Genauigkeit von Chronographen

Diskutiere Genauigkeit von Chronographen im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Folgende Problemstellung: Ich möchte eine Zeit im Bereich von mehreren Tagen nehmen. Ich benötige dabei eine Genauigkeit idealerweise im Bereich...
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OWLer

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Folgende Problemstellung:
Ich möchte eine Zeit im Bereich von mehreren Tagen nehmen.
Ich benötige dabei eine Genauigkeit idealerweise im Bereich von wenigen Zehntel Sekunden.
Ich nehme an, dass bei einer normalen Digitaluhr der Gang des Chronos dem der Uhr entspricht bzw. identisch ist, da beide den gleichen Quarz als Zeitgeber nutzen. Wie sieht das aber bei funkgesteuerten Uhren aus? Angenommen die Messung läuft und die Uhr synchronisiert sich zwischendurch - wird dann auch der Chrono korrigiert?
Die Uhr empfängt ja ein Zeittelegramm mit der gültigen Zeit - die hat mit dem Chrono ja nicht viel zu tun, der nur die Anzahl der Schwingungen des Quarzes zählt. Ermittelt die Uhr nun aus dem Telegramm ihren eigenen Gang und korrigiert entsprechend oder lädt sie den Telegramminhalt in ihren Speicher und zählt ab dem entsprechen Signal davon ausgehend selbstständig weiter?
 
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Junghänschen

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Da das sicher nicht bei allen Uhren gleich ist, schlage ich eine Anfrage beim Hersteller vor.
 
elekticker

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Der Chrono hat nichts mit der Uhrzeit zu tun. Das dürfte auch den Herstellern aufgefallen sein. Insofern wäre es schwachsinnig, extra eine Funktion zu programmieren, was ja Geld kostet, die nicht nur sinnlos ist, sondern einfach falsch.
 
Der Stromer

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Messen heißt immer vergleichen mit einem Mass.

Alleine das Ablesen der beiden Messwerke wird einen Fehler erzeugen. Ich würde einen Mikroprozessor selbst programmieren und mir elektronischen Abtastern ausstatten. Dann könnte es relativ genau werden. Eine Armbanduhr mit Chronometer-Einrichtung sollte eigentlich ausreichen, wenn sicher ist, dass die Chrono-Einrichtung über den Messzeitraum auch laufen wird. Sollte aber jeder normale Quarzticker mit Chrono machen.
 
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OWLer

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Ich nehme an, dass bei einer normalen Digitaluhr der Gang des Chronos dem der Uhr entspricht bzw. identisch ist, da beide den gleichen Quarz als Zeitgeber nutzen.
Diese Aussage hat sich im gerade durchgeführten Versuch interessanterweise in Bezug auf eine Casio M5610 als falsch herausgestellt.
Zunächst habe ich die G-Shock mit der Atomzeit synchronisieren lassen. Dann habe ich im Browser die PTB-Uhr geöffnet. Die Sekunden von Casio Uhrzeit und Browser waren und sind nach mehr als zwei Stunden den Augen nach synchron. Dann habe ich den Chrono bei voller Minute dazu geschaltet. Bis auch Chrono und Browser optisch synchron waren hat es einige Versuche gebraucht.
Nach bereits zwei Stunden laufen die angezeigte Uhrzeit der G-Shock und der Browser mit der PTB-Uhr erwartungsgemäß unter Nichtberücksichtung der Ablesegenauigkeit immer noch synchron, während der Chronograph bereits deutlich sichtbar „hinterherläuft“ - geschätzt etwa -0,2 Sekunden.

Das finde ich sehr interessant. Ich ging davon aus, dass der Chronograph einfach ein weiterer Zähler ist, der sich seinen Takt ein paar Teilerstufen vor der eigentlichen Uhr „abholt“ und hochzählt. Wie kann man diese Unterschiede erklären?

@elekticker
Aber Uhrzeit und Chronograph nutzen doch Zähler. Der Chronograph zeigt ja gewissermaßen auch eine „Uhrzeit“ - nur mit einem anderen Nullpunkt als Referenz. Mir ging es darum ob das Funksignal nicht auch zur Korrektur des laufenden Chronos verwendet werden könnte - indem mithilfe des Funksignals der Gang des Oszillator ermittelt - und korrigiert wird. Dazu müsste man nur den zeitlichen Abstand zwischen zwei Synchronisationen und die beiden jeweiligen Funk- und Internuhrzeiten kennen.

@Der Stromer:
Du hast natürlich recht - mit elektronischer Abtastung funktioniert das deutlich besser. Übrigens: Meintest du nicht eher Chronographeinrichtung?

Das führt mich zu der weiteren Frage: Wird bei der Chronometerprüfung (Quarzwerk) auch der Gang des ggf. vorhandenen Chronographen einzeln betrachtet? Beim mechanischen Chrono dürfte es ja keine Differenzen geben es sei denn es ist irgendwo Schlupf im Spiel.
 
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Der Stromer

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Ja, wollte ich gemeint haben;-).

Zum Rest: Was bedeutet Zeit und was Genauigkeit? Ist eine Uhr mit Federzug, die 1 x im Monat aufgezogen wird und dann genau 1 x im Monat die "genaue" Zeit anzeigt, weil alle Parameter stimmen, genau?
Wie ich schon geschrieben habe, ist die "Genauigkeit", wenn diese Genauigkeit denn regelmäßigen Schwankungen unterliegt, genau, wenn das rechnerisch ausgeglichen werden kann? Unregelmäßigkeiten, die rechnerisch NICHT erfassbar sind, sind also als UNGENAU zu betrachten.

Zur Genauigkeit von Chronographen gibt es strenge Vorschriften, die vor über 200 Jahren entwickelt wurden und ihre Begründung in der Christlichen Schifffahrt hatten und haben. Z.B. muss auch heute noch ein jedes seegängiges Schiff einen mechanischen Chronographen an Bord haben, der unabhängig von allen anderen Einrichtungen betrieben wird. Eine Uhr, die diese Prüfung nicht besteht (zur Uhr gehören alle zusammen im Werk verbauten Kadraturen), darf rechtlich gesehen, die Bezeichnung Chronograph oder Chronograf nicht führen, obgleich sich viele, vor allem fernöstliche Hersteller heute nicht mehr daran halten.

Zur Frage aber: Ein hochwertiger Chronograph wird in allen Funktionen die vorgegebenen Zeit-technischen Werte einhalten.
 
elekticker

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Der Zähler ist ein Taktgeber. Der Chronograph nimmt den gleichen Taktgeber. Aber keine Zeitreferenz. Die ist schlichtweg für nichts nötig. Warum sollten das jemand programmieren?
 
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Erstmal vielen Dank für die Hintergrundinformationen! Super :prost:
und was Genauigkeit?
Ehrlich gesagt: Schwieriger Begriff für mich. Ich würde es so beschreiben: Genau ist eine Reihe von angezeigten Werten (oder die Uhr die sie anzeigt) dann, wenn eine hohe Präzision (Qualitative Lage von mehreren Werten zueinander) und Richtigkeit über einen Zeitraum betrachtet gleichzeitig auftreten.

Ist eine Uhr mit Federzug, die 1 x im Monat aufgezogen wird und dann genau 1 x im Monat die "genaue" Zeit anzeigt, weil alle Parameter stimmen, genau?
Kommt darauf an welche max. Abweichung von der richtigen Zeit ich als für mich akzeptabel definiere, die angezeigten Werte in diesem Feld liegen und ob die Abweichungen, der Werte von der Richtigkeit untereinander, möglichst ähnlich sind, was auch wieder definiert werden muss.

Wie ich schon geschrieben habe, ist die "Genauigkeit", wenn diese Genauigkeit denn regelmäßigen Schwankungen unterliegt, genau, wenn das rechnerisch ausgeglichen werden kann?
Denn Satz verstehe ich nicht so recht - du definierst Genauigkeit mit sich selbst?

Unregelmäßigkeiten, die rechnerisch NICHT erfassbar sind, sind also als UNGENAU zu betrachten.
Ist eine ungenaue Unregelmäßigkeit nicht wieder eine genaue Regelmäßigkeit?:hmm:

Ich denke aber, dass ich weiß was du mir sagen möchtest. Was du meinst, verstehe ich - glaube ich - als Präzision. Ich möchte den richtigen Wert der verstrichenen Zeit haben. Sofern der Fehler bekannt und konstant ist, kann ich auch mit einer ungenauen Uhr mittels Rechnung auf den richtigen Wert schließen.
 
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Der Zähler ist ein Taktgeber.
Nein, der Zähler ist ein Zähler der Takte des Taktgebers zählt.

Der Chronograph nimmt den gleichen Taktgeber.
Ja - benutzt aber einen eigenen Zähler (so meine Vermutung)

Aber keine Zeitreferenz. Die ist schlichtweg für nichts nötig. Warum sollten das jemand programmieren?
Doch, ich meine den Schwingquarz wie oben geschrieben. Keine Referenzuhrzeit meinst du sicherlich - stimmt. Doch die ist nötig um indirekt auf den Fehler der Uhr zu schließen mit dem wiederum der Chronograph korrigiert werden könnte - wie oben von @Der Stromer beschrieben.

Ich versuche mich mal an einem Beispiel.
Wir haben eine Uhr mit Chronographen. Es wird der gleiche Taktgeber (Schwingquarz) benutzt.
Idealerweise soll er einen Takt pro real verstrichener Sekunde ausgeben. Realerweise macht er 1,001 Takte pro real verstrichener Sekunde.
Dieser Fehler ist aber nicht bekannt. Er kann nur ermittelt werden, indem der Gang des Taktgebers ermittelt wird.
Das kann dadurch erfolgen in dem die Uhrzeit zu Beginn der Messung synchronisiert wird und am Ende der Messung die nicht richtige interne Uhrzeit mit der realen Uhrzeit verglichen wird. Nun ist bekannt wie viele Takte die Uhr innerhalb eines bekannten tatsächlich gemacht hat.
Mit diesem Wert kann dann auch der angezeigte falsche Wert des Chronographen korrigiert werden. So meine Theorie - aber wie gesagt: Im Versuch hat der Chronograph einer M5610 offenbar einen anderen und deutlich größeren Fehler als die interne Uhr.
 
elekticker

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Nein, der Zähler ist ein Zähler der Takte des Taktgebers zählt.
Stimmt, das ist so richtig formuliert.

Ja - benutzt aber einen eigenen Zähler (so meine Vermutung)
Das ist meine auch. Und die Verbindung dazwischen wäre ein Fehler.


Du musst die Synchronisation abschalten. Dann sollten die Werte von der Uhr und dem Chronographen übereinstimmen. Wenn Du einen mechanischen Chrono während der Messung stellst, stimmen die Angaben ja auch nicht mehr überein. NIchts anders macht die Funkuhr.

Bei einer Messung auf 1/100 Sekunden über mehrere Tage würde ja vielleicht eine Korrektur nach dem Zeitnormal eine praktische Verbesserung des Ergebnisses bringen. Aber sowas macht ja kaum jemand. Wenn Du dagegen eine kurze Zeit stoppst, während die Synchronisation stattfindet, würdest Du einen Fehler erzeugen, der sonst gar nicht da wäre, eventuell sogar im Sekundenbereich.
 
Der Stromer

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Der Zähler ist ein Taktgeber. Der Chronograph nimmt den gleichen Taktgeber. Aber keine Zeitreferenz. Die ist schlichtweg für nichts nötig. Warum sollten das jemand programmieren?
Anders herum: Der Taktgeber erzeugt impulse, und die werden im Zähler gezählt. Der Mensch (oder Uhrenbenutzer) braucht aber eine Anzeige, die er vergleichen kann. Z.B. 2° nach 0° auf einem Ziffernblatt wäre so ein Vergleich. Sonst ist der gezählte Impuls lediglich eine aufeinander folgende Reihe von Impulsen, für unseren grauen Computer leider nur analog und daher mit gravierenden Fehlern behaftet, zu erfassen.
 
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