Freier Journalismus

Diskutiere Freier Journalismus im Small Talk Forum im Bereich Community; Hallo zusammen, ich habe gestern schon mit einer Redakteurin der Süddeutschen darüber diskutiert, die so ziemlich meiner Meinung war. Und da...
Aldridge

Aldridge

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Hallo zusammen,

ich habe gestern schon mit einer Redakteurin der Süddeutschen darüber diskutiert, die so ziemlich meiner Meinung war. Und da hier im Forum Journalisten / Redakteure unterwegs sind, ist der folgende Artikel aus der Zeit vielleicht ganz interessant:

http://www.zeit.de/2007/45/C-Freie-Journalistin

Zwar muss man einräumen, dass sich die Autorin bei einer Gesamtproduktion von 50 Artikeln pro Jahr vielleicht nicht ganz geschickt anstellt. Aber dennoch gibt es die Situation, in der sich viele freie Journalisten heute befinden, tendenziell sehr gut wieder. Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ich bin froh, dass ich auf die "andere Seite" der Branche gewechselt bin...

Leser sollten vielleicht im Hinterkopf haben, dass Artikel in verschiedenen "Qualitätsblättern", ob nun regional oder überregional, zunehmend von solchen Leuten (und von Studenten, Pauschalisten etc.) geschrieben werden.

Grüße -Al
 
Dmx82

Dmx82

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Aldridge schrieb:
...dass sich die Autorin bei einer Gesamtproduktion von 50 Artikeln pro Jahr vielleicht nicht ganz geschickt anstellt...
lag mir jetzt auch auf der Zunge...;-)

aber ernsthaft, da sieht man wie schnell sich ein vermeindlicher Traumberuf in einen Albtraum verwandeln kann, doch irgendwie erschreckend, so vom "Glück" abhängig zu sein... :(

kenne selbst jemanden der von diesem Job geträumt hat, dürfte aber (rechtzeitig) aufgewacht sein..
 
R

Rundstahl

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Eine bewegende Lebensgeschichte! Es ist nicht immer leicht total auf
freien Füße zu stehen. Wollen wir mal das beste Hoffen!

Bye
Jo
 
Holzmichel

Holzmichel

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Selbständigkeit hat eben auch seine Schattenseiten.

Was ich unmöglich finde ist das, die Verlage sagen wir kaufen die Story und bezahlen aber nur wenn wir diese drucken.

Pfui !

Das wäre das Gleiche, wenn ich mir eine Flasche Milch kaufe und bezahle die erst wenn ich sie trinke.
 
raxon

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Danke für den Link. Wirklich sehr ernüchternd und traurig. Hätte nicht gedacht, dass es einigen Journalisten wirklich so schlecht geht.

Woran liegt das aber nun? Hoher Konkurrenzdruck? Texte, die niemand lesen will? Minderwertige Qualität im Vergleich zum verlangten Preis?

Ich habe selbst mal eine Stellenanzeige aufgegeben, wo ich einen Texter für ein Webprojekt gesucht habe.
Was sich da gemeldet hat war teilweise wirklich unter aller sau. Studierte Journalisten mit, angeblich, Jahre langer Berufserfahrung. Als ich dann nach Referenzen bzw. einer Textprobe gefragt habe, kam entweder keine Antwort oder ein Text mit Null bis wenig Informationsgehalt und Rechtschreibfehlern in jedem dritten Satz.
Wirklich viele gute freie Journalisten, bezogen auf das Preis- / Leistungsverhältnis, scheint es leider nicht allzu oft zu geben.
 
Chronischer_Fall

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Mann, Mann, Mann ...

Ich bin mit den Gepflogenheiten der Branche leider nicht vertraut. Der Einzige, den ich persönlich kenne und der in dieser Richtung arbeitet ist ein Freund, der regelmäßig Buchrezensionen für bestimmte Fachpublikationen verfasst. Das Honorar ist bei ihm ähnlich. Allerdings braucht er m. E. für einen Artikel seltenst drei bis vier Tage. Und von derartigen Zahlungsschwierigkeiten war noch nie die Rede. Sein Problem ist viel eher, dass er mit diesem Job nicht mehr wirklich aus dem Haus und unter Leute kommt, da alles anonym vom heimischen Schreibtisch aus abgewickelt wird. Er fühlt sich ziemlich einsam und ist inzwischen sogar schon in psychologischer Betreuung.

Ich weiß ja nicht, was das Themengebiet der Frau Bärtels ist. Aber mal ganz nüchtern betrachtet: mit freien Journalisten verhält es sich doch grundsätzlich erstmal ähnlich wie mit vielen anderen gebeutelten "Selbständigen", ob Internethändler, Kneipenwirte, Fuhrunternehmer, Autoren oder anderen Künstlern. All diesen Branchen ist gemein, dass die zwingend notwendigen Voraussetzungen von fast jedem gemeistert werden können (spielt doch bei den Genannten kaum eine Rolle, ob man einen entsprechenden Abschluss besitzt). Dafür sind überall reelle Chancen vorhanden, aus der Sache etwas Gutgehendes zu machen. Deshalb gibt es auch so viele Glücksritter in diesen Bereichen. Ganz anders ist es ja bei Tabakladen-Besitzern oder Friseuren, die wissen, dass sie damit nicht in Luxus schwelgen können oder bei Wissenschaftlern, Medizinern und Ingenieuren, die zwar weit eher einen sicheren un vernünftig bezahlten Job besitzen, den sie sich jedoch mit langem und steinigem Bildungsweg erarbeitet haben und die auch wissen, dass sie beinahe alle nie das ganz große Los ziehen werden.

Wenn man aber einen Job wählt, der bei geringer Verantwortung große Flexibilität und Freiheit, Selbsverwirklichung und gutes Einkommen offeriert, dann muss man m. E. auch die Kehrseiten in Kauf nehmen. Sorry. Und den Journalisten geht es da wohl noch nicht so schlecht. Die Investitionen im "Home Office" sind doch einigermaßen überschaubar und welche Betriebsmittel benötigt man groß für die übliche Recherchearbeit? Was sollen denn die Künstler sagen, die ihre Bilder nicht loswerden, die Fuhrunternehmer die auf teuren Leasingverträgen sitzen oder auch die vielen Architekten, die nicht selten auf Wettbewerbs(erfolgs)basis arbeiten? Das bedeutet dann, es werden Zeichner und ggf. Visualisierer vergütet, Modellbauer beauftragt, regelmäßig Softwarupdates bezahlt und in der teuren Fachliteratur geblättert. Geld gibt's aber am Ende nur, wenn es auch einen Preis gab. Ob das dann überhaupt kostendeckend ist, wenn nicht auch die Vergabe erfolgt, ist nicht selten fraglich. Frau Bärtels hingegen könnte ihre Texte auch noch ohne größere Probleme auf einem 386er mit Word 3.0 schreiben. Eine KSK-ähnliche Institution, die die Hälfte der SV-Beiträge übernimmt, ist übrigens in den meisten anderen Branchen auch völlig unbekannt.

Was ich damit sagen will: wer sich auf dieses Roulette einlässt, der sollte etwas mehr draufhaben, als sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen ("meine Texte haben sogar mal Preise bekommen") und wenn's nicht so klappt, zu jammern! Traumjob mit Risiko oder stupide Tätigkeit zum Festgehalt, das ist der Deal. Alles andere sind doch Fantastereien.

Was soll eigentlich der Quatsch, ohne Geld, den Anwalt zu bezahlen, könne man auch nicht seine Aussenstände einfordern? Das klingt irgendwie nach Lafontaine, finde ich. Wenn Juristen oder Inkassounternehmen hier abwinken, dann muss der Fehler bereits ganz woanders liegen. Welche HighTech-Investitionen sie tätigen muss, habe ich auch noch nicht verstanden. Warum der Friseur und die schicken Klamotten noch drin sein sollen, die DSL-Flatrate aber bald nicht mehr, erschließt sich mir auch nicht so ganz.

Ich denke, so schlecht wird es Frau Bärtels noch nicht gehen. Der Zeit-Artikel wurde immerhin abgedruckt (und bei dem Thema kann man auch vermuten, dass er honoriert wurde).

Ich weiß übrigens von mir und anderen in ähnlich heiklen Jobs, dass man sich nicht zu schade sein darf, vorübergehnd auch mal andere Dinge zu tun, wenn's nicht so läuft. Ein Projektleiter von uns (Dipl.-Ing Architektur) ist vor ein paar Jahren, als es in der Branche garnicht lief, mal ein paar Sommer immer wieder für einen Baumarkt Ausliefern gefahren. Ich musste kurz nach dem Studium auch schon mal Kellnern, um den Standard zu halten. Wo Frau Bärtels von Würde spricht: das finde ich allesamt weniger würdelos als öffentlich (und vermutlich noch gegen Honorar!) zu jammern.
 
striehl

striehl

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Ein ziemlich krasser Fall, abr nicht ganz realitätsfremd. Wenn Verlage Geld für den Druck von PR-Texten BEKOMMEN, warum sollen sie dann freien Journalisten Geld dafür BEZAHLEN? Das aknn man so sicherlich nicht verallgemeinern, ist aber gängige Praxis in deutschen Verlagen.
 
N

Newsman

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Nachdem hier einige Forum-Mitglieder etwas zum Besten gegeben haben, möchte ich aus der Sicht eines Journalisten folgendes anmerken. Vorab: Hier wurde sicherlich Richtiges gesagt, leider aber auch einiges, das nicht unkommentiert bleiben sollte, weil es so - sei es auch nur aus Unwissenheit - nicht oder nur sehr bedingt der Realität entspricht

Chronischer Fall Mann, Mann, Mann ...

Ich bin mit den Gepflogenheiten der Branche leider nicht vertraut. Der Einzige, den ich persönlich kenne und der in dieser Richtung arbeitet ist ein Freund, der regelmäßig Buchrezensionen für bestimmte Fachpublikationen verfasst. Das Honorar ist bei ihm ähnlich. Allerdings braucht er m. E. für einen Artikel seltenst drei bis vier Tage. Und von derartigen Zahlungsschwierigkeiten war noch nie die Rede.
Ich habe den Beginn gefettet, weil vieles, was in deinem Beitrag geschrieben steht, eben diesem Umstand geschuldet ist. Ich bitte dies nicht als persönlichen Angriff, sondern einfach als Feststellung zu verstehen :wink: Die Honorarfrage im Bereich des freien Journalismus abschließend zu klären, ist eigentlich nicht möglich, da die Betätigungsfelder vielschichtig und die Vergütung für Bild und Text von vielerlei Rahmenbedingungen (Exklusivität, Nachfrage, Pauschalverträge oder Einzel-Honorar, Auflagestärke des Mediums... etc.) abhängig sind. Fakt ist: Laut einer Umfrage des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) aus dem Jahr 2003 lag bei 41 Prozent der befragten "Freien" das durchschnittliche Einkommen unter 20 000 Euro (brutto, versteht sich). Ein Drittel erreichte 20.000 bis 40.000 Euro, nur jeder vierte brachte es auf über 40.000 Euro - und das bei schlechterer sozialer Absicherung und meist längerer Arbeitszeit als bei fest angestellten Redakteuren. Der oben beschriebene Fall ist also längst kein Ausreißer nach unten, sondern gelebte Realität. Ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass sich die Verhältnisse in den Jahren seither nicht zum Besseren entwickelt haben.

Zu der Zahlungsmentalität der Auftraggeber: Bei großen Verlagen gibt es in der Regel weniger Probleme, weil dort die freien Mitarbeiter zumeist in der Honorarbuchhaltung erfasst sind und - so sie ihre Rechnung pünktlich einreichen - auch innerhalb eines Monats ihr Geld sehen. Wie überall im Leben gibt es jedoch auch hier Ausnahmen, sei es bei kleineren Unternehmen und nicht zuletzt bei privaten Auftraggebern. Selbst Handwerker mit Meisterbrief können davon ein Lied singen. Dass dein Bekannter regelmäßig sein Geld bekommt, liegt meines Ermessens daran, dass er im Auftrag schreibt und wohl zumeist Terminfracht liefert, was einer Veröffentlichungs-Garantie gleichkommt. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass er Buchkritiken unaufgefordert einreicht. Diese lassen sich zwar schneller schreiben als in drei bis vier Tagen, allerdings muss man dazu auch das Buch kennen und gelesen haben.

mit freien Journalisten verhält es sich doch grundsätzlich erstmal ähnlich wie mit vielen anderen gebeutelten "Selbständigen", ob Internethändler, Kneipenwirte, Fuhrunternehmer, Autoren oder anderen Künstlern. All diesen Branchen ist gemein, dass die zwingend notwendigen Voraussetzungen von fast jedem gemeistert werden können (spielt doch bei den Genannten kaum eine Rolle, ob man einen entsprechenden Abschluss besitzt). Dafür sind überall reelle Chancen vorhanden, aus der Sache etwas Gutgehendes zu machen. Deshalb gibt es auch so viele Glücksritter in diesen Bereichen. ... oder bei Wissenschaftlern, Medizinern und Ingenieuren, die zwar weit eher einen sicheren un vernünftig bezahlten Job besitzen, den sie sich jedoch mit langem und steinigem Bildungsweg erarbeitet haben und die auch wissen, dass sie beinahe alle nie das ganz große Los ziehen werden.
Ob das geflügelte Wort "Wer nichts wird, wird Wirt" heute noch so seine Existenzberechtigung hat, sei einmal dahin gestellt. Im Falle der Journalisten hast du heute auf dem Markt ohne eine adäquate Ausbildung eigentlich keine Chance mehr. Dies liegt nicht zuletzt an dem Umstand, dass eine Vielzahl gut ausgebildeter Journalisten ihre Jobs verloren haben, als viele Verlage in der "Krise" vor einigen Jahren den Rotstift ansetzten. Von einer reellen Chance für jedermann kann hier nicht die Rede sein. Und die von Dir zitierten Glücksritter kann man auch eher mit der Lupe suchen. Die Berufsbezeichnung "Journalist" ist im Gegensatz zum Redakteur zwar in der Tat nicht geschützt, doch die Zeit der Freibeuter, die als Quereinsteiger in den Markt stoßen und dort mal eben Karriere machen, gibt es so nicht mehr. Ganz im Gegenteil benötigt man heute in aller Regel einen Universitätsabschluss, um ein Volontariat zu bekommen. Diesem ist oft noch ein selektiver Eignungstest vorgeschaltet, in dessen Vergnügen man jedoch nur kommt, wenn man sich durch Jahre lange freie Redaktionstätigkeit profiliert und empfohlen hat. Ich selbst bin Diplom-Ingenieur, habe zudem ein Volontariat absolviert. Während meiner Studienzeit habe ich mich immer durch Nebenjobs finanzieren müssen - auch über meine freie jornalistische Tätigkeit hinaus. Ist Dir dieser Bildungsweg steinig genug? :wink: Ich kenne mindestens 100 Journalisten, die eine ähnliche Vita haben und keinen "sicheren" Job besitzen - vom großen Los einmal ganz zu schweigen.

Wenn man aber einen Job wählt, der bei geringer Verantwortung große Flexibilität und Freiheit, Selbsverwirklichung und gutes Einkommen offeriert, dann muss man m. E. auch die Kehrseiten in Kauf nehmen. Sorry. Und den Journalisten geht es da wohl noch nicht so schlecht. Die Investitionen im "Home Office" sind doch einigermaßen überschaubar und welche Betriebsmittel benötigt man groß für die übliche Recherchearbeit? Was sollen denn die Künstler sagen, die ihre Bilder nicht loswerden, die Fuhrunternehmer die auf teuren Leasingverträgen sitzen oder auch die vielen Architekten, die nicht selten auf Wettbewerbs(erfolgs)basis arbeiten? Das bedeutet dann, es werden Zeichner und ggf. Visualisierer vergütet, Modellbauer beauftragt, regelmäßig Softwarupdates bezahlt und in der teuren Fachliteratur geblättert. Geld gibt's aber am Ende nur, wenn es auch einen Preis gab. Ob das dann überhaupt kostendeckend ist, wenn nicht auch die Vergabe erfolgt, ist nicht selten fraglich. Frau Bärtels hingegen könnte ihre Texte auch noch ohne größere Probleme auf einem 386er mit Word 3.0 schreiben. Eine KSK-ähnliche Institution, die die Hälfte der SV-Beiträge übernimmt, ist übrigens in den meisten anderen Branchen auch völlig unbekannt.
Wer glaubt, ein freier Journalist trage für sein Tun nur eine geringe Verantwortung, der irrt. Sicherlich muss der Auftraggeber, der das Machwerk publiziert, für Schäden Dritter gerade stehen. Dennoch ist auch der Journalist selbst in der Sorgfaltspflicht. In deren Haut, die z.B. einen Auftrag über eine mit Werbung vollgepackte Sonderveröffentlichung übernehmen, und diese dann nicht termingerecht liefern und damit in den Sand setzen, möchte ich nicht stecken. Davon abgesehen, dass diese jenen Auftraggeber gleich von ihrer Liste streichen dürfen. Natürlich stimme ich Dir zu, wenn Du sagst, "texten kann man auch auf einem 386er. Aber was meinst Du, wie viele freie Fotografen schon daran gescheitert sind, weil ihre lange Brennweite auf einem Termin zu Bruch ging und sie nicht einmal das Geld hatten, um ihre Gerätschaft für den Fall der Fälle zu versichern. Die KSK nutzen im Übrigen längst nicht nur Journalisten. Sollte dein Konzi auch Goldschmied sein, so hat er keinerlei Schwierigkeiten, die Vorzüge der KSK zu nutzen. Gleiches gilt für Pädagogen im künstlerischen und publizistischen Bereich.

Was ich damit sagen will: wer sich auf dieses Roulette einlässt, der sollte etwas mehr draufhaben, als sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen ("meine Texte haben sogar mal Preise bekommen") und wenn's nicht so klappt, zu jammern! Traumjob mit Risiko oder stupide Tätigkeit zum Festgehalt, das ist der Deal. Alles andere sind doch Fantastereien.
Ich stimme Dir zu, wenn Du sagst, man dürfe sich nicht auf seinem Lorbeeren ausruhen. Im Falle oben genannter Journalistin weiß ich jetzt nicht, welche(n) Preis(e) sie erhalten hat. Ich selbst habe auf solche Dinge nie Wert gelegt, da sie in der Realität - wie oben ja bewiesen - selten etwas bringen. Im aller wenigsten Fall einen gut dotierten Job. Da kommt es auch darauf an, welchen Preis man denn in seiner Vita notieren darf. Apropos Traumjob: Der Beruf des Journalisten ist sicherlich nicht unbedingt mit der normalen Elle zu messen. Man sieht sehr schnell, ob man für diesen Job geeignet ist. Leider hat sich das Berufsbild in den vergangenen Jahren immer stärker gewandelt. Ein Redakteur in fester Stellung verbringt heute ca. 70 Prozent seiner Arbeitszeit mit organisatorischen Aufgaben; für die eigentliche Recherche, die für den so oft geforderten Qualitätsjournalismus notwendig ist, bleibt kaum noch Zeit.

Was soll eigentlich der Quatsch, ohne Geld, den Anwalt zu bezahlen, könne man auch nicht seine Aussenstände einfordern? Das klingt irgendwie nach Lafontaine, finde ich. Wenn Juristen oder Inkassounternehmen hier abwinken, dann muss der Fehler bereits ganz woanders liegen. Welche HighTech-Investitionen sie tätigen muss, habe ich auch noch nicht verstanden. Warum der Friseur und die schicken Klamotten noch drin sein sollen, die DSL-Flatrate aber bald nicht mehr, erschließt sich mir auch nicht so ganz.

Ich denke, so schlecht wird es Frau Bärtels noch nicht gehen. Der Zeit-Artikel wurde immerhin abgedruckt (und bei dem Thema kann man auch vermuten, dass er honoriert wurde).

Ich weiß übrigens von mir und anderen in ähnlich heiklen Jobs, dass man sich nicht zu schade sein darf, vorübergehnd auch mal andere Dinge zu tun, wenn's nicht so läuft. Ein Projektleiter von uns (Dipl.-Ing Architektur) ist vor ein paar Jahren, als es in der Branche garnicht lief, mal ein paar Sommer immer wieder für einen Baumarkt Ausliefern gefahren. Ich musste kurz nach dem Studium auch schon mal Kellnern, um den Standard zu halten. Wo Frau Bärtels von Würde spricht: das finde ich allesamt weniger würdelos als öffentlich (und vermutlich noch gegen Honorar!) zu jammern.
Den freien Journalisten, der seine Honorare mit dem Inkassobüro eintreibt, möchte ich sehen. Der kann seinen Laden auch gleich dicht machen. Verlage, die einem Journalisten Auftragsvolumen bieten können, dass er davon leben kann, sind rar gesät. Da kann man nicht einfach nach der Hand schnappen, die einen füttert, nur weil vielleicht ein Wechsel geplatzt ist. Wie Raxon schon erwähnte, ist die Konkurrenz groß auf dem Markt. Mich wundert nicht, wer sich da alles auf seine Stellenausschreibung gemeldet hat. Hier lautet das Gesetz des Marktes: Macht es der nicht, macht's ein anderer. By the way: Dass Du nach dem Studium kellnern musstest, um den Standard des Studenten zu halten, finde ich jetzt mal interessant. :wink:

Zum Abschluss (ihr könnt aufatmen :-D ) hätte ich allerdings noch zwei, drei Tipps an die Kollegin Bärtels: Im Jahr 50 nette Reportagen zu fabrizieren und dann die Hälfte davon verkaufen zu können, ist m.E. der falsche, weil risikoreichste Weg. Unaufgefordert Manuskripte einzureichen und sich dann zu ärgern, dass die selbst nach vier bis sechs Wochen noch nicht gedruckt wurden, ist ziemlich naiv. Zumal man nach bereits zwei Wochen den Artikel anderweitig anbieten darf. Ein erfahrener Journalist, der 50 Jahre lang selbständig arbeitete, riet mir einmal: "Erst muss der Grundstock gelegt sein, um das Brot zu bezahlen. Alles darüber hinaus ist die Butter drauf." Soll heißen: Wer nur die großen Reportagen schreiben will, darf sich nicht wundern, wenn er möglicherweise auf der Strecke bleibt. Zudem: Freien Journalisten sei ans Herz gelegt, persönlichen Kontakt zu den Redaktionen zu suchen. Wer für den Redakteur X nur eine Nummer Y oder eine E-Mail Z ist, der hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Und noch ein Tipp: Wer sich als Journalist selbständig macht, der möge sich vorher einen Kapitalstock in Höhe eines doppelten Monatseinkommens, besser eines dreifachen Monatsgehalts anlegen. Da schläft es sich einfach ruhiger, wenn mal ein Gehaltsscheck nicht pünktlich kommt. Dies wird auch von den Stellen empfohlen, die einem das Konzept für die Selbständigkeit abzeichnen. Die Kollegin ist zehn Jahre auf Tour, da muss man schon etwas an Rücklagen gebildet haben.

PS: Der Artikel in der Zeit wurde ihr sicherlich honoriert, Doch damit ist sie nicht wirklich auf der sicheren Seite (siehe Honorarhöhe). Zumindest dieser Salär sei ihr vergönnt. :wink:
 
RiGa

RiGa

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Liebe Freunde!

Ist schon bitter, wie man immer wieder auf den "Boden der Realität" geholt wird. :cry:

Der "Ausriß": "... Ich laufe zu Fuß durch eine Stadt, weil ich mir eine U-Bahn-Fahrt nicht leisten kann, wandere durch Einkaufsstraßen voller Sonderangebote, doch jedes Ding ist unberührbar für mich ..." zeigt mir wieder einmal, wie "gedankenlos" man selber oft im "Vorbeigehen" ganz einfach eine Uhr oder ähnliches erwirbt.

Ist schon eine harte Zeit, in der wir leben. Unseren Kindern den richtigen Weg zu zeigen, und die Augen nicht zu verschließen, ist die wahre Kunst!

Gruß, Richard
 
eastwest

eastwest

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Newsman schrieb:
PS: Der Artikel in der Zeit wurde ihr sicherlich honoriert, Doch damit ist sie nicht wirklich auf der sicheren Seite (siehe Honorarhöhe). Zumindest dieser Salär sei ihr vergönnt. :wink:
Zum einen zahlt die ZEIT ganz ordentlich; also hat die gute Frau jetzt etwas. Aber ist sie sonst überhaupt so arm?

Ihr alle macht hier einen großen Fehler: Ihr setzt die Autorin gleich mit dem ICH ihrer Glosse. Das ist aber ähnlich falsch, wie einen Dichter oder Schriftsteller mit den Inhalten seiner Texte gleihzusetzen. das mag im einen oder anderen Fall einmal zutreffen, in den meisten Fällen aber nicht.

In einer Glosse soll man überzeichnen, ein Thema zuspitzen: Übertreibung um der Deutlichkeit willen. Dieses Ich dieser Glosse ist also eine Kunstfigur, die Erfahrungen der Autorin - ob eigene oder gesehene sei dahingestellt - in verschärfter Form wiedergibt. Deshalb können wir dieser Kunstfigur auch schlecht Verhaltensfehler vorwerfen. Darum geht es auch gar nicht: Wenn sie einen teil Eurer Ratschläge beherzigt, dann hat sie vielleicht das Doppelte. Und damit wären wir auch schon in der Realität eines Freien angelangt. Und, ist das Doppelte denn jetzt wirklich eine adäquate Bezahlung? Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel! Und selbstverständlich wird heute von einem freien verlangt, daß er die Photos mitliefert. Verglichen werden diese dann nicht mit seinen finanziellen Mitteln, sondern mit dem üblichen Bildstandard, also dem der Profis. Der steigt aber von Halbjahr zu Halbjahr - rein technisch gesehen. Mithalten kann man da als Freier nicht, nur möglichst wenig abfallen. Und vielleicht durch kreative Ideen manchmal das bessere Bild haben - nicht technisch, aber vom Motiv her, per Zufall, per Liebe zum Objekt, wie auch immer.

Die Sätze für freie Journalisten haben sich in den letzten 25 Jahren kaum erhöht - wenn überhaupt. Wenn man wenigstens "fester Freier" ist, dann hat man sein geregeltes Einkommen durch Abnahmegarantien. Aber sonst? Ich arbeite selbst als freier Journalist - zum Glück nur im Nebenberuf. Da mir Schreiben liegt und Spaß macht, bin ich auch sehr schnell im Texten. Und schreibe immer pünktlich, egal wie eng die Termine gesetzt sind (komischerweise kann ich unter Druck besonders schnell und gut schreiben). Aber was nützt mir das? Ich schreibe 1 Stunde, wo andere 2 Stunden brauchen. Aber beide haben wir vorher zB. fünf Stunden bei der Veranstaltung gesessen, über die wir schreiben sollen. 90 Zeilen + Bild. Gibt je nachdem vielleicht € 40, mit Glück auch € 60. Viel für eine Stunde, aber wenig für sechs. Und ich muß noch hinfahren, muß die Ausrüstung vorhalten, muß die Bilder bearbeiten und auch betexten ....

Eine kleine Nebeneinnahme; aber dafür fehlt der ganze Samstag. Oder Sonntag. Und ein Hauptberufler? Gerade die Wochenend- und Abendtermine darf er beackern, und morgens zu ungünstigen Zeiten. Denn da haben die Redakteure keine Zeit oder keine Lust. Fulltimejob, anpruchsvoll, denn man muß sich ja auf jedes Thema neu einstellen, muß in kürzester Zeit begreifen, wo der Knackpunkt ist, wo das Besondere lauert, wo Personen miteinander können - vielleicht zu gut - und wo nicht. Und das alles für low. Der normale freie Journalist, der davon leben muß, ist echt 'ne arme Sau. Da hilft es ihm wenig, daß es Maler, Schauspieler und Schriftsteller gibt, denen es genauso dreckig geht.

Und das will die Autorin zum Ausdruck bringen. Ob es ihr nun so ähnlich geht und sie jetzt mit dem ZEIT-Artikel das große Los gezogen hat (denn das nützt auch ihrer Reputation), oder ob es ihr schon immer besser ging und sie lediglich aufzeigen will, wie es vielen Kollegen/-innen geht, ist dabei völlig wurscht: Sie räumt mit den Vorurteilen des "Traumberufes" auf, vielleicht auch, um möglichen Berufsanfängern ein bißchen die Augen zu öffnen.

eastwest
 
N

Newsman

Gast
@eastwest

Ohne jetzt einen Glaubenskrieg beginnen zu wollen: Mir diesen Artikel ernsthaft als Glosse verkaufen zu wollen, ist schon ziemlich starker Tobak. Deine Erläuertung zu und Definition einer Glosse in Ehren, aber Glossen in dieser Länge gibt es nicht. Nicht in der Zeit, nicht in der Welt, nicht in der Bild, nicht in einer regionalen Tageszeitung noch in irgendeinem mir bekannten Magazin (habe ich ein Genre vergessen?). Selbst das in der Süddeutschen Zeitung regelmäßig veröffentlichte üppige "Streiflicht" kommt über eine fest geschriebene Länge von 72 Zeilen nicht hinaus. Und selbst diese "immense" Zeilenzahl kommt nur deshalb zustande, weil das "Streiflicht" bei näherer Betrachtung immer in drei Absätze unterteilt ist, also eigentlich drei Glossen beinhaltet (die selbstverständlich auch in einem inhaltlichen Zusammenhang stehen dürfen). Nicht zuletzt deshalb wird das Streiflicht häufig in die Rubrik Kolumne eingeordnet.

Dass oben erwähnter Artikel der Kollegin Bärtels sicherlich ironische Züge beinhaltet, steht hier außer Frage. Hier seien beispielhaft die zuweilen bewusst überzogenen Schilderungen des täglichen Existenzkampfes erwähnt. Doch dies als Glosse zu bezeichnen, ist schon verwegen, weil sich 400 Zeilen Fließtext oder mehr bei dem journalistischen Instrument Glosse schlichtweg verbieten. Ich meine, bevor man hier erklärt, alle hätten die Intention des Artikels missverstanden, nur einem selbst sei die ganze Wahrheit aufgefallen, sollte man doch bei der Erklärung etwas auf die saubere Wortwahl achten. :wink:

Mit der Aussage, dass die geschilderte Person in diesem Fall nicht mit der der Autorin identisch sein soll, wäre ich vorsichtig. Zwar geht aus ihrer Website hervor (http://www.gabriele-baertels.de/), dass sie gerne die Ich-Form _ übrigens ein gebräuchliches Stilmittel, um Nähe zu schaffen _ verwendet, ein Blick auf ihr Betätigungsfeld zeugt für mich jedoch davon, dass in diesem Artikel etliche biografische Züge stecken. Dass die "Zeit" diesen Artikel veröffentlicht hat, ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Autorin zum Teil gekonnt und mit einer großen Portion Selbstironie ein schwieriges und ernstes Thema stellenweise unterhaltsam an den Leser gebracht hat.

PS: Wer hat hier eigentlich von doppelter Bezahlung gesprochen? Ich habe anfangs die Bezahlung der freien Journalisten dargelegt. Auch dass diese deutlich Mehraufwand betreiben (müssen) im Vergleich zu den Redakteuren, wurde bereits erwähnt. Deine detailierte Beschreibung des Alltags eines freien Texters ist deshalb nicht wirklich neu und mir, der damit seinen Lebensunterhalt bestreitet, schon gar nicht.

Ein freier Journalist, der in der Ausprägung des oben bezeichneten Artikels seine Brötchen verdienen muss, ist in der Tat "arm dran", weil er es schlichtweg nicht kann. Es gibt jedoch auch Mittel und Wege als selbständiger Texter zu existieren. Doch wie jeder Unternehmer muss man sich dabei entweder so stark spezialisieren, dass man konkurrenzlos ist oder eben so vielseitig sein, dass man etliche Eisen (Auftraggeber) im Feuer hat. Ob die Autorin gut oder schlecht von ihrem bewählten Beruf leben kann, möchte ich aus der Ferne nicht beurteilen wollen. Mein Tipp: im Zweifelsfalle die Autorin selbst fragen. :wink:

Ich habe ihr bereits eine E-Mail geschickt. Lieber hätte ich sie telefonisch kontaktiert, doch eine Tel-Nummer lässt sich auf ihrer Homepage leider nicht finden. Was für eine freie Journalistin relativ ungewöhnlich ist. Möglicherweise ist sie aber so prominent und finanziell schon so unabhängig, dass sie dies nicht mehr nötig hat. In diesem Fall, da gebe ich Eastwest Recht, wäre es wirklich vermessen, anzunehmen, sie habe in ihrem Artikel von sich selbst gesprochen :wink:
 
eastwest

eastwest

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Dann laß den Begriff Glosse weg, wenn Dir so an der Länge liegt. Stilistisch kommt es aufs Gleiche raus. Und daß sie Autobiographisches mitverarbeitet, habe ich ja nicht apodiktisch ausgeschlossen; wohl aber, daß es sich hier um einen Bericht im nüchternen und realistischen Sinne handelt. Das mit der doppelten Bezahlung hast Du wohl mißverstanden. Ich wollte damit nur ausdrücken, daß auch das noch wenig sei. (Wird aber eigentlich aus meinem Text klar.)

Ansonsten habe ich weder behauptet, Dir etwas Neues übers Texten zu sagen, noch widersprichst Du mir wirklich inhaltlich so heftig, wie es Deine Wortwahl suggeriert: Offensichtlich mißverstehst Du etliche Teile meines Beitrags, weil es Dir inhaltlich zu nahe geht und Du Dich deshalb angegriffen fühlst, wo ich Dich gar nicht gemeint habe.

Aber Schwamm drüber. Wir sind uns ja zumindest darin einig, daß die Autorin sehr lesbar dargestellt hat, daß es einigen (oder vielen - so genau läßt sie das durch ihre Subjektivierung ja nicht durchscheinen) freien Journalisten finanziell recht schlecht geht und daß der Traumberuf dann zum Albtraum-Beruf werden kann.

:prost:

eastwest
 
N

Newsman

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Das diskutieren wir lieber mal bei einem Bier, einverstanden? :wink:

:prost:
 
Jamaika

Jamaika

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Hallo zusammen,

bin ja nun auch Journalist, und war es auch eine ganze Weile frei. Zu wirklicher Armut kann ich nichts sagen, weil ich die aufgrund gewisser Reserven nie erlebt habe. Aber grundsätzlich ist leider jedes Wort in dem Artikel wahr: Für einen dicken, u.U. ganzseitigen Text in einer überregionalen deutschen Zeitung bekommt man so um die 300,-- Euro. Wenn man im Monat auf vier/fünf solcher Abdrucke kommt, kann man sich glücklich schätzen. Wenn man nicht folgendes hinkriegt, sieht es düster aus:

- intelligente Zweitverwertung. Leider kostet das oft genauso viel Zeit, wie einen Text völlig neu zu recherchieren

- sich peu à peu an eine Pauschale heranschreiben (dauert Jahre, und die Pauschale ist in der Regel auch ein Witz)

- an Redaktionsdienste zum Tagessatz zu kommen. Aber das klappt nur, wenn man ausgebildeter Redakteur und im Hause schon gut bekannt ist

- irgendwie bei Zeitschriften landen

Kurz: Sich als Freelancer bei Tageszeitungen über Wasser zu halten, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Der Stundenlohn liegt unter dem jeder Putzfrau. Und der jährliche Ausstoß von 50 Texten, von dem die ZEIT-Autorin schreibt, ist gar nicht so schlecht. Immerhin jede Woche ein Text, und Reportagen brauchen ihre Zeit (die man aber heute nicht mehr hat).

Grüße, Jamaika
 
SINNlich

SINNlich

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"Freie" Journalisten sind oft genug "freigesetzte"... . Das gilt sowohl für die Provinz als auch für die Ballungszentren. Und die meisten Freischaffenden, die ich kenne, sehnen sich nach nichts anderem, als nach einem Bürostuhl der in einer Redaktion auf sie wartet und einem festen Einkommen. Fakt ist, viele Verlage expandieren, indem sie kleinere schlucken und "Synergieeffekte" ausnutzen. So mancher Journalist steht dann plötzlich auf der Straße. Es ist besonders schwer, in der Provinz wieder auf einen Redakteursstuhl zu kommen, zumal es dort kaum noch Mitbewerber gibt. Als "Freier" kann man dann nur überleben, wenn man den vorher geschassten Redakeur möglichst billig ersetzt und ganz kleine Brötchen backt. Die Masse der Redakteure sind keine Capras, Woodwards, Bernsteins oder Terzanis. Sie arbeiten bei kleinen und mittelständischen Verlagen. Viele von ihnen planen nicht mehr groß in die Zukunft, denn die wird auch für fest angestellte Redakteure immer ungewisser.

Grüße

SINNlich
 
Aldridge

Aldridge

Themenstarter
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Newsman schrieb:
Ich habe ihr bereits eine E-Mail geschickt.
Hallo Newsman,

daran hatte ich in der Tat schon selbst gedacht (war spontan auf ihrer Seite und habe auch bei Xing geschaut, doch waren keine näheren Kontaktdaten auszumachen). Ich fand es gut, dass sie das Thema in dieser Form angepackt hat. Wäre nett, wenn du uns auf dem Laufenden halten könntest, was von der Dame zurückkommt. In der Druckausgabe der Zeit war übrigens noch ein Infokasten mit ihrer Vita abgedruckt. Dort stand, dass sie ein Internet-Magazin gegründet hatte, es aber aufgeben musste, weil ihr schlicht das Geld ausging...

Ansonsten freut es mich, dass die Diskussion hier so fundiert geführt wird - abseits jeglicher (naja, fast jeglicher) Sozialneiddiskussion, die beim Thema Gehalt in Deutschland leider immer viel zu schnell aufkommt. Ich war sehr gespannt, was sich denn so entwickeln mag, und bin doch positiv überrascht. Ein Dank an die Kollegen!

Ich kann mich übrigens noch gut an einen Kursus in meinem Volo erinnern. Wir hatten damals bereits eine Schulung mit einem DJV-Mann zum Thema Selbstständigkeit. Der gute Mann hatte allen Teilnehmern prophezeit, dass 50 Prozent der Teilnehmer fünf Jahre später nicht mehr in diesem Beruf arbeiten werden. Interessant war auch das von ihm benutzte Vokabular im Zusammenhang mit freiem Journalismus: Er sprach vom "Armenhaus der Selbstständigen", und er sprach nicht vom "Leben" als Freier, sondern vom "Überleben". Soviel also dazu... (na gut, na gut, der Mann kam von einer Gewerkschaft, trotzdem...)

Ich hatte letztens noch ein Gespräch mit einem Pressesprecher, der sich - obwohl von der "anderen Seite" - darüber aufgeregt hat, dass jungen Menschen, die studiert, volontiert und sich jahrelang für billig zu unmöglichen Arbeitszeiten im Lokalen verdingt haben, keine vernünftigen Verdienstmöglichkeiten von Seiten der Verlage eröffnet werden.

Beste Grüße -Al
 
Schaumig

Schaumig

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29.05.2007
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483
Ja, irgendwo müssen die Prämien fürs Abo ja wohl herkommen......... :!:

Den Artikel soll sich mal jeder Durchlesen der meint, dass Gewerkschaften ein überflüssiges Relikt aus vergangenen Tagen sind und dass es - wenn es dem Betrieb gut geht ja auch den Arbeitnehmern gut ginge...........

Die Journalisten müssten sich eben organisieren. Von den Lokführern lernen heisst siegen lernen. :wink:
 
N

Newsman

Gast
Hallo, wie versprochen: Ich habe heute mit Gabriele Bärtels telefoniert: Hier das Ergebnis unserer rund halbstündigen Plauderei in Kurzfassung:

Fakt 1: Der Artikel in der Zeit ist in der Tat autobiografisch. "Ich hätte das gar nicht so schreiben können, wenn ich davon nicht selbst betroffen wäre... wenn ich diese beschriebene Person nicht selbst wäre" (Bärtels)

Fakt 2: Frau Bärtels war in ihrer Karriere als Autorin ein einziges Mal und nur für den kurzen Zeitraum von drei Monaten als Redakteurin beschäftigt. Ansonsten war sie stets und ist auch momentan freiberuflich tätig.

Fakt 3: Frau Bärtels hat auf ihren Artikel in der Zeit reges Feedback erhalten. Rund 120 E-Mails zum Thema sind bei ihr eingetroffen. Nicht nur einmal habe sie sich über die wie sie sagt sagt "teilweise absurden" Mutmaßungen gewundert, warum sie diesen Artikel geschrieben habe. So hat FRau Bärtels beispielsweise über die These (sorry, eastwest, ich musste danach fragen :wink: ), es handele sich dabei um eine "Glosse" oder einen bewusst ironisch-überspitzten Text herzlich gelacht. Dies habe nie in ihrer Absicht gelegen. Sie sei nicht etwa der Rufer in der Wüste. Vielmehr habe sie zum Zeitpunkt des Verfassens "ziemlich am Boden gelegen". Ohne Job und vor allem ohne Perspektive. In ihrer Not habe sie ihren Sorgen und Ängsten, die ihrer Ansicht nach längst nicht nur die "Freien", sondern auch gestandene Redakteure heimsuchen (in dieser Hinsicht lag Sinnlich mit seiner Einschätzung ganz richtig), eben dadurch Luft gemacht, was sie nach eigener Ansicht am besten kann: durch Schreiben.

Fakt 4: Abgesehen davon, dass auch das Honorar in einer Zeitung wie der "Zeit" nicht gerade üppig ist, habe sie den Artikel nicht einmal wissentlich dort platziert. Im Gegenteil hatte sie einige - mehr oder minder bekannte - Magazine angeschrieben, die ihren Text jedoch allesamt ablehnten. Den Artikel hatte sie bereits Mitte des Jahres verfasst. Durch Hörensagen sei die Zeit darauf aufmerksam geworden: "Ich habe mich wirklich gewundert, als ich auf einmal eine E-Mail von der Zeit bekam" (Bärtels). Offensichtlich habe sich die Redaktion emotional angesprochen gefühlt, dass sie einben Abdruck in Erwägung zog: "Was mich zumindest darin bestätigt hat, dass ich keine soooo schlechte Autorin sein kann" (Bärtels). Das Bild zum Artikel sei übrigens auch eine Idee der "Zeit-Redaktion" gewesen, die das Szenario des "armen Poeten" in der privaten Location der Autorin nachstellte.

Interessant: Sogar das Fernsehen (Monitor) ist bei ihr vorstellig geworden, wollte mit ihr einen Beitrag über "neue deutsche Armut oder so etwas in der Art" abdrehen. Bärtels hat dies abgelehnt, "weil dies nicht meiner Intention enspricht". Sie wollte sich nur den Frust von der Seele schreiben, weil "ich zu Hause saß und nichts, aber auch gar nichts zu tun hatte".

Einen Job hat ihr , wie sie selbst sagt, wegen des Artikels niemand angeboten. Sie wird daher weitermachen wie bisher - genau so, wie sie es am Ende des Artikels erwähnt hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

PS: Frau Bärtels schreibt neben den 50 Stories pro Jahr auch noch andere Sachen - mitunter sogar PR-Geschichten. "Ich kann dies mittlerweile vom eigentlichen Journalismus, so wie ich ihn verstehe, trennen", sagt sie. Auch wenn sie dieser Sparte eigentlich nichts abgewinnen kann.
 
Chronischer_Fall

Chronischer_Fall

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Ich mache mich jetzt wahrscheinlich endgültig unbeliebt bei der hier anwesenden schreibenden Zunft. Aber dieses Interview, sofern es denn sinngemäß und umfassend wiedergegeben wurde, bestätigt nur meine Vermutungen über die Träumerin Bärtels!


War der Text nun autobiografisch oder nicht? Weshalb hat sie die PR-Gechichten verschwiegen? Wenn sie schreibt, sie verfasse pro Jahr ca. 50 Artikel, wird etwa die Hälfte davon los, erhält für einen ganzseitigen Text ca. 200 bis 300 Euro (sie wird ja wohl kaum jeweils vier Tage mit dem Erfinden dreizeiliger Pressemittelungen beschäftigt sein) und verdient fast immer weniger als 10.000 Euro p.a., dann fehlt dem Text etwas am Wahrheitsgehalt. Entweder, die PR-Nummern sind nicht der Rede wert - würde hervorragend zur Schaumschlägerin Bärtels passen - oder ihr Dasein ist doch nicht gar so jämmerlich, wie die angegenben Zahlen vermuten lassen. Man kann wohl auch davon ausgehen, dass Werbetexte nicht ungefragt eingereicht werden, die "Erfolgsquote" deshalb hier an die 100 Prozent heranreicht.


Es gibt noch so viele andere Ungereimtheiten. Man weiß ja nicht einmal genau, was denn nun ihr Problem ist. Mal heißt es, sie würde zwar regelmäßig Artikel verfassen (bei drei bis vier Tagen a 50 Texten ist das Jahr fast um, wenn man am WE frei macht und sich auch mal Urlaub gönnt oder die besagten PR-Arbeiten erledigt), diese würden zwar manchmal abgenommen, aber das Geld käme sehr spät oder Rechnungen würden garnicht beglichen. Dann sagt wieder, sie hätte einfach nichts zu tun. Wie kann das sein, wenn sie doch angeblich schreiben kann und eh stets in "Vorleistung" gehen muss?

Überhaupt regen mich solche Menschen maßlos auf, die behaupten, sie könnten nunmal dies und das am besten, wenn nicht gar nur das! Wenn das dann nicht genügend honoriert wird, sind eben die anderen daran schuld! Was denkt die Bärtels denn, wie es anderen geht. Ich mutmaße, die Mehrheit aller Erwerbstätigkeiten werden nicht deshalb ausgeführt, weil sie den Fähigkeiten und Wünschen der Leute entsprechen. Sie werden ganz schlicht deshalb vollbracht, weil es ums Überleben und um ein wenig Selbstachtung geht. Frau Bärtels scheint sich auch nicht ganz darüber im klaren zu sein, was der Unterschied zwischen Wollen und Können ist. Andernfalls hätte sie es kaum nötig, im Zeit-Artikel auf ihre mal erhalten Preise hinzuweisen und jetzt im Gespräch mit Newsman anzumerken, wenn das Blatt sie abdrucke, könne sie ja wohl nicht so schlecht sein. Sorry, das ist nicht Glosse, das ist Gosse! Ihre Selbstherrlichkeit und gleichzeitige Weinerlichkeit erinnert an die Klientel, die morgens versifft und besoffen auf dem Arbeitsamt (oder wie was jetzt heißt) rumhängt und den "Staat" sowie die bösen Kaptalisten dafür verantwortlich macht, dass ihnen niemand einen hochdotierten Job anbietet, der möglichst noch eins zu eins auf ihren längst obsolet gewordenen ostzonalen Ausbildungsberuf abgestimmt zu sein hat - nur eben auf höherem Niveau.

Wenn diese Frau wirklich ernsthaft, wie von Newsman zitiert, am Boden lag, weshalb hat sie dann ihre Freizeit damit vergeudet, ausgerechnet einen Artikel über sich, ihre desaströse Lage und die negativen branchenspezifischen Umstände zu schreiben? Es muss doch jedem Zehntklässler klar sein, dass damit in den eigenen Reihen zu landen extrem riskant kalkuliert ist. Mag ja sein, das Bärtels "schreiben kann". Vielleicht wäre ich auch ein guter Zirkusdirektor - wenn ich nur wüsste, wann ich aufzustehen habe, wo ich mich einfinden müsste und wie die Tiere alle mit Vornamen heißen. Das soll heißen, Fähigkeiten allein bringen wenig nutzen, wenn man nicht weiß, wie man sie einsetzen soll. Aber da sich Frau Bärtels offenbar gerne selbst für Peanuts auf die Schulter kloppft (als ob ein einmaliges Engagement etwas über die Qualität der Arbeit aussagen würde!), wird sie sich vermutlich schwer tun, mal an dieser Schraube zu drehen. Vielleicht ist das Schreiben auch einfach keine Sonderbegabung und man sollte davon absehen, dessen Beherrschen als einzige Grundlage für eine Erwerbstätigkeit zu betrachten. Immerhin scheint es auf diesem - zu großen Teilen privatwirtschaftlichen und damit wenig reguliertem(!) - Markt einen deutlichen Überhang zu Ungunsten der Autoren zu geben. Das spricht nebenbei auch dafür, dass man es vermutlich trotz aller Wagnisse eher mit einem "Traumjob" zu tun hat.

Sie hätte also nicht mit derartigem Feedback gerechnet? Wenn sie der Profi wäre, der sie vorgibt zu sein, dann wäre ihr klar, dass man gerade hierzulande mit Jammergeschichten stets ein dankbares Publikum findet. Als jemand, der nur gelegentlich die Leserbriefe der Lokalpresse überfliegt, glaube sogar ich zu wissen, wie man am ehesten zum Echo findet. Abgesehen davon sind die 120 Emails nicht gerade der Freischein für ein Direktmandat, wenn man sie in Relation zur Zeit-Auflage (und der nochmal deutlich höheren Leser-Anzahl) setzt. Man müsste schon die Resonanz auf andere Artikel im selben Blatt kennen, um das beurteilen zu können. so klingt es leider nur - ganz Bärtels typisch - wie Fishing for Compliments.

Und mal ehrlich, so lange Frau Bärtels noch einen medienwirksamen und eventuell sogar karrierefördernden TV-Auftritt absagen kann, "weil dies nicht meiner Intention enspricht" (wörtliches Zitat Newsman), so lange kann es mit der Armut nicht so weit her sein! Jede Wette, spätestens hier wird die Zahl derer, die gerne mit ihr tauschen würden, siebenstellig.



Ja, sicher, ich lasse kein gutes Haar an dieser Frau. Möglicherweise reagiere ich nur den ganzen Frust an ihr ab, der sich bei mir in den vielen Jahren als Medienkonsument ( und inzwischen auch -schaffender) angestaut hat. Ich nehme beinahe täglich wahr, welche Macht den Medien obliegt, wie durch sie Mehrheitsmeinungen entstehen, wie Entscheidungsträger bis hin zur Legislative von ihr gelenkt werden, ob nun bewußt oder nicht, spielt keine Rolle, und wie sie letztlich die gesamte Wahrnehmung des gesellschaftlichen Umfeldes bestimmen. "Ham'se im Fernseh'n jesacht" oder " stand inne Zeitung" werden in weiten Kreisen längst als Killerargument benutzt, wenn man sonst nicht mehr viel zu melden hat. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung handeln aber die allerwenigsten Journalisten gemäß der daraus resultierenden Verantwortung. Immer dann, wenn statt bloßer Faktenweitergabe und deren Zuordung in den Geamtkontext individuell kommentiert wird - das geschieht beinahe permanent - bin ich argwöhnisch. Das reicht vom Tagesthemen-Kommentar bis zu den subjektiven Punktetabellen der Vergleichspresse. Besonders übel nehme ich den Presseleuten überdies, dass sie sich ihrer Verantwortung größtenteils aktiv entziehen, indem sie stets behaupten, sie besäßen die vermeintlich angedichtete Machtfülle übehaupt nicht, sie würden nur Stimmungen aufgreifen und transportieren. Gute Nacht.

Was ich hier gerade ganz privat mache, nämlich meine subjektiven Eindrücke auf Basis nicht hinreichender Fakten herausposauenen, das machen viele Journalisten professionell. Der Unterschied im Detail: sie müssen ihre Brötchen nicht zusätzlich tagsüber verdienen, können mit einer Selbstsicherheit, die der Papst und der große Vorsitzende zusammen nicht erreichen, in die Tasten hauen, ins Mikro röcheln oder in die Kamera glotzen. Und wenn die Sache spannend genug war, dann startet am nächsten Tag gleich ein MdB eine parlamentarische Anfrage zum Thema, werden Grenzwerte durch Grundschüler hinterfragt, Bürgerinitiativen gegründet oder Protestmärsche organisiert, Kaufentscheidungen marktverzerrend beeinflusst oder es ändert sich sogar das Ergebnis der Sonntagsfrage. Das alles, ohne dass ernsthafte Sanktionen zu befürchten sind, so lange man sich an ein paar formale Spielregeln hält! Kein Wunder, dass dieser Job trotz aktuell schlechter Ausichten immernoch so stark nachgefragt ist, dass sich die Verlage etc. die von Frau Bärtels (und anderen) beschriebenen Spielchen erlauben können.

Jetzt werden alle hier anwesenden Journalisten aufschreien. Nein, ich schere nicht alle über einen Kamm! Es wird Details geben, die ich nicht kennen kann und die vielleicht noch berücksichtigt werden sollten, wollte man meine Kontra-Realjournalismus-Argumenation wasserfest machen. Man kann garantiert vielen Berufsgruppen (inklusive meiner!) irgend etwas vorwerfen und sie durch den Kakao ziehen. Aber hier sind gerade mal die arme Frau Bärtels und ihr Stand das Thema gewesen. Ich bitte das zu bedenken.
 
Aldridge

Aldridge

Themenstarter
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21.07.2007
Beiträge
1.574
Newsman schrieb:
Hallo, wie versprochen: Ich habe heute mit Gabriele Bärtels telefoniert: Hier das Ergebnis unserer rund halbstündigen Plauderei in Kurzfassung:
Hallo Newsman,

vielen Dank, dass du wie versprochen das Ergebnis bekannt gegeben hast. Finde ich sehr interessant. Hat die Dame eigentlich gesagt, ob sie irgendwo volontiert hat und woran es lag, dass es bei nur einigen Monaten Redakteurstätigkeiten geblieben ist?

Apropos: Ich habe mir schon gedacht, dass sie auch mal einige PR-Texte schreibt. Anders lässt sich der Job für sie wahrscheinlich gar nicht gegenfinanzieren. Wenigstens ist sie keine Vertreterin der "reinen Lehre".

Schade, dass der Text zwar Resonanz, aber keine weiteren Angebote nach sich gezogen hat. Naja, das spiegelt in gewisser Weise auch die Mentalität der Branche wider.

Beste Grüße -Al
 
Thema:

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