"Gefährliche" Uhren

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goldie

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Ein kleines "T" unten an meiner Uhr hat meine Aufmerksamkeit erweckt und ich bin auf einem enttäuschendem Ergebnis getroffen:

Sorry dass es auf englisch ist, könnte aber es nicht übersetzen:
This "T" indicates that radioactive material, i.e., tritium (that's why it is a "T") is used in this watch. Don't worry: the radiation will definitely not be harmful to the person wearing this watch. The "activity" used in watchmaking is limited to a value of 25 mCi (milliCurie) which means that no radiation will pass through glass and/or case of this watch.

(gefunden in www.omikronwatches.com)

Das Glas meiner Uhr ist beschädigt. Also, ich trage eine schwach radioaktive Uhr :wand:
 
Cave

Cave

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Tritium wurde lange eingesetzt und wird es teils heute auch noch. Wie in dem Text zu lesen ist es nämlich nur in großen Mengen bedenklich.

Lies dazu außerdem mal folgenden Artikel:

http://www.oysterinfo.de/de/detailinfos/leuchtmasse/index.php


Und wenn deine Uhr beschädigt ist, dann solltest du sie reparieren lassen. Durch ein beschädigtes Glas kann nämlich z.B. Feuchtigkeit in die Uhr eindringen.
 
JochensUhrentick

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@goldie;

weitreichende Gamma-Strahlung kann gar nicht austreten, da es sich beim "leuchtmittelanregenden" Tritium (H3) um einen reinen Beta-Strahler handelt. Die Reichweite beträgt nur wenige mm im freien Feld. Das Gehäuse, der Boden und das Glas halten die Betastrahlen zurück.

Auch wenn mal durch einen sehr harten Stoß das Glas und die Indexe oder Zeiger beschädigt werden und dann das Tritium (Isotop des natürlichen Wasserstoffs) austritt, beseht bei der geringen Gesamtmenge an Tritium keine Gefahr.

Es sei denn, die Kennzeichnung lautet "T>25" oder in Rot "H3", also mehr als 25 mCl (bei älteren Taucheruhren z. B.); dann würde ich die Uhr aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzen und in den Sondermüll entsorgen.

"Uhrige" Grüße aus Berlin!

JochensUhrentick
 
Chronischer_Fall

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Das würde im Umkehrschluss bedeuten, früher oder später werden alle Uhrenmonteure verstrahlt sein. Zerfallende Isotope bedeuten aber nicht zwangsweise eine Gefahr für Leib und Leben. Zumal hier, nach derzeitigem Kenntnisstand in dieser Größenordnung ungefährliche, Beta-Strahlung emittiert.

Aber weil bei allem, was dem Demokraten schon aus Gründen für ihn kryptischer Benennung Angst einflöst, faktisch eine Beweislastumkehr angenommen wird, gilt eine Kennzeichnungspflicht. In Westeuropa - im Besonderen in Deutschland - ist man eben in Sachen Radioaktivität stark sensibilisiert. Hier gilt mittlerweile bald ein umgefallener Besen im AKW als Störfall. Aber wenn es auch nur den Ansatz einer wissenschaftlichen Erkenntnis gäbe, dass Tritium in vorliegender Form und Menge gesundheitsschädigend sei, wäre wohl statt des weißen T ein gelbes Dreieck mit den bekannten schwarzen Rotorblättern aufgedruckt (was aber bei Armbanduhren wohl gleichbedeutend mit einem Herstellungs- und Vertriebsverbot ist ;))

EDIT: Okay, Ihr seid schneller gwesen. :)
 
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Buteo

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JochensUhrentick schrieb:
@goldie;

weitreichende Gamma-Strahlung kann gar nicht austreten, da es sich beim "leuchtmittelanregenden" Tritium (H3) um einen reinen Beta-Strahler handelt. Die Reichweite beträgt nur wenige mm im freien Feld. Das Gehäuse, der Boden und das Glas halten die Betastrahlen zurück.

Auch wenn mal durch einen sehr harten Stoß das Glas und die Indexe oder Zeiger beschädigt werden und dann das Tritium (Isotop des natürlichen Wasserstoffs) austritt, beseht bei der geringen Gesamtmenge an Tritium keine Gefahr.

Es sei denn, die Kennzeichnung lautet "T>25" oder in Rot "H3", also mehr als 25 mCl (bei älteren Taucheruhren z. B.); dann würde ich die Uhr aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzen und in den Sondermüll entsorgen.

"Uhrige" Grüße aus Berlin!

JochensUhrentick
Bei älteren Taucheruhren ist das radioaktive Gift schon längst verflogen und weg ... leuchtet auch nix mehr.

Aber selbst bei den frühen "stark verstrahlten" Uhren, hätte man ein ganzes Rudel Tag und Nacht am Körper haben müssen, um überhaupt eine Strahlung im Körper nachweisen zu können...
Jede Röntgenaufnahme ist zigfach riskanter eine Schädigung durch Strahlung zu erhalten, als wenn man sich Tag und Nacht 30-40 dieser alten Uhren über Jahre an den Körper gebunden hätte ...
 
A

Alisna

Gast
Also ich habe schon gehört, daß die Damen, die früher die Zeiger mit der "gefährlichen" Leuchtmasse bemalt haben durchaus Probleme mit Krebs bekommen haben; allerdings haben die Damen wohl auch den Pinsel mit der Zunge immer wieder befeuchtet, als man das verboten hat, war die Gefahr wohl deutlich geringer.

Grüße
Alisna
 
B

Buteo

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Da wird der offene Farbeimer mit dem giftigen Zeugs, der pausenlos offen neben den Arbeitern stand, die Ursache gewesen sein.

Ja, früher ging man noch recht sorglos damit um ... auch mit Asbest, Pflanzengift ... :?
 
JochensUhrentick

JochensUhrentick

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Bei älteren Taucheruhren ist das radioaktive Gift schon längst verflogen und weg ... leuchtet auch nix mehr.
@Buteo,

sag mal, was erzählst Du da denn für Märchen? :lol2: Die radioaktive Substanz (bei alten Uhren bis 1963 Radium-226, Halbwertzeit 1602 Jahre) ist noch voll aktiv. Das Zinksulfid der Leuchtmasse wird im Laufe der Jahre von der Luftfeuchtigkeit und auch der Gamma-Strahlung des Radiums zersetzt; deswegen leuchtet es nicht mehr.

"Uhrige" Grüße aus Berlin!

JochensUhrentick
 
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Buteo

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Wir reden hauptsächlich von Tritium H3 - Halbwertszeit 12,36 Jahren - Rolex verbaute dass als eine der letzten offen auf den ZB von 1960-1998. Das Zeugs ist weg :wink:

Das Radium ist bei allen unter den Grenzwerten. Selbst bei den alten MIG´s und MI-Hubschraubern die mit Instrumenten mit Radium-Blättern vollgepflastert waren, werden die (heutigen!) Grenzwerte nicht überschritten ...

Man braucht keine Angst vor den Dingern haben - außer man bindet sich täglich einige Dutzend um den Bauch.
 
JochensUhrentick

JochensUhrentick

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@Buteo,

das stimmt. Tritium ist vergleichsweise harmlos. :-D

Als ehemaliger Hobbychemiker habe ich gern mit radioaktiven Stoffen experimentiert. Ware das noch herrliche Zeiten ... :P

"Uhrige" Grüße aus Berlin!

JochensUhrentick
 
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Buteo

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Abgeschafft wurde das Zeugs übrigens vor allem wegen Konstengründen. Der administrative Auwand für Beschaffung, Verarbeitung und was mit den Resten bzw. den Müll passiert, war den meisten Firmen zu hoch.
Auch wenns nur schwach-radioaktiv ist, hatten die Firmen einen ähnlichen Papierkrieg, wie wenn sie hochradioaktive Stoffe gehandelt, exportiert und verarbeitet hätten.
 
Z

zapden

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nordisch by nature
Die Damen in der Herstellung sollen vor allem deshalb erkrankt sein, weil sie die Haarpinsel bein Auftragen mit den Lippen anfeuchteten.
(ich weiß, hört sich an wie die Spinne in der Yuccapalme, stand aber so im Artikel über Leuchmittel bei Uhren in der diesjährigen Chronos Sportuhrenausgabe)

Gruss

Dirk
 
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fpei879

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Hey!
Ich wollte diesen Thread mal aus der Versenkung holen...
Weiß jemand hier, ab wann (und bis wann, und durchgängig/verpflichtend) die schweizerischen Uhrenhersteller ihre Tritium oder Radium-Uhren mit "T Swiss Made T" und ähnlichem gekennzeichnet haben?
Gehe ich recht der Annahme, dass alle Uhren die vor 1998 gekauft wurde und im dunklen Leuchten radioaktiv sind?
 
F

fpei879

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Hmm... Niemand eine Ahnung? :S
 
Ranma

Ranma

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naja, nach den 3 1/2 Jahren, die der Thread alt ist, wird er das Glas wohl repariert oder die Uhr entsorgt haben ;-)
Die schwach radioaktive Uhr hat er übrigens auch getragen, als das Glss noch heil war :-) Ein zerbrochenes Glas ist schließlich keine Voraussetzung für die Betastrahlung...
Gruß
Ranma
 
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goldie

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Das Glas ist repariert und somit ist die Strahlung verhindert. Der Thread ist tatsächlich sehr alt. Die Zeit läuft aber unglaublich schnell. Schön dass man Uhren hat um sie zu messen.
 
F

fpei879

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hehe... Sehr philosophisch ;)
Ihr wisst also auch nicht, ob es eine Kennzeichnungspflicht gibt/gab?
 
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