Frühe "Armbanduhr" oder: aus "altbacken" mach modern

Diskutiere Frühe "Armbanduhr" oder: aus "altbacken" mach modern im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Liebe Vintage- und Taschenuhrenfreunde, dieses Wochenende war ich beim 84. Geburtstag meines Vaters. Beim Betrachten einiger alter Fotografien...

music-power

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Liebe Vintage- und Taschenuhrenfreunde,

dieses Wochenende war ich beim 84. Geburtstag meines Vaters. Beim Betrachten einiger alter Fotografien fiel mir plötzlich eine junge Dame auf, die ganz offenkundig eine Armbanduhr trug:

20160717_165016.jpg

Die "junge Dame" entpuppte sich als meine Großmutter mütterlicherseits und die Fotografie entstand laut meiner Mutter anlässlich der Konfirmation der Schwester (also meiner Großtante? :hmm:)

Natürlich wollte ich wissen, wann das Foto entstanden sein könnte. Meine Großtante wurde 1902 geboren. Die Konfirmation hat man meines Wissens mit etwa 14 Jahren, ergibt also: 1916.

Soweit so gut und eigentlich nicht der Rede wert, denn es gibt hundertausende, wenn nicht Millionen Bilder dieses religiösen Festes und wen interessiert schon die Konfirmation meiner Großtante? Das eigentlich spannende an diesem Foto ist die Uhr, die meine Großmutter auf damals ungewöhnliche Weise trägt.

Hier in der Vergrößerung:
20160717_165102.jpg

Es scheint, als habe sie eine Damentaschenuhr zu einer (damals noch nicht fabrikmäßig hergestellten) Armbanduhr "umfunktioniert", in dem sie ein Lederetui mit einem Auschnitt oben (zum Ablesen der Uhrzeit) an einem Lederarmband am Handgelenk trug.

Sicher war sie nicht die erste Frau, die so etwas "gewagt" hat, (üblicherweise trugen Damen damals verkleinerte Versionen der Herrentaschenuhren an einer längeren Kette um den Hals) aber es ist doch erstaunlich, wie selbstbewusst sie hier für das Foto mit einer "Armbanduhr" am Handgelenk posiert.

Es gibt noch eine weitere Fotografie aus dieser Zeit. Hier sieht man meine Großmutter zusammen mit einer Freundin. Und die Uhr ist auch wieder dabei. Diese war wohl ihr ganzer Stolz.

20160717_165850.jpg

20160717_165836.jpg


Beste Grüße,
Frank
 
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music-power

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Tja Bernd. Meiner Mutter ist bis dato nicht aufgefallen, daß meine Großmutter auf den Fotografien überhaupt eine Uhr trägt. (Darauf habe ich sie heute erst aufmerksam gemacht) Die Uhr selbst existiert wohl leider nicht mehr. Besonders wertvoll war sie aber sicher auch nicht.

Beste Grüße,
Frank
 

Aeternitas

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Wow...da steckt der Uhrenvirus ja tief im genetischen Code Deiner Vorfahren :D
Nette Geschichte. :super:
 

music-power

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@ Aeternitas: Ey, so habe ich das ja noch gar nicht betrachtet. Das erklärt so Manches!

Mutter? Mutter? Muuuutteeeeer!
 
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EnabranTain

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Ja, so ist das ... da muß eben erst ein "Vintageuhren-Verrückter" kommen um das zu bemerken ;-)
Ich erwische mich auch dabei auf alten Fotos erstmal auf die Handgelenke zu gucken.

Aber, wie gesagt, so ein 100 Jahre altes Foto ist ein toller Beleg!
(klar ... die Uhr selbst noch dazu wäre natürlich wirklich der Hit)
 
G

Gast36883

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BernhardJ

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In den Zeiten des ersten Weltkriegs waren diese Halterungen sehr oft anzutreffen und haben sich rasch verbreitet. Die Piloten mussten ja ihre Uhren ständig im Blick behalten. Erst in der Tasche zu kramen wäre nicht immer günstig gewesen. Ist halt eine Notlösung.

Ansonsten muss ich sagen, dass eine Taschenuhr konstruktionsbedingt eigentlich wenig am Arm zu suchen hat. Dafür ist sie oft zu empfindlich (Lagenfehler, Temperaturabhängigkeit, meistens fehlende Stoßsicherung).

Grüße - Bernhard
 

JungHans

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Naja, was war den bei den meisten ersten Armbanduhren anders? Eigentlich nichts.

Interessanterweise wurden diese Lederkapseln und auch Lederbänder für Uhren anfangs nicht vom Uhrmacher verkauft, sondern von Sattlerläden.
 

bilewaz

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Meine Taschenuhr „Invicta“, Durchmesser 44mm, Dicke 13mm, im "Lederköcher".
Grüsse, Gerd
1 Kopie 3.JPG
 

music-power

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@ all: Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen und informativen Beiträge! Schon interessant, wie sich der "Übergang" von der Taschenuhr zur Armbanduhr gestaltet hat!

Beste Grüße,
Frank
 
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