seelen...

UP TO DATE

megaherz ersetzt das herz
notebookwelten mit
internetzugang zu den seelen
festplatten der träume
träume als software
alles nur ware
alles
kaufbar
ladbar
spielbar
nur die masken
blinde namen
das leben komplett herunterladbar
bits und bytes
virtuelle welten
interaktive gefühle

wo sind wir nur
wo gehen wir hin

langsam haben wir vergessen
woher wir kommen...



MAKE UP GIRL

model des monats
parfümiertes kind
stehend
vor glitzernden scheiben
der welt
erwartest bewunderung
für die taten
die du vollbringen vermagst
in dieser
imaginären welt

mit deinem körper
manifestierst
du begierde
fängst blicke
die langsam deinen
in tempeln
normgerechten schönheit
durchdesignten
körper
bewundern

du bist die
königin der stunde
der blickfang
das dezember pin up
girl
doch am ende
bist du nur
ein parfümiertes kind
chameleon der nacht
mirage
ein gesicht
in der menge...


BARBARISCH

in meiner barbarischen sprache
blumen
heißen blumen
über den himmel sage ich
himmel
und über steine spazierend
reden meine schuhe

steine
steine
steine

und ich sage
fels
so zart als ob der fels
aus luftiger seide
bestünde

nachts kuschle mein gesicht
an deinen hals
so als ob dort
silbernes katzenfell
wäre
und in meiner barbarischen sprache
flüstere

ich liebe dich...

LEBEN

immer
wenn ich leben will
schreie ich
wenn das leben mich verlässt
schreie -
leben geh‘ nicht

seine warme hand
in meiner
meine lippen an
seinem ohr

ich flüstere

leben
als ob das leben meine
geliebte wär‘
die gehen will

leben
bleib hier
nah bei mir

und in seine arme fallend
schreie -

ich sterbe
wenn du gehst...


Ich denke für den Anfang sollte es reichen... Falls ihr mehr verträgt dann sagt bescheid, es gibt noch so viele Gedanken die bei mir schlaffen...

Netter Gruß
Michael
 
Lucyfire

Lucyfire

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Hallo Michael! Es freut mich natürlich als "Eröffner", dass jemand was postet. Aber: Ich hätte mir vorgestellt: Pro Posting nur ein Werk, damit jede/r Leser/in auch Zeit hat, es wirken zu lassen, um dann ihre/seine Meinung dazu kundzutun. Mir gefallen Deine Sachen ganz gut...ehrlich... aber, wie gesagt: posten - reaktion abwarten, was neues lesen, Meinung dazu abgeben (aber bitte nur konstruktiv und nicht verreissen oder schlechtmachen, denn jede/r, der/die etwas schreibt, dachte sich etwas dabei) und dann wieder was anderes schicken, so, dass jede/r Zeit hat, es sickern zu lassen. Es wäre auch nett, Deine Meinung zu meiner Gedankenniederschrift zu lesen ;-)
lg aus Wien, Andreas

--- Nachträglich hinzugefügt ---

und hier noch was zum "Drüberstreuen":
Dir Allein



Dein Name.
Eine Melodie in meinem Herz.
Deine Blicke.
Sanftmut, der über meine Haut streicht.
Deine Stimme.
Ein Lied in meinen Ohren.
Dein Haar.
Sonnenuntergänge auch im Winter.
Dein Du.
Mein Ich.
Beides für uns.
Deine Liebe.
Geborgt.
Vielleicht für immer.
Hoffentlich.
Geschenkt will ich sie nicht.
Denn,
sie gehört
Dir
Allein.

c by A.C.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

okay... hier noch eine kleine Geschichte.... Viel Spass beim Lesen:

Der Strand, die Schokoladentorte und so...

Ich saß am Strand. Also, eigentlich auf den Felsen über dem Strand. Eigentlich sitz ja noch immer dort. Das „saß“ ist nur deshalb, weil ich einen Block und einen Stift in Händen halte, um etwas aufzuschreiben. Etwas, das damit begann, dass ich hier gesessen hatte.
Und jetzt sitz ich wieder hier.
Der Sonnenuntergang hier ist wunderschön. Es sieht aus, als ob ich eine Filmkulisse anstarren würde. Es ist aber keine. Alles echt.
Das Meer. Die Menschen. Die Kiefern. Die Felsen. Die Sonne. Der Untergang.
Untergang. Ja. Das ist es.
Untergegangen bin ich auch. Nicht so, wie die Sonne – schön langsam im Meer.
Nix da. Reingeschaut in die dunklen Rehaugen und: Platsch!
Das zischen, das man erwartet, wenn die Sonne im Meer versinkt (und das eh ausbleibt) war
so gut, wie überhaupt nicht da.
Eigentlich gar nicht.
Begonnen hat das alles vor knapp einer Woche. Eine knappe Woche, die mein Leben aber so was von verändert hat, das kannst Du Dir nicht vorstellen.
Warum, wirst Du Dich jetzt fragen.
Also: Ich kam letzten Sonntag total verschwitzt und Hundemüde hier am Campingplatz an.
Sporttasche im Kofferraum mit den allernötigsten Sachen für einen Spontankurzurlaub.
Sprich: Ein Liegetuch, ein Badetuch, zwei Handtücher, Zahnbürste, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo und eine Jeans und ein paar Cowboystiefel mit dazupassendem Hemd und eine Lederjacke, falls ich ausgehen will.
Hätte ich bloss nicht ausgehen wollen. Dann wäre ich auch nicht in etwas Weiches getreten.
Aber ich musste ja unbedingt die Abkürzung über die Kuhweide nehmen.
Ist er halt in einen frischen Fladen gestiegen, wirst Du jetzt denken.
Das dachte ich auch. Zuerst.
Nur hat es halt nicht nach frischen Fladen gerochen. Auch nicht nach alten.
Es roch überhaupt nicht nach Fladen. Es roch süss.
Nach Schokolade und Zuckerguss, die irgendwie ein paar Stunden zu lange in der Sonne waren.
Ich muss Dich leider enttäuschen; es war keine Leiche, in die ich gestiegen bin, sondern tatsächlich eine Torte.
Und daneben lag eine junge Frau und schlief.
Na ja. Mitten auf einer Weide. Ein Fuß in einer Torte, der andere in der Wiese und der Blick auf eine schlafende, junge Frau gerichtet.
Denken wäre jetzt fehl am Platz oder sonst wo gewesen.
Handlungen, Aktionen waren gefragt.
Pffhhh. Schön und gut. Und welche?
Wahrscheinlich war es genau das Falscheste, was ich tun konnte, als ich mich ein paar Meter
Neben ihr hinsetzte, mir eine Zigarette (Chesterfield) aus dem Packerl schüttelte und sie anzündete.
Jetzt saß ich also da. In der Nähe des Mittelmeeres, auf einer Kuhweide, ein Schuh in Schokoladentorte getunkt.
Rauchend und in den klaren Sternenhimmel schauend.
Ein lautes Geräusch ließ mich zusammenzucken. Ich dachte schon, ein Stier hinter mir wollte seine Gebietsansprüche geltend machen.
Sie schnarchte bloss.
Erleichtert liess ich den Rauch der Zigarette durch meine Nasenlöcher raus. „Wie ein schnaubender Stier...“ dachte ich dabei.
Wer ist sie? Wo kommt sie her? Und warum, verdammt noch mal, gefällt sie mir so?
Ja! Sie gefiel mir. Ich gebs zu! Im blassen Modnlicht konnte ich ungefähr ihre Figur erahnen.
Und sie hatte eine, sag ich Dir.
Und was für eine!
Nicht dürr. Aber auch nicht dick. Also, nicht wirklich dick, mein ich.
Alles genau da, wo es hingehört.
Mit Daumen und Mittelfinger schnippte ich den angeglühten Filter meiner Zigarette irgendwohin vor mich in die Botanik.
Ich sollte sie aufwecken.
Ja, wirklich. Das sollte ich tun. Aber was, wenn sie aufwacht und glaubt, ich war der, der sie dazu gebracht hat, hier zu liegen. Hier zu schlafen.
Hier auf – was weiss denn ich – zu warten?
Nein. Ich lass sie schlafen und geh weiter.
Ich gehe natürlich nicht weiter. Ich knie mich neben ihr hin und schüttle sie langsam und zart an den Schultern.
Als sie aufwacht, ságt sie etwas zu mir in einer Sprache, die ich nicht verstehe.
Es klingt nicht verängstigt oder irgendwie dings.
Es hört sich bloss verschlafen an. Lieb verschlafen.
Was, wenn ich das jeden Morgen hören könnte? Wenn diese Frau jeden Tag neben mir aufwachte?
Sie setzt sich auf und schlingt ihre Arme um die Knie, um die Kälte ein wenig zu vertreiben.
Ihr kennt das wahrscheinlich alle, wenn man draussen schläft und plötzlich aufwacht – auch im Sommer – ist einem kalt.
Ich biete ihr meine Jacke an. Sie nimmt sie und schlüpft ein wenig umständlich hinein.
Dann steht sie auf und hält mir, der noch immer im Gras sitzt, auffordend ihre rechte Hand entgegen.
Ich ergreife sie und stehe auf. Wir gehen schweigend und Hand in Hand die Weide entlang.
Langsam erklingen leise Musik und Stimmengewirr, die allmählich lauter werden.
Es wird auch heller.
Aber nicht, weil die Sonne bald aufgeht, sondern weil wir uns dem Hafen mit seinen unzähligen (also: zählen könnte man sie ja, wenn man wollte, aber ich wollte nicht) Tavernen
näherten.
Zielstrebig gehen wir – egentlich sie mit mir an der Hand – auf eine zu und setzen uns an einen Tisch auf der Promenade.
Diesen Weg gehen abends und nachts viele Touristen entlang, um sich die tollen Jachten mit ihrer tollen Beleuchtung anzusehen.
Ich hatte nur Augen für sie. Nicht für die Jachten, mein ich. Ich mein meine Begleiterin.
Für sie, von der ich nichts, aber auch gar nichts wusste. Nicht mal ihren Namen.
Und sie meinen auch nicht.
Der Kellner kommt und sie bestellt etwas in dieser Sprache, die ich nicht mal ansatzweise
Irgendwohin einordnen kann.
Es muss aber die Landessprache sein, denke ich, denn sonst wärs ja ein ganz schöner Zufall, dass der Kellner versteht, was sie will.
Ich entscheide mich also dafür, dass sie von hier sein muss.
Wow! Bin ich gut. An mir ist ja ein Dektetiv verloren gegangen.
Und ich schaue auf und ihr zum ersten Mal direkt ins Gesicht. Bei normalem Licht.
Auf der Stelle überkommt mich Atemnot und überhaupt alle Zustände, die Du Dir nur vorstellen kannst.
Ich fühlte mich wie ein Asthmakranker Kettenraucher, dem die bösen Kinder nach dem vierten Packerl Zigaretten die Pumpe versteckt haben.
Nur, dass ich nicht blau sondern sicherlich rot oder weiss oder beides im Gesicht wurde.
Es ist unmöglich, mit Worten zu beschreiben, wie sie aussah.
Wie aus bernsteinfarbenem Marmor geschlagen wirkte ihr Gesicht auf mich.
Aber nicht so kalt. Und die Augen. Diese braunen Augen, die schon alles gesehen haben mussten, was es an menschlichem Leid und Glück zu sehen gibt und die trotzdem so unschuldig und neugierig direkt in meine sahen.
Wie in einen Strudel ohne Raum und Zeit sogen sie mich in sich hinein.
„Das makt dan finfundsekzik...“
sagt der Kellner als er zwei grosse Bier auf unseren Tisch stellt und mich aus diesem Taumel
herausreisst.
Sie greift in ihre Hose und bezahlt.
„Das nächste zahlst Du“
Und jetzt schau ich sicher wie ein Ochse, der draufkommt, dass er eigentlich gar keine Eier mehr hat, als er auf eine Kuh springen will.
Nicht, dass ich auf Kuh springen wollte, aber .....
Eine Stimme, zu hell für einen Mann aber auch viel zu tief für ein Mädchen.
Ihr deutsch ist perfekt.
„Ist gut..“ sage ich. Mehr bring ich nicht raus.
Ich trinke das von ihr bezahlte Bier und sie raucht meine Zigaretten.
Schweigend sitzen wir da und schauen zwischen den Jachten aufs Meer hinaus.
Oder dorthin, wo es eigentlich sein müsste, da durch die Weihnachtsbeleuchtung ähnlichen
Lichterketten, die an den Masten hängen, nicht weit zu sehen ist.
Ich bestell die nächste Runde.
Wie das so ist, beim Bier, stehe ich auf und entschuldige mich bei ihr und geh kurz nach hinten in die Taverne.
Als ich wieder rauskomme, sind auf unserem Tisch ein leeres und ein halbvolles Glas Bier, meine Zigaretten und mein Feuerzeug.
Sonst nichts. Auch nicht auf dem Sessel.
Sie ist sicher auch nur aufs Klo gegangen.
Nach zweieinhalb Stunden glaube ich nicht mehr so recht daran.
Ich bezahl und frag den Kellner nach dem kürzesten Weg zum Campingplatz.
Verwirrt und leicht benebelt verlasse ich die Taverne und mache mich auf den Heimweg.
In der darauffolgenden Woche bin ich jeden Tag in dieser Taverne, trinke, rauche, warte und beobachte die vorbeiziehenden Menschen.
Nichts. Kein Marmorgesicht (aber nicht so kalt wie). Keine Rehaugen. Kein Schokoladengeruch.
Sie ist einfach verschwunden, ohne mir ihren Namen zu sagen.
Wir haben uns nicht einmal richtig unterhalten. Gar nichts.
Warum hat das alles dann sein Leben verändert? Wirst Du Dich jetzt fragen.
Hätte ich eine Antwort darauf, würde ich sie Dir geben.
Ich suche sie noch immer. Die Antwort und die Frau.
Und die Antwort auf diese Frau.
Mittlerweile ist die Sonne schon ganz weg.
Ich steh auf und geh zu meinem Auto. Und fahr.
Keine Ahnung wohin. Wahrscheinlich nach Hause.
Als ich aus der Stadt rauskomme, steht am Strassenrand eine Anhalterin mit
Campingrucksack und einem Karton in der Hand auf dem „WIEN“ steht.
Ich werde langsamer und sehe SIE.

Ich schalte einen Gang höher und steig aufs Gas.
Anhalter nehme ich prinzipiell keine mit.
E N D E
c A. C. 03/2002
 
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El Loco

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Gut, dann von mir mal ein paar Winter-Haiku in klassischem Stil:

103.jpg

Sichtlich überrascht
vom neuerlichen Schneefall
die Schlüsselblumen


101.jpg

Unerschütterlich
Frost und Schnee widerstehend
die Bambuszweige


107.jpg

Zögerlich im Schnee
die Verfolgung aufgebend
trollt sich die Katze


77.jpg

Im Weiß der Wiese
kahl vor dem Winterhimmel
ein paar Aufrechte


102.jpg

Entlang des Weges
zwischen eisigen Steinen
das Grün der Moose
 
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Lucyfire

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Der letzte Deiner Haiku scheint mir am stimmigsten.... Ich weiß natürlich, dass es - auch mit viel Übung - schwierig ist, das Silbenmaß einzuhalten und trotzdem etwas halbwegs sinnvolles herauszubringen. Aber die japanische Sprache und Schrift, die ich leider nicht beherrsche (ausser Sushi, Sashimi und Teppanyaki...g) ist leider für uns Westler viel zu vielschichtig und doppelteutig. Ich hab mich selbst an Haiku und Senryü versucht, es aber rasch wieder aufgegeben, da nix gscheites dabei herauskam.
 
El Loco

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Wie wär´s damit? :D

edes eltern
copyright el loco

ede pennt.
edes eltern pennen.
helene pennt rechts neben gerd.
gegen sechs:
ede entert ehebett.
segeln geh´n, enten seh´n!
gerd entnervt: nee! geh fernsehen, pest-bengel!
ede weckt gerd.
gerd reckt.
gerd streckt.
gerd weckt helene.
helene ebnet bettdecke des ehebetts.
erst echten tee.

gegen zehn:
ede nervt gerd.
ede nervt helene.
gegen elf:
ede nervt helene.
ede nervt gerd.
ede: eher essen - eher segeln gehen!

helene ernst: erst essen!
gerd: eben!
ede: echt?
helene deckt teller.
gerd: schemel nehmen, setzen!
ede denkt: eltern ernst nehmen, besser benehmen!
helene: lecker essen, engelchen - entenleber, erbsen, tee.
dessert: erdbeergelee.
helene: gesegnetes essen!
ede entdeckt entenleber.
gerd: sehr lecker, helene!
helene: kelle erbsen?
ede meckert: ekel-essen!
gerd: flegel!
ede erbebt.
edes eltern erleben entsetzt edes erbrechen neben den teller.
gerd ergeben: essen wegnehmen - segeln gehen!

edes eltern setzen segel.
edes eltern kennen jedes segel-regelwerk.
edes eltern kennen jede segel-regel.
edes eltern sehen enten.
ede steht neben gerd.
ede entdeckt federn.
ede (erregt): nest! nest!
gerd verbessert: entengelege -
jeder see beherbergt enten!

wetterwechsel
schlechtes wetter.
es nebelt,
es regnet.
edes eltern reffen segel.
gerd entnervt: ende!

gegen zehn:
gerd erklettert elkes ecktresenschemel..
elke: he gerd, sektchen?
gerd: eher sechs becher genever!
sven bemerkt gerd.
sven kennt gerd.
sven: segeln gewesen?
gerd (benebelt, dem jenever erlegen):
treffer - versenkt!
 
Aeternitas

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:lol::lol::lol:

:super:

Du hast ja richtig Talent!
 
S

spqromanus

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...schöner Thread, insbesonders der Eingangspost von Lucyfire.
 
El Loco

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:lol::lol::lol:

:super:

Du hast ja richtig Talent!
Danke Al!

Ich kann auch mit A:

annas tag
copyright el loco

anna am samstag.
markttag.
karl, annas marktmann: na, anna!
anna: tach karl, salat da?
karl: ja. acht?
anna mag salat.
anna: klar, acht mal salat.
karl packt salat ab.
anna: tach, karl!
karl: tach, anna!

anna an almas aalstand
anna: tach alma, hast´n lachs?
alma hat lachs.
alma: klar! aal, lachs, barsch ... ganz, halb ...
langsam sagt anna: lachs ... ganz.
anna zahlt.
anna: lachs macht arm!
alma lacht.
anna: tach, alma!
alma: tach, anna!

annas fahrrad rast ganz rasant.

anna backt.
anna macht salat nass.
anna macht salat an.
anna: acht gramm salz an lachs?
anna salzt lachs.
anna gart pasta.
anna macht rahmpasta an lachs.

anna hat hans als mann.
(annas mann hans knackt astras.)
anna fragt hans.
anna: mag hans das mal?
hans mag salat.
hans mag annas rahmpasta an lachs.
anna macht hans ganz satt.

hans mag anna.
hans macht anna an.
hans (scharf): na, anna, nacktbad nach nachtmahl?
hans´ bart kratzt.
anna starrt hans an.
anna: halt, lass das! schab bart ab! fang an!
hans: na klar!

hans am badschrank.
hans macht bart nass - anna ganz schlapp.
hans schabt bart ab - anna schachmatt.
hans hat bart ab - anna knackt.
hans: karma!

hans hat kanal acht.
kanal acht macht hans an.
hans macht anna wach.
anna: na, sag mal!
 
Aeternitas

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Erneut super...ich habe im Hinterkopf, dass es im Internet irgendwo ein Gedichtgenerator gibt, bei dem man Schlüsselworte einfügt und dann kommt was bei raus...erinnert mich gerade dran.
 
lowrider

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Uhr-Enkel

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Erneut super...ich habe im Hinterkopf, dass es im Internet irgendwo ein Gedichtgenerator gibt, bei dem man Schlüsselworte einfügt und dann kommt was bei raus...erinnert mich gerade dran.
Gab's damals für den C-64 als Anwendung des Monats: Lyrik 3.0. Später habe ich mir die Mühe gemacht und eine verbesserte Version für Excel 97 geschrieben. Generelles Problem ist, daß der Computer den Text ohne Sinn und Verstand zusammenstellt. Ich habe zwar auch einen Parser für Textadventures geschrieben ("Nimm das Schwert und gehe nach Norden."), aber beide Programme nie zusammengeführt, weil es viel zu viel Arbeit gewesen wäre.
 
carpediem

carpediem

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Versucht es erst gar nicht. Schnöde Elektronik soll doch keine Kreativität ersetzen. :-)
Selbst die Erwähnung ist schon ein Stilbruch...
Ausserdem Off Topic. Siehe Threadtitel.

Grüße...carpediem
 
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El Loco

El Loco

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Sowas ähnliches wie dies: Sloganizer.net - Instant Slogans mit dem Slogan Generator. ?

Edit: einen hab ich noch: Poetron steuer frameset

Edit2: El Loco: Kompliment!
Danke, Lowrider!

Poetron ist rattenscharf! und manchmal hat man ja wirklich Glück.

Schon vor Jahren gab ich (berufsbezogen) "Sprachtherapeut, Zunge, radebrechen" und noch irgendwas ein. Hier eine absolut geniale Kreation:


Radebrechende Zungen

Warum radebrechen die geheimnisvollen Zungen?
Radebrechende Menge,
Sie radebrechen und wimmern ja so geheimnisvoll.
Wenn schon...
Wimmern sie uebel und geizig?
Entscheide!?
Sie radebrechen wohl doch nur dämlich!

Sprachtherapeut - er hat jenes dann zu verstehen.



Ontopic geht´s weiter mit U:


Beim U-Jandln rutschte ich leider
immer in das eindeutig-Zweideutige ab nach dem folgenden Schema:

knut stupst ruths br*st.
ruth: uh, kurt!
knut: und ... lust?
ruth schnurrt: tut gut, du schuft!
ruth und knut tun´s nun.
knut ruckt - ruth knurrt.
knut zuckt - ruth gurrt.
knut: ... und?
ruth (wund): puuuh ... gut, knut!


:oops: :D
 
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carpediem

carpediem

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Leute, im Ernst: bleibt mit der Elektronik hier raus. Es sind ja auch keine Fakes hier erlaubt. :-)
Außerdem schließt der Threadtitel das schon aus.

Grüße...carpediem
 
El Loco

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Leute, im Ernst: bleibt mit der Elektronik hier raus. Es sind ja auch keine Fakes hier erlaubt. :-)
Außerdem schließt der Threadtitel das schon aus.
Nun gut! :D

Aber ich kann U auch jugendfrei:


kurts lurchschulung
el loco (sehr frei nach ernst jandl)

kurt: sprungtuchschulung, lurch!
kurts lurch guckt stur.
kurt: nur turmsprung, lurch!
kurts lurch murrt: unfug!
kurt: hupf, lurch, hupf!
kurts lurch knurrt.
kurts lurch lupft fuß.
kurt: nur mut, lurch!
kurts lurch hupft ruckzuck.
kurt: gut!

kurts lurch plumpst durchs sprungtuch.
kurt zuckt.
kurt schluckt.
kurt ruft: lurch, lurch!
tumult.
kurts lurch spuckt blut.
kurt sucht tuch.
kurt tupft lurchs mund.
kurt: mut, lurch, mut!
kurts lurch schnupft.
kurts lurch furzt.
kurt: puuuh, lurch!
kurts lurch: durst!

kurts lurch muss nun ruhn.
kurts lurch muss zur gnu-dung-kur.
kurts lurch rutscht durch gnu-dung und humus.
gnu-dung-kur tut kurts lurch gut.
kurt sucht lurch.
kurt zupft hut.
kurts lurch (unmut und wut pur): du schuft!
kurt druckst: lurch … nun gut?
kurts lurch lutscht wurm.
kurts lurch spuckt nuss.
kurt ruft: lurch!
kurts lurch: nun gut… kuss und schluss!

kurt bucht flug.
rundflug um sumpf und spukburg.
kurts lurch brummt: sprungschulung … unfug!
 
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Uhr-Enkel

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Also DAS hätte ein Lyrikproggri auch hingekriegt. :-D

(Das Ganze erinnert ein wenig an Ottos Gedicht von "Richter Ahrens und der Fall des umgesägten Mastes".)
 
Aeternitas

Aeternitas

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Versucht es erst gar nicht. Schnöde Elektronik soll doch keine Kreativität ersetzen. :-)
Selbst die Erwähnung ist schon ein Stilbruch...

...uups...sollte nur ein Tipp sein für absolut talentfreie Poeten...vielleicht als Einstieg...


OK...dass von mir auch noch was kommt, hier ein Standup:

Mein Name ist AL




man könnte denken wie Bundy
doch der Name stammt von Andi,
und der Rest ist unbekannt...

Anonym zu posten
mit schnellen Fingern in die Tasten haun,
vielleicht ´ ne virtuelle Freundschaft aufbaun,
oder auch nicht.

Uhren diskutieren,
Uhren reparieren,
Uhren verhunzen,
Kaufte viele Plunzen
Der Schrank quillt schon über,
Manche Uhr hinüber,
Manche Juckt es,
manche nicht.

Vielen Dank,
für das Gehör, Deinen Blick auf meine Worte,
Manch einer denke "ah, das ist einer von der Sorte,
die mir tierisch auf den Keks geht,
oder der meine Gedanken gar versteht?"
So ist es halt.


Edit: Dies ist ein selbstironisches Standupstück ohne moralische Komponente und sollte nicht als Grundlage psychoanalytischer Studien dienen, die Zeit wäre verschwendet...
 
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El Loco

El Loco

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Hi Al,

im Geiste höre ich das als Rap! :D

Aus dir wird noch was! ;-)
 
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