Fertigungstiefe und deren Preise

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VinC

VinC

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Mich würde eure Meinung zum Thema Preisgestaltung von Uhren und deren Fertigungstiefe interessieren.

Ich denke nicht das man über einzelne Meinungen diskutieren kann bzw. das es sinnvoll ist dies zu tun. Jedoch verspreche ich mir viele hoffentlich möglichst differenzierte Meinungen zu dem Thema.
Mir geht es um die Fertigungstiefe, die ein Hersteller bieten kann und wie dies im Preis aufgewogen werden kann.

Uns ist allen bewusst, es gibt Marken bei denen ist die Kernkompetenz das Design (bitte keine Diskussion darüber, das Marke X ja eh nur alte Designs nutzt), sprich es wird ein Eta in ein von dritten gefertigtes Gehäuse eingebaut oder um noch einen Schritt weiter zu gehen, es wird eine Uhr nach eigenem Design von dritten gefertigt, man beschränkt sich auf den Versand. Wobei man natürlich den Versand auch noch ausgliedern könnte Dropshipping ist hier das Stichwort.

Auf der anderen Seite gibt es Marken, deren Fertigungstiefe knapp unter 100% liegt, was aber nur daran liegt das Gläser hinzugekauft werden, ansonsten ist vom Werk bis zum Gehäuse alles durch die Marke selbst erstellt worden.


Dies nun zum allgemeinen Teil, meine Meinung sieht wie folgt aus;

eine Uhr, mit einer größeren Fertigungstiefe ist mir persönlich auch mehr wert. Auch wenn wir von „identischen“ Designs ausgehen und identischem ETA. Die Marke, die ihre Gehäuse selber fertigt ist mir einfach sympathischer, denn nicht nur das unternehmerische Risiko ist größer, sondern auch das notwendige Knowhow muss stimmen. Gesteigert wird dies dann durch eigene Modifikationen am Werk bzw. im letzten Schritt dem Manufakturwerk.

Weitergehend finde ich es einfach besser, den Ausführenden direkt für seine Arbeit zu entlohnen, was bei der Marke, die sich aus dem freien Markt bedient nur sehr bedingt möglich ist.

Überspitzt gesagt; ja, ich würde für eine Uhr, die sich optisch und haptisch von einer anderen Uhr nicht unterscheidet mehr Geld ausgeben, wenn ich dem Hersteller dabei über die Schulter schauen kann.
 
T

Traumdeuter

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das ist 1 zu 1 auch meine Meinung , sehr guter Beitrag !
 
T. Freelancer

T. Freelancer

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Hallo,
sehe ich genauso und wäre auch ein Grund mehr für mich eine Uhr zu erwerben, deren Gehäuse "unter dem Fertigungsdach" des Herstellers (der Marke) residiert.
Streng genommen könnte das auch eine chinesische Marke sein.

Gruß
T. Freelancer
 
M

Marlboro

Gast
Für mich zählt in erster Linie das Ergebnis.
Besser ein 1A Zeigersatz vom besten (Fremd-)Hersteller als "Murks" aus Eigenproduktion.
Manufakturkaliber die wenig bis nichts besser können werden überbewertet.
Wichtiger für mich:
-Service in D
-Ersatzteilversorgung langfristig gesichert
 
Mueller27

Mueller27

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Hi Vinc,

Wenn Du schon so genau fragst, nach dem was es einem Jeden persönlich mehr wert ist, antworte ich:
Eine Uhr, mit einer größeren Fertigungstiefe ist mir persönlich keinen € mehr wert.

Beim Blick in meine Uhrenbox würde man zwar ehe das Gegenteil annehmen, aber da kann ich nichts dafür, dass meine drei aktuellen Lieblingsmarken entweder schon seit Jahrzehnten In-House sind, oder im Moment gerade hunderte von Millionen Schweizer Franken investieren um es zu werden.

Für mich tun sie das nicht. :-)

Warum auch? : Sowohl die Schweizer als auch die deutsche Uhrenindustrie haben sich in den letzten 150 Jahren durch einen extrem hohen Grad der Differenzierung, Spezialisierung und Arbeitsteilung ausgezeichnet. Dieser moderne Ansatz hat diese Branche geradezu ausgezeichnet, hier waren sie Vorläufer der Modernisierung im 20. Jahrhundert. Der ganze Trend/Marketing-Story zu Inhouse ist dagegen komplett NEU, keine 20 Jahre alt, und hat auch keinerlei historischen Bezugspunkt.

Ich bin mal auf die Meinungen hier im Forum gespannt, wem "Inhouse" wirklich rund 30% Preisaufschlag wert wären.
(Wobei die Frage theoretisch ist, da mir die Hersteller die Wahl schon abgenommen haben. Wäre aber schon cool, wenn ich bei Omega z.B. die aktuelle Planet Ocean noch mit ETA bekommen könnte - für nen Tausender weniger. :-) )

Ich kann mir vorstellen, dass wir hier im Forum wesentlich aufgeklärter und realistischer an das Thema rangehen, als Otto-Normal-Uhrenkäufer, dem beim WEMPE "Manufatur" ins Uhr geflötet wird, und bei dem dann sonstwas für Bilder im Kopf entstehen: Die Bilder von bärtigen alten Uhrmachern, die gebeugt in Handarbeit und durchströmt von tiefer Liebe an den In-House-Kalibern arbeiten.

Carsten
 
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Zweizylinder

Zweizylinder

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Wenn alles im eigenen Haus produziert wird, kann zuverlässiger gleichbleibende Qualität geliefert werden. Mir ist so etwas auch mehr wert.

Auch wenn ich mir das vielleicht nur einbilde.
 
klausthaler

klausthaler

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Für mich zählt nur das Ergebnis.
Bei den Inhouse-Kalibern (z.B Rolex, Omega usw.) sehe keine Mehrwert. Es sei denn die jeweiligen technischen Eigenschaften bieten einen. Das ist aber völlig unabhängig vom Herstellungsort.
Wenn ich eine Uhr mit echten Manufakturkaliber haben wollte, wäre ich auch bereit den Aufpreis für den höheren manuellen Lohnanteil zu zahlen. Dies ist aber bei Inhouse-Kalibern nicht der Fall.

Gruß
Thomas
 
T. Freelancer

T. Freelancer

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Hallo,
Spezialisierung, Arbeitsteilung der deutschen (wohl traditionell weniger) oder der schweizer Uhrenindustrie ist aber grundsätzlich etwas anderes als die Verlagerung der Fertigung wesentlicher Uhrenbestandteile im Zuge der Globalisierung mit dem Ziel der Reduktion der Herstellungskosten in das Ausland. Das unter nur als Beispiel: Inkaufnahme abenteuerlicher Arbeitsschutzbedingungen. Und das scheint mir auch Realität der letzten 10-20 Jahre.
Mit der schweizer Ebauchefertigung hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Meiner Meinung nach.
Und deshalb würde ich einen höheren Kaufpreis unter diesem Gesichtspunkt in Kauf nehmen.

Gruß
T. Freelancer
 
Zeit-Weise

Zeit-Weise

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Das Problem ist meines Erachtens, dass wir Normalsterblichen keine Information erhalten, welche Teile der angebotenen Uhr wo gefertigt wurden. So gehe ich davon aus, dass mein "Lieblingsuhrenvertrieb" zwar ein "Swiss Made" auf dem Zifferblatt hat, viel Blabla in Foren veranstaltet und veranstalten lässt, selbst in Deutschland seinen Sitz hat, aber einen großen Teil der Teile aus Asien in billiger Qualität bezieht.

Was ist tatsächlich "Swiss Made"?

Fertigungstiefe? Nahe Nulle - denke ich.

Wer weiß!
 
Stefan1492

Stefan1492

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Ein spannendes Thema!

Mueller27 trifft es sehr genau. Als Unternehmer mache ich mir irgendwann Gedanken um meine Fertigungstiefe. Was produziere ich selbst und was kaufe ich ein um ein konkurrenzfähiges Produkt auf den Markt zu bringen. Ist es z.B. eine meiner Kernkompetenzen Uhrengehäuse zu fertigen, weil ich das besonders gut und billig kann oder ich meinem Kunden einen Mehrwert dadurch biete der mich von der Konkurrenz abhebt, werde ich das als Unternehmen tun. Macht mir das ein Zulieferer, wo auf der Welt auch immer, besser und versorgungssicher, kaufe ich die Dinger ein.

Sind meine Kunden bereit, für ein Gehäuse aus meiner Produktion einen gehörigen Aufpreis zu bezahlen, weil sie es mögen dass ich die Gehäuse herstelle, werde ich das selbst tun. Usw... das ist die Sicht der Uhrenhersteller.

Die Uhrenkäufer, zumindest die Gruppe welche sich über dieses Thema Gedanken macht, muss nun mit ihrem Gewissen vereinbaren ob das wissen ob das Gehäuse Inhouse ist oder nicht einen Mehrwert darstellt den sie bereit ist zu bezahlen. Hier wird das ganze Emotional.

Wenn ich als Uhrenkäufer denke, das Gehäuse meiner Uhr, Inhouse gefertigt ist etwas besonderes, läuft aber 100000fach vom Band, bin ich vielleicht auf dem Holzweg.

Gruß
 
mxyzptlk

mxyzptlk

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Fertigungstiefe ist nicht der Trend unserer Zeit, alles läuft auf Spezialisierung hinaus.
Ich möchte kein Produkt haben, an dessen Einzelteile sich nur eine einzige Firma versucht hat.
Spezialisten können Details immer besser fertigen als Universalisten .
Mir wäre es schon lieber wenn ein Smartphone-Hersteller seine Chips von einem
Chiphersteller bezhieht und nicht von einem Gehäusehersteller.;-)

Gruß
Daniel
 
tbickle

tbickle

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Volle Zustimmung an den TS. Auch mit Deiner "Werteordnung" stimme ich voll und ganz überein. :super: Warum? Weil es schlichtweg ein gutes Gefühl ist, zu wissen, dass die Uhr am Handgelenk auch wirklich aus einem Guss ist. Und damit meine ich nicht das Gehäuse. ;-) Natürlich können wir hier über den Trend der Spezialisierung diskutieren. Doch Trends erzeugen unweigerlich Gegentrends und ermöglichen es Unternehmen, sich in jenen Nischen anzusiedeln und auch hervorzutun, die durch "vermeintliche" Trends nicht mehr bzw. weniger Stark besetzt sind. Das ist in der Natur so und auch in der Wirtschaft ist es nicht anders. Beispiel gefällig: Die Schallplatte kehrt gerade im ganz großen Stil zurück, obwohl der Trend seit der Jahrtausendwende in Richtung Digitalisierung bzw. Streaming geht.

Ein Uhrenhersteller, der auf jeden Trendzug aufspringt mag ja durchaus auch sehr gut damit fahren. Wenn es aber um echte Kompetenz geht, vertraue ich persönlich doch lieber auf die alten Werte.

Gruß

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Das Problem ist meines Erachtens, dass wir Normalsterblichen keine Information erhalten, welche Teile der angebotenen Uhr wo gefertigt wurden.!
Seiko beispielsweise züchtet die Reptilien selbst, die anschließend zu den jeweiligen Bändern verarbeitet werden. Mehr Fertigungstiefe geht einfach nicht, außer man geht mit der Prämisse an die Sache heran, dass sie auch einen Nachweis darüber erbringen müssen, das Eisenerz selbst zu fördern, aus denen die Gehäuse bestehen.
 
Popocatepetl

Popocatepetl

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Ich versuchs mal mit nem Beispiel.
Habe mir vor kurzer Zeit die IWC Ingenieur 3239 gekauft. Schweineteuer, mit ETA (Selitta) 2892-A2. Die Uhr läuft zuverlässig +1 - +2 Sekunden am Tag vor und ist extrem lagenstabil. Soweit so gut.
IWC plant nun, aus hier wohl bekannten Gründen, die ETA (Selitta) durch Manufakturkaliber zu ersetzen. Nach alledem, was ich bisher im Netz über dieses neue Kaliber gelesen habe steht zu befürchten, daß es ein mehr oder weniger von IWC nachgebautes 2892 sein wird (man belehre mich eines besseren wenn Infos vorhanden).
Diese neue Uhr wird nun wohl nicht 5800,- Euros LP kosten sondern P mal Daumen um die 7000-8000 Euros.
Nun meine Gegenfrage: wieso sollte ich um die 2000 Euro mehr für eine ansonsten gleiche Uhr mit wahrscheinlich nicht "besserem" Werk zahlen wollen.
Fazit: Inhouse ja, wenn es einen Mehrwert bringt. Ich glaube, daß es ein Irrtum ist zu denken, Inhouse oder "Manufakturkaliber" seien per se "besser".
 
Stefan1492

Stefan1492

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Nun wie gesagt. Es sind zwei Sichten auf das Ganze. Hersteller und Kunde.

Eine 100% Inhouse Uhr, die das doppelte Kostet in Anschaffung und Unterhalt, vielleicht ungenauer läuft wie eine vergleichbare "Zusammengestückelte" kann mir gestohlen bleiben, auch mit dem Wissen dass "Alles aus einem Guss" ist.

Wenn sie allerdings sichtbar besser verarbeitet ist, Genauer läuft, längere Garantie und Serviceinterwalle aufweist, nicht zu vergessen Image bietet, sprich für mich wirklichen Mehrwert bietet, dann gerne. (Aufzählungen nicht vollständig, ich denke man weis worauf ich hinaus will)

Gruß

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@Popocatepetl:

Genau das mein ich:super:
 
mxyzptlk

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Wer tatsächlich der Meinung ist, dass bei Massenprodukten alle Bauteile von "einer Hand" gefertigt werden,
glaubt sicher auch an den Weihnachtsmann.;-)
 
T. Freelancer

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Wer tatsächlich der Meinung ist, dass bei Massenprodukten alle Bauteile von "einer Hand" gefertigt werden,
glaubt sicher auch an den Weihnachtsmann.;-)
Hier wäre erst einmal zu klären, was ein Massenprodukt im Bereich Uhren ist und dann sehe ich nicht, dass das jemand behauptet hätte. Insofern hast Du natürlich recht, nur ist das kein großer Erkenntnisgewinn.

T. F.
 
kater7

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Ab wann ist ein Manufakturkaliber ein Manufakturkaliber? Wo fängt denn Fertigungstiefe an wo hört sie auf?

Fall 1: Hersteller xxx läßt von seinen eigenen Technikern ein Kaliber entwickeln und es wird nur Rohware für die gesamte Produktion eingekauft, also Metallblöcke etc und absolut Alles bis hin zur kleinsten Schraube wird auf eigenen Maschinen hergestellt und im eigenen Haus zusammengebaut: das ist, klarer Fall, ein Manufakturkaliber.

Fall 2: Hersteller xxx läßt von externen Technikern für sich ein Kaliber entwickeln und kauft alle dafür notwendigen Teile, soweit erhältlich, also Unruh, Lagersteine, Zahnräder etc beim jeweils besten Zulieferer ein und baut aus den zugekauften Teilen das Werk in seinem Haus zusammen....ist das jetzt ein Manufakturkaliber?

Dazu kommt jetzt natürlich die unvermeidliche Frage wie viele Teile müssen denn im eigenen Haus hergestellt sein? Was wenn der Hersteller xxx eigentlich so etwa Alles in sehr guter Qualität im eigenen Hause schafft nur die Unruh gibt es auswärts besser?

Meine persönliche Meinung dazu: es ist mir egal wer was wo produziert oder produzieren läßt, das Endergebnis muß stimmen und wenn alle Teile zugekauft werden in höchstmöglicher Qualität, die Qualitätskontrollen stimmen dann ist mir das mehr wert als wenn Hersteller xxx im eigenen Haus irgendwelchen Murks baut bzw. nur 2. Wahl schafft.....

LG, frank
 
mxyzptlk

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Hier wäre erst einmal zu klären, was ein Massenprodukt im Bereich Uhren ist und dann sehe ich nicht, dass das jemand behauptet hätte. Insofern hast Du natürlich recht, nur ist das kein großer Erkenntnisgewinn.

T. F.
Ein Massenprodukt entsteht per Definition durch:
Herstellung von großen Mengen gleicher Produkte unter Verwendung von austauschbaren, standardisierten Einzelteilen und Baugruppen für eine nicht vorherbestimmte Zeitspanne. Maschinelle Fertigung und Fertigungsstraßen sind oft für die Massenproduktion eingesetzte Technik.
Eine große Menge wäre für mich z.B. ab10000 Einheiten/Jahr.
Bei den größeren Uhrenherstellern wird diese Zahl um ein vielfaches überschritten, auch wenn das niemand behauptet hat,
müsste es dennoch in die Betrachtung einbezogen werden, da die meisten Uhren hier im Forum von großen Herstellern stammen.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Meine persönliche Meinung dazu: es ist mir egal wer was wo produziert oder produzieren läßt, das Endergebnis muß stimmen und wenn alle Teile zugekauft werden in höchstmöglicher Qualität, die Qualitätskontrollen stimmen dann ist mir das mehr wert als wenn Hersteller xxx im eigenen Haus irgendwelchen Murks baut bzw. nur 2. Wahl schafft.....
Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, Fertigungstiefe ist kein Qualitätskriterium.!
 
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Mueller27

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Hi,

ich glaube das Problem bei der Diskussion um den Sinn und Unsinn von "In-House" ist, dass sich dabei zwei Ebenen überlagern, so dass die klare Sicht fehlt.

Die in den letzten 10 Jahren von den Schweizer Herstellern mit großem Aufwand entwickelten Inhouse-Werke sind in der Tat - ich denke da besteht hier im Forum Einigkeit, wenn wir als Beispiel z.B. die Familie der Omega 8500er Kaliber nehmen- von herausragender Innovation und Qualität. Auch andere Hersteller haben Vergleichbares gestemmt, bzw. aus den bekannten Gründen auch vergleichbares stemmen müssen ( ETA-Lieferende außerhalb der Swatch Gruppe, Reaktion auf Marketing der Konkurrenz, dass sie bisher bloß "Einschaler" gewesen sind, etc.)

Die Frage ist doch nun aber nicht, ob das Omega 8500er Kaliber nun besser ist als ein vor 40 Jahren entwickeltes ETA-3-Zeigerwerk. Das steht außer Frage. Zumal die Millionen an Entwicklungskosten beim 8500er investiert wurden, und nicht bei den ETAs

Wenn man nun wirklich ernsthaft diskutieren will, ob "Inhouse" nun den Aufpreis wert ist, müsste man das rein theoretische Szenario annehmen, die Swatch Gruppe hätte parallel in den letzten Jahren auch bei der ETA eine neue Werkegeneration entwickelt, mit allen Raffinessen und eine ästhetische Schönheit. (eben wie ein 8500er :-) ) Und in unserem Szenario würde die Swatch im Jahr 2015 dieses State-of-the-Art-ETA nun allen anderen Herstellern frei zum Verkauf anbieten.
Und das zu konkurrenzlos günstigen Konditionen, eben weil ein solches Werk 1 Million mal im Jahr produziert wird.

Breitling, AP, IWC, Tissot, Panerai,....- eben alle ! - würden dieses perfekte ETA-Werk "einschalen" können.

Wärt ihr dann bereit bei den oben genannten Marken 2.000 € mehr für "In-House" auszugeben?


Carsten
 
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