Gangreserve bei Automatikuhren

Diskutiere Gangreserve bei Automatikuhren im Herrenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Liebe Uhrenverrückte, kann mir jemand den Sinn einer Gangreserveanzeige bei einer Automatikuhr erklären (abgesehen davon, dass eine weitere...
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Gast50461

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Liebe Uhrenverrückte,

kann mir jemand den Sinn einer Gangreserveanzeige bei einer Automatikuhr erklären (abgesehen davon, dass eine weitere Komplikation immer was besonderes ist). ??

Also, wenn ich die Automatikuhr trage, läuft sie, (ist doch egal mit wieviel Gangreserve. soll ich den Arm schütteln, wenns weniger wird? Ist doch Unsinn). Wenn sie liegt, bleibt die Uhr stehen. Mit, oder ohne Anzeige.

Bei einer Handaufzug macht Die Gangreserveanzeige hingegen Sinn. Ich kann sie Aufziehen, bevor sie stehen bleibt und, noch wichtiger, ich weiss, wann "der Anschlag" kommt und hör vorher mit dem Aufziehen auf, um die Feder zu schonen.

Irr ich mich?

viele grüsse
 
freemind1

freemind1

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Nach dem praktischen Sinn von mechanischen Komplikationen zu fragen ist per se schon schwierig. Wofür brauchst Du einen Sekundenzeiger, wenn die Uhr eh nicht sekundengenau geht? Warum den Wochentag - den kennt man in der Regel, oder? Und die Mondphase? Wer braucht das wirklich? Die Gangreserveanzeige bei Automatikuhren ist eine nette Komplikation, immerhin kann man daran ablesen, ob die Uhr die Nacht durchläuft, wenn man sie ablegt. Und man kann schön sehen, wie die Uhr sich nach und nach aufzieht. Das alles ist doch schon mal mehr Nutzen als so manch andere Komplikation.

Gruß
Volker
 
olderich

olderich

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Hallo,

habe mir unlängst eine Union Glashütte Belisar Pilot mit Gangreserveanzeige neu beim Konzi gekauft.
Die Gangreserveanzeige ist insofern sinnvoll, als ich die Uhr bei meinem relativ ruhigen Leben als Rentier jeden 2. Tag aufziehen muss.
Meine anderen Automatikuhren haben keine Anzeige, laufen aber länger, anscheinend ist der Aufzugsmechanismus besser.
Habe keine Lust, die Uhr überprüfen zu lassen, im Sichtboden sieht man, dass sich der Rotor dreht. Weiss aber nicht, ob bei diesem ETA-Werk (mit Gangreserveanzeige) nur nach einer Seite aufgezogen wird.
Die Automatik reicht tagsüber, um die Uhr am Laufen zu halten (Gangreserve nimmt wenig ab), aber abends und nachts geht es halt 10 Stunden runter, da keine Bewegung.
Hätte also auch eine Handaufzugsuhr mit Gangreserveanzeige nehmen können, wäre auf das Gleiche heraus gekommen.
ciao olderich
 
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Gast50461

Gast
@freemind1 Du hast Recht. Bis auf den Sekundenzeiger! den benutz ich, um die Gangabweichung meiner meschanischen Uhren zu überprüfen. Wie absurd das ist, fällt mir gerade erst auf. TOLL! :lol:
 
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Gödel

Gast
Ist Ansichtssache.
Ich finde die Gangreserve-Anzeige bei Automaten extrem sinnvoll. Somit weiß ich ab wann genügend Drehmoment auf der Zugfeder liegt damit das System ein konstantes Drehmoment für einen gleichmäßigen Gang zur Verfügung steht. Zudem kann ich die Aufzugsleistung der unterschiedlichen Automatik-Kaliber beobachten.

Bei einem HW-Werk finde ich die Gangreserve-Anzeige witzlos. Ich habe hier absolute Kontrolle über die Zugfeder und ziehe das Werk immer ganz auf. Es tut der Zugfeder nichts wenn man bis auf Anschlag aufzieht.
 
clausuhr

clausuhr

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Nützliche Komplikation, finde ich. (hab bisher noch keine:D)
Man kann sehen, ob sie über Nacht durchläuft. Wenn nicht, würde ich sie mittels Krone mit einigen Drehungen aufziehen,
hat noch keiner Automatik geschadet.
Wenn man Minimalismus will, muss man sich eine Einzeigeruhr kaufen.;-)
 
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Gast50461

Gast
Gödel, da widersprech ich Dir. Es tut den Federn nicht gut, voll aufgezogen zu werden. AUSSERDEM: fast alle meschanischen Werke laufen am konstantesten im mittleren Aufzugsbereich. Und auch den zeigt die Gangreserveanzeige an. Das macht Sinn. Die Automatikuhr kann ich aber gar nicht in dem Bereich halten, wenn ich sie trage. Ich kann ja nicht aufhören mich zu bewegen, wenn sie den mittleren Bereich nach oben verlässt. ... Ich hab auch Automatikuhren mit Gangreserveanzeige. Klar. Ich hinterfrag nur den Sinn dieser Komplikation. (abgesehen davon, dass eine weitere Komplikation immer was besonderes ist), wie von mir ganz zu Anfang erwähnt.
 
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Gödel

Gast
Du kannst auch gerne an die Existenz des fliegenden Spaghetti-Monsters glauben. Über ein paar Belege über Deine Behauptung würde ich mich gerne freuen ;-)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

PS Übrigens kannst Du den Automaten so viel tragen wie Du willst. Wenn die Zugfeder das maximale Drehmoment erreicht hat, kann die Zugfeder nicht n o c h weiter aufgezogen werden.
 
wafa

wafa

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Handaufzug: Steht in nahezu jeder Anleitung: 1x täglich aufziehen. Damit ist immer genug "Saft" im Federhaus.
Auch bei Nutzungspausen gilt: aufziehen.
Vollaufzug ist mechanisch und haptisch feststellbar
Automatik: da weiß der Nutzer nicht unbedingt, wie viel Gangreserve man aufgebaut hat bzw. nach einer Tragepause noch drin ist.
Darum macht bei einer Automatik die Gangreserveanzeige mehr Sinn. (mögliche Ausnahme: Handaufzüge mit großer Feder, wie ein 8-Tage-Werk).
Ich bin manchmal überrascht, wie viel (oder wenig) die Uhr an einem Tag aufbaut.
Ganz schlimm sich Tage, an denen ich viel im Auto sitze...Autobahnfahren ist keine Tätigkeit, die der Uhr viel Energie zuführt...auch nicht mit Automatikgetriebe :D
Walter
 
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Gast50461

Gast
Gödel, jeder Uhrensammler weiss, wenn ers nicht selber herausgefunden hat, dann von seinem Uhrmacher, dass mechanische werke zwischen 30 und 80 % aufzug am gleichmässigsten laufen. das Spaghettimonster, das fliegende, scheinst Du gefrühstückt zu haben! Das ist inhaltlich gemeint, Äusserlichkeiten sind mir, wenns um die Sache geht egal ;-)
 
P

Pommes

Gast
Da bin ich mit meiner Meinung ganz bei "Gödel" und "wafa".
Handaufzug, beim Ablegen aufziehen, und da merke ich, wenn sie voll ist.
Automatik, da weiß ich nie, wann sie voll ist. (30 mal oder 50 mal drehen?) Da ist eine Anzeige schon bequem.
 
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Gödel

Gast
Gueter - jeder Uhrmacher wird Dir bestätigen das HW-Werke so konstruiert werden das ein Vollaufzug der Zugfeder nicht schadet. Ich habe diverse HW-Werke die ich immer voll aufziehe - bisher ohne Schaden der Zugfeder.

Vermutlich meinst Du die anfänglichen Probleme bei Nomos in der Zeit, als Nomos die Gangreserve des Peseux 7001 aufgebohrt hatte? Hier gab es tatsächlich eine Reihe von Problemen mit dr Zugfeder die aber längst der Vergangenheit angehören.

Also zeig mir Belege für deine allgemeine Behauptung in der Sache. Solange Du keine Belege hast, glaube ich eher an das fliegende Spaghetti-Monster ;-)
 
Don Jorge

Don Jorge

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Der Sinn ist folgender: Man braucht die Info nicht unbedingt, aber es ist schön sie zu haben. Ebenso wie bei der Mondphase. Oder beim Vollkalender. Oder beim Wochentag. Oder beim Datum. Oder beim Sekundenzeiger. Oder beim Minutenzeiger. Weiter möchte ich bei Uhren nicht gehen. :-)
 
Marv

Marv

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Ich gestehe dieser Funktion durchaus einen "Sinn" zu - ich bemerke z.B. bei meiner XEN durchaus, wenn ich mich zu wenig bewegt habe.

Da kann ich dann zusätzlich von hand aufziehen...
 
freemind1

freemind1

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Ich gestehe dieser Funktion durchaus einen "Sinn" zu - ich bemerke z.B. bei meiner XEN durchaus, wenn ich mich zu wenig bewegt habe.

Da kann ich dann zusätzlich von hand aufziehen...

Oder mal ein wenig bewegen :-) Ist nicht nur gut für den Aufzug!
 
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Wenn ich mich recht erinnere, kam die Anzeige der Gangreserve auf, um Automatikuhren zu promoten. Getreu der Devise "Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht" waren die Kunden, die bislang Handaufzug gewohnt waren, bei Automatikuhren skeptisch, ob diese nicht kurz nach dem Ablegen der Uhr stehenbleiben. So gesehen ist diese Komplikation eher Marketing für Automatikuhren gewesen. Heutzutage ist Automatik Standard.

Ob eine Anzeige der Gangreserve sinnvoll ist, muß heute jeder für sich entscheiden. Wer seine Uhr über einen größeren Teil des Tages nicht trägt (z. B. berufsbedingt), für den mag die Komplikation nützlich sein. Oder wer wenige Uhren oft wechselt. Zudem steigt der Sinn einer Gangreserve-Anzeige mit der Zahl der weiteren Komplikationen, die im Falle eines Stillstandes neu eingestellt werden müßten (Kalenderfunktionen).
 
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Gödel

Gast
Kann historisch so gewesen sein Enkel, aber bist Du 100%-sicher? Wieviele Hersteller haben in den Anfängen der Automaten in den 50ern und 60ern tatsächlich mit Gangreserven ausgestattet?
Was der user Wafa weiter oben aufgeführt hat kann ich auch nur bestätigen: Man überschätzt die Aufzugsleistung der meisten Automatik-Kaliber. Tatsächlich ist die Aufzugsleistung der gängigen Automatik-Kaliber eher "ausreichend", denn man ging in den 60/70ern davon aus -als die Standardkaliber wie zB das ETA 2824 entwickelt wurden- dass der Kunde nur eine Uhr hat die er täglich trägt. Und über das day-to-day tragen hat sich erst ausreichend Drehmoment auf der Zugfeder aufgebaut, damit das System ausreichend Energie für einen stabilen Gang zur Verfügung steht. Für uns Sammler, die die Uhren täglich wechseln ist das alles nichts. Meine Automaten bleiben nach dem ablegen nach max 24 Std stehen, was mir natürlich egal ist, weil ich dann schon die andere Uhr trage. Für die Leute mit 2-3 Uhren ist die Situation aber dann wieder eher unbefriedigend, weshalb sie evtl auf die Uhrenbeweger ausweichen müssen.

Ich persönlich hätte gerne für jeden Automaten eine Gangreserve-Anzeige aus genau folgendem Grund: Ich will den Automaten nur soviel aufziehen, bis das Minimum an Drehmoment auf der Zugfeder für einen guten Gang zur Verfügung steht. Die alten Hasen wissen: Den meisten Automaten wie zB das ETA sind nicht für Handaufzug ausgelegt, beim aufziehen schleift Messing auf Stahl, der Verschleiß ist signifikant beim Handaufzug von Automaten. Daher gilt die generelle Regel: Zu häufiges handaufziehen von Automaten sollte vermieden werden, weil es mit Verschleiß verbunden ist.

Mir sind auch kaum Automaten mit Gangreserve-Anzeige bekannt. Eines der wenigen die ich kenne und besitze ist zB ist Seiko und Grand Seiko mit dem SD-Kaliber.
 
deteringgase

deteringgase

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Hmm, wie Gödel oben schon angedeutet hat: wenn man eine Automatik dauerhaft als einzige Uhr trägt, hat sie fast immer genug Reserve, um über die Runden zu kommen. Trägt man sie einen Tag nicht, weil man wie die meisten hier mehrere Uhren hat, kann es schon knapp werden. Die Gangreseveanzeige sagt mir dann, daß sie so z. B. nicht durch die Nacht kommt, also Handaufzug braucht.

Meine Handaufzugsuhren am Arm werden sowieso jeden Tag mehrmals, gerade wenn ich mal daran denke, aufgezogen. Das macht Spaß und die Uhr ist immer in der Nähe des Vollaufzugs, wo, wie ich gehört habe, der Gang am genauesten ist und am besten reguliert werden kann.

Munterbleiben, deteringgase!
 
mecaline

mecaline

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Wofür brauchst Du einen Sekundenzeiger, wenn die Uhr eh nicht sekundengenau geht?

Z.B. muss eine "anerkannte" Taucheruhr einen Hinweis haben, dass die Uhr läuft. Dazu ist auch ein laufender Sekundenzeiger als Hinweis darauf erlaubt.
 
Thema:

Gangreserve bei Automatikuhren

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