geerbte Standuhr (Selbstbau) und Gewichtsaufhängung

Diskutiere geerbte Standuhr (Selbstbau) und Gewichtsaufhängung im Sonstige Uhren Forum im Bereich Sonstige Uhren; Moin Moin, Vielen dank für die Aufnahme ins Forum... Und frecherweise habe ich natürlich auch gleich eine Frage an Euch Experten: Ich habe eine...
#1
F

Faltenreicher

Themenstarter
Dabei seit
06.01.2019
Beiträge
3
Moin Moin,
Vielen dank für die Aufnahme ins Forum... Und frecherweise habe ich natürlich auch gleich eine Frage an Euch Experten:
Ich habe eine schöne alte und auch selbst gehandwerkelte Standuhr geerbt. Leider weiss ich nicht, wo ich die Kette einhängen muss für die Gewichte. AAn der Kette sind zum einen der Aufhänger für das Gewicht und auf der anderen seite eine Plättchen ohne Loch. Anscheinend muss das irgendwo hineingeschoben werden, da finde ich allerdings nichts. Die Rückwand ist nicht abschraubbar und die Sicht nach oben beschränkt. Vielleicht erhellen die Photos die problematik...
Vielen Dank schon einmal für Eure Hilfe.
Herbert
standuhr-1.jpg


standuhr-2.jpg


standuhr-3.jpg
anhaengehaken.jpg

(Das sind die Plättchen (untere Position) , die wohl irgendwo an nicht sichtbarer Stelle hineingeschoben oder verklemmt werden müssen)
 
#2
Westminster

Westminster

Dabei seit
26.02.2017
Beiträge
326
Guten Abend,

also die Kette legst Du erst mal um den Stern (silbernes Metall) von einem Deiner beiden Kettenräder. Wichtig, daß die Kettenteilung mit der des Sterns übereinstimmt. Es sieht so aus, als wenn die gezeigten Teile neu sind, ist die Kette alt und passend oder ebenfalls neu gekauft? Egal, wenn Du die Kette eingefädelt hast, öffnest Du jeweils das Kettenglied am Ende und schließt es nach dem Einhängen des Gewicht- und des Endteils (ohne Haken). Dieses dient dazu, ein Herauslaufen der Kette vom Kettenrad zu verhindern, was bei dem großen Sägeschlitz auf Deinem Bild trotzdem passieren kann, wenn Du Pech hast. Normal wären vier kleine Löcher wie auf meinem Bild gezeigt, wo demzufolge die Werkhalteplatte gleichzeitig als Anschlag dient, um ein Ablaufen darüber hinaus und ebenfalls ein Aufziehen bis in Werk zu verhindern. (mit den von Dir gezeigten Plättchen)
In der Hoffnung geholfen zu haben verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.
DSCN1231.JPG
 
#3
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.541
Ort
92272 Hiltersdorf
Guten Tag, Herbert.

Also, ich bin nicht Deiner Meinung, dass diese Uhr ein "Selbstbau" ist. Lediglich das Trägerbrett für das Werk scheint neu angefertigt worden zu sein. Die Uhr selbst ist wohl in den 1920 er Jahren entstanden, kann aber auch 1930 gewesen sein. Auf jeden Fall nach dem WKI und vor dem WKII.

Jetzt aber zu Deinem Problem: Die Ketten wirst Du nur neu Auflegen können, wenn Du das Werk aus dem Gehäuse nimmst. Dazu musst Du die beiden Schrauben, die von hinten in das Trägerbrett geschraubt sind, entfernen (die gehören im Original da sowieso nicht rein - dazu später). Vorgehen:
1. das Pendel aushängen und irgendwo ablegen.
2.) In dieser Position von unten rechts und links durch die Halteschienen des Trägerbrettes an zugänglicher Stelle vorsichtig je 1 Loch mit Durchmesser 3 mm bis oben durch bohren (da kommen später die Feststellschrauben rein um das Werk in seiner richtigen Position zu fixieren).
3.) Jetzt die Schrauben hinten herausschrauben.
4.) Das Werk nun nach vorne heraus nehmen und auf Deinen Tisch stellen. Dabei aufpassen, dass die Hämmer-Arme nicht verbogen werden, sonst wird die Justage der Selben beim Einbau schwierig!!! Und natürlich ganz besonders auf die Pendelverlängerung hinten am Werk achten! Hier darf nichts verbogen oder verdreht werden!

Nun kommen die Ketten zum tragen!
Von den Seiten des Werkes kannst Du die Kettensterne sehen. Fangen wir links an (vom Ziffernblatt aus gesehen). Das ist die Kette vom Schlagwerk. Als erstes musst Du feststellen, nach welcher Seite das Schlagwerk aufgezogen wird. Dazu einen Schraubendreher nehmen und die Zacken vom Stern drehen. Nach einer Seite geht das, nach der Andern nicht. In die Richtung, in die sich der Stern drehen lässt, ist die Aufzugrichtung, die Andere Richtung also die Ablaufrichtung an der später das Gewicht hängen muss.
Und jetzt wirst Du sicherlich 4 Hände brauchen! Das Werk vorsichtig auf den Kopf stellen und fest halten - Vorsicht bei den Hammer-Armen und der Pendelverlängerung!!! Die Kette dann von Oben (die eigentliche Unterseite) so zum Stern führen, dass sie mit mindestens einem Glied im Stern eingehangen ist. Mit dem Schraubendreher nun vorsichtig den Stern weiter drehen - die Kette wird mitgenommen. Jetzt das Werk vorsichtig auf die Seite drehen, damit sich die Kette um weiter Zacken des Stern legt. Wenn dann die Kette 180 ° um den Stern liegt, hast Du das Werk wieder in der Normal-Position. Jetzt ziehst Du die erste Kette soweit durch, bis beide Enden ca. gleich lang sind. Jetzt kurz unter dem Trägerbrett des Werkes diese beiden Kettenenden mit einer Büroklammer oder dünnem Kabelbinder oder so zusammen binden. Das muss so geschehen, dass die Kette nicht mehr vom Stern fallen kann.
Nun genau diese Prozedur mit der anderen Kette. Hast Du nun beide Ketten wieder auf dem Stern, kann das Werk wieder zurück in das Gehäuse (die Ketten hängen jetzt im Uhrengehäuse!). Nun die Schrauben von Unten durch die Schienen und das Trägerbrett schrauben. Das Werk sitzt damit in der richtigen Position.
Nun zu den Plättchen, die bei den Ketten dabei waren. In Aufzugrichtung biegst Du das letzte Kettenglied vorsichtig auf und hängst dort das Plättchen ohne den Haken ein und biegst das Glied wieder zusammen. Dieses Plättchen soll dafür sorgen, dass die Kette nicht aus dem Stern heraus laufen kann. Irgendwo im Werk wird sich das Plättchen festsetzen und dann kann man mit etwas Gefühl daran die Kette wieder aufziehen. Der Haken wird genauso am anderen Ende befestigt. Da wird dann das Gewicht dran gehangen. Jetzt erst die Büroklammer oder den Kabelbinder entfernen. Jetzt können die Ketten nicht mehr aus. Das machst Du dann auch mit der zweiten Kette. Fertig!

Ach, eins noch: Die beiden Gewichte sind unterschiedlich schwer. Das Schwerere kommt an das Schlagwerk! So. Das wars eigentlich. Nun noch das Pendel eingehangen und die Uhr angeworfen. Tickt sie absolut gleichmäßig? wenn nein, muss der Abfall noch justiert werden. Aber dazu meldest Du Dich einfach nochmal hier. Auch das bekommen wir hin.
 
#4
F

Faltenreicher

Themenstarter
Dabei seit
06.01.2019
Beiträge
3
Moinsen
Vielen dank für die (Erst)Hilfe...
Au, Backe... Da muss ich tatsächlich ausbau-händisch ran. Das wird lustig... :)
Zur Uhr: Mein (nunmehr verstorbener Onkel) war Tischler und Zimmermann und hat diese Standuhr selbst gebaut. Woher er Uhrwerk und Ziffernblatt etc. hatte, weiß ich nicht, aber vielen Dank für die zeitliche Einschätzung. Über die Reparaturarbeiten berichte ich dann gerne bei Gelegenheit.
Grüße in die Runde
Herbert
 
#5
F

Faltenreicher

Themenstarter
Dabei seit
06.01.2019
Beiträge
3
Moin Moin in die Runde,
So, geschafft. Kette liegt sicher auf dem Zahnrad und die Uhr schlägt. Soweit so gut. Das zweite Zahnrad spielt leider aber nicht mit: Es arretiert leider nicht, man kann es in beide Richtungen bewegen, mit der Folge, dass die Kette immer wieder abläuft. Woran kann das wohl liegen?
Herbert
 
#6
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.541
Ort
92272 Hiltersdorf
Guten Abend, Herbert.

Da wird sicher das Gesperr des Kettenrades irgend wie versagen. Es hilft nichts: Alles nochmal auf Los! Das Werk öffnen und das defekte Kettenrad ausbauen. Das besteht aus mehreren Teilen. Schau Dir mal diesen Trööt an. Da hat der TS anschaulich geschrieben, wie er sein defektes Kettenrad wieder repariert hat. Alternativ solltest Du auch mal bei SELVA nachschauen. Da gibt es diese Teile als Ersatzteil.
 
Thema:

geerbte Standuhr (Selbstbau) und Gewichtsaufhängung

geerbte Standuhr (Selbstbau) und Gewichtsaufhängung - Ähnliche Themen

  • Uhrenbestimmung Taschenuhr geerbt. Wer kann mit etwas drüber sagen?

    Uhrenbestimmung Taschenuhr geerbt. Wer kann mit etwas drüber sagen?: Hallo liebe Forum Gemeinde Ich habe von meinem Vater eine Taschenuhr geerbt. Diese war auch nun 10 Jahre in einer Box gut verstaut und in...
  • Habe ne Urgos Standuhr Geerbt,

    Habe ne Urgos Standuhr Geerbt,: Hallo erst mal-Ich habe mich hier mal Angemeldet-weil ich Uhren mag...meist sind es Armband Uhren die mich Reizen....doch ich mag auch Standuhren-...
  • art deco Standuhr(Furtwängler) geerbt-wer kann mir helfen??

    art deco Standuhr(Furtwängler) geerbt-wer kann mir helfen??: Hallo, bin neu hier und hab absolut keine Ahnung von Uhren. Habe eine Standuhr mit Furtwängler Uhrwerk geerbt,kann aber hiermit absolut...
  • Standuhr von Oma geerbt

    Standuhr von Oma geerbt: Hallo! Ich kenne mich mit Uhren leider gar nicht aus, deshalb hoffe ich hier im Forum kompetene Hilfe zu finden ;-) Haben von Oma die im...
  • Uhrenbestimmung Was für eine Standuhr habe ich geerbt?

    Uhrenbestimmung Was für eine Standuhr habe ich geerbt?: Hallo, ich wollte fragen ob mir jemand sagen kann welchen Typ von Hermle Uhr ich geerbt habe ??
  • Ähnliche Themen

    Oben