Finishmysterium

Diskutiere Finishmysterium im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Heute beim schlendern durch die Dortmunder Innenstadt war es wieder da,........das Finishmysterium. Ist euch das auch schonmal aufgefallen...
Schaumig

Schaumig

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Heute beim schlendern durch die Dortmunder Innenstadt war es wieder da,........das Finishmysterium.

Ist euch das auch schonmal aufgefallen?

Die teureren Uhren, die man beispielsweise bei Wempe und Co sieht, umstrahlt irgendwie eine gewisse Aura. Schaut man sich dann die einfacheren Uhren (z. B. von Dugena, Citizen, Seiko etc.) an, so stellt man auch als Laie meist recht schnell fest, das ihnen irgendetwas fehlt. Das komische ist, man kann es schlecht beschreiben. Auch diese Uhren haben keinen beschreibbaren Fehler oder Makel, dennoch fehlt irgendetwas.
 
Frank78

Frank78

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Vielleicht kommts auf die Ausleuchtung an? - Wenn ich bei Wempe auf der Kö guck und dann beim Kaufhof an der Kö, fehlt mir auch bei den günstigeren nix!
 
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pille2k5

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naja bei uns in dortmund sind die ja auch im rüschenbeck sehr nett angerichtet ;-) die teuren teilchen :-)
 
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Geisterfahrer

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Schaumig schrieb:
Heute beim schlendern durch die Dortmunder Innenstadt war es wieder da,........das Finishmysterium.

Ist euch das auch schonmal aufgefallen?

Die teureren Uhren, die man beispielsweise bei Wempe und Co sieht, umstrahlt irgendwie eine gewisse Aura. Schaut man sich dann die einfacheren Uhren (z. B. von Dugena, Citizen, Seiko etc.) an, so stellt man auch als Laie meist recht schnell fest, das ihnen irgendetwas fehlt. Das komische ist, man kann es schlecht beschreiben. Auch diese Uhren haben keinen beschreibbaren Fehler oder Makel, dennoch fehlt irgendetwas.
Ich kann die nur recht geben. Geht mir genau so. Hat auch nicht unbedingt was mit Ausleuchtung zu tun. Das Finishmysterium begegnet mir jeden Morgen bei der Auswahl der Tagesuhr.
In der wohl teuersten Schublade meiner Wohnung dümpeln Knaller und Böller neben sich her, und ich greif immer wieder zu den Knallern. Warum nur?
Geist der das Finishmysterium kennt
 
Schaumig

Schaumig

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Nee, die Ausleuchtung ists definitiv nicht. Also kann sein, dass man mit der Ausleuchtung auch was reissen kann - klar. Aber das meine ich jetzt nicht. In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren ob die Uhrenhersteller von ihren einfacheren Uhren für Werbephotos hochwertigere Prototypen anfertigen um sie in ein besseres Licht zu rücken.

@ Pille

Mein Liebigeschäft ist in diesem Zusammenhang Gerwi. - Ich hasse die Einlasskontrolle per Klingel.
 
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pille2k5

Gast
wobei ich gerwi nicht so mag ..... die haben *hust* .... meines erachtens teitweise nicht so die ahnung ;-) .... also rüschenbeck ist schon ganz gut ..... der herr paschke ist sehr kompetent und zeig einem auch gerne mal ein paar uhren mehr, auch wenn es im gespräch schon mitbekommen hat das die weit überm machbaren budget sind ... einfach nur zum mal begrabeln :-)
 
Holzmichel

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Das hat nicht's mit dem Licht zu tun sondern mit deinem Wissen um hochwertige Uhren und den Wunsch diese zu besitzen. Dadurch giert man nach diesen Modellen.

Nimm mal jemanden mit, der keine Ahnung hat über Marke und Qualität und frage ihn welche Uhr er am schönsten findet. Ich behaupte das dann die Auswahl ganz anders ausfällt.
 
Schaumig

Schaumig

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Hm, Holzmichel.

Da müsste mich mein Unterbewusstsein schon sehr Täuschen und das glaube ich in diesem Fall nicht. Ich tippe darauf, dass es mehr mit den Oberflächen und Formen zu tun hat.

Dass beispielsweise eine plane Fläche auch wirklich plan ist, dass der Kantenradius wesentlich geringer ist wenn denn eine Kante dargestellt werden soll. Dass eine Oberflächenstruktur gleichmässiger ist......etc.

Also will sagen, dass es für den wissenden bestimmt objektiv nachvollziebar ist, warum der betrachter subjektiv so empfindet.
 
Holzmichel

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Das ist das gleiche bei den Zigarren. Ich tänzelte immer um die Cohibas herum, da es die Königin der Zigarren ist. (aus Fiedel Castros Manufaktur). Wüßte ich dies nicht wäre mir die Marke evtl. nie aufgefallen.

P.S. hatte mir letzes Silvester eine geleistet und wurde nicht enttäuscht
 
Schaumig

Schaumig

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Na bei Naturprodukten, insbesondere bei Zigarren, wo man oft etwas für ein makelloses Deckblatt bestimmter Größe (das Auge raucht mit), bezahlt ist es sicher noch etwas anderes.

Bei Uhren bleib ich am Ball. Vielleicht kann ja mal einer von euch Uhrensammlern seine Paradepferde mit den alltäglichen unter der Lupe vergleichen und berichten oder besser noch gute Photos machen.
 
Chronischer_Fall

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Ist ja ziemlich nah dran an meinem Lieblingsthema "Verarbeitungsqualität". ;)

Ich glaube, die Behauptung, Materialien und Oberflächen lösten die Begeisterung aus, kann man als Legende verbuchen. Glaubt jemand ernsthaft, bei Seiko und Co. würden nur die abgelegten Werkzeuge und Maschinen der Luxusanbieter eingesetzt werden? Die Fertigungstoleranzen, um die es hier geht, dürften mit dem menschlichen Auge durchs Schaufenster kaum auszumachen sein. Mag sein, dass im Hause Rolex die Fräsköpfe oder Polierscheiben häufiger gewechselt werden. Aber was hat das schon groß mit der Faszination zu tun?

Bei mir (und fast allen anderen, die ich kenne) hat sich in der Vergangenheit die Begehrlichkeit des Hochwertign immer in Relation zur Kenntnis des Preises entwickelt. Das ist m. E. auch einer der Gründe dafür, weshalb sich Kinder häufig für - aus unserer Sicht - belangloses oder billiges Zeug interessieren. Erklärt wird das ja oft damit, dass sie nunmal noch kein ausgeprägtes Wertempfinden besäßen. Ich sag' Euch, das liegt nur an der mangelnden Preiskenntnis (komischerweise wird der Nachwuchs ja auch immer Marken-geiler; obwohl das kindliche Empfinden das noch garnicht wahrnehmen dürfte).



Dass die Faszination bestimmter Marken im Schaufenster trotzdem auch für einige Uneingeweihte existent sein dürfte, hat viele Ursachen.

Zum einen sind die meisten Luxusmarken erzkonservativ. Sie haben sich ihren Kundenstamm erarbeitet, indem sie einmal funktionierende Designs nicht wesentlich verändert haben. Warum sollen die also nicht auch den Neuling ansprechen. Wer weiß, was dieser nicht vielleicht alles mit bestimmten, vermeintlich unbekannten Marken im Unterbewußtsein assoziiert? Vielleicht ist ihm schon mal dieses oder jenes Modell bei dieser oder jener Persönlichkeit begegnet (so z. B. 'ne IWC bei einem Wetten-Das -Gast).

Dann ist es ja auch so, dass Uhren seltenst einzeln präsentiert werden, sondern meistens innerhalb der Markenkollektion. Und Luxusmarken haben üblicherweise eine sehr viel stringentere Designpolitik. Das bedeutet, zwischen ähnlichen Exemplaren, allesamt mit vertrauten Merkmalen, wirkt eine einzelne Uhr möglicherweise sehr viel gediegener, als wenn sie sich gegen ein Sammelsurium von verschiedensten Designs durchsetzen muss, wie das z. B. für Citizen-Auslagen gilt. Dazu kommt, dass die Nobelmarken fast immer mit eigenen Präsentationsmitteln samt Dekoration daherkommen. Das reicht von ausgefallenen Spangenhaltern über nette Holzkästchen bis hin zu Flugzeugmodellen oder ollen Taucherhelmen. Das alles wurde professionell auf die Kollektion abgestimmt. Der Uhrenhändler (bzw. dessen Dekorateuse) hat normalerweise garnicht die Möglichkeit, das gleichwertig für die stetig wechselnde Massenware in seinem Schaufenster nachzuahmen.

Ausserdem fällt mir auf, dass die teureren Exemplare i.d.R. auch die besten Flächen in der Schaufensterfront erhalten. Für preiswerte Modeuhren muss man sich öfter mal bücken oder ums Eck laufen. Das hat garantiert auch einen eEinfluss auf die Wertwahrnehmung.

Wie dem auch sei, beseres "Finish" lasse ich nur in den seltensten Fällen gelten. ;)


Schaumig schrieb:
In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren ob die Uhrenhersteller von ihren einfacheren Uhren für Werbephotos hochwertigere Prototypen anfertigen um sie in ein besseres Licht zu rücken.
Ich weiß nicht, wie das konkret bei Uhren ist. Da sind ja auch zahlreiche kleinere Unternehmen oder gar "Krauter" mit von der Partie. Woanders ist es aber mittlerweile oft so, dass - vom Naßrasierer bis zum PKW - überhaupt keine reellen Produkte mehr abgebildet werden.

Im Zuge zunehmend computerisierter Entwurfs- und Konstruktionsprozesse sind heute häufig bereits fotorealistisch visualisierbare 3D-Modelle vorhanden, bevor der Prototypenbauer das erste mal ran darf (Geschichten von tausenden Freihandskizzen, diversen Papp- und Tonmodellen etc. werden extra für die Presse bzw. deren gutgläubige Leser erfunden und stellen sich in der Realität nicht selten ganz anders dar). Da ist es auch naheliegend, diese Modelle für Produktfotos weiterzunutzen. Da gibt es viel mehr gestalterische Möglichkeiten, etwas in Szene zu setzen, der gesamte Workflow läuft viel effizienter ab, die Ergebnisse sind damit besser korrigierbar und vor allem preiswerter. Die Zeiten, in denen ein Bild aus dem Rechner merkwürdig unecht, da blass und zu makellos aussah, sind längst Vergangenheit.

Selbst wenn ich meine Produkte nach alter Väter Sitte entwickeln und produzieren würde, würde ich mir anschließend ein virtuelles Modell davon bauen (lassen), statt für jedes neue Foto den Fotografen und seine Crew bezahlen zu müssen und deren Eskapaden zu ertragen zu haben.
 
Frank78

Frank78

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Na, na, na, Chronischer, also was die CGI angeht, muß ich Dir mal schnell (wie es so meine Art ist) über den Mund fahren. Wie auch in Filmen, krankt CGI immer noch an latenter Unglaubwürdigkeit! - es ist zwar besser geworden, aber man merkt immer noch, ob man ein Original vor sich (auf dem Bildschirm) hat oder was computergeneriertes!
 
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HolgerS

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Frank78 schrieb:
Wie auch in Filmen, krankt CGI immer noch an latenter Unglaubwürdigkeit! - es ist zwar besser geworden, aber man merkt immer noch, ob man ein Original vor sich (auf dem Bildschirm) hat oder was computergeneriertes!
---Total Offtopic on---
Aber nahe dran ist man schon teilweise:

[ame]http://www.youtube.com/watch?v=up5jmbSjWkw[/ame]
[ame]http://www.youtube.com/watch?v=mos9-LReoWQ[/ame]
[ame]http://www.youtube.com/watch?v=Yoe8NrmfSBw[/ame]
[ame]http://www.youtube.com/watch?v=yQtFYTRaaiI[/ame]
---Total Offtopic aus---

An den Modi: bei Bedarf ruhig in Small Talk verschieben. ;)
 
Chronischer_Fall

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Dagegen wette ich aber, Frank. :-D

Bei Filmen ist das etwas komplizierter, da ja bewegte Bilder für die Kinoleinwand ein Vielfaches mehr an Rechenaufwand erfordern. Selbst da ist das aber oft weniger eine Frage von glaubhaften Materialien, Beleuchtungen etc., sondern es krankt eher an der physikalisch korrekten Nachbildung komplexer Abläufe und Verhaltensweisen. Bei kurzen Spots im PAL-D-Format ist das aber auch für "Hinterhofklitschen" kaum ein Problem mehr, guten Willen vorausgesetzt. Standbilder sind völlig unprobelmtisch.

Glaube mir das einfach mal ;). Ich habe täglich mit den entsprechenden Werkzeugen zu tun (auch wenn unser Anspruch seltenst die fotorealistische Imitation ist). Da bekommt man so einiges mit. Dass das tatsächlich auch in vollem Umfang für Katalogfotos von Armbanduhren gilt, habe ich ja nicht behauptet.
 
Aldridge

Aldridge

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Ein wenig Senf dazu:

Erstmal on topic:

Ich würde auch jederzeit unterschreiben, dass Markenbewusstsein und nicht zuletzt Preis eine große Rolle dabei spielen, wie wir ein Produkt wahrnehmen. Da spielt natürlich die Faszination für das Teure, Exklusive und wahrscheinlich auch noch die Geschichte hinter dem Produkt eine besondere Rolle. Allerdings fallen mir auch gleich wieder einige Gegenbeispiele dazu ein, z.B.

- Tutima FX UTC: Bis hier erstmals ein Bild dieser Uhr eingestellt wurde, hatte ich die Marke gar nicht auf dem Plan. Ich wusste nicht, was es mit der Geschichte der Firma zu tun hat und wie viel das gute Stück kostet. Trotzdem war ich gleich hin und weg...

- Dornblüth: gleicher Fall, sogar noch ein Stückchen teurer.

- Junkers: Genau umgekehrter Fall. Ich saß letztens noch über einigen Fotos der Uhren und war kurz davor, ein Pärchen zu bestellen. Ich finde einige Stücke einfach schön, obwohl die ein Zehntel einer Dornblüth kosten (wobei ich die Qualität der Junkers absolut nicht in Frage stelle).

Und etwas off topic:

Das "CGI-Gebashe" verstehe wer will. Diese ewige Diskussion, das könnte man sehen, das habe weniger "Seele" als Modelleffekte... Ok, ich gebe zu, ich bin ein großer ILM-Fan. Aber wenn ich mir einige Modelleffekte oder auch Stop- bzw. Go-Motion-Effekte anschaue aus den 80ern und frühen 90ern, dann wirken die weitaus bescheidener als vieles, was direkt danach per CGI gemacht wurde. Beispiele: Bereits bei Mission: Impossible oder Jurassic Park gab es CG-Effekte, die als solche nicht wahrnehmbar waren. Dagegen wird z.B. bei den Star-Wars-Prequels über vermeintlich schlechte CG-Effekte gemeckert, die tatsächlich mit Hilfe von Modellen erstellt wurden.

Ähm, meinetwegen darf das jetzt auch in den Small Talk... :oops:
 
mecaline

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Schaumig schrieb:
Heute beim schlendern durch die Dortmunder Innenstadt war es wieder da,........das Finishmysterium.

Ist euch das auch schonmal aufgefallen?

Die teureren Uhren, die man beispielsweise bei Wempe und Co sieht, umstrahlt irgendwie eine gewisse Aura. Schaut man sich dann die einfacheren Uhren (z. B. von Dugena, Citizen, Seiko etc.) an, so stellt man auch als Laie meist recht schnell fest, das ihnen irgendetwas fehlt. Das komische ist, man kann es schlecht beschreiben. Auch diese Uhren haben keinen beschreibbaren Fehler oder Makel, dennoch fehlt irgendetwas.
Ich stimme absolut mit Schaumig überein! So !

Und zwar unabhängig davon, ob ich sie bei Wempe oder einem einfachen Uhrenladen sehe, oben im Schaufenster oder unten.

Ich sage, der Ton macht die Musik. Man kann ein Musikstück sauber und technisch einwandfrei spielen und dabei einschlafen. Und man kann das gleiche Stückmit Herz und Freude und effay spielen und Spieler wie Zuhörer werden begeistert sein. In beiden Fällen macht man technisch genau das gleiche.

Sicher beeinflussen auch mich Beleuchtung und Präsentation, aber wenn ich im Laden selber die Pulsar Diver in die Hand nehmen und danach die Certina, da weiss ich aber, wo die Musik wie spielt. Woran mache ich das denn fest? Weiss ich nicht, aber es IST nun mal so.

Diese Emotion funktioniert auch andersherum. Ich trage heute z.B. eine Osco Steel, Quarzticker für gerade mal 40 Euronen, 42mm Gehäuse mit braunem Band. Wunderbar klar und einfach gestaltet und eine sehr schöne Gehäuseform. Die schätzt keiner auf nur 40 EUR (na, wir hier im U-Forum natürlich schon). Warum? Weil das Design einfach stimmig ist.


Uhren sind (für uns hier) eine rein emotionale Sache, die lassen sich auch in winzigen Details der Fertigung festmachen. Bei Ventura hat der Schriftendesginer Adrian Frutiger mal ein Zifferblatt gestaltet, und das sieht einfach SUPER aus, obwohl der auch nur die Zahlen 1-12 hat draufsetzen lassen.

Ich persönlich glaube auch nicht, dass man z.B. als Designer "einfach so" einen guten Namen bekommt und wie z.B.Phillip Starck mal eben einen Klodeckel für 500 EUR verkauft. Diese Leute überzeugen halt mit ihrem Design. Klar kommen da Heerscharen von Möchtegerns hinterher und kaufen jeden Käse, Hautpsache es steht Starck drauf. Nachher sagen die selben Leute dann immer "hätte ich ja auch gekonnt". Sagen und Machen...

Was es übrigens ganz klar gibt, sind Schaufenster mit Lupenfunktion. In einer Stadt hier in der Nähe haben 2 Juweliere Schaufenster, und da hat die PRS 516 Auto mindestens 44mm und eine Jürgen Meer klar 40mm. Das Glas vergrößert, da bin ich sicher.
 
A

Aquila

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Moin zusammen,

meiner Meinung nach könnte es an "einfachen Regeln" des Designs und deren Umsetzung liegen. Z. B. Symmetrie, Parallelität usw...
So findet man ein Gesicht um so schöner, je symmetrischer es ist. Und ist das eine Auge auch nur wenige Millimeter näher zur Nase als das andere, kommt einem das Gesicht merkwürdig vor, ohne dass man wüsste warum. (Durch wissenschaftliche Studien bewiesen) Genau so verhält es sich wahrscheinlich auch bei Uhren, oder vielleicht sogar gerade bei Uhren. Denn gerade auf einem Ziffernblatt oder bei dem Zusammenspiel von Größen, Formen und Farben kann man hier viel beeinflussen, bzw. falsch machen. Wenn Indizes perfekt angeordnet sind (gleiche Abstände, nicht nur zum nächsten Index, sondern auch insgesamt, alle Indizes zueinander) oder die Zeiger genau die richtige Größe zueinander und zum Ziffernblatt besitzen. Das spielt auch bei der Verarbeitung der Oberflächen eine Rolle. Gibt es Unregelmäßigkeiten in der Beschaffenheit der Oberfläche fällt es dem Unterbewußtsein auf und man empfindet die Oberfläche weniger schön, als eine, bei der jeder Quadratmillimeter exakt die gleiche Beschaffenheit hat, wie jeder andere Quadratmmillimeter. Im Seiko-Buch beispielsweise gibt es ein Kapitel über die "Grammatik des Designs", wo es in Ansätzen erklärt wird. Nicht zuletzt gibt es doch auch Design-Studiengänge und preisgekrönte Designer arbeiten z. B. bei Porsche und nicht bei Lada. Was ja auch am Design der Autos zu erkennen ist.
 
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arno_nym

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Neuss
Hallo Uhrenfreunde,

"Finismysterium" finde ich eine interessante Neuschöpfung.

Was uns gefällt, ist natürlich sehr subjektiv. Die Philosophie hat über Jahrhunderte hinweg sich immer wieder mit Ästhetik, der Lehre vom Schönen (bedeutet eigentlich Erkenntnis) beschäftigt.

Natürlich gibt es Verarbeitungsunterschiede. Hat ein Gehäuse scharfe Kanten oder eine Lünette besitzt scharfkantige Reiter, dann bin ich mit dem Modell nicht einverstanden. Die Zeiger sollten nach Möglichkeit nicht zu kurz sein, am besten sie ragen bis in die Minuterie hinein. Ich besitze eine Seiko 5, die hat ein wunderschön satiniertes Gehäuse. Die satinierten Stellen an meiner Rolex hingegen sehen recht grobschlächtig aus, hier sieht man noch deutlich die Spuren der Werkbank. Die Seiko 5 besitzt zwar ein robustes und zuverlässiges Werk, aber das 7S26 schaut grauslich aus und man hätte es besser unter einem Stahlboden versteckt. Ich besitze eine Audemars, die kommt ganz schlicht und einfach daher, sehr klassisch und dezent, Understatement pur. Das Werk hingegen ist wunderschön verziert, ich meine nicht nur die genfer Streifen auf den Platinen, sondern vor allem das Laubmuster auf dem Rotor. Dazu gebläute Schrauben und anklierte Kanten! (Ich werde mal bei Gelegenheit ein Photo machen und hier veröffentlichen.)

Übrigens, ob eine Uhr mir gefällt, hat nichts mit dem Preis zu tun. Mir sind meine 3 Seiko 5 genau so lieb und teuer wie die Luxusmarken.

Mit freundlichem Gruß
arnonym
 
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