Fundsache Taschenuhr Seconde Morte unvollständig

Diskutiere Fundsache Taschenuhr Seconde Morte unvollständig im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Guten Abend, ich habe aus dem Nachlaß meines Schwiegervater eine für mich uninteressante Uhr gefunden. Aber dann.... Das Uhrwerk.... Ein altes...
Der.Clockmann

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Guten Abend,
ich habe aus dem Nachlaß meines Schwiegervater eine für mich uninteressante Uhr gefunden. Aber dann.... Das Uhrwerk.... Ein altes Zylinderwerk mit 2 Aufzugsmöglichkeiten. Da war auch noch das Ziffernblatt, was ein wenig im Breguet Style ausgeführt war. Es wird nur über das Uhrwerk geklemmt (gestülpt). Kann mir jemand sagen wie alt das Uhrwerk ist? Habe auf der Seite uhrenpaul.eu fast die gleiche Uhr entdeckt. Diese hat aber ein deutlich besseres Uhrwerk. Ich versuche einmal Bilder einzufügen.
Vielen Dank erstmal
Rainer
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M

Matthias MUC

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Sollte die irgendein Schlagwerk, Repetition o.ä. haben (warum sonst der zweite Aufzug)? Schade, daß das Werk nicht ganz vollständg ist (Malteserkreuz für den zweiten Aufzug, Zeiger etc...)
 
Der.Clockmann

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Hallo Matthias Muc,
nein es ist für den zweiten Ablauf der Millisekundenzählung und deren Freigabe auf den Sekundensprung des Zentralsekundenzeigers. Eben Seconde Morte. So wird das Werk benannt. Mich interessiert das Alter und der Hersteller des Uhrwerk. Es ist römisch eins und danach 048 gemarkt. Könnte das 48 Uhrwerk dieser Ausführung sein. Danach sind die Buchstaben C B erkennbar.
Wie gesagt wer kennt solch ein Uhrwerk und etwa das Produktionsjahr?
Seconde Morte
Dieser Link beschreibt fast die gleiche Uhr. Nur das Uhrwerk ist bei mir qualitativ nicht so gut.
Ich kannte vorher nur die Duplexhemmung als Seconde Morte.
So nun erst einmal Gute Nacht
Rainer
 
F

FritzP

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Hallo,
Lässt sich der Sekundenzeiger anhalten während das Werk weiter läuft?
Eine Duplexhemmung hat nicht zwingend Seconde morte.
Springende Sekunde ist nicht gleichbedeutend mit Seconde morte.
 
Der.Clockmann

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Hallo Fritz,
eigentlich, so dachte ich jedenfalls, suchte ich nur nach einer Antwort. Aber nun zu deinen Fragen.
Das Werk läuft nicht.
Das eine Duplexhemmung nicht zwingend eine Seconde Morte ist weiß ich.
Aber ich bin der Meinung das eine Seconde Morte immer eine springende Sekunde ist. Nachzulesen unter Suchbegriff "Jean Moîse Pouzait (1743-1793)"
Und zu guter Letzt: An der Gehäuseunterkante ist eine Aussparung die sicherlich für den Sekundenstopp da ist.
Ich hätte gern gewusst wie alt das Uhrwerk ist und welcher Hersteller es sein könnte. Denn wenn das Werk deutlich jünger als 1850 ist mache ich sie nicht wieder fertig.
Falls noch die Frage auftauchen sollte und das "Malteser Kreuz". Ja auch das kann ich anfertigen. Denn so klein ist es nicht. Das Uhrwerk ist fast 5 cm im Durchmesser. Meine kleine Lorch schafft das und der Rest ist Feilarbeit. Ich habe mal vor 50 Jahren Feinmechaniker gelernt und schraube seit 40 Jahren an Uhren. Mit den Fachausdrücken hapert es aber das allermeiste klappt beim Reparieren. Außerdem gibt es ja das Forum das mir schon sehr bei einem kleinen Reisewecker mit 1/4 Stunden Repetition geholfen hat.

Geraten hätte ich um 1850, französisches Werk und amerikanischer Einschaler. Aber es gibt hier sicherlich Sammler, solcher Raritäten, die besser schätzen können als ich.

Nichts für ungut
Grüße Rainer
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P

pet.sch

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Hallo Rainer,
das ist eine unabhängig springende Sekunde (secunde independante) , die nach der Bauform des Werkes und der Gesamtansicht der Uhr ungefähr um das Jahr 1820 gebaut worden ist.
Wie Du schon selbst herausgefunden hast, mit zwei Federhäusern, einmal um das eigentliche Werk anzutreiben und das andere, um unabhängig das zweite Räderwerk für die Sekunde anzutreiben.
Diese Uhren waren sozusagen Vorgänger der späteren Chronographen, nur dass der Sekundenzeiger nicht auf Null zurückgestellt werden konnte.
Normalerweise haben diese Uhren aussen am Gehäuse einen kleinen Schiebeschalter, mit dem man das unabhängige Sekundenwerk separat anhalten kann. Leider hast Du die Fotos so beschnitten dass man nicht sehen kann, ob der da ist oder nicht.
Innen auf dem Werk meine ich die Anhaltevorrichtung zu erkennen und zwar müsste es der Hebel sein, den man oben links auf dem Foto der Unterzifferblattansicht sieht.

Gruß
Peter

Edit :
Während ich den Beitrag geschrieben habe, hast Du den letzten Beitrag geschrieben und das Foto eingestellt mit der Aussparung im Gehäuse. Ja, die war für die Anhaltevorrichtung ohne die der gesamte Mechanismus gar keinen richtigen Sinn ergeben hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der.Clockmann

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Hallo Peter,
dann bin ich doch schon mal weiter.
Ich werde mir jetzt erst einmal den Zylinder ansehen ob er schon viel gelaufen hat. Danach mal das Gehäuse prüfen lassen ob es Silber ist denn es hat keinen Stempel.
Danach suche ich noch einmal nach CB den eventuellen Hersteller.
Habe die Fragmente vor ein paar Tagen mal beim online Riesen eingestellt aber es hat sich noch keiner über den hohen Preis beschwert. Sind auch schon Beobachter drauf.

Vielen Dank für deine Antwort
Grüße
Rainer
 
F

FritzP

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Natürlich ist es nun besser erkennbar, vor allem wenn der Ausschnitt im Gehäuse genau da ist, wo sich die Feder und der komische Hebel mit der viereckigen Lasche befindet. Dieser Hebel soll dann wohl die Peitsche anhalten, die allerdings auch nicht zu sehen ist.
Deshalb meine Nachfragen.
 
P

pet.sch

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Hallo Rainer,
dass das Gehäuse aus Silber ist, daran hätte ich überhaupt keinen Zweifel. Aber, ob oder ob nicht, würde sowieso keinen sehr großen Wertunterschied ausmachen.

Die sich drehende Peitsche ist bauartbedingt am letzten Rad der Räderkette und ich meine sie auch auf dem Foto zu erkennen und zwar genau am Rand bzw. an den Zahnspitzen des Rades.
Sie ist sehr fein ausgeführt und trifft bei jeder Umdrehung auf die Achse des danebenliegenden Rades, das zum normalen Uhrwerk gehört und hier von der anderen Seite kommend gelagert ist . Diese Achse hat entweder kleine Einschnitte entlang der Welle oder es ist ein Zahnrad aufgesetzt, dessen Zähne oder Einschnitte jede Sekunde einmal die Peitsche freigeben, die sich dann , angetrieben durch die zweite Feder, einmal dreht und den Sekundenzeiger springen lässt.
Der etwas grobe Hebel oberhalb gibt, so wie er auf dem Foto steht, die Sekunde frei. Wenn man ihn von aussen betätigen würde, stoppt er die Peitsche und der Sekundenmechanismus kommt abrupt zum Stehen.

Gruß
Peter
 
Der.Clockmann

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Hallo nochmals,
das Uhrwerk liegt lose im Gehäuse und kann in vielen Positionen hinein gefügt werden. Da muss ich noch einmal genau nachsehen. Ich dachte der Stopp wird mir dem Federhebel, der oberhalb der Werknummer verläuft, ausgelößt. Aber so genau habe ich mir das Werk noch nicht angesehen.
Habe gerade was zum Hersteller gefunden. Aber ich vermute die haben Werke und Gehäuse gekauft und zusammengefügt.
Illinois Watch Co.-Taschenuhr mit Seriennummer 048 CB Herstellungsjahr war 1872.
Die Info ist von der Mikrolisk Seite Altersbestimmung nach Werknummer.

Oh, Peter war schneller
 
Der.Clockmann

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Ja, ihr habt Recht.
Ich habe von dem Uhrwerk nocheinmal ein Foto gemacht. Meine Frau trippelt schon. Weil wir kurz weg wollen.
Nachher sehe ich nach ob sie vielleicht läuft.
99.jpg
 
P

pet.sch

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Habe gerade was zum Hersteller gefunden. Aber ich vermute die haben Werke und Gehäuse gekauft und zusammengefügt.
Illinois Watch Co.-Taschenuhr mit Seriennummer 048 CB Herstellungsjahr war 1872.
Nein, mit Illinois hat das überhaupt nichts zu tun. Weder hergestellt, noch zusammengebaut. Als diese Uhr gebaut worden ist, gab es Illinois noch gar nicht. Ausserdem ist das ganz eindeutig eine Uhr aus schweizer/französischer Produktion.
Als Seriennummer würde ich auch nicht römisch 1 und dann 048 sehen, sondern 1048 . Die 1 wird öfter mal als römische 1 eingepunzt.

Die Feder oberhalb der Seriennummer gehört zum Gesperr , dass die Feder hält.

Edit :
Ps: im letzten Foto oben, dass Du eingestellt hast, als ich diesen Beitrag noch am Schreiben war, kann man sehr schön den von mir beschriebenen Vorgang nachvollziehen. Da liegt das, was Fritz und ich als Peitsche bezeichnet haben, genau an der anderen Achse an und der Stopphebel steht auf Stop. Wenn beide Federn aufgezogen wären und die Uhr lauffähig wäre, würde der Hebel in dieser Position (wenn er denn in der richtigen Höhe eingestellt ist) die unabhängige Sekunde anhalten, weil die Peitsche nicht an ihm vorbeikäme

Gruß
Peter
 
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Der.Clockmann

Der.Clockmann

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Nun noch einmal.
Das Werk lutscht so vor sich hin. Wie ein alter ungereinigter und ungeölter Zylinder eben laufen kann. Gehwerkfeder ist gebrochen aber reicht zum Bewegen. 1 Minute hat es gelaufen. Einkaufen ist erst einmal abgeblasen. Es wird sowiso überbewertet.
Es kann einen nicht los lassen diese Schrauberei.
Werde mal nachher etwas Öl rein Gießen

Grüße
Rainer
 
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Der.Clockmann

Der.Clockmann

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Hallo Uhrenbegeisterte,
ich kann es nicht fassen. Die Taschenuhr ist nach dem Ölservice, auf den vorhandenen Schmutz. über eine Stunde gelaufen.
Vielen Dank an alle für die Hilfe.
Grüße
Rainer
 
Thema:

Fundsache Taschenuhr Seconde Morte unvollständig

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