Frage an die Historiker: Verarbeitung und Preise mechanischer Uhren in der Vor-Quarz-Zeit

Diskutiere Frage an die Historiker: Verarbeitung und Preise mechanischer Uhren in der Vor-Quarz-Zeit im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Da ich mir in letzter Zeit recht viele mechanische Uhren gekauft und auch jede Menge Geld dafür ausgegeben habe, stelle ich mir gerade die Frage...
T-Freak

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Da ich mir in letzter Zeit recht viele mechanische Uhren gekauft und auch jede Menge Geld dafür ausgegeben habe, stelle ich mir gerade die Frage, wie das früher gewesen ist, als eine mechanische Uhr etwas Normales war, weil es keine andere Technologie gab.

Wer heute einen mechnischen Chronographen mit schweizer Innenleben erwerben will, muss (von wenigen Ausnahmen abgesehen) mindestens 1.000 Euro investieren. Das ist in Etwa die Hälfte eines durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens.

Dafür erhält man eine grundsolide gefertigte Uhr, mit massivem Gehäuse, Saphirglas und meist mit hoher Wasserdichtigkeit. Im Inneren werkelt ein Valjoux 7750 ohne spezielle Modifikationen oder Veredelung. Dennoch läuft diese Uhr in der Regel sehr präzise und ist fast nicht kaputt zu bekommen. Sozusagen eine Anschaffung fürs Leben.

Wie war das in der Vor-Quarz-Zeit? Waren Chronos da auch schon vergleichsweise teuer? Oder wurden primär 3 Zeiger Uhren gekauft? Oder waren die Uhren damals wesentlich klappriger verarbeitet?

Meine Frage bezieht sich auf Alltagsuhren oder Uhren des mittleren Preissegments. Rolex, Breitling & Co waren auch damals teure Luxusuhren, das steht außer Frage.

Ich würde mich freuen, wenn hierzu jemand Erkenntnisse hat.

Danke und Gruß
T-Freak
 
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Oelfinger

Oelfinger

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Wenn die Uhren früher klappriger gewesen wären gäbe es hier im Vintage-Bereich nicht so viele Uhren, die nach einer normalen Revision wieder einwandfrei laufen. Gehäuse aufarbeiten etc. hat ja nichts mit der Funktion der Uhr zu tun.

Chronos wurden damals von Otto Normaluhrenträger eher nicht gekauft. Erstens zu teuer und zweitens für den Alltagsgebrauch sinnlos.

Grüsse,

Günter
 
uhrenbastler

uhrenbastler

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1980 kostete bei Quelle ein mechanischer Chronograph mit einem Valjoux 7750 ganze 275DM, und in den späten 80er/frühen 90er Jahren gab es von Sinn noch eine ganze Reihe mechanischer Chronographen (ebenfalls mit einem Valjoux 7750) um 600DM...

Und schlechter war die Uhren (allgemein, nicht nur auf Chronographen bezogen) damals sicher nicht verarbeitet, man muß sich nur mal die runtergerocktesten Exemplare in der Bucht ansehen, die von jahrzehnte(!)langem Tragen erzählen. Damals waren Uhren noch echte Gebrauchsgegenstände, mit Poliertüchern und Samthandschuhen wurden sie nicht angefaßt.

Ciao
Christoph
 
Uhrbene

Uhrbene

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In meiner Vorstellung einer Omega von 1951 https://uhrforum.de/omega-1951-zeitreise-t66088 habe ich mal versucht auszurechnen, was eine Uhr eines exklusiven Labels in Relation zum Einkommen damals gekostet hat.

Und wie schon gesagt, Chronos waren Exoten. Sie werden ja auch heute nicht wirklich zum Stoppen genutzt und damals war die Funktion noch wichtiger, heute ist es eher die Erscheinung (was sagt uns das über die Gesellschaft?).

Wirklich was getan hat sich in machen technischen Aspekten: Saphirglas, Stoßsicherung, Wasserdichtigkeit. Weniger am eigentlichen Werk. Da tut sich eher ganz aktuell einiges: Parachromspirale, Co-Axial-Hemmung, schmierfreie Kontakte ...
 
mini

mini

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Gehen wir mal in die Zeit Ende 60er/Anfang 70er: Das Durchschnittsnettoeinkommen liegt bei etwa DM 1000.-.
Für eine ordentliche Uhr mit drei Zeigern zahlt man im Durchschnitt zwischen 50 und 60 DM, von den besseren Herstellern auch mal bis 250.-, eine RLX Submariner gibt´s für unter 600 DM, die Ploprof 600 von Omega kostet 690 ChF, die Speedy wechselt für 425 ChF den Besitzer. Eine Rolex Daytona mit Valjoux 72 ist für unter 1000 ChF zu haben.
Rolex und Breitling waren teure Luxusuhren, aber nochmal: Die Daytona gab es zum 1,3fachen eines Monatseinkommens...
Zur Frage: klapprige Uhren gab es natürlich, allerdings sind diese Billigheimer im Laufe der Zeit der natürlichen Selektion zum Opfer gefallen, sodass heute fast nur noch die qualitativ besseren Uhren übrig sind.
Chronos waren (wenn man die Einkommen damals/heute vergleicht) relativ günstig, allerdings hatten die Menschen viel mehr mit der Grundsicherung (Nahrung / Kleidung / Hausbau etc.) zu tun und weniger für Urlaub oder Luxusartikel ausgegeben.
Ausserdem wurden die Uhren damals nicht ständig bei irgendwelchen Outdooraktivitäten (Ski, Mountainbike, Tauchen, Joggen, Radfahren usw.) gequält, sondern die Uhr wurde abgelegt, bevor es rough wurde.

Gruss
Mathias
 
S

santiago

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Hallo!
Laut einem alten Magazin aus den frühern 80ern kostete damals eine optisch tolle schwarze Dugena Chrono Matic Stoppuhr 475.- DM.

Zum Vergleich dazu kostete eine Piaget Dresswatch 3850.- DM, eine Cartier in Gold 3900.- DM, eine Eterna Eternamatic Royal Quartz Kontiki 1500.- DM, eine Omega Marine Chronometer 4000.- DM und eine simple Seiko Digitaluhr 550.- DM...

Gruß
santiago
 
BSBV

BSBV

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Hallo,
es gab vor der Quarzzeit eine Menge Hersteller von Uhren. Die Auswahl war riesig. Von billig bis teuer. Und es gab eine große Zahl von Werke-Hersteller, die sich versucht haben.
 
roadsternet

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manche waren schon immer teuer.....
ap royal oak kostete 1972 daselbe wie ein neuer vw-käfer.
ist ja in relation heute sehr ähnlich,gruss lars
 
T-Freak

T-Freak

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Hat vielleicht irgend jemand Zugriff auf eine alte Preisliste eines heute noch tätigen Herstellers des mittleren Preissegments, z.B. Certina? Gruß T-Freak
 
Hugybear

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Wenn die Uhren früher klappriger gewesen wären gäbe es hier im Vintage-Bereich nicht so viele Uhren, die nach einer normalen Revision wieder einwandfrei laufen. Gehäuse aufarbeiten etc. hat ja nichts mit der Funktion der Uhr zu tun.

Chronos wurden damals von Otto Normaluhrenträger eher nicht gekauft. Erstens zu teuer und zweitens für den Alltagsgebrauch sinnlos.

Grüsse,

Günter
Sind sie heute sinnvoller als damals? Die Chronos meine ich. Wohl eher nicht.

Gruss, Jörg
 
neset530d

neset530d

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Ja, selbst is der Mann von Heute, denn Männer stehen jetzt öfters am Herd und die Kochzeit der Eier muß gestoppt werden:D
Die bestimmte Filmindustrie suggeriert mehr als die reale Wirklichkeit und da wird auch die Zeit des Aktes gestoppt.
Die Konstante "Zeit" spielt heute eine viel wichtigere Rolle im Leben als in den 80ern, alles will gestoppt und aufgezeichnet sein..
Kann man undendlich fortführen...........................
 
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Prince

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Jetzt würde ich gerne wissen, was mini vorhin nach fast siebeneinhalb Jahren an seinem alten Beitrag geändert hat...;-) Aber gut zu wissen, dass das geht.

@neset: Das mit dem Kochen stimmt zwar, aber moderne Kochfelder haben heute leider (?) in der Regel gut funktionierende elektronische Countdowns. Praktisch beim Eierkochen (und ebenso bei Nudeln, Reis, Kartoffeln, Spargel etc.). Auch keine valide Ausrede für einen Chronographen, zumal es Taucherlünetten fast genauso und einfacher tun...
 
bachmanns

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Mini hat an seinem Beitrag nichts verändert; das ist einfach seine Signatur und unter jedem seiner Beiträge zu finden;-)
 
Spitfire73

Spitfire73

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Wenn die Uhren früher klappriger gewesen wären gäbe es hier im Vintage-Bereich nicht so viele Uhren, die nach einer normalen Revision wieder einwandfrei laufen.
Das erinnert mich irgendwie an die Geschichten über die angeblich so herausragende mittelalterliche Bauqualität. Alles, was wir heute noch aus dem Mittelalter an Bauten sehen können, war tatsächlich herausragend. Ganz einfach weil die ganze übrige schlechte Qualität die Zeit bis heute gar nicht überdauerte und nur das Beste sich bis heute erhielt. Daraus kann man aber keinen Rückschluss auf die durchschnittliche Bauqualität im Mittelalter ziehen. Mich würde mal interessieren, wieviel Prozent der Uhren ihrer jeweiligen Jahrgänge bis heute überhaupt überdauert haben. Der ganze Ausschuß und die minderwertigen Qualitäten sind doch längst in die Tonnen gewandert. Dazu sind den wertigeren Uhren von damals über die Jahrzehnte zig Revis und Reparaturen zugute gekommen, in deren Zuge mutmaßlich viele Verarbeitungsmängel des Erstauslieferungszustands mitbehoben wurden. Das sieht und weiß natürlich heute niemand mehr.

Gruß
Helmut
 
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elekticker

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...Das mit dem Kochen stimmt zwar, aber moderne Kochfelder haben heute leider (?) in der Regel gut funktionierende elektronische Countdowns. Praktisch beim Eierkochen (und ebenso bei Nudeln, Reis, Kartoffeln, Spargel etc.). Auch keine valide Ausrede für einen Chronographen, zumal es Taucherlünetten fast genauso und einfacher tun...
1) Die automatische Abschaltung der Kochstelle nützt aber nur beschränkt, wenn ich die Eier oder Nudeln dann nicht abgieße. Und weil ich nicht die ganze Zeit neben dem Herd stehe, muss ich unterwegs im Haus die Zeit kontrollieren können.
2) Zum Kochen benötigt man eine Fliegerlünette, keine Taucherlünette. Einseitig drehbar ist zu unpraktisch.
3) Man braucht eigentlich Chrono und Fliegerlünette, denn man muss ja in der Küche oft mehr als eine Zeit gleichzeitig messen.

Du siehst, Ausreden für Uhren gibt es zur Genüge. Sorry, "Gründe" meine ich :D

On Topic: Auf old-omegas.com findet man alte Kataloge und Preise. Besonders interessant finde ich Omega, da mit der Speedmaster Professional eine Uhr als Referenz praktisch immer noch auf dem Markt ist und die Marke so ziemlich alle Techniken und Moden mitgemacht hat. Man kann dadurch immer vergleichen.
 
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Prince

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Du siehst, Ausreden für Uhren gibt es zur Genüge. Sorry, "Gründe" meine ich :D
Naja, man kann die Uhr auch einfach kaufen, und zwar im Wissen, dass man sie nicht braucht. Ich habe mir übrigens gerade meinen ersten Chronographen nach knapp zehn Jahren gekauft...:D
 
Hugybear

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3) Man braucht eigentlich Chrono und Fliegerlünette, denn man muss ja in der Küche oft mehr als eine Zeit gleichzeitig messen.
Du siehst, Ausreden für Uhren gibt es zur Genüge. Sorry, "Gründe" meine ich :D
In der Küche solltest Du kochen und nicht an der Uhr rumspielen! Sonst brennt Dir doch alles an.

Wenn es ein Chronograph sein soll, ist halt jedes Argument recht. Verstehe ich ja.
 
Grimm

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Die damaligen Uhren waren ihrer Zeit entsprechend gut.

Die Uhrwerke waren zuverlässig, und so ein Werk, nach einer Revi, kann durchaus, was die Gangwerte betrifft, mit den heutigen Werken mithalten.
 
elekticker

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Naja, man kann die Uhr auch einfach kaufen,...
Klar, habe ich auch. Die Nutzung in der Küche kam quasi nebenbei, wenn der Chrono schon mal da ist. Dann dachte ich mir aber tatsächlich, mit der Sinn 103 hätte ich mehr Nutzen für weniger Geld bekommen, als mit meinem Chrono. Übrigens hab ich mal gelesen, dass ein Fliegerdrehring anstelle Tachymeter ein Verbesserungswunsch der Astronauten für die Speedmaster gewesen ist. Offenbar wurde dort auch gekocht ;-)
 
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