Fragen zum Ölen eines Regulatoruhrwerkes

Diskutiere Fragen zum Ölen eines Regulatoruhrwerkes im Sonstige Uhren Forum im Bereich Sonstige Uhren; Hallo! :-D Bin neu hier und übrigens auch neu im Umgang mit Uhren. Habe eine Regulatorleiche geschenkt bekommen und bin beim Herrichten...
#1
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alex80

Guest
Hallo! :-D
Bin neu hier und übrigens auch neu im Umgang mit Uhren. Habe eine Regulatorleiche geschenkt bekommen und bin beim Herrichten. Gehäuse habe ich schon renoviert (bin an sich Holzwerker) und das Werk, zerlegt, die Lager entharzt und alle Messingteile des Werkes nun in verdünnter Salmiaklösung gereinigt. Hat alles gut funktioniert, ich hatte dazu viel im Internet gefunden.
Drei- wahrscheinlich für Profis etwas komische - Fragen habe ich zum Thema ölen (welches Öl und ganz sparsam ölen ist mir klar):

:?: Was wird geölt? Die Zapfen oder die Lager?
:?: Wann wird geölt? beim Zusammenbauen oder nach dem Zusammenbau? (wäre mir lieber)
:?: Wo wird geölt? von "außen" oder der Seite, wo der Zapfen ist?

Fundamentale Fragen, aber genau dazu habe ich nichts Brauchbares gefunden.
Bitte um Hilfe
Besten Dank und schöne Grüße
Alexander
 
#2
eastwest

eastwest

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29.12.2005
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6.061
Hallo Alex, willkommen im Forum,

ich hoffe, daß einer unserer Uhrmacher oder zumindest Bastler hier bald mitliest; denn als reiner Uhren-Träger, -Sammler und Bandkürzer kann ich Dir da nicht weiterhelfen.

Aber neugierig bin ich (sowieso) und würde mich deshalb über Bilder freuen - gerne auch "vorher" - "nachher".

Gruß, eastwest
 
#3
Mikrolisk

Mikrolisk

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AUch wenn ich eher mit Taschenuhren zu tun habe, hier sollte es keine nennenswerte Unterschiede geben:

Das Werk wird zunächst wieder zusammengebaut, dann wird mit einem Ölgeber eine wirklich kleine Menge Öl auf die Lager gegeben, so daß das Öl in den kleinen "Spalt" zwischen Welle und Lager "fließen" kann. Ein ganzer Tropfen wäre schon zuviel!

Und bei einer Ankerhemmung gib auch etwas Öl auf die Ausgangspalette des Ankers.

Hilft Dir das weiter?

Grüße,
Andreas
 
#4
Z

Zeitmessinstrumente

Guest
Reinigen würde ich das Werk nicht mit Salmiakgeist, ist etwas zu agressiv, besser im Ultraschallgerät mit Spezialreiniger oder wenn es nicht anders geht mit Reinigungsbenzin.
Das Werk wird beim zusammenbau geölt, da einige Lager durch andere Brücken verdeckt werden können. Öl wird nur in die ausbuchtung der Rubine gegeben, dabei aufpassen, daß kein Öl auf das Messing kommt, sonst läuft es wieder aus dem Reservoir des Rubins raus. Ölen der Ankerhemmung wie oben beschrieben, fünf zähne durchlaufen lassen, nochmal etwas nachölen. Aufzugskupplung großzügig ölen. Welle des Minutenrades nicht vergessen.

Es werden verschiedene Viskositäten verwendet, je nach Zweck. Für jedes Werk gibt es einen Schmierplan auf dem steht welche Teile mit welchem Öl zu schmieren sind.

Wer gut schmiert, der gut fährt... aber jetzt bitte nicht komplett in Salatöl werfen. :-D
 
#5
eastwest

eastwest

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6.061
Zeitmessinstrumente hat gesagt.:
Es werden verschiedene Viskositäten verwendet, je nach Zweck. Für jedes Werk gibt es einen Schmierplan auf dem steht welche Teile mit welchem Öl zu schmieren sind.
Den wird er bei einer geschenkten Leiche wohl kaum besitzen; also auf gut Glück?

ew
 
#6
Z

Zeitmessinstrumente

Guest
#8
A

alex80

Guest
Hallo! :-D
Ich bendanke mich sehr herzlich für die Tips. Habe inzwischen das Uhrwerk wieder zusammengebaut, geölt und es läuft tadellos!!
Das nächste Mal würde ich einen Ultraschallreiniger verwenden, muss der besondere Anforderungen erfüllen oder reicht ein kleiner (=billiger).
Würde euch gerne ein Foto des ferigen Werkes ins Formu stellen, aber das schaffe ich technisch irgendwie nicht. Wenn ihr mir eine Mail adresse sendet, kann ich gerne ein Foto schicken oder es erklärt mir jemand den Vorgang.
Jedenfalls ist es - soweit ich es eruieren konnte - ein sog. Geigenkasten oder Serpentin Regulator (mit einem Gewicht), das Ziffernblatt ist mit "Stöckl Wien" signiert.
Er muss nass geworden sein, weil die Rückwand war um ca. 3,5 cm diagonal verzogen, auch der Kasten, die Türe schloss daher nicht mehr, die Scheiben fehlten und das Pendel war mit dem Reguliergewinde in den Boden gerammt (offensichtlich vom Runterfalllen).
Außer dem Pendellager, dass mir der Uhrmacher neu löten mußte waren alle Teile soweit intakt. Gehäuse wurde gründlich saniert und mit Schellack poliert, Werk gereinigt usw.
Habe eine große Freude mit dem Ding und werde schon bei nächster Gelegenheit die nächste Uhr restaurieren (zuvor aber erst einmal das Buch Uhren reparieren studieren, damit ich wenigstens die Fachbegriffe kennenlerne)
Nochmals besten Dank und schöne Grüße
Alexander[/quote]
 
#10
A

alex80

Guest
Danke für den Tip! Anbei das Foto. Würde mich freuen, wenn jemand von den Fachleuten dem Woodworker zu dieser Uhr etwas sagen könnte.



Liebe Grüße aus Wien
Alexander
 
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