Frage zu "Revision"/Wartung ETA 2824-2 etc

Diskutiere Frage zu "Revision"/Wartung ETA 2824-2 etc im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Guten Abend zusammen. Lese zwar schon sehr lange mit, aber würde gerne trotzdem heute nun doch etwas "banales" fragen. Ausgangslage: Zwei...
C

clipeata

Themenstarter
Dabei seit
29.09.2008
Beiträge
490
Ort
bei Marburg
Guten Abend zusammen.

Lese zwar schon sehr lange mit, aber würde gerne trotzdem heute nun doch etwas "banales" fragen.

Ausgangslage: Zwei mechanische Uhren (ETA 2824-2, Miyota 8203), ca. 8 Jahre im Wechsel (halbjährlich) getragen. Bei beiden ist nun aus dem anfänglichen Vorgang von ca. 4-12 Sek/Tag ein Nachgang von ca. 10 Sekunden am Tag (ETA) bzw. -4/+4 (Miyota, Tragen/Rückenlage, somit fast 0 Sek Abweichung bei entsprechendem Rhytmus) geworden.

Es sind also Einlauf- oder gar Verschleissprozesse zu beobachten. Jetzt wird nach landläufiger Meinung eh
alle 5-10 Jahre eine Revision empfohlen, andererseits ließt man von Uhren, die "sich melden" oder gar 25 Jahre
ohne Probleme durchgelaufen sind. Daher überlege ich nun, was zu machen ist. Ich will auch nichts "verschlimmbessern" lassen, z.B. wenn ein gelangweilter Uhrmacher, den ich sogar erst suchen müsste,
dann mal wiederwillig dran rumfummelt und sich fragt warum er sich bei einer 100 Euro-Uhr Mühe geben soll. (Mein letzter Kontakt mit einem freien Uhrmacher liegt Jahre zurück und war nicht erfolgreich.)

1.
Was passiert, wenn man statt der empfohlenen Revision nach5-6 Jahre einfach weiterfährt,
und lediglich den Nachgang wegreguliert? Ab wann entstehen wirklich Schäden?

2.
Wieso geht eine Uhr mit der Zeit überhaupt nach? Das Öl verliert seine Eigenschaften? Abrieb mischt sich dazu? Aber wieso gibt es dann nicht einfach nur einen erhöhten Innenwiderstand, der sich doch eher durch geringere Gangreserve (und trotzdem noch mäßig vorgespannter Zugfeder) erkennen lassen würde? Bzw. an kleinerer Amplitude durch erhöhte Dämpfung der Unruh ? Denn die Frequenz eines Pendels ist doch mehr oder weniger unabhängig von der Amplitude?

Fragen über Fragen, aber beim Quer Lesen scheine ich nicht der einzige mit solchen "Problemen" zu sein :oops:

Würde mich über technische Erklärungen freuen!

Viele Grüße

Christoph
 
Zuletzt bearbeitet:
O

orator

Dabei seit
15.11.2012
Beiträge
969
Ort
Berlin
Warum verliert ein Autoreifen eigentlich Luft und wieso nutzt sich das Profil ab?
Was kann passieren, wenn ich diese naturgegebenen Umstände einfach ignoriere?

Fragen über Fragen.....;-)
 
hermannH

hermannH

Dabei seit
14.10.2016
Beiträge
2.473
Ort
Kärnten
2.
Wieso geht eine Uhr mit der Zeit überhaupt nach? Das Öl verliert seine Eigenschaften? Abrieb mischt sich dazu? Aber wieso gibt es dann nicht einfach nur einen erhöhten Innenwiderstand, der sich doch eher durch geringere Gangreserve (und trotzdem noch mäßig vorgespannter Zugfeder) erkennen lassen würde? Bzw. an kleinerer Amplitude durch erhöhte Dämpfung der Unruh ? Denn die Frequenz eines Pendels ist doch mehr oder weniger unabhängig von der Amplitude?



Würde mich über technische Erklärungen freuen!

Viele Grüße

Christoph
Wenn die Amplitude der Unruh auf Grund höherer Reibung kleiner wird, hat ein bestimmter Einfluss der Hemmung der eine Nachgehen bewirkt, mehr Wirkung.

Zum Anderen, eine Uhr ist eine Zeitmessmaschine. Und wie jede laufende Maschine, braucht es von Zeit zu Zeit eine Wartung. Ich empfehle alle 8-10 Jahre wenn die Uhr dicht war. Ob du das Geld dafür investieren willst, bleibt aber ganz deine Entscheidung.

Gruß hermann
 
malikka

malikka

R.I.P.
Dabei seit
21.01.2010
Beiträge
2.045
Ort
Berliner Speckgürtel
Ich will auch nichts "verschlimmbessern" lassen, z.B. wenn ein gelangweilter Uhrmacher, den ich sogar erst suchen müsste,
dann mal wiederwillig dran rumfummelt und sich fragt warum er sich bei einer 100 Euro-Uhr Mühe geben soll. (Mein letzter Kontakt mit einem freien Uhrmacher liegt Jahre zurück und war nicht erfolgreich.)

Hallo . Ich glaube ,das ist keine erstgemeinte Frage .
Wer mit solch einer Einstellung einen schlechtgelaunten Fachmann sucht ,der sollte nirgendwo eine Dienstleistung in Anspruch nehmen .
Nur mein eigener Tip . Ansonsten bin ich bei Nico . Egal bei was .
 
C

clipeata

Themenstarter
Dabei seit
29.09.2008
Beiträge
490
Ort
bei Marburg
Fragen sind ernst gemeint, Binsenweisheiten helfen nicht weiter und naturgegeben ist hier auch nichts.
Achja, und wo und wie Geld investiere, braucht hier niemanden zu sorgen, schade, dass der Spruch direkt kam.
Schlechte Arbeit für gutes Geld sehe ich oft genug und 4 Jahre Tragezeit pro Uhr
sind die Hälfte von obiger Empfehlung, Uhren sind dicht. Bin also weiter auf der Suche nach Infos (Hintergründe).

Wenn die Amplitude der Unruh auf Grund höherer Reibung kleiner wird, hat ein bestimmter Einfluss der Hemmung der eine Nachgehen bewirkt, mehr Wirkung.
Danke für die Antwort.
 
Don Jorge

Don Jorge

Dabei seit
22.10.2011
Beiträge
6.924
Ort
Molwanien
Binsenweisheiten helfen nicht weiter
Dass mechanische Geräte Wartung benötigen ist keine Binsenweisheit, sondern ein Fakt. Bei einem Auto wird das komischweise selten in Frage gestellt. Manche Geräte benötigen diese Wartung früher als theoretisch veranschlagt, manche später - auch das ist keine Binsenweisheit, sondern das Leben. Und davon hat man nur eins, insofern: Munter bleiben. :super:
 
C

clipeata

Themenstarter
Dabei seit
29.09.2008
Beiträge
490
Ort
bei Marburg
Der Autovergleich hinkt, egal wie oft er hier geschrieben wird. Die Uhr ist wasserdicht, staubdicht, fast luftdicht, ein abgeschlossenes System. Da laufen Wellen aus einer Eisenlegierung in Saphir-Lagern. Wo soll denn da nach 4 Jahren Betrieb der Dreck herkommen?
Habe neulich selber erst einen E-Motor zerlegt, Neuware aus 1982, es war die Empfehlung, weil das Lagerfett hätte hart sein können.
Das war frisch wie am ersten Tag, ich ärgere mich bis heute, dass ich diesen Motor erstmal auseinandergerissen habe.
Wer gibt sein "Auto" (PKW, Alltagsauto) nach 40 tkm zum Service, bei dem die Einspritzventile zerlegt werden und deren Nadelventile ins
Ultraschallbad kommen? Bei dem die Steuergeräte geöffnet werden, um die Wärmeleitpaste unter den Prozessoren zu ersetzten? Werde versuchen, mir die nötigen Infos zu beschaffen, und vor allem mal einen IST Zustand eines solchen Werkes
in Erfahrung zu bringen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nippon-Fan

Nippon-Fan

Gesperrt
Dabei seit
25.09.2012
Beiträge
1.211
Ort
Gießen
1.
Was passiert, wenn man statt der empfohlenen Revision nach5-6 Jahre einfach weiterfährt,
und lediglich den Nachgang wegreguliert? Ab wann entstehen wirklich Schäden?

2.
Wieso geht eine Uhr mit der Zeit überhaupt nach? Das Öl verliert seine Eigenschaften? Abrieb mischt sich dazu? Aber wieso gibt es dann nicht einfach nur einen erhöhten Innenwiderstand, der sich doch eher durch geringere Gangreserve (und trotzdem noch mäßig vorgespannter Zugfeder) erkennen lassen würde? Bzw. an kleinerer Amplitude durch erhöhte Dämpfung der Unruh ? Denn die Frequenz eines Pendels ist doch mehr oder weniger unabhängig von der Amplitude?
Hallo Christoph!

Sowohl beim Auto wie bei Uhren kommen die Serviceintervall-Empfehlungen vom Hersteller und den Werkstätten. Zum einen will man auf Nummer Sicher gehen, was Schäden durch Verschleiß betrifft, zum anderen natürlich ein Geschäft machen.

Zu deiner ersten Frage: Meistens passiert gar nicht so schrecklich viel, wenn man nur den Nachgang wegreguliert. Allerdings muss man das in immer kürzeren Zeitabständen machen und das ist auch nicht so toll. Letztendlich gehört halt geputzt und geölt ;-)

Zur zweiten Frage: In der an sich staubdichten Armbanduhr ist tatsächlich in erster Linie der Ölmangel Grund für den schlechter werdenden Gang. Das Öl verdunstet zwar nicht aus der Uhr, bleibt aber auch nicht ewig da wo es hin soll, nämlich an den Lagerstellen. Dazu kommt ein klein wenig Abrieb und in höherem Alter dringt tatsächlich auch Schmutz über älter werdende Dichtunge - vor allem an der Krone ins Innere. Der Schmutz schlägt sich am allerliebsten dort nieder wo Öl ist, also an den Lagern, trocknet diese aus und bildet eine zähe, schwarze Masse, die wie eine Bremse wirkt.
In erster Linie gibt es auch nur einen erhöhten Innenwiderstand und die Frequenz der Unruhe bleibt gleich. Aber überleg mal über wie kleine Abweichungen wir hier reden, wenn eine Uhr auch nur 20 Sekunden nachgeht. Das passiert dann halt schon mal, wenn nicht mehr alles leichtgängig läuft.

Mit deiner Skepsis gegenüber unbekannten Uhrmachern hast du auch Recht. Hier tun manche so als wären das alles talentierte Fachleute. Die gibt es mit Sicherheit, insbesondere wenn ich so betrachte was malikka alles wieder zum Leben erweckt hat. Aber die Dilettanten unter den Handwerkern, die eine Uhr, ein Auto, Fahrrad oder Heizkessel eher zu Tode reparieren als etwas gut zu machen gibt es ebenfalls - und zwar zahlreich.

Schönen Gruß nach Marburg!
Markus
 
O

orator

Dabei seit
15.11.2012
Beiträge
969
Ort
Berlin
Du kannst der Meinung sein, daß der Vergleich hingt.
Bei einem 2824 greifen nur am Sekundenrad vier Zahnflanken pro Sekunde trocken ineinander. Das macht am Tag 345.600, im Jahr 126.144.000 und in vier Jahren über 500 Millionen Mal. Dabei wird immer etwas Material abgetragen, das dazu noch als Schleifmittel arbeitet. Außerdem verdunstet das Schmiermittel an den Lagern.
Diese Umstände kann man ignorieren, bis das Werk stehen bleibt bzw. seinen Dienst einstellt.
Oder eben wie beim Auto regelmäßig das Öl wechseln, dabei die Schwebteilchen ausspülen und neues Schmiermittel auffüllen.
 
TS70

TS70

Dabei seit
05.09.2015
Beiträge
2.066
Ort
NRW
Der beliebte Vergleich mit Autos hinkt übrigens auch schon deswegen gewaltig, weil ein KfZ-Defekt potentiell tödliche Folgen haben kann. Das schlimmste, was demgegenüber bei einer nicht regelmäßig gewarteten Uhr passieren kann, ist doch daß irgendwann die Uhr gar nicht mehr funktioniert und dann halt eine teurere Reperatur nötig ist.
 
elekticker

elekticker

Dabei seit
25.07.2012
Beiträge
2.800
Ort
Oberbayern
...Wer gibt sein "Auto" (PKW, Alltagsauto) nach 40 tkm zum Service, bei dem die Einspritzventile zerlegt werden und deren Nadelventile ins
Ultraschallbad kommen?...
Komischerweise wird das bei Flugzeugen so ähnlich gemacht. Aber warum sagst Du uns nicht, was Du hören willst? Vielleicht wäre es dann leichter, gefällige Antworten zu geben.
 
C

clipeata

Themenstarter
Dabei seit
29.09.2008
Beiträge
490
Ort
bei Marburg
Was ich hören will ? Wenn ich mal so tue als hätte ich die Ironie nicht verstanden:

Ich freue mich sehr über den Post von Markus alias Nippon-Fan!
Genau so etwas hatte ich mir gewünscht. Informativ, verständlich, ein Post bei dem sich der Gegenüber
etwas Zeit genommen hat um sich den Fragen anzunehmen. Und das ohne Polemik.
Damit kann ich etwas anfangen! Danke auch an Orator für Post 2. :-)

Ich werde versuchen, den Uhren zeitnah einen guten Service zu organisieren
um nicht unnötig Verschleiß durch nicht mehr 100 %ige Schmierung in Kauf zu nehmen!

Markus, Gruß zurück nach Gießen! :klatsch:
Bin leider nur noch selten in MR. Obwohl ich Mi und Do da war,
zu hause ist es am schönsten! Könnt grad so wieder runter fahren
 
Zuletzt bearbeitet:
hermannH

hermannH

Dabei seit
14.10.2016
Beiträge
2.473
Ort
Kärnten
Hallo

Wer meint, das man Maschinen die nach den gleichen mechanischen Gesetzen der Physik arbeiten nicht miteinander vergleichen kann, der versteht wenig davon.

Und das auf meine Aussage:

Ob du das Geld dafür investieren willst, bleibt aber ganz deine Entscheidung.
Der Spruch kommt:

Achja, und wo und wie Geld investiere, braucht hier niemanden zu sorgen, schade, dass der Spruch direkt kam.
Irritiert mich ein wenig - liest du die Beiträger Anderer auch genau TE???

Gruß hermann
 
fuerst07

fuerst07

Dabei seit
17.01.2013
Beiträge
172
Ort
Bodensee
Mal eine reale Antwort auf eine reale Frage...
Meine gute Uhr Eta 2836 mal mehr mal weniger getragen, hatte immer mal eine schwergängige Krone, lief aber klaglos um die 12 Jahre. Dann schlagartig Nachgang, Stillstand.
Frage hier, Debatten wie hier "wie kann man nur, was da alles kaputt ist.."
Hab Sie Malikka gegeben, Revision, läuft wie neu, nix kaputt, keine Rückmeldung, einfach zerlegen, reinigen, neu ölen.
Andere Story, Sinn, nach 4 Jahren schlagartig Nachgang, aus. Auch hier Revi, nix defekt, läuft wieder 1a.
Nochmal Rolex, 50 Jahre alt, paar wenige gravuren zu Revis, hab Sie sicherheitshalber revidieren lassen. Läuft mit gleichen Gangwerten wie vorher, nix kaputt.
Was auffällt: der Aufzug/ Krone wird gerne kratzig, schwergängig, nach Revi ist das viel geschmeidiger. Wenn der Lauf, sprich Räderwerk oder Unruhe Probleme haben, hat sich das bei mir sehr schnell seht intensiv gezeigt.

Mein Fazit: ich lasse laufen bis klare Gangprobleme kommen, was soweit bisher gut ging. Allerdings merkt man an der Krone schon, dass Hebel und Räder kraziger werden. Verschleiss habe ich da aber noch keinen erlebt.
Auf Verdacht nach z.B 5 Jahren generell Revi ist über alles gut für geschmeidiges Hantieren und sicher insgesamt Verschleiss vermeidender, mir aber zu teuer.
 
C

clipeata

Themenstarter
Dabei seit
29.09.2008
Beiträge
490
Ort
bei Marburg
Hallo Hermann,

ja, natürlich lese ich die Beiträge Anderer genau.
Wenn Du das vertiefen möchtest, vielleicht via pm,
denn meine technischen Fragen wurden bereits umfassend beantwortet.
Kleinkrieg, wer was wie zwischen den Zeilen geschrieben und verstanden hat
ist auf direktem Wege besser. Wenn überhaupt. Gruß, der TE

Hi Fuerst, das klingt interessant, wie gesagt habe ich viele ähnliche Berichte gelesen,
und erst gefragt als ich keine klaren Regeln ableiten konnte. Der Aufzug fühlt sich
bei der ETA Uhr in der Tat nicht gut an, das tat er aber von Anfang an nicht. Eher ein
knorpeliges Scharren :oops: Werde das aber bei der Promaster und einer anderen Uhr
von mir, ETA 6497, im Auge behalten.

Die 2842 bekommt erstmal Ruhe bis zur Revi (die Promaster ist eh in der Sommerpause).
 
Zuletzt bearbeitet:
fuerst07

fuerst07

Dabei seit
17.01.2013
Beiträge
172
Ort
Bodensee
Bin gerade dabei zum lernen die 2824 zu zerlegen wieder zusammen zu bauen etc. Ich lerne, dass das wirklich popelige Massenware ist, sorry. Wenn da je was zerbröselt, egal was, machst es halt neu. Da ist nix wirklich wertvolles dran.
Bei Revis um die 200 € bin ich inzwischen sogar soweit, dass man grad ein neues Werk einbauen kann, anstatt an so einem Standard Werk rumzumachen als wäre es irgendwie was besonderes.
Die Uhr die zu Malikka ging hatte immerhin ein wenig Zierschliffe und war golden glänzend. Wäre da aber je das eine oder andere Rädchen defekt, greift man in die Kiste und erneuert das halt..
Hier werden Dinge sowas von mystifiziert...
So ne alte Rolex ist übrigens genau dasselbe, nur die Teile sind nicht am freien Markt, das macht alles sooo teuer. Aber ein Sekundenrad ist da genauso wenig Magic...
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

Uhrenhersteller, Nienaber
Dabei seit
28.10.2010
Beiträge
4.253
Ort
O W L
Also ich halte nichts von den festen Vorgaben, alle 5 - 8 oder 10 Jahre eine Revi zu machen, egal, wie oft die Uhr getragen wurde. Solange eine Uhr zuverlässig läuft, die Ganggenauigkeit in Ordnung ist und die Gangreserve auch, ist doch alles klar. Nur wenn dann Ausreißer sind, sollte schon mal geschaut werden, was da nicht stimmt. Evt. ist es mit Nachregulieren getan, vielleicht läuft aber auch die Hemmung trocken. Das sollte von Fall zu Fall entschieden werden. Ein "knarriger" Handaufzug kann schon etwas mit Verschleiß zu tun haben, dann ich dringend Abhilfe geboten. Gerade beim 2824 ist das ein kleiner Schwachpunkt.

Bei Revis um die 200 € bin ich inzwischen sogar soweit, dass man grad ein neues Werk einbauen kann, anstatt an so einem Standard Werk rumzumachen als wäre es irgendwie was besonderes.
Wenn meine Kunden bereit wären, 200 € für eine Revi zu bezahlen, würde ich auch lieber ein Werk für 100 € tauschen. Schnell verdientes Geld. Sind sie aber nicht. Und ist heute, bei Glasböden und dekorierten Werken, auch nicht mehr so einfach. Oder wärst Du einverstanden, eine Uhr mit dekoriertem Werk abzugeben und ein anderes, undekoriertes Werk zurück zu bekommen?
 
JackDaniels83

JackDaniels83

Dabei seit
07.07.2015
Beiträge
2.775
Ort
LK Esslingen
So halte ich es auch. Genauso wie mein Uhrmacher. Hatte eine Mido aus den 60ern zu ihm mitgenommen mit der Bitte einer Revision. Er legte die Uhr auf die Zeitwaage und meinte, dass das nicht nötig ist. Ich bin mir sicher, dass die Uhr schon seit Jahrzehnten kein frisches Öl mehr gesehen hat. Und selbst wenn Teile nötig sein sollten, ist das beim 2824 kein Problem und auch kein großer finanzieller Aufwand. Wenn man davon ausgeht, dass man die Uhr zweimal länger tragen kann als vom Hersteller angegeben, bevor sie Probleme macht sind ein paar Ersatzteile immer noch deutlich günstiger als ein zusätzlicher Service.
 
Q

Querdenker

Dabei seit
02.02.2011
Beiträge
1.404
Hi Cristoph
wenn du so los gallopierst und eine Pauschalverurteilung ablässt und austeilst-
Ich will auch nichts "verschlimmbessern" lassen, z.B. wenn ein gelangweilter Uhrmacher, den ich sogar erst suchen müsste,
dann mal wiederwillig dran rumfummelt und sich fragt warum er sich bei einer 100 Euro-Uhr Mühe geben soll. (Mein letzter Kontakt mit einem freien Uhrmacher liegt Jahre zurück und war nicht erfolgreich.)
- musst du auch mit Gegenwind rechnen und einstecken - die beleidigte Leberwurst kommt dann da nur noch schlechter rüber. - nein -ich bin kein Uhrmacher.

Also ich halte nichts von den festen Vorgaben, alle 5 - 8 oder 10 Jahre eine Revi zu machen, egal, wie oft die Uhr getragen wurde. Solange eine Uhr zuverlässig läuft, die Ganggenauigkeit in Ordnung ist und die Gangreserve auch, ist doch alles klar. Nur wenn dann Ausreißer sind, sollte schon mal geschaut werden, was da nicht stimmt. Evt. ist es mit Nachregulieren getan, vielleicht läuft aber auch die Hemmung trocken. Das sollte von Fall zu Fall entschieden werden. Ein "knarriger" Handaufzug kann schon etwas mit Verschleiß zu tun haben, dann ich dringend Abhilfe geboten. Gerade beim 2824 ist das ein kleiner Schwachpunkt.
Ein vernünftiger Rat - wenn es sich ergibt und ich eh die Wasserdichtigkeit prüfen lasse (sollte man von Zeit zu Zeit mal machen), schadet es nicht den "gelangweilter Uhrmacher" mal einen Fachkundigen Blick aufs Werk werfen zu lassen und seine Meinung zum Revisionsbedarf einzuholen.

- was Du dann mit seinem Rat letztendlich machst...... ist Deine Sache :prost:

Gruß & schönen Sonntag
Gruß
Martin

Edit btw. die Zeiten wo man eine Uhr mit "echtem" ETA Werk für nen Hunderter bekam - sind lange vorbei :D
 
Zuletzt bearbeitet:
hermannH

hermannH

Dabei seit
14.10.2016
Beiträge
2.473
Ort
Kärnten
Also ich halte nichts von den festen Vorgaben, alle 5 - 8 oder 10 Jahre eine Revi zu machen, egal, wie oft die Uhr getragen wurde. Solange eine Uhr zuverlässig läuft, die Ganggenauigkeit in Ordnung ist und die Gangreserve auch, ist doch alles klar. Nur wenn dann Ausreißer sind, sollte schon mal geschaut werden, was da nicht stimmt. Evt. ist es mit Nachregulieren getan, vielleicht läuft aber auch die Hemmung trocken. Das sollte von Fall zu Fall entschieden werden. Ein "knarriger" Handaufzug kann schon etwas mit Verschleiß zu tun haben, dann ich dringend Abhilfe geboten. Gerade beim 2824 ist das ein kleiner Schwachpunkt.



Wenn meine Kunden bereit wären, 200 € für eine Revi zu bezahlen, würde ich auch lieber ein Werk für 100 € tauschen. Schnell verdientes Geld. Sind sie aber nicht. Und ist heute, bei Glasböden und dekorierten Werken, auch nicht mehr so einfach. Oder wärst Du einverstanden, eine Uhr mit dekoriertem Werk abzugeben und ein anderes, undekoriertes Werk zurück zu bekommen?
Die heutigen Öle haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 8-10 Jahren, dann verlieren sie ihre positiven Eigenschaften und verändern ihren optimalen Aggregatzustand. Früher lag das bei 4-6 Jahre. Ob die Uhr jetzt getragen wird oder nicht, macht für das Öl keinen großen Unterschied. Der Sauerstoff wirkt ist so oder so zersetzend.

Ich weiß das Uhren auch nach den empfohlenen Wartungsintervallen noch immer hervorragende Gangergebnisse haben können. Aber die Abnutzung steigt halt dann exponentiell an.
Gerade bei Deinen Uhren die ja alle Unikate sind, würde ich auf möglichst langen Erhalt schauen. Dazu gehört meiner Ansicht nach auch regelmäßige Wartung.

Ein Beispiel das ich gerne meinen Kunden erzähle: Wenn man sich mit 30 eine gute Uhr kauft, hat man mit 70 erst das 4. Service - welche andere Maschine die 24/365 zu Laufen im Stande ist wäre außerdem noch zu solch einer Leistung fähig? ;-)

Gruß hermann
 
Thema:

Frage zu "Revision"/Wartung ETA 2824-2 etc

Frage zu "Revision"/Wartung ETA 2824-2 etc - Ähnliche Themen

  • Frage zu Roamer Stingray Revision vor Verkauf ja/nein?

    Frage zu Roamer Stingray Revision vor Verkauf ja/nein?: Ich habe eine Roamer Stingray, die ich zur Reparatur/KVA zum Uhrmacher gegeben habe. Die Stoppuhrfunktion geht nicht und der Ring lässt sich nicht...
  • Frage zur Rolex Revision

    Frage zur Rolex Revision: werden bei einer Uhr–Revision durch Rolex auch Kratzer am Gehäuse odet Armband beseitig, oder wäre das ein Extra Auftrag beim Konzi ???
  • Allgemeine Infos/ Fragen zu Revision, Modding PLZ 0

    Allgemeine Infos/ Fragen zu Revision, Modding PLZ 0: Liebe Uhrenfreunde, auch wenn ich hier oft (eher still) unterwegs bin, hab ich vom Thema Revision und Modding noch keine Ahnung. Geht man...
  • Fragen zur Revision einer Breitling Aerospace

    Fragen zur Revision einer Breitling Aerospace: Hallo zusammen, ich bin stolzer Besitzer einer Breitling Aerospace, die ich in folgendem Thread vorgestellt habe...
  • Ähnliche Themen
  • Frage zu Roamer Stingray Revision vor Verkauf ja/nein?

    Frage zu Roamer Stingray Revision vor Verkauf ja/nein?: Ich habe eine Roamer Stingray, die ich zur Reparatur/KVA zum Uhrmacher gegeben habe. Die Stoppuhrfunktion geht nicht und der Ring lässt sich nicht...
  • Frage zur Rolex Revision

    Frage zur Rolex Revision: werden bei einer Uhr–Revision durch Rolex auch Kratzer am Gehäuse odet Armband beseitig, oder wäre das ein Extra Auftrag beim Konzi ???
  • Allgemeine Infos/ Fragen zu Revision, Modding PLZ 0

    Allgemeine Infos/ Fragen zu Revision, Modding PLZ 0: Liebe Uhrenfreunde, auch wenn ich hier oft (eher still) unterwegs bin, hab ich vom Thema Revision und Modding noch keine Ahnung. Geht man...
  • Fragen zur Revision einer Breitling Aerospace

    Fragen zur Revision einer Breitling Aerospace: Hallo zusammen, ich bin stolzer Besitzer einer Breitling Aerospace, die ich in folgendem Thread vorgestellt habe...
  • Oben