Es muss nicht teuer sein, einen besonderen Geschmack zu haben - Swatch Sistem 51 Automatic SUTC401 Fudge

Diskutiere Es muss nicht teuer sein, einen besonderen Geschmack zu haben - Swatch Sistem 51 Automatic SUTC401 Fudge im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde, zu der hier vorgestellten Uhr gibt es eigentlich keine Geschichte, außer dass sie einen im UF „prominenten“ Vorbesitzer hatte...
Weckerfreund

Weckerfreund

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Liebe Freunde,

zu der hier vorgestellten Uhr gibt es eigentlich keine Geschichte, außer dass sie einen im UF „prominenten“ Vorbesitzer hatte.

Vor einiger Zeit bot einer der Moderatoren des UF eine Swatch Sistem 51 im MP an. Die Uhr lag wie Blei bei den Angeboten und wurde immer günstiger. Bei weniger als der Hälfte des LP habe ich dann zugeschlagen. Irgendwie dachte ich, das probierst du mal aus, was die Swatch-Group am untersten Segment ihrer vielen Firmen so anbietet.

Was haben wir also?

  • Eine 100% Swiss Made Uhr.
  • Eine mechanische Uhr mit einem Automatik Werk inkl. Handaufzug und Datumsfunktion.
  • Ein Werk, welches nicht der Almöhi, sondern der Roboter in einer vollautomatischen Fertigungsstraße gebaut und vernietet hat. 19 Jewels, 51 Teile (daher der Name), Gangreserve bis zu 90 (!) Stunden, durchsichtiger Kugellagerrotor (einzige Schraube des Werks), Nivachoc Stoßsicherung, 21600 A/h, amagnetische Platine, Kunststoff Ankerhemmung
  • Ein Kunststoffgehäuse von 42 mm, Höhe 13 mm.
  • Ein Kunststoffband mit Stiftschließe mit Swatchanstoß 24 mm.
  • Ein Plexiuhrenglas und einen Plexisichtboden

Was haben wir nicht?
  • Ein zu öffnendes Gehäuse (alles ist Kunststoff verschweißt).
  • Eine Reparaturmöglichkeit.
  • Eine Reguliermöglichkeit (das Werk wird wohl im Produktionsprozess durch einen Laser einreguliert - keine Ahnung wie das funktioniert).
  • Zifferblattfüße, das ZB ist wohl nur auf das Werk gelegt (man kann die Uhr ja nicht öffnen…).
  • Vernünftige Lume, nur die Zeiger haben etwas Lume und das Nachleuchten ist im Prinzip nach 5 Minuten vorbei.
  • Eine stabil einregulierte Uhr (Amplitude ca. 200° liegend und 150° hängend 90°, Gangabweichung + 6 Sekunden liegend und bis - 20 Sekunden hängend 90° mit Schwankungen).
  • Ein genau schaltendes Datum (mein Exemplar springt um 2 Uhr weiter)
  • Eine genau einzustellende Zeit (der Minutenzeiger verspringt beim Reindrücken der Krone gerne und verharrt eine gute halbe Minute nach dem Einstellen ohne sich zu bewegen)
Hier die Bilder:

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P1040096.JPG


Der Name "Fudge" für die Uhr leitet sich aus dem Amerikanischen ab und stammt als Bezeichnung von einem dunklen Karamell, so ähnlich wie bei uns die "Storck Riesen" Würfelchen.

Dieses Karamell am Handgelenk trägt sich sehr leicht mit knapp 40g Gesamtgewicht inklusive Band. Der Rotor zieht sehr hörbar auf. Das Glas ist natürlich nicht entspiegelt und die Zeiger sind auch bei Tageslicht schwer abzulesen, da die weiße Spitze des Minutenzeigers genau über den weißen Indexen zu liegen kommt. Der Zeiger selbst mit Blau auf Braun sticht nicht ins Auge. Die komischen roten Punkte auf dem ZB stehen für die "5" und die "1" vom Sistem 51 (Anzahl der Einzelteile des Werks).

Das Ding ist natürlich überhaupt nicht nachhaltig, weil nicht reparierbar oder servicierbar. Aber ich denke mal, dass so eine eingekapselte Uhr bestimmt 10 Jahre halten wird, bevor das Öl verflogen ist.

Viele Grüße

Andreas
 
T

tiktaktobi78

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Tolle Vorstellung einer Marke und eines werks, daß hier immer naserümpfend zur Kenntnis genommen wird... Das Werk bzw das Konzept ist sicherlich ein spalter, aber wahrscheinlich sehen wir es auch zu betriebsblind hier im forum: die Uhr ist als Massenmodeuhr gedacht, eher als Accessoire, weniger als treuer Begleiter über die Jahrzehnte... Vielleicht nehmen wir das Thema Uhr einfach zu ernst und wenn man die ganzen hier wichtigen Themen beiseite lässt, steht da eine bunte, eigenständige Uhr, die vermutlich in den nächsten 10 Jahren hinreichend genau die Zeit ablesen lässt. Das Modell hier gefällt mir zwar weniger, aber swatch hatte und hat schon einige Designs, die mir gefallen und auch das Werk finde ich aus fertigungstechnischer Sicht sehr interessant. Warum also nicht auch mal eine swatch umschnallen? Preislich tut so eine Uhr nicht weh... Der einzige Grund, warum mich swatch bisher immer kalt gelassen haben, ist der scheußliche bandanstoss, würde man hier mal eine elegantere Lösung finden, gäbe es sicher mal wieder die ein oder andere swatch in meiner Box.
Viel Spaß mit deiner sistem51, halte sie in ehren und trage sie von Zeit zu Zeit!
 
gandalf123

gandalf123

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Ich geb’s zu, meine wärs nicht, dazu missfällt mir allein schon der Bandanstoss zu stark. Vom nicht regulierbaren Werk will ich erst gar nicht groß reden.
Auch das Gehäuse aus Kunststoff führt bei mir nicht gerade zu Jubelarien.

Trotzdem freue ich mich über deine Vorstellung und es wäre toll, wenn du immer mal wieder einen Zwischenstand zur Langhaltbarkeit der Uhr im Allgemeinen und zum Werk im Speziellen geben würdest.

Ich wünsche dir viel Spaß mit der Uhr! :super:
 
batery_99

batery_99

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Ich finde die Technik gar nicht so verkehrt…
Was mich an den System-Uhren wirklich stört, ist die mangelnde Nachhaltigkeit.
Wenn später jemand eine solche Uhr erbt und erhalten möchte, ist das schlichtweg nicht auf Dauer möglich:-(.
Die alten Swatch-Automatic-Werke konnte man ja noch problemlos revidieren. Die System-Werke sind vernietet… geschenkt… wenn man sie wenigstens ausschalen könnte um sie a la Timex im ganzen zu reinigen.
Das verschweißte Gehäuse macht das nun leider nicht mehr möglich.
In meinen Augen leider nicht der richtige Weg… an den speziellen Armbändern könnte man genug verdienen… die sind ja nicht ewig haltbar.
Eine Automatik-Wegwerfuhr ist in sich leider ein Widerspruch.
Sorry… ich möchte Dir die Uhr nicht madig machen… verstehe das Konzept von Swatch… aber finde es nicht wirklich gut… daher sicherlich auch der extreme Preisverfall.
Viele Grüße
Marco
 
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Weckerfreund

Weckerfreund

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Vielen Dank für Eure Beiträge.

Ich habe noch eine alte Swatch Automatik Uhr mit dem "normalen" ETA Kaliber drin irgendwo herumliegen. Die kann man reparieren. Das war sozusagen die Vorstufe dieser Uhr.

Übrigens ist das Kaliber Swatch Sistem 51 identisch mit dem Swissmatic Kaliber, welches Tissot in einigen Uhren verbaut - ETA C15.111. Da kann auch nichts mehr dran gemacht werden. Der Unterschied besteht nur in der anderen Schwungmasse des Rotors, der nicht aus durchsichtigem Kunststoff ist, sondern aus Metall. Von Weitem sieht dieses Uhrwerk dann recht normal aus, schaut man genau hin, erkennt man das zusammengenietete Werk und den fehlenden Rücker.

Für den normalen Kunden ist das aber egal. Der entsorgt die Swatch, wenn sie kaputt ist im Ganzen und bei der Tissot wird halt das Werk beim Service getauscht. Das ist nun mal der Trend in der heutigen Zeit. Wer lässt denn heute schon noch Schuhe neu besohlen, wenn es nicht gerade handgefertigte Exemplare sind. Man könnte dieses Beispiel weiter treiben und sagen die Swatch entspricht einem Deichmann Billig-Schuh, da lohnt sich gar nichts, nicht mal ein neuer Absatz.

Interessant finde ich, dass trotz des Lohnniveaus der Schweiz (da wird oftmals doppelt so viel gezahlt wie bei uns) durch die vollautomatische Fertigung eine mechanische Uhr zu einem Listenpreis von Euro 145,-, ich denke, man ihn hier ruhig nennen, verkauft werden kann. Da wird sicherlich noch eine ordentliche Spanne zum reinen Produktionspreis sein, so dass die eigentlichen Kosten der Uhr deutlich unter Euro 100,- liegen sollten.

Ich hatte die Swatch seit knapp einem Jahr in der Schachtel liegen und beim Aufräumen dachte ich, die trage ich jetzt mal ein paar Tage und dann stelle ich sie mal vor. Man kann ohne Fotoausrüstung die Uhr nicht vernünftig ablichten, weil sich wirklich alles auf dem Glas spiegelt, vor allem die Kamera von oben. Deswegen die schrägen Aufnahmen.

Noch einen schönen Sonntag

Andreas
 
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