Frage Gub 70.3

Diskutiere Frage Gub 70.3 im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Happy New Year. Hab ein GUB 70.3 vor mir mit einer Konstruktion, die ich noch nie gesehen hab. Welchen Sinn hat sie und was muss ich beachten...

Münchener

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Happy New Year. Hab ein GUB 70.3 vor mir mit einer Konstruktion, die ich noch nie gesehen hab. Welchen Sinn hat sie und was muss ich beachten? Merci & bleibt gesund.
 

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Münchener

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Glaub nicht. Aber glauben ist ja nicht wissen. Sieht mir eher danach aus. Als könnte damit der Sitz des Sekundenrads irgendwie beeinflusst werden. Das läuft ja dadurch.
 

hiltibrant

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Ist das die GUB-spezifische Alternative zur sonst oft verwendeten Friktionsfeder, die das „Ruckeln“ des Sekundenzeigers verhindern soll? :hmm:

Z.B. HIER.
 
Zuletzt bearbeitet:

hiltibrant

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Zeig doch mal die Unterseite des Kalibers mit allen (!) montierten Teilen. Anscheinend gibt es bisher keinen Mitleser / Fachmann für das Kaliber. Also müssen die „Anwesenden“ alleine stochern ;-)
 

Münchener

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Hier, noch vor Demontage und Reinigung.
 

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Rainer Nienaber

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Die andere Seite wäre besser gewesen. Aber hier sieht man, dass die WHF kaputt ist.
 

Münchener

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Ja, stimmt. Zwei andere Fotos noch...
 

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Rainer Nienaber

Uhrenhersteller, Nienaber
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Das ist eine direkt angetriebene Sekunde. Also im Kraftfluss, Friktionsfeder nicht erforderlich. Wofür das Plättchen da ist, entzieht sich mir.
 

hiltibrant

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Auch von mir ein DANKE für die erhellenden Fotos - jedenfalls erhellend, was den Antrieb der Sekunde angeht.

Aber das „Plättchen“ bleibt rätselhaft 🤔
 

JESV

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Mir erschließt sich der technische Sinn auch nicht.
Im originalen Ersatzteile Verzeichnis ist dieses Teil unter "Minutenplättchen" ET Nr.-115.3 aufgeführt.
Das macht es mir auch nicht erhellender.
Glück Auf!
Joachim
 

hiltibrant

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Bitte lasst mich jetzt nicht ins Abseits laufen und klärt mich auf. Zwei Dinge erschließen sich mir nicht:

3476118

zu 1: ist das das Sekundentrieb für die Zentralsekunde? Wenn ja - warum ist die Welle hohl? Jedenfalls sieht sie so aus :hmm:
zu 2: was ist das für ein "Nöppel"? Ich habe keine Abbildung im Net gefunden, wo sowas ebenfalls zu sehen ist, denn Sinn macht er ja eigentlich nicht :hmm:
 

Schraubendreher

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Hallo hiltibrant,

zu 1: Das ist kein Sekundentrieb, das ist das Sekundenrad. Es sitzt im Kraftfluss wie bei jedem anderen Werk mit direkter Zentralsekunde auch. Das Rad dreht sich in der durchbohrten Achse des Minutenrads, das ebenfalls im Kraftfluss sitzt.
Moderne (Eta-) Werke haben eine direkte Zentralsekunde und eine indirekte Minute über Mitnehmerrad auf der ZB-Seite. Rolex dagegen haben eine indirekte Minute über ein Minutentrieb, in dem sich wiederum das Sekundenrad dreht. Alte Omegas (500er Kaliber) und Rolex 15XXer Kaliber haben wiederrum eine direkte Zentralminute und eine indirekte Zentralsekunde mit einem Sekundentrieb, das über ein Mitnehmerrad angetrieben wird. Verschiedene technische Lösungen für ein und dasselbe Problem: wie bekomme ich Sekunde und Minute in die Mitte des Uhrwerkes.

Zu 2: keine Ahnung, habe ich auch noch nie gesehen.

Zu dem Plättchen: kenne ich so auch nicht, ich vermute mal eine Art Abstandshalter oder Friktionsfeder, der Luft zwischen dem Minutenrad und dem Sekundenradtrieb schaffen soll. So klein wie die Ölsenkung des Minutenrades ausgeführt ist, würde ohne einen Abstand das Öl des Minutenrades ins Trieb des Sekundenrades laufen. Warum man da dann aber so ein seltsames halbes Plättchen verwendet und kein ganzes, verstehe ich auch nicht. Vielleicht ist es defekt oder nicht mehr original?
Dass es beweglich ist, macht Sinn, dadurch kann es das Sekundenrad nicht durch falschen Sitz blockieren. Wäre aber dennoch eine äußerst seltsame und nicht optimale Lösung.

Ich bin da auch etwas überfragt. Auf der anderen Seite: das ist GUB. Die waren schon immer für seltsame und abwegige Lösungen bekannt.

Bis dann:
der Schraubendreher
 

hiltibrant

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Wow - selbst diesen komplexen Text habe ich verstanden. Ich weiß, wie schwierig es ist, eigenes (Fach-) Wissen soweit herunter zu transformieren, dass ein lernwilliger „Schüler“ es versteht. Du bist sicher ein guter Ausbilder. So hatte ich mir eine verständliche Erklärung vorgestellt. Ist dir gelungen :klatsch:.

Beruhigend ist außerdem, dass besagtes Fachwissen den „Nöppel“ ebenfalls nicht kennt. Einzig die Tatsache ist befremdlich, dass sich noch niemand zu Wort gemeldet hat, der schon einmal das 70.3 revidiert hat und mit einem Schlag alle Fragen beantworten kann.
 

tschasovschik

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@hiltibrant:
Der "Nöppel" ist eine Brückenschraube, welche mit dem Schraubenkopf zuunterst auf der Brücke liegt.
@Münchener:
Dieses Plättchen ist an der richtigen Stelle, es muß auch beweglich sein, daher mit Ansatzschraube befestigt. Der Sinn dieser Anordnung hat sich mir auch noch nie erschlossen, ob die Konstrukteure dieses Kalibers noch unter uns weilen? Fortlassen darf man dieses Plättchen sicher nicht.
Würde mir eher Gedanken über die verschlissene Lagerung des Federkerns in der Brücke machen, der Federkern steht bereits derart schief, daß das Sperrrad schon Späne von der Brücke geschabt hat.
 

Spindel

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Hallo,
Dieses Plättchen ist an der richtigen Stelle, es muß auch beweglich sein, daher mit Ansatzschraube befestigt
Richtig,Ohne das Plättchen geht nichts.Und danke für die Richtigstellung.
Nach meiner bescheidenen Kenntniss ist es als Distanz für das Sekundenrad gedacht.Warum ? Vieleicht um einnen Produktiongang bei der Welle zu sparen damals.War ja in den 60igern. Ist ja auch bei Kal 70.1 ,der Vorgänger des 70.3. Hat aber und funktioniert noch heute.Kal 70.3 ist auch das Gütewerk.Gibt es auch als Chronometer. Immerhin ;-)
ob die Konstrukteure dieses Kalibers noch unter uns weilen?
Herr Schmidtchen aus Glashütte ist leider letztes Jahr von uns gegangen.:-(
Kannte ihn noch persönlich.
Gruß Roland

Heute ist sowas natürlich nicht mehr denkbar sowas zu produzieren.Aber damals war es ebend so. Das Kaliber ist ab 1962 hergestellt worden.
 
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