Frage zum Einwinden von Automatic-Federn

Diskutiere Frage zum Einwinden von Automatic-Federn im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, ich habe ein paar ältere (einfache) Automatic Werke, bei denen ich im Zuge einer Revision auch die Federn ausbauen, und ggfs...

Alberich

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Hallo zusammen,

ich habe ein paar ältere (einfache) Automatic Werke, bei denen ich im Zuge einer Revision auch die Federn ausbauen, und ggfs. mit neuem Bremsfett versehen möchte.
Bisher habe ich fast nur Handaufzugswerke gemacht, daher habe ich an Schrotteilen erfolglos geübt. :-(

Wie windet man eine automatic-Feder mit angenietetem Schleppzaum wieder ins Federhaus ?

Die Suchfunktion und alle meine Jendritzki/Stern - Bücher schweigen sich darüber aus.

Mit den üblichen Federwindern wird es nicht gehen, da reißt eher die Vernietung ab, als daß der Schleppzaum in die Trommel rutscht. Also habe ich versucht, die Feder von Hand einzuwinden. Dabei ist sie jedesmal an der Vernietung gebrochen, weil die Biegekräfte für die steife Schleppfeder viel zu groß sind.

Aber irgendwie muß es doch gehen, denn die Federn werden im Neuzustand auf einem Ring geliefert, und können dann einfach ins Federhaus gedrückt werden.

Kann mir hier irgendjemand Tipps geben, einige Übungsstücke habe ich noch.

Überreste meiner Versuche
Automatic.jpg


Vielen Dank für Eure Hilfe!

Matthias
 

Thallius

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Hallo Matthias,

ich setzte die Federn immer von Hand wieder ein wenn sie noch in Ordnung sind. Da hilft wohl nur weiterüben, weiterüben und weiterüben ;)

Eventuell solltest du aber tatsächlich mit einer neuen Feder üben, denn die alten brechen einfach deutlich schneller, was eben auch ein Anzeichen dafür ist, dass man sie eigentlich nicht wieder einsetzen sollte.

Gruß

Claus
 

clavicembalist

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Also ich habe sie auch per Hand wie eine Handaufzugsfeder eingewunden.
Bis jetzt ging es immer gut.
Vielleicht sind die Federn etwas poröse geworden .
Erst den Schleppzaun rein und den Rest normal weiter einwinden, ohne Gewalt versteht sich.
Andere Methoden kenne ich nicht.
Gruß
Christian
 

Alberich

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Hallo Claus, hallo Christian,

danke für Eure schnellen Antworten. Die Handeinwindung scheint also die erste Wahl zu sein. Also werde ich weiterüben. Es ist gut möglich, daß die abgebrochenen Federn von den ersten Versuchen vorgeschädigt waren.


Viele Grüße!

Matthias
 

Aeternitas

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Der kritische Punkt kommt ja erst nach den ersten 359°, wenn die Feder innerhalb der ersten Windung eingedreht werden muss. Da muss man halt mit etwas Zug zur Federhausmitte arbeiten. Bist Du sicher, dass Du richtig einwindest? Die Schleppfeder ist innen, nicht außen.
 

malikka

R.I.P.
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Hallo . Oh niemals nicht , Winde ich. Automatikfeder mit Hand ein . Das geht mit dem Federwinder ganz leicht . Und die Richtung bestimmt der Sperrkegel . .
Also ,mein Tipp . Wenn die Feder so gut wie drin ist , passe ich am Ende auf . Halte den ganzen Federwinder mit einer Hand . Oben, wie unten. Und ziehe ein Stück an der Zugfeder zurück und führe dann eher den Zaum durch den Schlitz ,jedenfalls den Anfang des Zaumes . Das heißt leicht schieben ohne zu drehen .
Wie sagt man so schön ,paßt der Kopf ,paßt auch alles andere .
Ich habe aber auch den Winder von Bergeon .
Viel Erfolg .
 

malikka

R.I.P.
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Man muss ja auch nicht alles können ;-)

Gruß

Claus


Uuuuuui. Das hat nichts mit können zu tun , können kann ich schon , aber ich habe schon mehrfach , auch und garade bei teureren Uhren ,die unidentifizierbare Gangdifferenzen aufwiesen , letzten Endes die Zugfeder wieder herausnehmen müssen . Die waren von meinem Vorgänger sicher mit der hand eingedreht und sahen aus ,wie Trichter . Manchmal sogar noch ein Knick drin .
Das kommt vom Hand eindrehen , denn da wird jeder Umgang ein wenig gekantet . Deshalb ist es schöner und sicherer die Zugfedern mit dem Federfinder einzudrehen . Auch fü´rs Gangbild .
Und ,wenn man ein wenig übt - geht das auch .
 

Thallius

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Uuuuuui. Das hat nichts mit können zu tun , können kann ich schon , aber ich habe schon mehrfach , auch und garade bei teureren Uhren ,die unidentifizierbare Gangdifferenzen aufwiesen , letzten Endes die Zugfeder wieder herausnehmen müssen . Die waren von meinem Vorgänger sicher mit der hand eingedreht und sahen aus ,wie Trichter . Manchmal sogar noch ein Knick drin .
Das kommt vom Hand eindrehen , denn da wird jeder Umgang ein wenig gekantet . Deshalb ist es schöner und sicherer die Zugfedern mit dem Federfinder einzudrehen . Auch fü´rs Gangbild .
Und ,wenn man ein wenig übt - geht das auch .

Amen

Gruß

Claus

P.S. Eigentlich schade dass jemand wie Du es noch nötig hat hier den Kollegen in den Rücken zu fallen und die Kompetenzen abzusprechen, um sich selber zu profilieren. Das hatte ich Dir aber auch schon einmal bereits per PM geschrieben. Nur scheint es Dir ja wohl egal. In Zukunft gibt es aber keine Kommentare mehr zu Deinen Posts. Ich brauche sowas nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

uri3047

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Hallo,Claus ! es wurde hier eine Anfrage gestellt....warum bist Du bissig.wenn jemand eine andere Meinung hat ? Dein letzter Beitrag ist mir unverständlich :shock:

gruß uri
 

Rostfrei

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Das hat nichts mit Kollegen in den Rücken fallen zu tun. Marlies hat einfach recht- sehe sowas bei der täglichen Arbeit ebenfalls oft. Bei Handaufzug mag von Handeinwinden noch gehen, bei automatik eher weniger. Allein das Risiko des abbrechens des Zaums ist sehr viel höher.

Ich winde die Federn soweit ein, das nur noch der Zaum aus dem Winder schaut. Die restliche Feder drücke ich von außen hinein.
 

Watcher48

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"In Zukunft gibt es aber keine Kommentare mehr zu Deinen Posts. Ich brauche sowas nicht."

Ob sie das wohl braucht ???

Gruß

Hein
 

uhr_10

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... Eigentlich schade dass jemand wie Du es noch nötig hat hier den Kollegen in den Rücken zu fallen und die Kompetenzen abzusprechen...

Mehr als eine resolute Gegenmeinung lese ich da nicht... Spricht den etwas gegen den Federwinder?

Ich habe auch schon Uhrmachermeister von Hand einwinden gesehen. Zu Vorführzwecken, weil ein Federwinder für einen Laien etwas teuer ist...
 

Thallius

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Sorry,

ich habe wahrscheinlich ein wenig überreagiert aber ich finde es nunmal nicht gut wenn zwei Uhrmacher schreiben "Man kann die mit der Hand einwinden" und dann schreibt Marlies "Nein niemals" und erzählt, dass dabei die Federn kaputt gehen.
Mag ja sein dass sie das so sieht, ich sehe das nunmal anders und das kann man diskutieren aber dazu muss man nicht so radikal sagen "Nein das tut man nicht". Wir sind doch keine kleinen Kinder denen man auf die Hand hauen muss, wenn sie in die Sch… packen wollen.

Gruß

Claus
 

nobrett

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Hallo.

Eine Feder, wie auch eine Automatikfeder nimmt beim sorgsamen und geübten Einwinden von Hand keinen Schaden. Das kann man ja einfach nachweisen, indem man sie von Hand einwindet und dann wieder herausnimmt. Möglichen Verzug müsste man dann ja sehen. Wer beim Einwinden Knicke fabriziert macht ohnehin etwas sehr falsch.

Ich oute mich daher auch als überzeugter Von-Hand-Einwinder. Vielleicht würde ich diese meine Meinung bei sehr kleinen Federhäuser wie bei Damen Armbanduhren ändern.

Gruß
Norbert
* der durchaus auch einen Federwinder besitzt - aber kaum benutzt *
 

malikka

R.I.P.
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Hallo. Claus . Du mußt das richtig Intepretieren :
Ich habe geschrieben : Hallo . Oh niemals nicht , Winde ich. Automatikfeder mit Hand ein .
Ich hätte vielleicht besser noch dazu schreiben sollen . nicht mehr , denn seit ich den Federwinder habe und auch die dazugehörigen Federhaushülsen für Eta Werke , denn da ist der Drehstift dünner , als die normale Größe nehme ich nur noch Diesen . Und der Fragesteller schreibt ja ,das er einen hat, er weiß nur nicht wie er ihn am besten benutzt . Ich habe nur versucht zu helfen .
Und nein . ich mache nicht bei jeder Revi ,die Zugfeder raus . nur ,wenns nicht anders geht . Oder ,wenns komisch aussieht . Denn Öffnen tue ich jedes Federhaus , auch wenn drauf ,
Do not open .
 

Alberich

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Hallo zusammen,

Euch allen herzlichen Dank für die Beiträge, und die interessante Diskussion. :super:

Es gibt sicher -wie auch bei anderen Tätigkeiten- mehrere Wege, die zum Erfolg führen. Daher probiere ich beide Varianten solange aus, bis es sicher klappt.



Viele Grüße!

Matthias
 

alte Uhr

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Hallo beisammen :-D

ich winde die AT-Zugfedern wenn möglich auch mit dem Winder ein, habe aber auch
schon per Hand "eingefädelt".
Allerdings will ich meinen Vorrednern zustimmen, daß durch das händische einziehen
vor allem bei sehr hochwertigen Uhren mit schmalen Federblatt schnell unentdeckte
Schäden oder Fehler eingebaut werden können.
Also würde beim Einziehen der Feder in jedem Fall einen Winder empfehlen

Ich benutze diesen alten Winder - hat bisher gute Dienste erwiesen
( ist schon ein bissl`antik :D )

4.jpg

Hiermit wird die Feder wie Marlies und Rostfrei auch schon beschrieben
haben bis zur Schleppfeder eingezogen, dann Schleppfeder einführen und etwas
mit dem Finger einschieben - dann schlupft's ganz zart eini

Zeigt doch mal Eure Winder.

Viele Grüße
Helmuth
 

Alberich

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Hallo Hemuth,

Dir auch noch vielen Dank für Deine Anleitung mit Bild. Das ermutigt mich doch, die Versuche mit dem Federwinder weiterzuführen.

Hier sind meine:

01set1.jpg

02set2.jpg

Viele Grüße!

Matthias
 

malikka

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Hallo. Dann mal meine 2 Vitages , bis hin zu Taschenuhrenfederwinder ,die nehme ich aber recht selten ,
denn Taschenhren ,naja --sind mir zu groß ;-)
nee, war nur ein Scherz - kommt auch vor.
IMG_0150.JPG
IMG_0151.JPG
IMG_0152.JPG

Und mein neuer Bergeon . Wobei zu beachten ist , das die Roten Kurbeln für rechtsgedrehte federn sind und die mit dem blauen Ring für Linksherrum . Das sind oft die Japaner , seiko und citizen , aber auch viele Vintages

IMG_0158.JPG
Und dann der Spezialeinsatz für Eta 7750 - Hier ist das Federhaus extrem Groß bei Nr 1o und die Kurbel extem dünn ,denn wenn man hier die 10 er Kurbel hineinzwengen würde , wäre der innere Umgang mit dem Zugloch stark vergrößert und dann könnte die Feder vielleicht nicht mehr greifen.
IMG_0153.JPG

Manchmal muß ich sogar noch bei dieser Auswahl ,die Kapsel etwas größer nehmen ,wenn die Zugfeder sehr lang ist und die Kurbel 1Eine Nummer kleiner ,da muß man aber höllisch aufpassen und alle Finger im Einsatz haben zum Festhalten .
 
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