Uhrenbestimmung Frage zu Tischuhr (alt, Empire?, Messing?, Paris)

Diskutiere Frage zu Tischuhr (alt, Empire?, Messing?, Paris) im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo liebe Experten, ich bitte um eure Hilfe bei der Identifizierung einer Uhr. In meinem Besitz befindet sich die im folgenden gezeigte...
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Hallo liebe Experten,

ich bitte um eure Hilfe bei der Identifizierung einer Uhr.
In meinem Besitz befindet sich die im folgenden gezeigte Tischuhr.
Das Werk läuft verständlicherweise nicht, sie wiegt 7,9 kg und ist ca. 45cm hoch.

Bei Googlebildersuche habe ich viel ähnliches aber nichts gleiches gefunden.
Ich vermute aufgrund der zwei Löcher in ZB dass dort das Uhrwerk und ein Spieluhrmechanismus (würde zur Figur die möglicherweise eine Harfe gehalten hat passen.) aufgezogen wurden.
Vorn links auf der Platte auf der die Figur sitzt ist ein Loch (ca1,5mm DM), ich vermute da war noch ein weiteres Element befestigt.
Die Zierelemente sind seperat gefertigt und mit Nieten(?) an den Seiten des Gehäuses angebracht.

Ich freue mich über jeden sachdienlichen Hinweis.

Danke!

IMG_0100.jpgIMG_0101.jpgIMG_0102.jpgIMG_0104.jpgIMG_0105.JPGIMG_0103.JPGIMG_0106.jpg
 
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Dille

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Nieten und Vierkantmuttern sind immer gut. Sieht aus wie ein Empire-Gehäuse.
 
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Danke Dille. Ich finde keinerlei Herstellersignet, war das so üblich?
 
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Matthias MUC

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Das irgendwann mal nachgebastelte Werk ist auch schon allein für sich ein Museumsstück, mechanisch mit Unruh und elektrischem Aufzug soweit ich das sehe, die Kenner der Brot- und Butter-Küchenuhren der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit können das Werk vielleicht identifizieren und können den Zeitraum der Umbastelei einkreisen und auch bei einer Wiederinbetriebnahme helfen.
Willst Du nur Infos über die Ursprungs-Uhr, oder würdest Du sie gerne mit einem möglichst passenden Werk = authentischen Werk mit idealerweise allen Funktionen weitgehend in den Urzustand versetzen, oder wäre es ein Kompromiß, sie so "frankesteinmäßig zusammengeschustert" mit dem altmodischen elektromechanischen Werk wieder lauffähig zu bekommen?
Gibt es zu der Uhr irgendwas an Familiengeschichte (z.B. Erbstück eines bastelfreudigen Vorfahren, der dunnemals das Werk ausgetauscht haben dürfte o.ä.)?

lG Matthias
 
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Danke Matthias.

Das derzeitige Werk ist wohl ein Junghans. Wußte nicht dass es so speziell ist.

Was ich damit vorhabe ist noch offen. Komplette historisch korrekte Restaurierung schließe ich aus. Das wird sicher zu teuer.

Vorgeschichte: Ich mags kaum sagen, aber es ist ein Dachbodenfund.... Stand ca. 8 Jahre bei den Nachbarn auf dem Dachboden, ein ehemaliger Mieter hat sie zurückgelassen. Mehr ist nicht bekannt.
 
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Ok, Googlesuche zu Junghans W285 bringt einiges.

Aber die Uhr als solche?
 
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Matthias MUC

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Nicht "speziell", aber selber schon eben ein Museumsstück. Heutzutage würde man, wenn es "nur" auf die Funktion als Uhr ankommt und nicht auf Originalität bis auf die letzte Schraube, wohl ein passendes 20€-Funkuhrenwerk einbauen oder mangels DCF77-Empfang im geschlossenen Metallgehäuse, sogar nur ein 5€-Quarzwerk, dann massiv fluchen, weil es zu den dünnen Achsen dieser Werke keine vom Stil passenden Metallzeiger gibt. Die Zeiger an Deiner Uhr sehen auch eher aus, wie wenn sie original zum Junghanswerk gehört hätten (irgendeine Küchenuhr als Spender ausgeschlachtet...)

Mit der Vorgeschichte wäre es, wenn es meine Uhr wäre und sie mir grundsätzlich soweit gefallen würde, daß ich sie laufend wo hin stellen wollte, am stimmigsten, sie so wie sie ist mit dem Junghanswerk zu nehmen. Mit dem Foto läßt sich das auch sauber einkreisen: Laut dieser Seite Junghans Max Bill Wanduhr Striche 1958 Messing wo auch bißchen was zur Technik vom "Electora" W285, einem Klappankerwerk steht, wurden die Werke zwischen 1956 und 1962 gebaut. Da treffen sich Museumsstücke aus verschiedenen Jahrhunderten zu einem ganz witzigen "Frankensteins-Monster", aber ja, es hätte sicher Charme, genau dieses Monster so wie es zuletzt war, wieder zum Leben zu erwecken.

lG Matthias
 
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Systemlord

Systemlord

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Hallo,

die Uhr hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dieser hier:
Pendule anmutige Gärtnerin - Gracieuse jardinière

Soll also wohl eher eine Gärtnerin darstellen.
Vom Stil her grundsätzlich Empire. Allerdings wirkt die Ausführung auf mich etwas gröber als die im Bild gezeigte Uhr.
Scheint auch nicht feuervergoldet zu sein.

Die Zeiger gehen natürlich gar nicht.. :shock:
 
lowrider

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Danke. Da steht "feuervergoldete Bronze". Wie kann ich herausfinden woraus meine besteht?
 
Schraubendreher

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Hallo Lowrider,

das ist eine französische Pendule eher einfacher Machart. Messing, nicht feuervergoldet. das sieht man an der Farbe. Das Zifferblatt ist aus Emaille.
Da saß mal ein rundes mechanisches Pendulenwerk drin, das irgendwann vor langer Zeit ausgetauscht wurde. Durch die Löcher im Zifferblatt schauten die Aufzugswellen von Geh- und Schlagwerk, da hat jemand was hintergeklebt, damit man das Werk nicht sieht.
Solche Uhren waren früher weit verbreitet als „gute Hausuhr“, insbesondere im französischen Raum.

Man könnte sie wieder in einen netten Zustand versetzen, indem man dieses unerträgliche elektische Werk rauswirft und ein richtiges Pendulenwerk einbaut. Die gibt es für recht kurzes Geld antik ohne Gehäuse bei eBay, oft sogar mit Zifferblatt, Zeigern, Lünette und Kristallglas. Wichtig ist, dass das Pendel dabei ist und es von der Länge her ins Gehäuse passt. Dann noch mal in eine Grundüberholung beim Uhrmacher investieren (Pendulen sind nichts für Einsteiger) und Du hast eine richtig klassische Uhr vor dem Altmetall gerettet. ;-)
Dieses furchtbare Werk aber ist auf keinen Fall original, von sehr einfacher Qualität und dem an sich recht schönen Gehäuse nicht angemessen. Nur weil da Junghans drauf steht, bedeutet das nicht automatisch, dass das was gutes ist.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
lowrider

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Hallo Schraubendreher,

vielen Dank für deine umfassende Antwort. Ich wundere mich dass ich nirgendwo auf der Uhr einen Hinweis auf den Hersteller finde, war das so üblich? Was glaubst du, wie alt könnte die Uhr sein?
 
bonanza

bonanza

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Hallo lowrider (und alle andere User),

was immer Du für ein Uhrwerk in diese Uhr einbauen wirst. Die Bedenken von Matthias, dass der Empfang von einem DCF-Signal durch ein Metallgehäuse beeinträchtigt wird ist unbegründet solange das Metall magnetisch nicht leitend ist. Das kann man einfach mit einem Dauermagneten überprüfen.

Der Empfang des DCF-Signals basiert nur auf dem magnetischen Anteil der Elektromagnetischen Welle. Das sieht man auch daran, dass die DCF-Empfänger nur eine Ferritantenne haben, die nur den magnetischen Anteil nutzen. Der elektrische Anteil einer elektromagnetischen Welle wird natürlich von allen elektrisch leitenden Gehäusen abgeschirmt. Dieser wird aber hier nicht benötigt. Um die elektrische Komponente optimal zu empfangen benötigte man eine mehrere hundert Meter lange Drahtantenne.

Ich besitze einige Schiffs-Bullaugenuhren aus schwerem massiven Messingguss mit eingebauten DCF-Empfängern und bestem Erfolg.

Viele Grüße vom

Wolf (Bonanza)
 
M

Matthias MUC

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@Schraubendreher, für das Gehäuse ist das Werk sicher "unerträglich", aber grundsätzlich doch schon selbst wieder ein Museumsstück, eben andere Kategorie (elektrische Uhrwerke früherer Generationen). Also wenn man den organisch gewachsenen Charakter der Uhr als "Frankensteins Monster" erhalten wollte, wäre es schon stimmig, genau dieses Junghanswerk wieder zu nutzen, solang nicht besseres aufzutreiben ist. Egal wie, das Junghanswerk keinesfalls als Elektroschrott entsorgen.
 
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Dille

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Also ich würde an der Uhr die Zeiger tauschen und sonst nichts machen. Das Gehäuse würde ich nicht aufbereiten bzw. polieren. Ein Traum, so etwas auf dem Dachboden zu finden und wahrscheinlich für den Preis einer neuen Batterie überlassen zu bekommen. Das Gehäuse scheint bis auf die Gewindestangen, an denen die Füße angeschraubt sind, im Originalzustand zu sein. Das Sujet des Gehäuses ist natürlich etwas bürgerlich und die Ausführung nicht in feuervergoldeter Bronze, sondern in Messing gehalten, aber dafür ist es aus der 2. Hälfte des 19. Jh. und damit eine schöne Antiquität.

Edit: Herstellerschilder müssen nicht zwangsläufig angebracht sein
 
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Zeitmaschinenschlosser

Zeitmaschinenschlosser

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Hallo Schraubendreher,

vielen Dank für deine umfassende Antwort. Ich wundere mich dass ich nirgendwo auf der Uhr einen Hinweis auf den Hersteller finde, war das so üblich? Was glaubst du, wie alt könnte die Uhr sein?
Dass die Gehäuse selbst signiert sind ist sehr sehr selten. Die Werke, wie oben schon angesprochen wurde, Pendulenwerke sind manchmal signiert. Häufig waren z.B. die Werke des Herstellers "Japy" .
 
Thema:

Frage zu Tischuhr (alt, Empire?, Messing?, Paris)

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