First Hasselblad in Space – Omega 311.32.40.30.01.001 FOIS

Diskutiere First Hasselblad in Space – Omega 311.32.40.30.01.001 FOIS im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Als sich Walter Schirra am 03-10-1962 mit seiner Omega Speedmaster 2998 erstmals zum Start in die Mercury-MA8 Kapsel zwängte, hatte er auch eine...
AE_Conrady

AE_Conrady

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Als sich Walter Schirra am 03-10-1962 mit seiner Omega Speedmaster 2998 erstmals zum Start in die Mercury-MA8 Kapsel zwängte, hatte er auch eine von ihm selbst beschaffte Kamera dabei: Eine stark modifizierte Hasselblad 500C. Damit hat er den beiden europäischen Unternehmen, die über Jahrzehnte am stärksten von dem Weltraumprogramm und dem Mondlandeunternehmen profitierten, den Zugang zur NASA verschafft. Als weitere Koinzidenz stammen beide Modelle aus dem Jahr 1957 und beide wurden über Jahrzehnte kaum verändert weiter produziert. Grund genung, beides zusammen vorzustellen.

Beim Mercury-Programm war der Fokus natürlich weder auf Armbandchronographen noch auf Kameras gerichtet, die Flüge dienten der technischen Erprobung des Systems Trägerrakete/Raumkapsel und fest installierte Kameras der Überwachung der Technik. So blieb es den Astronauten überlassen, was sie als Handkamera mitnehmen wollten. Walter Schirra wusste was er wollte, die Box aus Schweden. Victor Hasselblad hatte dort ab 1942 Luftbildkameras für die schwedische Luftwaffe in kleinen Stückzahlen unter dem Namen Ross produziert, nach dem diese auf die Notwendigkeit nach dem Abschuss und des Auffindens einer solchen Kamera in einem deutschen Aufklärers aufmerksam geworden war. Die kleinste von Hasselblad produzierte Kamera für Luftbildaufnahmen hieß Ross HK7 und nutzte 80mm-Film. Sie hielt sich an den damaligen Standard von Luftbildkameras mit dem gegossenen Alugehäuse außen, abnehmbare Film- oder Plattenmagazine hinten, Objektive wechselbar vorn angebracht und einfacher Visiereinrichtung mittels Rahmensucher bei Handauslösung.

Ross HK7 (Quelle Hasselblad)
3HK7 (Hasselblad).jpg
Die Hasselblad 500C war natürlich eine in mehreren Stufen grundsätzlich neu entwickelte Kamera, beginnend mit der 1600F. Sie zeigte aber den Aufbau und die Herkunft aus einer Luftbildkamera deutlich. Also das, was die meisten Leute heute als skandinavisches Formverständnis bezeichnen würden. Für einen Testpiloten wie Wally Schirra war dies sicher das natürliche Design für eine Kamera, es ist anzunehmen dass er in seiner Ausbildung schon solche Kameras gesehen hatte. Genauso wie seine Omega einer Borduhr funktional ähnlich sein sollte. Anders als die Uhr musste die Kamera für die Mission aus Gründen des Gewichts und der Sicherheit modifiziert werden, besonders die Beschichtung aus Kunstleder und der für den Weltraum unpraktische 90-Grad Lichtschacht fielen weg und das Magazin konnte mehr Film aufnehmen. Das Planar-Objektiv wurde ebenfalls für feste Zeiten und Bedienung mit Handschuhen modifiziert.

Walter Schirra mit der modifizierten 500C (Quelle NASA)
3Schirra (NASA).jpg
Hasselblad 500C mod. (Quelle Hasselblad) ein Nachbau
1Schirra (hasselblad)_500c.jpg
Bei Benutzung von Farbfilm, der anders als die vorhandenen feinkörnigen und hochauflösenden S/W-Filme nicht mit derselben Auflösung glänzen konnten, erzeugte die 6x6 von Beginn an überzeugende Aufnahmen. Die erste 6x6 Kamera im Weltraum war 1961 keine Hasselblad, sondern eine Maurer 70mm 220g. Die Maurer-Kamera wurde aber nicht als Handkamera eingesetzt, sie besaß eine feste Filmkammer. Die Magazine der Hasselblad 500C und 500EL machten die Kameras flexibel, Filme mit dünner Basis ermöglichten zuletzt 160 oder 200 Bilder. Generell waren Modifikationen und die Wartung an einer 6x6-Kamera leichter möglich als an kleineren Gehäusen. NASA-Feinmechaniker waren in der Lage, schnell neue Anforderungen der Astronauten umzusetzen.

Da Zeiss Oberkochen bei der Hasselblad ab 1957 fast ein Monopol besaß, war der MA-8 Flug auch der Beginn einer Zusammenarbeit von Zeiss mit der NASA, die auch zu neuen Objektiven führten. Wie bei den Uhren wurden auch weiterhin andere Kameras genutzt, aber ebenso wie die Speedmaster ist die Hasselblad 500EL dann die „camera worn on the moon“ geworden. Den Grundstein hat Walter Schirra gelegt.

Anders als die Hasselblad 500, hatte mich die Speedmaster lange Jahre „kalt“ gelassen. Nichts, was ich unbedingt brauchte. Klassisch zwar, aber ein etwas zerklüftetes Design mit schlichten Skalen. Irgendwann habe ich mich mehr mit dem Mercury-Programm beschäftigt und fand die Verbindung der 500C mit der Speedmaster 2998 über Walter Schirra spannend. Die kommt auf die Liste. Ich war aber nicht auf die FOIS fixiert, eine Speedmaster Professional finde ich ähnlich ansprechend und hätte die Brücke auch ähnlich gut geschlagen. Die längeren Indizes und das Fehlen der Kronensicherung haben aber den Ausschlag gegeben. Also eine FOIS gesucht und in neuwertigem Zustand gefunden. Die Uhr trägt sich ausgezeichnet, die Gehäusegröße beträgt bloß 38mm ohne Lünette, der L2L-Wert 47,5mm. Die sonstigen Daten sind:

Referenz: 311.32.40.30.01.001
Kaliber: Omega 1861, rhodiniert
Gangreserve: 48 h
Glas: Kratzresistentes, innen anti-reflektierendes Saphirglas
Uhrengehäuse: Stahl
Gehäusedurchmesser: 39,7 mm
WD: 5 Bar (50 Meter / 167 Fuß)
Chronograph Nummerierte Auflage

Nun die Bilder zur Uhr:
3FOIS.jpg
11FOIS.jpg
7FOIS.jpg
14FOIS.jpg
6FOIS.jpg
IMG_20200813_125352.jpg
4FOIS.jpg
8FOIS.jpgZurzeit ist ein Pattini 19mm mit 19mm Schließe montiert, da ich die mitgelieferte 17mm Dornschließe als zu klein empfinde. Gegenüber der Speedmaster Professional ist die Ablesbarkeit wegen der polierten Zeiger (Luminous Dauphine) manchmal etwas eingeschränkt, wobei die polierten, spitzen Zeiger erheblich zur Ausstrahlung der Uhr beitragen. Einen Vorteil sehe im schlanken symmetrischen Gehäuse, dies fällt aber im Alltag weniger auf.
 
Zuletzt bearbeitet:
MichelZ

MichelZ

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Meine Erste Hasselblad 500CM habe ich zu Beginn der Neunziger gekauft, meinst Du es besteht für mich also auch noch Hoffnung, dass ich mir irgendwann eine Speedy zulege?
Obwohl, im Moment liebäugle ich mit der endlich erhältlichen 907x und CFVII Digiback. Oder eine X1D II. Kann mich noch nicht entscheiden.
Viel Spaß damit. Allemal eine super und auch logische Kombi: Speedmaster & Hassblad.
 
Michael Z

Michael Z

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Vielen Dank für die tolle Vorstellung zweier Ikonen.
Ich habe auch gerne die 500CM genutzt!
Viele sehr interessante Details zum Thema, die ich noch nicht kannte.
Gruß Michael
 
bachmanns

bachmanns

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Herzlichen Glückwunsch zur Hasselblad und zur FOIS und vielen Dank für die gelungene Vorstellung mit den tollen Fotos :super:
 
Speedmaster Tobias

Speedmaster Tobias

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Ein Düsseldorfer Jong
Ein super Bericht, der die Anfänger beider Marken bei der NASA beleuchtet und deren Nutzung in den Mercury und Apollo Programmen aufzeigt. Den mit der Hassi sind einige der bekanntesten Bilder vom Mond und der der Erde gemacht worden.Heute Ikonen der Fotografie.
Und die FOIS ist die Bergründerin der Karriere der Speedmaster bei der NASA. Die Speedy ist bekannt dafür als erste Uhr auf dem Mond gewesen zu sein und hat bei Apollo 13 mit der Abmessung von 14sec dafür gesorgt,dass das Bremsmanöver gelingen und Apollo 13 sicher wieder zur Erde gelangen konnte.
Somit haben beide Marken Geschichte geschrieben.

Ich selbst habe lange nach einer Hassi 500C gesucht,aber nie eine gute gefunden. Entweder viel zu teuer oder total runtergenudelt bein Profifotografen.
Und eine Hasselbladski (Kiev 88) wollte ich nicht und bin somit bei Rolleiflex 3,5A und der Mamiya C33,dem schwersten Model der C3,33 und 330 Reihe, dem Bremsanker für Tanker gelandet.Aber leider einfach nur geil...das fotografieren war damit sehr intensiv. Am liebsten S/W (FP125,Tri-X ,T-Max), und in Rodinal entwickeln.
Aber zurück zu deinem Bericht.
Es hat mir Spass gemacht den zu lesen und etwas gelernt habe ich auch. Denn ich kannte die Ross HK 7nicht.
Deine Bilder haben sehr schön die Uhr präsentiert und gezeigt wie schön die ist. Danke dafür.
Und jetzt noch ein Forstner Komfit daran und du bist perfekt ausgestattet für deine privaten Monderkundungen.
LG Speedmaster Tobias
Nachtrag:
Leider brauche ich keine FOIS, ich habe ja die Speedy.
 
clocktime

clocktime

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Meine Erste Hasselblad 500CM habe ich zu Beginn der Neunziger gekauft, meinst Du es besteht für mich also auch noch Hoffnung, dass ich mir irgendwann eine Speedy zulege?
Wenn Du bei Luftdruckschwankungen das Glas verlieren willst - ja. :lol:
Ist ja alles nett, aber die Omega hat das Glas verloren, während die (private) Bulowa anstelle der Omeag ihren Dienst versehen durfte.
 
Marchiboy300

Marchiboy300

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Danke für die Vorstellung und herzlichen Glückwunsch zur Uhr
 
Thema:

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