Geschichte der Einzeigeruhr: Zurück zum souveränen Umgang mit Zeit

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Hallo Uhrenfreunde,

nach längerer Pause ist BOTTA design wieder beim UhrForum dabei. Zum Einstimmen ein kleiner Rückblick auf die Geschichte der Einzeigeruhr. Von der ersten Einzeigeruhr an alten Kirchen bis zur Einzeigeruhr der Moderne am Handgelenk.

Wir unterstützen den bewussten Umgang mit der Zeit. Die UNO gibt uns ein Stück mehr Gelassenheit mit dem Blick auf das Wesentliche. Doch zunächst zu den Ursprüngen der Einzeigeruhren.
Viel Spaß beim Lesen.


Geschichte der Einzeigeruhr: Zurück zum souveränen Umgang mit Zeit

Wie unsere Einzeigeruhren die Zeitwahrnehmung verändern
Wann genau die erste mechanische Uhr konstruiert wurde, ist unbekannt – der Begriff „Uhrmacher“ wird jedenfalls zum ersten Mal 1269 in einem französischen Dokument erwähnt. Die damaligen mechanischen Uhren waren bei weitem nicht so genau wie heute. Über Jahrhunderte blieben sie Einzeigeruhren, also Uhren mit nur einem Zeiger, weil Minutenanzeiger technisch zu aufwändig gewesen wären. Abgesehen davon, gab es auch keine echte Notwendigkeit für eine detaillierte Anzeige.

Bis Ende des 17. Jahrhunderts mussten die mechanischen Einzeigeruhren mittels der exakten Sonnenuhren täglich nachjustiert werden. Die Vorteile der mechanischen Uhren lagen trotz ihrer aufwendigen Instandhaltung auf der Hand: Sie waren tageslichtunabhängig und auf Türmen weithin zu sehen. Im Mittelalter lieferten sich reiche Städte beständige Wettkämpfe um immer prachtvollere Uhren mit einer immer besseren Mechanik. Nach außen hatten diese Turmuhren eine immense repräsentative Bedeutung.

Einzeigeruhren: Bis heute an alten Kirchen und Rathäusern zu sehen

Kirchen_Einzeigeruhren_Luebeck_Ballum.jpg

Einzeigeruhren auf Kirchen in Lübeck und Ballum
Fotos Wikimedia Commons: Andreas Geick – Eigenes Werk [CC BY-SA 3.0] und Fritzbruno [CC 3.0]

Die öffentlichen Uhren regelten von nun an die Tagesabläufe in der Gemeinschaft. Sie revolutionierten das Zeitgefühl der Menschen im Mittelalter: Das subjektive Zeitempfinden des einzelnen Menschen wurde von einer messbaren und absoluten Größe, der Uhrzeit, abgelöst. An manchen alten Kirchen und Rathäusern sieht man bis heute Einzeigeruhren – denn erst Ende des 17. Jahrhunderts wurden genauere Uhrwerke entwickelt. Diese machten den Einsatz von Minutenzeigern möglich und boten somit der Einzeigeruhr ernsthafte Konkurrenz. Neben dem Trend zur größeren Genauigkeit wurden die Uhren außerdem immer kleiner.

Von der Einzeiger-Kirchturmuhr zur Einzeigeruhr am Handgelenk
Peter Henlein erfand eine Zugfeder, die es möglich machte, auf ein taktgebendes Pendel zu verzichten. 1510 stellte Henlein dank dieser Zugfeder die erste Taschenuhr auf Basis der Einzeigeruhr her. Damit waren Uhren so klein und leicht wie nie zuvor. Weit länger als die großen Turmuhren mussten Taschenuhren auf den Minutenzeiger warten und blieben Einzeigeruhren. Grund dafür ist das verkleinerte Uhrwerk, welches zunächst nicht über die erforderliche Technik verfügte. Als Schmuckgegenstand kam die Taschenuhr zunächst in allen möglichen Formen wie zum Beispiel als Kreuz, Muschel oder Stern vor.

Erst um 1800 wurden Armbanduhren, zunächst für Damen, entwickelt. Jetzt war auch die Mechanik so weit vorangeschritten, dass Uhren von vorherein nicht mehr als Einzeigeruhren, sondern als Zweizeigeruhren konzipiert wurden. Erst mit dem Ersten Weltkrieg setzten sich Armbanduhren auch bei den Herren durch, da sie im Vergleich zur Taschenuhr schneller zu handhaben waren. Die ständige Sichtbarkeit der Uhrzeit veränderte das Zeitgefühl nach dem Krieg: Der Zwang zur Pünktlichkeit und der damit verbundene Zeitdruck haben seitdem bedenkliche Züge angenommen, die uns heute zunehmend normal erscheinen. Der Trend zu immer genaueren Uhren setzt sich seither fort.

BOTTA-Uhren: Die Entschleunigung der Zeit durch die moderne Einzeigeruhr

Klaus Botta erkannte bereits in den achtziger Jahren, dass eine immer weitere Präzisierung der Zeitanzeige dem Menschen eher Stress als Erleichterung bringt. Mit der UNO, der ersten Einzeigeruhr der Moderne, setzte er im Jahr 1986 einen Gegentrend. Nach Botta lässt sich ein einzelner Zeiger prinzipiell leichter und schneller ablesen als mehrere. Gleichzeitig wirkt die reduzierte Darstellung der Zeit auf den Menschen beruhigend und entschleunigend. So verbinden Einzeigeruhren von BOTTA design maximale Übersicht mit intuitiver Zeiterfassung. Sie sind ein Symbol für einen entspannten und bewussten Umgang mit der Zeit, bei der der Mensch das Maß der Dinge ist.


Wir freuen uns auf Euer Feedback und Eure Erfahrung im souveränen Umgang mit der Zeit.

Viele Grüße wünscht Euch
Klaus Botta und das gesamte BOTTA design Team
 
Televio

Televio

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Hallo Herr Botta,

ich trage wirklich gerne Einzeigeruhren, weil alles was Sie über Entschleunigung usw. schreiben schon zutrifft. Meine Tagesabläufe sind so, daß es meistens nicht auf die Sekunde ankommt. Hin und wieder sprechen mich Leute wegen der merkwürdigen Uhr an und dann erkläre ich das Einzeigerprinzip. Das erste was sie machen: sie lesen die Uhr selbst ab und vergleichen die Uhrzeit mit der auf ihrem Handy. Meist sind sie dann erstaunt, wie gut sie „geschätzt“ haben. Das geht aber nur, wenn die Uhr ein gutes Laufwerk hat. Ich habe herausgefunden, daß der Zeiger einer Einzeigeruhr über den Tag verteilt Sprünge macht und ich habe mal versucht daß in Videos fest zu halten - siehe http://www.watchinmotion.de (Link). Einige Ihrer Uhren sind auch dabei und was auffällt ist, daß Uhren mit mechanischem und/oder Automatiklaufwerk oft deutlich besser abschneiden. Der Fehler durch diese Sprünge kann richtig groß werden. Ich habe eine Uhr vermessen mit 12 Minuten Abweichung wenn man sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt stellt und das ja selbst dann, wenn man ganz genau abgelesen hat. Ich denke spätestens wenn man dadurch den Bus verpasst, ärgert man sich.
Also: Augen auf beim Einzeigeruhrenkauf ;-)

Viele Grüße
Andreas Känner
 
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Hallo Herr Känner, Sie haben das Prinzip der Einzeigeruhr verstanden. Diese Art der Anzeige ist tatsächlich wesentlich "natürlicher und menschengerechter" als die sekundengenaue Darstellung der Zeit, die eher in die Maschinenwelt passt. Mich freut besonders, dass Sie als akkurater "Messtechniker" das auch so nachempfinden können. Ich habe mir Ihre Messgrafik nochmals angesehen. Unsere Uhr weicht, so wie ich das sehe maximal 3 Min ab - und das nur im Extremfall. Das ist aus meiner Sicht tolerabel, wenn man davon ausgeht, dass die normale Abweichung deutlich geringer ausfällt. Die extremen Abweichungen bei anderen Uhren liegen wahrscheinlich an der Qualität der Werke. Wir verwenden ausschließlich Ronda Swiss-Made-Quarzwerke. Die sind zwar wesentlich teurer, halten jedoch auch bauartbedingt Ihre Qualität über einen sehr langen Zeitraum. Billige Werke fallen da sehr schnell ab bzw. aus. (Irgendwie muss der günstige Preis zustanden kommen). Prinzipbedingt haben Automatikwerke kein Zeigerspiel, weil der Zeiger im Gegensatz zur Quarzuhr immer unter (Feder)Spannung steht. Aber auch die Quarzuhren laufen bei mir / uns absolut glatt - abgesehen davon, wenn sie einen Schlag abbekommen haben. Aber selbst dann stimmt sich die Uhrzeit innerhalb weniger Minuten wieder ab. Im Zweifelsfall können Sie uns natürlich jederzeit Ihre Uhr zuschicken, Wir lassen sie dann überprüfen und bringen sie ggf. in Ordnung. Viele Grüße Klaus Botta
 
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grmpf

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Hallo,

danke für "Die kurze Geschichte der Einzeiger-Uhren". :super:
Da ich selbst zum Wochenende bzw im Urlaub gerne eine Einzeigeruhr trage (wenn auch vom Mitbewerber), ist es ganz schön, etwas vom Hintergrund dieser Uhren zu erfahren.
 
Televio

Televio

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Hallo Herr Botta,

ich sprach in meinem ersten Beitrag nicht über eine Ihrer Uhren, sondern über diese hier: Minuteman
Bei der Minuteman springt der Zeiger tatsächlich um bis zu 11-12 Minuten. Ihre Uhren sind geradezu vorbildlich was das angeht und darum mag ich sie sehr :-)
 
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Geschichte der Einzeigeruhr: Zurück zum souveränen Umgang mit Zeit

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