Ganggenauigkeit einstellen

Diskutiere Ganggenauigkeit einstellen im Uhrencafé Forum im Bereich Uhrencafé; Hallo Leute, ich hätte mal eine Frage. Wie wird bei einer mechanischen Uhr die Genauigkeit nachgestellt. Ich habe bei meiner Poljot diese...
#1
Wolverine

Wolverine

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Hallo Leute,

ich hätte mal eine Frage. Wie wird bei einer mechanischen Uhr die Genauigkeit nachgestellt. Ich habe bei meiner Poljot diese Schraube, die mit einem + und - gekennzeichnet ist. Ist das die Verstellung? Wie funktioniert das? Wenn die Uhr schneller laufen soll, dann in Richtung + drehen und umgekehrt für langsameren Lauf? Wie weit muss man diese Schraube drehen, ganze Umdrehungen oder nur ein paar Grad weise?
Danke für eure Antworten.

 
#2
Junnghannz

Junnghannz

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Zuerst einmal wünsche ich allen Forumsmitgliedern einen schönen guten Abend! :)

Ich lese hier seit gut zwei Monaten mit großem Interesse die Beiträge des Uhr-Forums und habe mich so kurz vor Weihnachten dazu entschlossen, mich hier anzumelden.

Zu mir: Ich würde mich als uhreninteressierten Laien bezeichnen; meine Interesse an mechanischen Uhren erwachte letztes Jahr im April - ich bin bereits mit dem Uhrenvirus infiziert und die Zahl meiner Armbanduhren hat sich in den letzten Monaten stetig vergrößert... kurzum: Ich freue mich schon auf einen angeregten Erfahrungs- bzw. Informationsaustausch zum Thema Uhren!!!


Zu Wolverines Anfrage, was das Regulieren von (Poljot-) Uhren angeht:

Was Du hier als "Schraube" bezeichnest, ist eine Einkerbung, die nicht zum Regulieren verwendet werden kann. Du siehst bei Deiner Uhr zwei Hebel: Einen größeren, an dem die Unruhspirale festgeklemmt ist und einen etwas kleineren. Dieser kleinere Hebel dient zur Führung der Spirale und vergrößert die aktive Länge der Spiralfeder, wenn Du ihn in Richtung "Minus" stellst; umgekehrt verkürzt er die Länge, wenn Du ihn in Richtung "Plus" stellst. Die Uhr läuft dementsprechend langsamer oder schneller.
Auf jeden Fall ist es ratsam, ihn nur in WINZIGEN Schritten zu verstellen; Zehntelmillimeter können schon mehrere Sekunden Vor- oder Nachgang am Tag ausmachen!! Ich selbst habe schon zwei Poljot-Uhren einreguliert, mit recht guten Ergebnissen. Man braucht aber schon etwas Geduld und Gefühl.
 
#3
Wolverine

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Alles klar! Danke für die Hilfe. Wenn an genauer hinsieht, dann erkennt man, dass es sich nicht um eine Schraube handelt. Wenn mich nicht alles täuscht, sitzt dort die Stoßsicherung. Ich meine diese kleine Blattfeder die vor dem Rubin sitzt. Dieser Hebel ist auch nicht irgendwie festgeklemmt mit einer Schraube oder Ähnlichem? Also ich kann ihn ganz normal und vorsichtig bewegen, ja?
Habe jetzt mal über mehrere Tage die Ungenauigkeiten aufgeschrieben. Abends 20:00 Uhr 0sek, Morgens 8:00Uhr -4sek (Uhr nicht getragen), Abends wieder 0 bis +1sek. (den ganzen Tag getragen) und am nächsten Morgen dann wieder -4sek. Das ganze jetzt schon seit drei Tagen so. Ich denke ich werde da erstmal nichts verstellen. Wenn man über 24 Stunden guckt, dann geht die Uhr ja annährend konstant ;-)
 
#4
Junnghannz

Junnghannz

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Nein, dieser Hebel ist nicht festgeklemmt - Du kannst ihn z. B. mit einem (entmagnetisierten/nicht magnetischen!) Uhrmacherschraubenzieher vorsichtig verstellen. Vorsicht, Abrutschgefahr!! :!:

Den größeren Hebel aber so eingestellt sein lassen, wie er ist! Bei diesen Gangwerten würde ich selbst nicht nachregulieren, sondern es einfach so lassen, wie es ist!
 
#6
Spezi Matik

Spezi Matik

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ich ziehe jetzt mal wieder den Beitrag aus der Versenkung......

20141010_165536.jpg
(Bild zeigt 687-Werk von Junghans)

ich habe also hier einen kleinen Hebel zum Einstellen der "Geschwindigkeit", wozu ist aber der dickere Hebel?
 
#7
U

uhr_10

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a) Leichenfledderer :-)
b) Lesen bildet. Sh. #2 "Einen größeren..."
 
#11
Königswelle

Königswelle

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wozu ist aber der dickere Hebel?
Der dickere Hebel ist der Spiralschlüssel (als Begriff für die weitere Suche) ;-). An dem ist das Ende der Unruhspirale befestigt. Wenn man den verstellt, ändert man den sog. Abfall. Der Abfall ist, wenn ich das laienmäßig richtig verstanden habe, der Grad, in dem die Unruhe gleichmaßig nach beiden Seiten ausschwingt. Wenn man hier was verstellt, produziert man einen sog. Abfallfehler (wenn die Uhr vorher korrekt eingestellt war).

Der kleine Hebel stellt den Teil der Unruhsiprale ein, der frei schwingen kann. Der Bereich zwischen den beiden Hebeln schwingt also quasi gar nicht mit. Ich lasse mich gerne korrigieren, es gibt hier eine Menge Leute, die das besser wissen und besser erklären können als ich.
 
#12
10-nach-10

10-nach-10

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Der dickere Hebel ist der Spiralschlüssel (als Begriff für die weitere Suche) ;-). An dem ist das Ende der Unruhspirale befestigt. Wenn man den verstellt, ändert man den sog. Abfall. Der Abfall ist, wenn ich das laienmäßig richtig verstanden habe, der Grad, in dem die Unruhe gleichmaßig nach beiden Seiten ausschwingt. Wenn man hier was verstellt, produziert man einen sog. Abfallfehler (wenn die Uhr vorher korrekt eingestellt war).
Viel zu kompliziert ;-). Dicker Hebel (mit Spiralklötzchen, an dem das äußere Ende der Spirale befestigt wird) steht richtig=> Uhr macht "tick-tack". Dicker Hebel steht falsch=> Uhr macht entweder "tiiiieeeck-tack" oder "tick-taaaaack".

Der kleine Hebel stellt den Teil der Unruhspirale ein, der frei schwingen kann. Der Bereich zwischen den beiden Hebeln schwingt also quasi gar nicht mit. Ich lasse mich gerne korrigieren, es gibt hier eine Menge Leute, die das besser wissen und besser erklären können als ich.
Stimmt. Der kleine Hebel (Rücker mit Rückerstiften, zwischen denen die Spirale entlangläuft) legt die aktive Länge der Spirale und damit fest, ob die Uhr schnell "tick-tack-tick-tack" oder langsam"tiiiieeeek-taaaaaak-tiiiieeek-taaaaaak" macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
#13
Badener

Badener

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Der dickere Hebel ist der Spiralschlüssel (als Begriff für die weitere Suche) ;-).
Jetzt wird's hier aber wild ;-). Der dicker Hebel ist der Spiralklötzchenträger, in dem das mit dem Spiralklötzchen versehene Ende der Unruhspirale befestigt ist. Der Spiralschlüssel befindet sich am anderen Hebel, dem Rücker.

Die Ausführungen zum Abfall(fehler) sind soweit richtig. Bleibt vielleicht noch zu ergänzen, dass man ohne Zeitwaage die Finger davon lassen sollte...

Gruß Badener
 
#15
Spezi Matik

Spezi Matik

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Oh, da habe ich nun von den Fachausdrücken einiges dazugelernt! ! :)
----------

Dummerweise habe ich den Spiralklötzchenträger am Russenwerk 2609HA etwas verstellt, und nach Ablaufen des Werkes und Neuaufzug läuft es nun nicht mehr von alleine an.
Soll ich am Träger zehntel-mm-weise drehen, bis es anläuft oder gibts Tricks - - ausser zum Uhrmacher laufen? Try and error?;-)
 
#16
10-nach-10

10-nach-10

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Ich würde damit zum Uhrmscher gehen, denn ohne Zeitwaage wird das beim Laien nichts. Außerdem ist dort eine der empfindlichsten Regionen der Uhr überhaupt, wo man blitzschnell etwas hoffnungslos demolieren kann (Spirale, Unruhewelle mit den feinen Zapfen etc).
 
#17
Spezi Matik

Spezi Matik

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O.k.

hier mal ein Foto vom Uhrwerk
20141016_084010.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Ich habe es jetzt mal mit einem 2. laufenden 2609HA verglichen. Bei gleicher Einstellung läuft es nicht los, erst wenn ich den Spiralklötzchenträger etwas gegen den Uhrzeigersinn verrücke.
 
#18
falko

falko

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Viel zu kompliziert ;-). Dicker Hebel (mit Spiralklötzchen, an dem das äußere Ende der Spirale befestigt wird) steht richtig=> Uhr macht "tick-tack". Dicker Hebel steht falsch=> Uhr macht entweder "tiiiieeeck-tack" oder "tick-taaaaack".



Stimmt. Der kleine Hebel (Rücker mit Rückerstiften, zwischen denen die Spirale entlangläuft) legt die aktive Länge der Spirale und damit fest, ob die Uhr schnell "tick-tack-tick-tack" oder langsam"tiiiieeeek-taaaaaak-tiiiieeek-taaaaaak" macht.
Tick-tack ist schon schlecht. Eigentlich sollte die Uhr bei gleichmässigem Abfall tick-tick-tick-tick... machen.;-)
 
Thema:

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