Frage zu Gangabweichung bei Automatikwerken...

Diskutiere Frage zu Gangabweichung bei Automatikwerken... im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Guten Morgen Zusammen, habe hier schon einige Beiträge zu Gangabwichungen bzw. Gangenauigkeiten von Automaticuhren gefunden. Habe daraufhin...
gsxkatana

gsxkatana

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Guten Morgen Zusammen,
habe hier schon einige Beiträge zu Gangabwichungen bzw. Gangenauigkeiten von Automaticuhren gefunden. Habe daraufhin selber meine Uhren verglichen und war doch erstaunt bzw. auch etwas entäuscht. Meine 34 Jahre alte Omega mit Cal. 1012 läuft auf unter 2 Sek./Tag genau, die neue BWC mit ETA 2824-2 hat eine Abweichung von über 20 Sekunden Vorlauf.
Meine Frage wäre jetzt, ob es nun ggf. Fertigungstoleranzen bei den moderneren Werken gibt. Müßten nicht eigentlich alle industriell gefertigten Werke eines Typs eine ähnliche Abweichung nach der Einlaufphase haben oder bin ich da auf dem Holzweg? Ich weiß, das ich keine Quarzgenauigkeit bei einer mechanischen Uhr erwarten kann, aber waren die alten Werke wie z.B. bei der Omega einfach doch noch genauer gefertigt?

Gruß Guido
 
BSBV

BSBV

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Bei den meisten ETA-Einschaler (ohne Verfeinerung des Werkes) werden die Werke mit einem Vorlauf von ca. + 10 Sek/Tag verbaut. Der genaue Gang reguliert sich dann noch bei der Einlaufzeit. Und dann kommt es wiederum auf das Trageverhalten des Besitzers an. Auch spielt es eine Rolle welches Werk eingebaut wurde und in welcher Qualitätsstufe.
 
gsxkatana

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Kann man die Qualitätsstufen am Werk durch eine Kennzeichnung o.ä. erkennen?
 
Tourbi

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Gekennzeichnet sind die Werke nicht.
Bei den Etas erkennt man das aber an der Unruh.

In den Versionen "Standard" und "Elaboré" findet man folgende Unruh:

Unruh S+E.png

In den Versionen "Top" und "Chronomètre" ist diese verbaut:

Unruh T+C.png

Chronometer-Werke erkennt man zusätzlich an einer in die Federhausbrücke gravierte Seriennummer.
Diese Nummer steht dann auch im Chronometer-Zertifikat, oder einem eventuell erstellten Gangschein der C.O.S.C.

Veredelungen, wie Zierschliffe, gebläute Schrauben, oder irgendwelche Ausdrücke dafür, sagen absolut nichts über die Qualität des Werkes aus!

Zu den Gangwerten des 2824-2:
Die Eta garantiert ab Werk bestimmte Werte für die einzelnen Varianten, die da wären:

Standard:
Reguliert in 2 Lagen.
Mittlerer Gang +/- 12 s/d
Größte Abweichung zwischen den Lagen 30 s/d

Elaboré:
Reguliert in 3 Lagen.
Mittlerer Gang +/- 7 s/d
Größte Abweichung zwischen den Lagen 20 s/d

Top:
Regliert in 5 Lagen.
Mittlerer Gang +/- 4 s/d
Größte Abweichung zwischen den Lagen 15 s/d

Chronomètre:
Kriterien der C.O.S.C

Diese sehen so aus:

Anforderungen an ein mechanisches Chronometerwerk.

Die Anforderungen an ein mechanisches Chronometerwerk beziehen sich auf mehrere Aspekte seines Gangverhaltens: auf die Lageabhängigkeit des Gangs, auf die Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Lage und auf die Temperaturabhängigkeit des Gangs. Für mechanische Werke liegt hierfür eine internationale Norm (ISO 3159) vor, die mit nationalen Normensystemen deckungsgleich ist (DIN 8319, Teil 1 und NIHS 95-11).
Da der Gang einer mechanischen Uhr im allgemeinen von der räumlichen Orientierung im Schwerefeld der Erde abhängt, unterscheidet man zunächst fünf Prüflagen, in denen der Gang jeweils beobachtet wird (wie zum Beispiel „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“). Der Mittelwert aus den Gangwerten, die in den fünf Prüflagen gemessen werden, darf bei Zimmertemperatur (23°C) in einem Bereich zwischen –4 und +6 Sekunden pro Tag (24 Stunden) liegen.

Diese Norm ist für sich genommen noch wenig anspruchsvoll und vermutlich mit jedem modernen Großserienkaliber erfüllbar. Ein Chronometerwerk muss jedoch darüber hinaus diesen Mittelwert erreichen, ohne zwischen den einzelnen Lagen größere Gangunterschiede aufzuweisen. Der größte Gangunterschied zwischen hängender und liegender Lage (genauer: zwischen „Krone links“ und „Zifferblatt oben“) darf nicht mehr als –6 bis +8 Sekunden pro Tag betragen. Für die übrigen Lagen gilt: Jeder einzelne Lagenwert darf sich vom Mittelwert aus allen fünf Lagen nicht mehr als 10 Sekunden pro Tag unterscheiden. Weitere Forderungen werden an die Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Prüflage gestellt. In ein und derselben Lage darf die Uhr (bei konstanter Temperatur von 23 °C) nicht mehr als 5 Sekunden pro Tag abweichen. Der Mittelwert der Abweichungen, die in den einzelnen Prüflagen beobachtet werden können, muß darüber hinaus kleiner sein als 2 Sekunden pro Tag. Wichtige Forderungen richten sich auch auf die Temperaturabhängigkeit des Gangs. Man testet den Gang der Uhr in einem Bereich von 8 °C bis 38 °C. Die Abweichung pro Grad Celsius und Tag darf nicht mehr als +/– 0,6 Sekunden betragen. Schließlich wird überprüft, wie die Uhr nach der Temperaturänderung ihren Gang bei 23 °C wieder aufnimmt. In einer ausgewählten Prüflage darf sich dieser Gang vom vor der Temperaturfahrt gemessenen mittleren Gang in dieser Lage nicht mehr als +/– 5 Sekunden pro Tag unterscheiden. Bei Chronographenwerken wird zusätzlich der Gangunterschied bei mitlaufender und ausgeschalteter Stoppfunktion überprüft.
Alle Gangmessungen werden ohne Zeitwaage durchgeführt, d. h. es wird nach jeweils 24 Stunden auf einem Prüfzifferblatt die Uhrzeit direkt abgelesen. Die gesamte Chronometerprüfung nimmt 15 Tage in Anspruch.

Für Quarz-Chronometer liegt eine internationale Norm (ISO) bisher nicht vor. Die Anforderungen des schweizer und des deutschen Normensystems (siehe etwa DIN-Norm 8319, Teil 2 von 1978) sind mittlerweile durch die technischen Möglichkeiten der Serienproduktion überholt.
Die Schweizer Prüfstelle C.O.S.C. hat aus diesem Grund im Jahre 2001 für die eigene Prüfpraxis neue Kriterien formuliert, die verschärfte Anforderungen an ein Quarz-Chronometerwerk stellen. Die Prüfkriterien sind so ausgelegt, daß Quarzwerke ohne eine spezielle Temperaturkompensation die Prüfung nicht bestehen können. Der tägliche mittlere Gang bei 23 °C muß diesen Kriterien zufolge bei einem QuarzChronometer zwischen +/– 0,07 Sekunden pro Tag liegen, bei 8 °C sowie 38 °C im Intervall von +/– 0,20 Sekunden pro Tag. Die Stabilität des Gangs bei fester Temperatur wird auf 0,05 Sekunden begrenzt. Die Prüfdauer erstreckt sich auf insgesamt 12 Tage. Ein Quarz-Chronometer ist aufgrund seiner Temperaturkompensation etwa zwanzigmal genauer als ein auf Raumtemperatur reguliertes hochwertiges Quarzwerk und stellt das zur Zeit genauste autonom laufende Armbanduhrwerk dar.

Die von den Werkeherstellern mitgelieferten Chronometer-Zertifikate sagen aber lediglich, dass Werke mit diesem Standard der Chronometer-Norm entsprechen (sollten).
Eine Werk wird aber erst dann zum Chronometer, wenn es in eine Uhr eingeschalt, nach den oben genannten Kriterien geprüft, und ein Gangschein ausgestellt wurde.
 
wafa

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Meine 34 Jahre alte Omega mit Cal. 1012 läuft auf unter 2 Sek./Tag genau, die neue BWC mit ETA 2824-2 hat eine Abweichung von über 20 Sekunden Vorlauf.
Gruß Guido
Ich glaube, da gibt keine "Schwarz oder Weiss"-Antwort.

Bei einer 34 Jahre alten Uhr gehe ich zunächst davon aus, daß sie schon hin und wieder mal einen Uhrmacher gesehen hat. Wenn der/ die Deine Uhr ordentlich einreguliert hat(ten), dann sind diese Gangwerte plausibel.
Wenn Deine neue Uhr jeden Tag 20 Sekunden gewinnt, dann geht sie auch genau, muss nur reguliert werden.

Grundsätzlich gibt es heute die präziseren Fertigungstechniken: CNC, Drahterodierung etc. gab es vor 35 Jahren schlicht noch nicht. Also ein Punkt für Neuware.

Andererseits glaube ich aber, daß der Montage von Werken einschließlich der Abstimmung der verbauten Teile (insbesondere der regulierenden Komponenten wie Hemmung und Gangregler) ob der damals noch grösseren Serienstreuung mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Hier geht der Punkt an das "Alteisen".

Ob Chronometer oder nicht, spielt in diesem Falle gar keine Rolle, denn das Omega 1012 war Keiner, siehe Uhrenarchiv von Roland Ranfft.

Trotzdem meine ich, daß das alte Omega das wertigere Werk ist.
126.000 Stück in 12 Jahren Bauzeit...das haut die ETA heute (natürlich übertrieben gesprochen) in einer Schicht raus :D )

Andererseits schafft meine einzige Uhr mit dem ETA 2824-2 nach einer Überholung stabile 6 Sekunden/ Tag, mein Ehrgeiz reicht nur nicht soweit, diesen Wert z.B. auf 2 oder Null zu bringen. Und das hat keine Qualität "Top" oder "Chronometre" ;-)

Walter
 
BBouvier

BBouvier

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<"...die neue BWC mit ETA 2824-2 hat .... über 20 Sekunden Vorlauf.">

Womöglich verwechselst Du etwas:
Das Werk ist offenbar doch nur schlampig einreguliert.
Und selbst eine Rolex hätte einen noch viel grösseren Vor- oder Nachlauf, achtete der Hersteller
denn nicht auf sorgfältiger Prüfung vor Auslieferung.

Daher:
Nachregulieren lassen.
(oft nur ein Fünfer dort in die Kaffeekasse)
Und das war es dann auch schon.

Beste Grüsse!
BB
 
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Razeo

Razeo

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Hallo zusammen!

Seit Januar dieses Jahres darf ich die Oris Aquis Date meine nennen. Die Uhr ging ca ein Monat sehr genau. Langsam hatte sie aber immer ein wenig mehr Nachgang, in den letzten zwei Monaten zwischen 4.5 und 6 Sekunden pro Tag. Mich persönlich stört Nachlauf nicht und 6 Sekunden sind ja immer noch ein guter Wert. Jetzt wirds interessant. Vor vier Tagen bin ich mit einem Traktor gefahren, was ja ziemlich ruckelt. Seitdem läuft die Uhr wieder sehr genau (gemäss der App Watchcheck 0.3 Sekunden pro Tag). Meine Frage... Was kann da passiert sein?
Mein Verdacht ist, dass die Gangreserve in den letzten Monaten immer eher auf dem Minimum war und dass die Uhr durch die Ruckelei einmal richtig aufgezogen wurde. Gegen diesen Verdacht spricht, dass ich die Uhr Tag und Nacht anhabe und ich mich jetzt nicht soooo wenig bewege. Auch aufgezogen habe ich die Aquis das eine oder andere Mal, allerdings nur wenige Umdrehungen.
Was mein ihr? Kann sich das jemand erklären?
 
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Zyklop

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Was kann da passiert sein?
Solche Fragen treiben mich auch schon eine Weile um, schade, daß es darauf hier keine Antworten mehr gab. Findet jemanden einen geeigneten Thread zu lagebedingten Gangungenauigkeiten bei Chronometern? Ich würde gerne wissen, ob das was ich da beobachte seine Richtigkeit hat oder ob da etwas mit dem guten Stück nicht stimmt. Wie alltagstauglich sind die Prüfkriterien der Chronometer?
 
TS70

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Was genau hast du denn beobachtet?
 
johro

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ich habe das Chronometerzeugnis meiner zuletzt gekauften Uhr nachliefern lassen und sie lief, nachdem ich sie neu gekauft habe, mehr im Plus als es im Zeugnis stand (trotzdem innerhalb der Chronometernorm).
Der Hersteller hat dann kostenlos nachreguliert.:super:

mein Fazit: Chronometerzeugnis war ohne praxisgerechte Ausssage, da das Werk erst anschließend ins Gehäuse eingebaut wird, und auch durch Transport oder lagerung eine Abweichung zum Zeugnis auftreten kann.:-(

Aber da bei Chronometer hochwertigere Komponenten verbaut werden, ist hier die Chance größer dass die Uhr in Lagen und bei Temperaturschwankungen genauer geht als andere werke, die keine Chronometer sind. Ich habe drei Chronometer und die gehen wirklich genauer als meine anderen Uhren.

habe 2 Uhren mit Standard ETA2824 und die liefen bei mir zw. +10 und 20sek im plus (das mit +20sek habe ich dann selbst nachregulieren lassen, hielt aber nur 1 jahr und der Volauf wurde wieder stärker) habe auch eine mit baugleichem Sellita :shock:und siehe da, die läuft +2bis 3 sek/d
 
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Zyklop

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Besonders seltsam wäre z.B. aktuell bei einer fast neuen https://www.longines.de/#!/uhren/heritage-collection/l4-767-8-73-2 die durchweg getragen wurde ein plötzlicher unerklärlicher Sprung von +4h oder - 8h und daß die Uhr danach nun dauerhaft +3 bis 4 Min pro 12h macht.

Bei einer 15 Jahre alten Datejust, die viel läuft, bin ich in vertretbareren Dimensionen interessiert schon einige Zeit am beobachten und würde mich gerne einmal dazu austauschen, was da alles eine Rolle spielen könnte. Im Archiv las ich bereits, daß es viele Einflußfaktoren geben kann. Jahreszeitliche Temperaturunterschiede hatte ich schon erwogen. Dann vermute ich weiter, daß die Abweichung damit zusammenhängt, wie weit sie aufgezogen ist. Bei der Uhr oben wirkte das übrigens vor dem oben beschriebenen Sprung ähnlich. Wird dieser Faktor bei den Chronometerprüfung berücksichtigt? Weiter las ich im Archiv, daß mehrere Nutzer beobachteten, daß die Abweichung sich unterschiedlich gestaltet, je nachdem wie die Uhr in der Nacht abgelegt wird, z.B. Zifferblatt oben oder unten. Letzteres habe ich noch nicht selbst ausgetestet. Ebenso habe ich den Eindruck, daß bei jeder Neujustierung der Zeit die Lotterie von vorne losgeht, ob die Uhr diesmal nun in der Tendenz langfristiger vor oder nachgeht.

Andererseits las ich von manchen im Archiv, daß ihre Rolex tatsächlich nahe keine Abweichung haben. Aber wer weiß, ob die auch im Alltag lange getragen werden.

Zum Datejust Chronometer würde mich eben auch allgemein interessieren inwieweit diese Genauigkeit nur ein Laborwert ist, der unter realen Einsatzbedingungen nicht erreicht wird in bestimmten Lagen, die im Labor nicht geprüft werden.

Mir sind manche Zusammenhänge im Leben des Chronometers noch nicht klar und ich hoffe, daß sich einiges hier klären läßt.
 
TS70

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Besonders seltsam wäre z.B. aktuell bei einer fast neuen https://www.longines.de/#!/uhren/heritage-collection/l4-767-8-73-2 die durchweg getragen wurde ein plötzlicher unerklärlicher Sprung von +4h oder - 8h und daß die Uhr danach nun dauerhaft +3 bis 4 Min pro 12h macht.
Von einem plötzlichen Sprung von mehreren Stunden habe ich noch nie gehört, ein so deutlicher Vorlauf bei einer neuen Uhr spricht aber ziemlich klar für eine Magnetisierung.

Dann vermute ich weiter, daß die Abweichung damit zusammenhängt, wie weit sie aufgezogen ist. ... Wird dieser Faktor bei den Chronometerprüfung berücksichtigt? Weiter las ich im Archiv, daß mehrere Nutzer beobachteten, daß die Abweichung sich unterschiedlich gestaltet, je nachdem wie die Uhr in der Nacht abgelegt wird, z.B. Zifferblatt oben oder unten.
Bei der COSC-Prüfung werden die Uhren jeweils nach 24 Stunden neu aufgezogen. Sie müssen also auch dann noch gut laufen, wenn ca. die Häfte der Gangreserve verbraucht ist.

Die Position der Uhr spielt (wie auch die Temperatur) eine große Rolle, selbst bei sehr guten Werken muß man mit Abweichungen zwischen einzelnen Lagen von ca. 10s/24h leben.

Zum Datejust Chronometer würde mich eben auch allgemein interessieren inwieweit diese Genauigkeit nur ein Laborwert ist, der unter realen Einsatzbedingungen nicht erreicht wird in bestimmten Lagen, die im Labor nicht geprüft werden.
Bei dem Test werden fünf verschiedene Lagen und drei Temperaturen zwischen 8° und 38° berücksichtigt. Abgesehen von extremer Hitze bzw. Kälte sollten die ermittelten Werte mit dem Alltagseinsatz übereinstimmen.
 
johro

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ich kann dir aus meinem Chronometerschein berichten:
(alle Werte mit Ziffernblatt oben)

Temperaturabhängingkeit
8° -4,02sec;
23° +1,52sec;
38° +2,35sec

Vollaufzug +0,92sec und nach 24h Ablauf +1,66sec
-> wird also etwas schneller und nicht langsamer wie man erst vermuten würde (da Amplitude kleiner wird)
 
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Zyklop

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Von einem plötzlichen Sprung von mehreren Stunden habe ich noch nie gehört, ein so deutlicher Vorlauf bei einer neuen Uhr spricht aber ziemlich klar für eine Magnetisierung.
Wie kann soetwas passieren? Es ist gesichert, daß die Uhr vor dem Schlafengehen noch wie gewohnt lief, also nicht deutlich falsch ging, sondern Abweichungen im Sekundenbereich. Dann wurde die Uhr auf den Nachttisch abgelegt und beim Aufstehen wurde dieser Stundenunterschied festgestellt.
Bei der COSC-Prüfung werden die Uhren jeweils nach 24 Stunden neu aufgezogen. Sie müssen also auch dann noch gut laufen, wenn ca. die Häfte der Gangreserve verbraucht ist.
Wie weit sie aufgezogen werden ist einheitlich genormt? In den 24h werden sie nicht bewegt?
Die Position der Uhr spielt (wie auch die Temperatur) eine große Rolle, selbst bei sehr guten Werken muß man mit Abweichungen zwischen einzelnen Lagen von ca. 10s/24h leben.
Gibt es systematische Tests, die ich selbst auf altmodische Art durchführen könnte?
Abgesehen von extremer Hitze bzw. Kälte sollten die ermittelten Werte mit dem Alltagseinsatz übereinstimmen.
Im Winter wenn man draußen unterwegs ist kann natürlich schon Frost drankommen, auch wenn der Arm von unten wärmt. Beiehungsweise dürfte der Temperaturunterschied innerhalb der Uhr dabei möglicherweise erheblich sein.
 
Excalibur

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Gibt es systematische Tests, die ich selbst auf altmodische Art durchführen könnte?
Uhr voll aufziehen, Zeit mit Funkuhr abgleichen, in Lage x ablegen und 24h spaeter wieder mit Funkuhr vergleichen.
Die Lagen sind Glas oben, Glas unten, Krone oben, rechts, links und unten.

Viel Spass. Ergebnisse dann in einer Woche. ;-)

Auf neumodische Art einen Uhrmacher suchen, der eine Zeitwaage hat. Da geht es dann deutlich schneller. Zumindest sind krasse Abweichungen leicht feststellbar, auch wenn das natuerlich kein Chronometerzertifikatstest ist.
 
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TS70

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Wie kann soetwas passieren? Es ist gesichert, daß die Uhr vor dem Schlafengehen noch wie gewohnt lief, also nicht deutlich falsch ging, sondern Abweichungen im Sekundenbereich. Dann wurde die Uhr auf den Nachttisch abgelegt und beim Aufstehen wurde dieser Stundenunterschied festgestellt.
Bist du hunderprozentig sicher, daß du nicht aus Versehen die Krone gezogen hast? Das wäre die einzige Erklärung, die mir so einfällt.

Wie weit sie aufgezogen werden ist einheitlich genormt? In den 24h werden sie nicht bewegt?
Die Uhren bleiben 24-48 Stunden in einer Lage, und ich gehe mal davon aus, daß sie voll aufgezogen werden.

Gibt es systematische Tests, die ich selbst auf altmodische Art durchführen könnte?
Wenn du ein Android-Gerät hast, kannst du das recht komfortabel mit Watchcheck überprüfen. Wenn man es ganz genau wissen will, kann man auch so 150-200 EUR in eine chinesische Zeitwaage investieren,
 
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Zyklop

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Uhr voll aufziehen
Was bedeutet "voll aufziehen"?
Zeit mit Funkuhr abgleichen, in Lage x ablegen und 24h spaeter wieder mit Funkuhr vergleichen.
Die Lagen sind Glas oben, Glas unten, Krone oben, rechts, links und unten.
Mal sehen.
Ergebnisse dann in einer Woche.
Je nachdem, wann ich mich durchringe, denn aktuell läuft der Chronometer ganz gut. Etwa 8 Wochen nach dem letzten Einstellen der Zeit hatte er gesamt 40 Sekunden verloren. Nochmals ca. 5 Wochen später ging er dann wieder 1 Min 5 Sek vor im Vergleich zur ursprünglichen Einstellzeit. Die letzten 5 Wochen habe ich mich mit Uhr mehr bewegt.
8° -4,02sec;
23° +1,52sec;
38° +2,35sec
Das sind ja schon erhebliche Unterschiede. Ist das vergleichbar geprüft wie die Datejust?
Vollaufzug +0,92sec und nach 24h Ablauf +1,66sec
Kontinuierlich?

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Bist du hunderprozentig sicher, daß du nicht aus Versehen die Krone gezogen hast?
Morgens lag sie und tickte, der Sekundenzeiger bewegte sich. Wäre also die Frage wie. Gibt es da sowas wie "Wackelkontakte"? Außerdem wäre dann die deutlich größere Abweichung danach nicht plausibel erklärbar.

Wäre es theoretisch auch dadurch erklärbar, wenn unter dem Nachttisch in dieser Nacht ein Magnet gelegen hätte?
 
johro

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Je nachdem, wann ich mich durchringe, denn aktuell läuft der Chronometer ganz gut. Etwa 8 Wochen nach dem letzten Einstellen der Zeit hatte er gesamt 40 Sekunden verloren. Nochmals ca. 5 Wochen später ging er dann wieder 1 Min 5 Sek vor im Vergleich zur ursprünglichen Einstellzeit. Die letzten 5 Wochen habe ich mich mit Uhr mehr bewegt.
56tage -40sec=-0,7s/Tag
35tag +65sec=+1,8s/Tag

was willst du eigentlich? eine Quartzuhr würde genauer gehen ;-)

könnte sein, dass es am Vollaufzug liegt oder eben dass die Uhr wenig bewegt wird und oft nicht voll aufgezogen läuft.
 
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Zyklop

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Nein, 105 Sek.
was willst du eigentlich? eine Quartzuhr würde genauer gehen ;-)
Das meinte ich mit "denn aktuell läuft der Chronometer ganz gut". Bei der nächsten Zeitumstellung beginnt das Spiel spätestens von vorne, wie es nach dem Neustart läuft. Zumindest folgerte ich u.a. das bisher. Aber so ganz sicher über die Gründe der Abweichungen bin ich mir nicht. Es gab immer mal Phasen mit mehr als 10 Sek Abweichung und ich frage mich schon länger, ob ich mir Sorgen machen muß, daß was kaputt ist, das vielleicht sogar dann immer kaputter geht.
voll aufgezogen läuft.
Was damit gemeint ist, weiß ich bisher nicht. Mir ist noch kein Anschlag aufgefallen.
 
neset530d

neset530d

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Genau dann kommen solche Diskus.. Das UF bietet so viel Infos.
Bevor man hier losballert sollte man etwas in die Materie einarbeiten um solche Aussagen zu vermeiden,
was hat eine Datejust mit diesen Werten und der Prüfung zu tun ?

Zitat Zitat von johro Beitrag anzeigen
8° -4,02sec;
23° +1,52sec;
38° +2,35sec
Das sind ja schon erhebliche Unterschiede. Ist das vergleichbar geprüft wie die Datejust?

https://uhrforum.de/suche.html?cx=013623286111731265373:bt2bpizmuoe&cof=FORID:10&ie=ISO-8859-1&q=vollaufzug&sa.x=0&sa.y=0&siteurl=uhrforum.de/&ref=&ss=2159j561479j10
 
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