Generelle Frage zur Druckfestigkeit alter Militäruhren WW2

Diskutiere Generelle Frage zur Druckfestigkeit alter Militäruhren WW2 im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Moinsen, seit längerer Zeit beschäftigt mich eine Frage. Wie war es um die Wasserdichtigkeit/Druckfestigkeit von Chronographen des WW2 bestellt...

Erdmaennchen

Themenstarter
Dabei seit
19.09.2015
Beiträge
32
Ort
Trier
Moinsen,
seit längerer Zeit beschäftigt mich eine Frage. Wie war es um die Wasserdichtigkeit/Druckfestigkeit von Chronographen des WW2 bestellt?
Bei den sowjetischen Nachkriegschronographen und auch zivilen westlichen welche ja z.T. auf Kriegsmodellen basierten (Kirowa/Tutima) sind ja i.d.R 3bar angegeben.
Watch Wiki Urofa 59 – Watch-Wiki behauptet aber z.B. die Tutima-Fliegerchronos wären 15 atü druckfest gewesen, also deutlich mehr als 3 bar.
Das eine Fliegeruhr gerade mal Spritzwasser standhalten sollte, aber in einem Bomber ohne Druckkabine ( HE 111 z.b.) aber in 10000m Flughöhe einem erheblichen Unterdruck ausgesetzt ist kommt mir auch etwas seltsam vor.
Erst recht das Leonov eine 3bar Strela mit ins absolute Vakuum genommen hat...
Wenn ich sehe wie schnell Flüssigkeit im Vakuumtrockengerät in der Firma bei ca. 0,9 bar Unterdruck verdunstet, da wären in 10000m doch nach wenigen Minuten sämtliche Lagersteine trocken gewesen. Vom Spacewalk ganz zu reden, dazu noch die Kälte.
Die Speedmaster hielt ja auch 5bar aus.
Weiß jemand etwas darüber? Ist das was bei den Russen und Chinesen bzw. auf den zivilen Markt kam derart viel schlechter?
Nebenfrage, wie viel Druck muss eine Uhr eigentlich im Vakuum aushalten? 1bar? Unterdruck verhält sich doch bestimmt auch anders für die Dichtigkeit als Überdruck?

Vielen Dank und Grüße
Edmaennchen
 

east Al

Dabei seit
04.04.2011
Beiträge
302
Interessante Frage aber falscher Gedankengang. Schmieröl verdunstet nicht sondern verliert durch längeren Kontakt mit dem Sauerstoff aus der Luft die Schmiereigenschaften. Vakuum, durch das Fehlen des Sauerstoffs tut dem Öl eher gut. Das ist der Grund weswegen die "Vakuum" Uhrenserie von Glycine, Dugena u.s.w hergestellt wurde. Da im Inneren Vakuum war konnten sie bis 15 Jahren ohne Revision funktionieren.
Gruß,
 

Monkeypilot

Dabei seit
24.02.2017
Beiträge
41
Die besten wassergeschützten , alledings nur bei Normaluhren gab es bei den Amerikanern.Ich denke,das einige Bauformen der A-11 Gehäuse von ihnen zumindest Schwimmen vertragen konnten,die Gläser wurden bei diesen mit einer zusätzlichen Dichtung eingepresst,welche unter dem Glas war,der O-Ring sass im Tubus,war auswechselbar und die Spannung von diesem auf die Krone konnte durch schrauben eingestellt werden.Die Bodendichtung war auch sehr gut ,die Gummiqualität war hervorragend,so das auch nach fast 80 Jahren oft noch alle Originaldichtungen einwandfrei ihre Pflicht erfüllen👍,aber ein bischen Silikonfett tut ihnen auch ganz gut.Ich denke,was die Konstruktion normaler Militäruhren angeht,waren die amerikanischen Gehäuse die besten,zudem war es ein vom Militär vorgegebener Standart,und kein Kuddelmuddel wie in anderen Ländern.Perfektioniert wurde es dann später mit den A-17 Gehäusen.Auch die ersten Canteen-Taucheruhren basierten auf dem A-11 Gehäuse,was für die Konstruktion spricht!Es gab aber eine Gehäusebauform,welche nur staubdicht war,diese wurde speziell für Fliegeruhren verwendet,Auch die A-17 gab es später in dieser "undichten" Ausführung! Da hat man sich wohl auch schon Gedanken gemacht,und diese Entscheidung wurden wohl nicht aus Einsparungsgründen getroffen,das Gehäus wurde extra anders gebaut,was ja auch ein Kostenfaktor ist,sondern das Erfahrungen ausgewertet wurden 👨‍🎓 .Ich denke,das viele Chronographen zu der Zeit des Zweiten Weltkrieges nur staubdicht waren,oder konnten allenfalls nur Spritzwasser vertragen,sie hatten auch keine zusätzlichen Dichtungen an den Drückern,ich selber habe eine Heuer aus der Zeit,wo nur die Krone eine Dichtung hatte,der Boden war nur ohne aufgepresst. Laut Berichten im Internet war diese wohl auch bei der Wehrmacht im Einsatz. Im Vakuum dürfte diese Kostruktion aber kein Problem sein,da sich in einem solchen Gehäuse keine Über oder Unterdrücke aufbauen konnten,und die Gangabweichungen wegen fehlendem Luftwiederstand für die Schraubenunruhe dürfte aufgrund der begrenzten Zeitdauer im All vernachlässigbar sein,Undichtigkeit war bei den Russen auch kein Problem ,da sie immer in der Steppe gelandet sind .Bei den Amerikanern wären diese Uhren wegen der Wasserlandungen zerstört worden,was ja auch mit einer Breitling geschehen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

east Al

Dabei seit
04.04.2011
Beiträge
302
Die frühen Canteen Uhren hatten Bleidichtungen sodass die Wasserdichtigkeit eher Glücksache war. Erst zur Zeit des Korea Krieges wurden Gummi Dichtungen eingeführt. Die selben Merkmale (Gummidichtung im Tubus, verschraubtes wasserdichtes Gehäuse) findet man bei Deutschen Diensttaschenuhren aus der späteren Produktionszeit.
Die Höhe des Unterdrucks in den Vakuum Uhren ist mir nicht bekannt.
Gruß,
 

Erdmaennchen

Themenstarter
Dabei seit
19.09.2015
Beiträge
32
Ort
Trier
Aufschlussreich.
Also sind die 15 atü für die Tutima eine Unwahrheit.
Im Grunde war mit durch einen Fluss schwimmen oder tief durchwaten also mit den Militäruhren ausser den A11 demnach Käse.
Amphibische Landung haben wahrscheinlich auch nicht alle Uhren überstanden.
 

east Al

Dabei seit
04.04.2011
Beiträge
302
So einfach ist es jetzt auch nicht. Die meisten Deutschen Dienstuhren (ausgenommen Chronographen und spezielle Uhren) waren wasserdicht und stoßgesichert. Ob die Dichtigkeit schlechter war als die der A11 sei dahingestellt. Bei den Alliierten sah es eher düster aus. Erst gegen Ende des Krieges haben die Briten die wasserdichten ATP Uhren eingeführt. Für Sondereinheiten gab es die besser geschützten COSD Uhren wenn auch in sehr geringer Stückzahl. Die Amis hatten es mit ihren Uhren etwas besser. Die meisten waren wasserdicht wenn auch nicht stoßgesichert.
 

east Al

Dabei seit
04.04.2011
Beiträge
302
Echte Taucheruhren hat es im Laufe des WW2 nur von Panerai und die Canteen Watches der Amis oder von Longines gegeben. Alle anderen waren mehr oder minder wassergeschützt.
Es ist allerdings erstaunlich wie gut der Schutz vor Feuchtigkeit funktioniert hat. Auch die deutschen Uhren von Aristo, Wagner u.a. mit ihren abgedichteten Pressdeckeln und Korkdichtung in der Krone haben die Zeit bemerkenswert überstanden.
Gruß,
 
Zuletzt bearbeitet:
Thema:

Generelle Frage zur Druckfestigkeit alter Militäruhren WW2

Oben