Generelle Qualität der DDR-Glashütte-Werke vor der Wende

Diskutiere Generelle Qualität der DDR-Glashütte-Werke vor der Wende im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Eine Frage an die "Ostuhrenkenner": Wie ist die Qualität der nicht gar zu alten Glashütte-Werke, sagen wir von ca. 1970 bis zur Wende...
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sooperkuh

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Eine Frage an die "Ostuhrenkenner": Wie ist die Qualität der nicht gar zu alten Glashütte-Werke, sagen wir von ca. 1970 bis zur Wende einzuschätzen, wenn man sie mit z.B. heute gängiger einfacher ETA-Ware in Standardqualität oder einer Seiko 5 vergleicht? Wobei ich eher die "Durchschnittsware" meine, wie sie z.B. haufenweise über ebay läuft, nicht irgendwelche Aushnameuhren für Funktionäre oder was auch immer.

Ist das in etwa vergleichbar (also gut funktionierend, servicefreundlich wenn auch nicht besonders edel)?
Gibts da funktioniale Probleme?
Sind die weniger haltbar oder weniger genau?
Oder ist das ein Glücksspiel wegen mangelnder Qualitätskontrolle?
Oder gibt es da bestimmte Kaliber die gut sind, während andere prinzipiell nicht so gut sind (unter den Kalibern, die millionenfach hergestellt worden sind)?

Und: Hat ein (guter) österreichsicher Uhrmacher realistischerweise eine Chance sowas zu warten (auch bezüglich Ersatzteile)?
 
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Diese Anfrage ist eher etwas für den Vintage-Bereich.

Mit GUB und Ruhla habe ich keine Erfahrung, aber das mit Abstand größte Problem dürfte die riesige Masse an Bastelware sein, die bei Ebay und Konsorten als angebliche Originale und zu Mondpreisen angeboten wird.
 
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sooperkuh

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Hm, stimmt, das hätte ich vielleicht besser bei Vintage gefragt. Ich kenne mich bei diesen Foren noch nicht so gut aus, kann mand das verschieben?

Bezüglich Mondpreisen habe ich nicht die große Angst, ich möchte auf jeden Fall in der Sub-100-Euro-Region bleiben. Da mag zwar auch manches überteuert sein, aber das sind Preisregionen wo man bei einer mechanischen Uhr so oder so bald mal ist (Reinigung, Service, neues Band, eventuell neues Glas), egal wieviel die Uhr ursprünglich gekostet hat. Wenn es nur drüber geht, dann denk ich mir halt was anderes aus ;)
 
Micha

Micha

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Die Spezichron-Modelle laufen bei mir sensationell gut, bei einer kann ich fast keine Tägliche Abweichung
feststellen, summiert sich erst im laufe der Wochen.
Ich denke die Konstruktion des Werkes und wahrscheinlich der Einsatz einer Nivarox1 Feder verdankt das
Werk die Genauigkeit.
Spezimatic mag nicht schlecht sein und gut laufen, dass eine oder andere Werk, meine sind aber eigentlich alle
ned so besonders in der Genauigkeit, eine hab ich mir machen lassen, komplett überholen auch mit ner
Feineinstellung des Werkes als ich mal unterwegs war hab ich sie im Uhrenbeweger gelassen nach zwei Wochen
über 8Minuten Vorgang. Ist zwar ned so schlimm wenn man die Uhr täglich stellt aber eigentlich dachte ich
es ginge schon noch besser.
Laufen tun die aber alle wie Traktoren.;-) Auch nach Jahrzehnten noch.

Auf Eta Niveau würde ich sie nicht stellen, Seiko 5 kenn ich nicht, aber meine Sumo läuft ähnlich schlecht. ;-)
 
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Mitglieder, die tief in der Materie drinstecken, sind u.a. purpur73, lennox und GUB-Kaliber.

Für mich sind diese alten Glashütte-Uhren ein Minenfeld. Ich würde keine Uhr kaufen, bei denen nicht einer der obigen drei sein OK gegeben hat.
 
carpediem

carpediem

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Hm, stimmt, das hätte ich vielleicht besser bei Vintage gefragt. Ich kenne mich bei diesen Foren noch nicht so gut aus, kann mand das verschieben?
Man nicht. Ich schon. Erledigt. ;-)

Grüße...carpediem
 
lennox

lennox

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Die Sache mit GUB ist , entweder Du magsd die Dinger oder Du lässt es sein. Ich gehöre zu Den die sie mögen.Heute gänige ETAs kannst Du noch in Jahren für ein Apfel und ein Ei kaufen . GUB und die DDR giebs nicht mehr, somit sind die Uhren, die produziert wurden ein begrentztes Sammelgebiet . Über Design und Qualität kann man streiten. Nur ein Beispiel. Ich hatte eine Omega Seamaster Chronometer im MP zum Tausch gegen ein 70.3 Chronometer angeboten -ohne Erfolg. Jeder guter Uhrmacher der ein Automatic Kaliber zerlegen kann macht Dir ne Revi . Wenn er Teile braucht sieht es schon anders aus.
Gruß
lennox
 
I

interim

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Hallo,
Generelles oder Genaues kann ich nicht beitragen, nur waren mir während meiner Kindheit/Jugend die GUB-Uhren immer als zuverlässig bekannt und viele Bekannte trugen sie täglich ohne Probleme. Aus dem Nachlass meines Großvaters habe ich noch eine GUB mit Handaufzug, ich schätze aus den 70ern (?), weiß aber das Kaliber nicht. Sie war seine Alltagsuhr, lag dann über ein Jahrzehnt mausetot und unansehnlich bei mir herum. Dieses Frühjahr bekam sie dann aus sentimentalen Gründen eine Revision und vorsichtige Aufarbeitung. Und siehe da, sie tickt wieder fröhlich vor sich hin, sieht ordentlich aus und läuft mit etwa zwanzig Sekunden Vorlauf so, dass ich sie gern trage, wenn's mir passt.

Grüße
Volker
 
Micha

Micha

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Und: Hat ein (guter) österreichsicher Uhrmacher realistischerweise eine Chance sowas zu warten (auch bezüglich Ersatzteile)?

Kannst du hier in der Werkstatt nachlesen das es wohl zu Problemen bei der Ersatzteilversorgung kommt da Glashütte Original diese wohl nimmer hergeben will.;-)
Verständlich irgendwie!:-D Nun bedeutet das für dich, das es wohl so ist das du
lieber auf gute Ware achten solltest die vielleicht nicht so kaputt sind, dürfte
aber bei Gebrauchsuhren, die diese Uhren mal waren schwierig sein.

Oder dein Uhrmacher kann auch mal ein Teil anfertigen.

Eine normale Überholung wenn keine Teile im Werk fehlen, (soll bei Ebay käufen alles schon gewesen sein;-)) sollte denke ich kein Problem darstellen.
 
A

adamo

Gast
Ich besitze zwar einige Ruhlas und eine Glashütte, bin jedoch von der objektiven Qualität der Uhren nicht wirklich überzeugt. Relativ leicht zu verbiegende Gehäuse, gammelnde Zifferblätter und Zeiger, wasserdicht wollen wir gar nicht erwähnen.
Das Problem liegt darin, dass in der DDR Mangelwirtschaft herrschte und die Halbzeuge von eher minderer Qualität waren.
Über das Spezimatic-Werk kann ich allerdings nichts negatives sagen, sicher keine Schönheit für einen Glasboden, aber zuverlässig und ausreichend genau war es schon. Also mit einer mittelprächtigen Seiko oder Citizen würde ich es ehrlich gesagt nicht vergleichen, diese sehe ich sorgfältiger verarbeitet.
 
U

uhr_10

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Meine bescheidene Meinung als Nutzer:
Die Werke laufen ewig, die Gehäuse waren problematisch. Goldplaque oder Verchromung hielten nicht lange - das hängt aber auch von deinem Schwitztypus ab :-)
 
lennox

lennox

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Wenn sich ein Bundesbürger 1975 eine Glashütte für 49.99DM gekauft hatt wollte er nicht grade ne Uhr fürs Leben. Über solche Sachen können wir endlos schreiben ob nun Timex Dugena Emmes oder was Anderes besser oder schlechter waren entscheidet der Käufer.
Ich sammle GUB und finde es gut. Wenn ich Uniformknöpfe der polnischen Mariene sammeln würde, könnte ich sie auch nicht mit den der
Russen vergleichen. Uhr ist nicht gleich Uhr .Wem GUB nicht gefällt der kann auf tausende andere Marken ausweichen. Und die ,die er hatt, und sie ihm wegen schlechter Verarbeitung nicht gefallen, zu mir schicken. Das kann sich hier in die selbe Diskusion wie andere Beiträge mit dem Inhalt ( welche Uhr ist besser) entwickeln.
Gruß
lennox
 
Micha

Micha

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Ich fand jetzt die Gehäuse eigentlich gar nie so schlecht, seien es die Ost-Gehäuse oder die aus
der BRD wie auch aus Frankreich.
Das Problem war doch wie schon oft geschrieben, dass es Gebrauchs Uhren waren, die legt sich keiner
in die Schublade und sammelt die Uhren, die wurden gerockt!
Ich hatte mal ne IWC da fand ich das vergoldete Gehäuse eher noch schlechter wie bei den Glashüttern.
Omega mit den Walzgoldgehäusen waren klar überlegen, wie die vergoldeten waren weiß ich nicht.

Wenn die Uhren Spass machen sich vielleicht selbst mal zwei drei Werke zur Seite packen, als Spender,
falls mal ein Teil gebraucht wird. Sonst auf gute Gehäuse achten das die top sind was soll dann schon
ein guter Uhrmacher nicht richten können.

Die Spezichron, von denen gibt es noch paar schöne auf dem Markt, gute Gehäuse, Werke die wenn sie
gut reguliert sind top laufen.
 
uhrenbastler

uhrenbastler

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Ich bin zwar nicht sooo tief in der Materie, aber eines ist mir zumindest bei den Spezichron-Werken aufgefallen: Die Datums-Konstruktion ist eine Zeitbombe, da fast vollständig aus Plastik, das nach 30 und mehr Jahren naturgemäß spröde wird.

Ciao
Christoph
 
Kaliber 66

Kaliber 66

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Zustimmung, Andreas & Jens. Der Punkt ist doch: sie laufen auch nach vielen Jahrzehnten noch zuverlaessig, in der Medizin sagen wir"wer heilt, hat recht " ;-)
 
Micha

Micha

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Ich bin zwar nicht sooo tief in der Materie, aber eines ist mir zumindest bei den Spezichron-Werken aufgefallen: Die Datums-Konstruktion ist eine Zeitbombe, da fast vollständig aus Plastik, das nach 30 und mehr Jahren naturgemäß spröde wird.

Ciao
Christoph
Das stimmt, hab ich auch mal irgendwo gelesen, da soll die Tagesscheibe ein Problem sein. Wenn man die weglässt und eine 11-26 kauft, nur Datum, soll es besser funktionieren.;-)
 
purpur73

purpur73

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..... Der Punkt ist doch: sie laufen auch nach vielen Jahrzehnten noch zuverlaessig, in der Medizin sagen wir"wer heilt, hat recht " ;-)
Und das bestimmt nicht weil es eine schlechte Qualität war(wie es oft gern von Unwissenden hingestellt wird)und diese Uhren auch in über 50 Länder expordiert wurden.
Dazu kommt dass man oft Äpfel mit Birnen vergleicht,weil dem Unwissenden oft nur ein Kal. 75 bekannt ist. Aber es gab auch eine Menge andere Werke wie 28,28.1, 60.2,60.3 oder 70.3 die es mit vielen hochwertigen Konkurrenten aus dem alten NSW locker aufnehmen konnten;-)
 
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