Eta 2824-2 bzw. Selitta 200 Modifizierungen von Einschalern/Auflistung und deren Funktion

Diskutiere Eta 2824-2 bzw. Selitta 200 Modifizierungen von Einschalern/Auflistung und deren Funktion im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Ich habe mir unlängst einen Artikel durchgelesen "Was der Schwan noch vom Specht lernen kann." Sehr spannend, das schöne ist ja dass Mühle...
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Peteros

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Ich habe mir unlängst einen Artikel durchgelesen "Was der Schwan noch vom Specht lernen kann."

Sehr spannend, das schöne ist ja dass Mühle Glashütte mit offenen Karten spielt und genau sagt was sie modifzieren.
Auch scheint mir als absoluter Laie diese modifikation sehr Sinnvoll.

Direkt aus dem Text von der angegeben Seite..
Was der Schwan noch vom Specht lernen kann – Die patentierte Spechthalsregulierung von Mühle-Glashütte | ManuFaktUhr – Uhren und Lebensart

Im Vergleich zur Schwanenhalsregulierung wird der Rückerzeiger also nicht nur seitlich gegen die Feinregulierschraube gedrückt, sondern zeitgleich auch nach unten auf den Unruhkloben. Dadurch hält die Spechthalsregulierung auch stärkeren Erschütterungen stand – während es bei herkömmlichen Feinregulierungen durchaus passieren kann, dass der Rückerzeiger bei einem heftigeren Stoß zwischen Feinregulierschraube und Gegendruckfeder nach oben springt.

Viele Hersteller sind da ja nicht so freigibieg mit Informationen.

Welche Modifikationen von Eta 2824-2 bzw Selitta 200 kennt ihr bzw was ist ihre Funktion ihr Sinn?
 
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Fleurier

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Breitling wuchtet die Unruh aus, zentriert die Spirale, setzt eine (wärmebehandelte ?) Zugfeder ein, optimiert das Zusammenspiel zwischen Anker und Ankerrad, begrenzt das Höhenspiel der Räder durch exaktes Setzen der Lagersteine und reguliert das Werk in fünf Positionen beim ETA 2824-2. Diese Maßnahmen dienen dazu die Chronometerprüfung zu bestehen.
 
Oelfinger

Oelfinger

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Spechthalsregulierung auch stärkeren Erschütterungen stand – während es bei herkömmlichen Feinregulierungen durchaus passieren kann, dass der Rückerzeiger bei einem heftigeren Stoß zwischen Feinregulierschraube und Gegendruckfeder nach oben springt.[/I]
Ich glaube, in dem Fall hat man andere Probleme als einen nach oben gesprungener Regulierhebel. Aber, irgendeine Begründung für sein Produkt muß man haben.

Sieht auf jeden Fall schick aus.

Grüße

Günter
 
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KaEff

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Ja.
Ohne die Leistung der Firma Mühle herab würdigen zu wollen, ich denke, Hauptgrund der Modifikationen an den Uhrwerken ist die "Glashütte-Regel" und eine damit verbundene, inzwischen beendete Rechtsstreitigkeit.

Nach dieser Regel wird verlangt, dass ein Anteil von mindestens 50% der Werteschöpfung an einer Uhr, oder genauer deren Werk, im Gebiet um Glashütte in Sachsen erfolgen muss, um die Herkunftsbezeichnung verwenden zu dürfen.

Daneben zählen aber auch die technischen Vorteile, wie hier die der Spechthals-Regulierung.

Genau genommen produziert Mühle Uhruhkolben und (Teile der) Feinregulierung selbst. Daneben werden die zugelieferten Rohwerke "komplett demontiert, genau geprüft und optimiert". Im nächsten Schritt werden die Werke von Hand veredelt und wieder montiert.

Außerdem sollte Mühle in Glashütte noch den Rotor selbst herstellen (CNC-Fräsen, Annieten des Hartmetall-Segments, Oberflächenveredelung), außerdem die Schrauben bläuen. Am Schluss folgt noch die Regulierung in sechs Lagen.

Ich denke aber, dass es sich bei anderen Firmen wie zuweilen Junghans ähnlich verhalten wird. Auch dort sollen Werke remontiert, justiert, teilweise mit speziellen Komponenten (Carl-Haas-Spirale aus gebläutem Nivarox) ausgerüstet werden.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Ich sollte noch hinzu fügen: Das Chronographenwerk von Mühle erhält sogar eine eigene Werksplatine, eine so genannte Dreiviertelplatine. Basis ist auch hier das ETA/Valjoux 7750 bzw. das Sellita-Generikum SW500, allerdings sind die Modifikationen so weit reichend, dass dieses Werk angeblich laut ETA auch nicht mehr als 7750 bezeichnet werden sollte.
 
TS70

TS70

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Ich denke aber, dass es sich bei anderen Firmen wie zuweilen Junghans ähnlich verhalten wird. Auch dort sollen Werke remontiert, justiert, teilweise mit speziellen Komponenten (Carl-Haas-Spirale aus gebläutem Nivarox) ausgerüstet werden.
Ist das bei Junghans wirklich so? Ich dachte bislang, daß die bei ihren Standardmodellen keine "echten" Modifikationen an den Werken vornehmen. Auf jeden Fall ist Junghans nicht gerade transparent in dieser Hinsicht.
 
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KaEff

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Ja.
Bei Junghans ist es in der Tat nicht so ganz klar. Ich habe mehrfach gehört (oder gesehen), dass die Werke in Schramberg zusammengebaut werden. In welchem Umfang man dabei beispielsweise eigene Dekore aufbringt, sei mal dahin gestellt.
Und, die Carl-Haas-Spirale kommt nur in einem Teil der Uhren zum Einsatz, ich meine es sind die Meister Classic und Chronometer. Allerdings, die basieren auf dem Soprod A10 (s. Bedienungsanleitungen).
Und, wo der Boden "blickdicht" ist, kommt auch Ware von der Stange rein, heißt es.
 
Neutr0n

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Mich würde auch interessieren wer was an einem Standard Werk modifiziert.

Beim SW220 hat Oris in der Big Crown ProPilot Date das Datum angepasst. Es ist etwas größer als üblich.
Das ETA 2824 der Black Bay wurde von Tudor wie folgt modifiziert a) KIF Stoßsicherung b) Triovis-Feinregulierung ( c) schöne Verzierungen :-) )
 
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Peteros

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@KaEff

das mit der 50% Wertschöpfregel ist mir bewusst aber es hätte sicherlich auch andere Wege geben diese zu erreichen. Siehe TH.
Bei der Spechthalsregulierung sieht es jedoch für mich schon so aus als hätte man sich wirklich überlegt was man macht, diese passt auch gut zu dem Produkt Rescue Timer.
 
TS70

TS70

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Das ETA 2824 der Black Bay wurde von Tudor wie folgt modifiziert a) KIF Stoßsicherung b) Triovis-Feinregulierung ( c) schöne Verzierungen :-) )
Wieder was gelernt. :-) Ich hatte bislang immer gedacht, daß Tudor nicht mehr macht, als die ETA-Werke mit einem eigenen Rotor zu versehen, und im Katalog ist auch recht bescheiden von einem "Tudor 2824" die Rede.

Und allgemein: Sinn modifiziert auch einige Werke deutlich.
 
Lindi1977

Lindi1977

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Es schreibt sich Sellita...;-)

Gruß, Marco

Edit:...zählt das? Bulova Calibrator mit Externer Feinregulierung beim SW200:

image.jpeg
 
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JackSlater

JackSlater

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Also die Schwanenhalsregulierung find ich schon recht angenehm in der Anwendung. Bei der herkömmlichen ist ja immer so, "hab ich schon bewegt oder nicht", dh nicht ganz einfach, aber man schaffts dann doch auf ansehbare Gangwerte (red' vom selbst Regulieren). Schön ist sie sowieso noch nebenbei.

Ansonsten fällt mir noch ein "Silizium-Spiralfeder" (EPS, Damasko). Ob die was bringt ... keine Ahnung.
 
Grimm

Grimm

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Wempe-Uhren.

Wempe verbaut Werke von ETA und Sellita. Diese Werke werden, mit einer von Wempe entwickelten Feinregulierung, verbessert.
 
Thema:

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