Uhrenbestimmung Genauere Datierung Robert Winter / Buser "ESTA", Art Deco

Diskutiere Genauere Datierung Robert Winter / Buser "ESTA", Art Deco im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo in die Runde! Ich habe inzwischen ZWEI Nachlässe an der Backe, im Wesentlichen ist das (neben meiner Patentante) mit der meisten Substanz...
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Matthias MUC

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Hallo in die Runde!

Ich habe inzwischen ZWEI Nachlässe an der Backe, im Wesentlichen ist das (neben meiner Patentante) mit der meisten Substanz der Haushalt meiner Eltern incl. Plunder und Schätzchen aus früheren Generationen, was alles damals bei "uns" gelandet ist, weil wir den größten Dachboden hatten....
In diesen Nachlässen tauchen neben massenhaft alten Füllern ab 1930er bis hin zu 1970er (nix wahnsinnig besonderes, aber mit Familiengeschichte und meinem Ehrgeiz, alle schreibbereit zu halten und die Lieblinge auch zu nutzen) auch einige Uhren auf, von dem Billigkrempel, den es bei Tchibo gab, über mitteljunge "bessere" Kaufhaustaschenuhren zum Firmenjubiläum bis hin zu ein paar unerwarteten Schätzchen (u.a. noch zu Lebzeiten meiner Eltern revidierte Spindeltaschenuhr, die stelle ich auch vor, versprochen!), wo ich aber über die genaue Herkunft, wann weshalb die Dinger in unsere Familie gekommen sind, leider nichts weiß und auch niemand mehr fragen kann.

Nein, kein "was ist sie wert" (um sie zu verkaufen)-Thread, das wird von mir nicht kommen, versprochen (auch wenn mir bei einer anderen Uhr eventuell eine Schätzung wegen Erbschaftssteuer auf die Füße fallen könnte). Gerade die "alten" bleiben mitsamt ihrer Geschichte und ihrer Geheimnisse da; ich freue mich da über jedes Schätzchen, das auftaucht, und wenn es funktioniert, umso mehr.

Eines meiner Lieblingsexemplare ist eine Savonnette, Art Deco, die ich mit Internethilfe halbwegs gut einkreisen konnte:
  • Gehäuse sollte anhand der Herstellerkennzeichnung (unausgefüllter Anker!) im Deckel Robert Winter sein, obwohl ich anhand diverser Threads hier Rodi & Wienenberger nicht 100% ausschließen möchte.
    (Der alte Uhrmacher, der vor Jahren meinen Eltern die o.g. Spindeluhr instandgesetzt hatte, kannte sie noch nicht persönlich, hatte aber frei Auge gemeint, könnte Rodi & Wienenberger und etwa 1920er sein).
  • Werk sollte (anhand von Ranfft eingekreist) ziemlich eindeutig eine Buser 18.5'''H4.15 Savonette sein (auch die ESTA-Aufschrift paßt)
Gravuren:
  • Deckel innen: RW-Logo RW.jpg
  • Rückendeckel innen: WALZ-GOLD-DOUBLE / 20 MIKRON / GARANTIE 10 JAHRE
    sowie eine kleine 539
  • Am Gehäuserand Rückseite ca. beim Unruhkloben 655
  • Auf allen Deckeln innen eine Werksnummer (?) 67655
Die Zifferblattseite vom Werk zu sehen hatte ich nicht das Bedürfnis, die Uhr ist sauber, läuft gefühlt einwandfrei, über irgendeine Revision etc. ist mir nichts bekannt.
Die Uhr lag mit einigen anderen Kolleginnen wohklverstaut in einem Schreibtisch und wurde, zumindest soweit ich mich an die Zeit in meinem Elternhaus erinnere, nie benutzt - ich weiß aber nicht, wann und wie diese Uhr überhaupt in die Familie gekommen ist.

Die Kette war so dabei, ich weiß aber nicht, ob es die originale ist.

Ich benutze diese Uhr zu passenden Gelegenheiten gerne, trage sie aber am liebsten diskret in der Uhrentasche von der Jeans mit einer kurzen, nicht originalen Kette, die ich halbwegs passend in eBay geschossen hatte - ich möchte die für Westentasche passende lange Original(?)kette nicht kürzen lassen.

Wenn jemand ähnliche Uhren hat und/oder noch nähere Hinweise zur Datierung, wäre ich dankbar. Der Uhrmacher hatte 1920er geschätzt, aber paßt das zum Buser-Werk?

Sollte ich diese Uhr schonen oder möchte sie ausgeführt werden? Die Gehäusedeckel haben original mäßige, leichte Gebrauchsspuren, die ich so belasse (keine Polierversuche....). Ich finde ja, daß solche Gebrauchsgegenstände (wie auch alte Füller) ihre Kratzer und Schramme mit Würde tragen, was nicht heißt, daß man nicht angemessen sorgfältig damit umgehen sollte. Eine Revision fand der Uhrmacher auf den ersten Blick (blitzsauber, alles leichtgängig) nicht nötig.

zu.jpgoffen.jpgSekunde.jpg

Rueckendeckel_Detail.jpgwerk.jpggesamt_Kette.jpg

lG Matthias

PS.: Ich werde mich bei Gelegenheit im Vorstellungsbereich noch kurz vorstellen, versprochen.
 
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Ruebennase

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Die Kette gehört vermutlich zu der Uhr insofern, dass es Sie ebenso wie verglodete das Savonetteührchen mit "Tapetenzifferblatt" und augesetzten Indexen Ender der 1920'er eher 1930'er zu datieren ist. Das "Zubehör" Geschäft mit gelabelten Ketten von Uhrenfirmen existierte nicht. Somit gibt es im heutigen Sinne keine orginalen Ketten.

Grüße Rübe
 
ANTARES1958

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Gehäuse definitiv von Robert Fast gleich mit meiner Savonette.
 
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Matthias MUC

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Gehäuse definitiv von Robert Fast gleich mit meiner Savonette.
Ja, das ist diese hier? Meine erste Flohmarkt Uhr - eine Savonette im Robert Winter Gehäuse. - den Thread hatte ich auch schon bei der Suche im Forum nach Robert Winter vs. Rodi & Wienenberger gesehen, sehr sehr ähnlich (auch die Wiederholung der letzten drei Stellen der Werksnummer am Gehäuse ungefähr beim Unruhkloben). Hat jemand eine Idee, was es mit der kleinen "539" im Deckel von meiner Uhr auf sich haben könnte?
lG Matthias
 
Ruebennase

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Eine Idee schon, aber kein Ergebnis über den Inhalt. Das ist ein Uhrmacher Zeichen. Es war üblich im Deckel zu "notieren" was man oder wann man die Uhr in den Fingern hatte. Leider gibt es keine Mglichkeit der "Übersetzung" da jeder Uhrmacher das vollkommen inviduell handhabte. 539 könnte ein Ersatzteil, der 539 Eintrag in seinem Wartungsbuch oder sonst etwas bedeuten. In jedem Fall war sie in ihrem Arbeitsleben einmal beim Uhrmacher.
Ach übrigens: Schonen: ja, aber unbedingt tickend ausführen ;-)
Grüße Rübe
 
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Matthias MUC

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tickend ausführen: aber klar doch, mit Vergnügen :super:(muß mich mal auf die Suche nach einer vom Stil her passenden kurzen Kette machen, meine eBay-Kette ist eigentlich zu klobig... - die "Original"-Zubehör-Kette (die mutmaßlich immer schon dabei war) will ich wie geschrieben definitiv nicht kürzen lassen.

Kann man Robert Winter anhand der Seriennummer 67655 irgendwie datieren? Eine bestimmte Systematik, oder einfach fortlaufende Nummerierung, und ein paar Uhren hier im Forum mit bekannten Nummern und exaktem Kaufdatum beispielsweise, um das Zeitfenster festzumachen? Romans Uhr hätte die 310165, aber da ist wohl auch kein genaueres Datum (älter oder jünger als meine) bekannt.... Gibt es irgendwo ein Archiv, wo Unterlagen von Robert Winter liegen, wann gefertigt, wann an wen verkauft? Es juckt mich schon, mehr herauszufinden, wann und wie diese Uhr in meine Familie gekommen ist. Wenn vor dem WK II, dann entweder Gleiwitz (Linie vom Vater) oder irgendwie böhmisch/Prag (Mutter). Die Elterngeneration ist leider inzwischen ganz oder fast ganz weg..... (bei den Füllern war's einfacher, mein ältester MB 224 aus den 1930ern ist eines der wenigen Stücke, die definitiv von meinem Großvater überliefert sind....). Kann auf der Zifferblattseite vom Werk irgendwas zur Datierung hilfreiches zu finden sein (Seriennummern vom Buser?), d.h. würde es sich lohnen, allein deswegen das Werk mal auszubauen?
lG Matthias
 
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Ruebennase

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Nein das ZB ab zu nehmen das wird in diesem Fall nicht helfen. Eine Seriennummerliste über Robert Winter Werksnummern ist mir unbekannt. Du kannst allgemein mal bei Andreas : Taschenuhren im Allgemeinen datieren: Mikrolisk - The horological trade mark index es versuchen. Diese Uhr stammt nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit sondern ganz sicher aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, der ja erst 1939 begann. Im Weltkrieg wurden in den Uhrenfabriken auch eher Uniformknöpfe, Zeitzünder u.ä. hergestellt (gerade in der Schweiz) als Uhren.

GRüße Rübe
 
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Matthias MUC

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Das Baujahr von der Uhr ist das eine, aber es kann ja sein, daß sie irgendwie über verschlungene Wege erst viel später (= nach WK II, nach Fluchtgeschichte etc.) in den Besitz der Familie gekommen ist. Das wird wohl Geheimnis bleiben.....
 
ANTARES1958

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Das ist ja das spannende an den Taschenuhren, die tragen Geheimnisse in sich und erzählen spannende Geschichten!
 
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Matthias MUC

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Zwei Fragen am Rande: Gibt es über Robert Winter irgendwas findbares zur Firmengeschichte (Googlesuche zu Allerweltsnamen liefert eher den Heuhaufen als die Nadeln)? Lohnt sich für solche Recherchen (u.a. ob es was zu dem Werksnummern gibt) eine Anfrage oder ein Besuch in Nürnberg bei der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (Bibliothek!!)
lG Matthias
 
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Matthias MUC

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Naja, da steht aber leider auch nicht viel mehr als "Schwäbisch Gmünd, Deutschland; ab ca. 1904". Ich meinte mehr über die Firmengeschichte von wann bis wann (scheint zumindest aktuell nicht mehr zu existieren), was alles produziert wurde usw...
lG Matthias
 
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