Erbstück meines Großonkels - Hilfe nach Infos

Diskutiere Erbstück meines Großonkels - Hilfe nach Infos im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo liebe Foristen, diese Uhr habe ich von meinem Großonkel vor 2 Jahren geschenkt bekommen. Er hat sie zu seiner Konfirmation von seinem...
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MoinMoin

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Hallo liebe Foristen,

diese Uhr habe ich von meinem Großonkel vor 2 Jahren geschenkt bekommen.
Er hat sie zu seiner Konfirmation von seinem Vater ca. 1947 geschenkt bekommen.

Leider weiß er auch nicht mehr zu dieser Uhr.
Könnt ihr mir behilflich sein, mehr über die Uhr zuerfahren?

Mein Onkel wird sich sicher auch freuen, einiges zu erfahren.

Ich bin ein Taschenuhr anfänger und weiß leider nicht wie ich den hinteren Deckel zum Werk öffnen soll.


Ich danke euch schon jetzt für eure Mithilfe.
 

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Ruebennase

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Eine schweitzer Taschenuhr mit Schlüsselaufzug, vier funktionale Lagersteine und Zylinderhemmung, die zwischen 1819 und 1865 (s. Silberpunze) gebaut wurde. Der Stil ist typisch für den englischen Markt, was auch die englische Innenschrift auf dem Staubdeckel belegt. Ohne Werk gibt es vermutlich nicht viel mehr zu sagen.
Nicht das Du dir so etwas kaufen sollst, aber so sieht ein Taschenuhröffner aus: http://www.ebay.de/itm/Uhren-Gehauseoffner-Victorinox-0-2102-/361389680848?epid=2255384658&hash=item542480e8d0:g:1DAAAOSwEetV-fD4
Irgend etwas Brauchbares, also ein stumpfes aber stabiles Messer (egal wie lang), wirst Du in Eurem Haushalt finden. Einfach bei der Eins unter den Staubdeckel drücken und dann gegen das Gehäuse verkanteln und der Deckel wird auf springen.

Grüße Rübe
 
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MoinMoin

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Hi, das sind ja schon einmal super viele Informationen.
Bist du dir sicher, dass die Uhr so alt ist?

Die Punze konnte ich nicht erkennen! Was soll sie gemau zeigen bzw. wie sieht sie klarer aus?

Ich werde mich mal dran machen und die uhr öffnen...hab n bissl schiss :)

Lg
 
10-nach-10

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Das ist der für 1819 bis 1865 gültige offizielle Schweizer Silberstempel. Damit steht zumindest schonmal fest, daß das Gehäuse aus dieser Zeit stammt.
 
Ruebennase

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Moinsen,
keine Angst es kann nichts passieren sofern Du ein stumpfes Messer nimmst. Ehrlich gesagt erwarte ich eher ein Alter in der Nahe er jüngst möglichen Marke die durch den Silberstempel vorgegeben ist. Guckst Du hier: (upps falscher link- hat sich unten erledigt Danke 10nach10 ..jetzt wißt ihr welche kaputte Uhr mich Zenithsammler gerade interessiert :oops:) Dort findest Du die Raute unter der Argent steht für 13 Lot Silbergehalt. Bei deiner Uhr nahe der Gehäusenummer auf dem ersten Bild zu sehen.
Ehrlicher Weise muß ich zu geben, dass ich auch kein Werk erwarte das mich nach Luft schnappend auf den Rücken fallen läßt, aber schaun wir erst einmal und es geht ja auch nur darum die Uhr einiger Maßen zeitlich und räumlich ein zu ordnen.
Wir wissen doch schon einiges.Die Uhr stammt aus der Westschweiz und war vermutlich für den englischen Markt bestimmt.

Grüße Rübe
 
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MoinMoin

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Moin :)

Ich kann nicht einmal richtig die Punze erkennen ;) Argent kann ich auch entziffern. Aber das symbol darüber?

Welches z ichn besagt genau das es 13 Lot silber ist?

Ich habe es mit dem messer hinbekommen, und ja das werk ist nichts besonderes. Hatte ich aber auch nicht anders erwartet, da meine Urgroßeltern keine reichen Leute waren. Trotzdem bin ich überrascht, dass die Uhr damals (als mein Großonkel sie von seinem Vater/ meinem Uropa) geschenkt bekommen hat) bereits deutlich über 70 oder gar 100 Jahre alt war.

Das verblüfft mich am meisten.

Hier nun ein Bild vom Werk, tat auch gar nicht weh :klatsch:

LgE7F6BEB3-7654-4D18-B186-78B4AC4D1503.jpg
 
dwarffrog

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Nichts desto Trotz: Hübsche TU mit kunstvollen Zifferblatt und funktionellem, soliden Zylinderhemmung Werk ... :super:
 
Zimtstern

Zimtstern

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Die Sperre, die das zurückdrehen des Federnhauses verhindern soll muss noch an die richtige Position....

20171001_222804.jpg

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Quatsch was ich gesagt habe oder?? Das sah wohl nur so komisch aus.
 
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10-nach-10

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...Welches z ichn besagt genau das es 13 Lot silber ist? ...
Schau mal >>hier<<.

Im Übrigen kann man mal sehen, wie wenige Zahnräder für eine Zeitanzeige nötig sind ;-). Das Gesperr muß so liegen, wie @Zimtstern skizziert hat. Ich würde mir die Uhr schön machen (lassen). Das Werk hats nötig.
 
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Ruebennase

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Die Silberpunze besagt nur , dass es mindestens 13 Lot Silber, was 812,5 Anteile von 1000 sind. Heut zu Tage in den gängigen Einheiten also 800'er Silber.
Sooo gaaanz arm können deine Vorfahren um 1860 nicht gewesen sein, zumindest wenn sie de Uhr erstanden haben. Wie Du schon bemerktest, das Werk ist nichts wirklich besonderes ,aber sie war, wie jede Uhr, zu der Zeit teuer. Die Sperrklinke (Die Stahlteile an der Brücke über dem Federhaus in dem Aufzugesfeder wohnt) , die verhintert das die Feder sich entspannt, ist gut und etwas aufwändiger ausgeführt. Die gesamte Machart des einfachen Werkes sieht sehr präzise und fein aus. Es gefällt mir ausgesprochen gut und ist kein echter Billigheimer. Denkbar einfach aber in guter bis sehr guter Ausführung. Lagersteine waren um 1840/60 noch nicht so verfügbar und verbreitet, wie wenige Jahrzehnte später. Sie waren den edleren Uhren vorbehalten. Entsprechend der Brückenform spricht der Sammler heut zu Tage von einem Lepine IV Werk (siehe auch hier: http://www.mikrolisk.de/show.php/209/chapter_123, wobei ich Lepine IV Werke tatsächlich bis 1900 gebaut wurden) . Ich würde mich nicht wundern, wenn sie noch recht präzise laufen wird nach einer Reinigung. Die guillochierung des Metallblattes sieht auch sehr fein aus.Betrachte es mal mit der Lupe.
Möglich ist natürlich auch, dass die Uhr verhältnismäßig günstig gebraucht gekauft wurde von jemanden der z.B.auf den bequemen und modernen Kronenaufzug umgestiegen ist, den es erst später gab. Um 1850/60 hatten wahrlich nicht viele Menschen eine tragbare Uhr auch wenn es sich um ein "Standartkaliber" in Silberschale handelte.

Grüße Rübe
 
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MoinMoin

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Mir geht gerade das Herz auf, nachdem ich von euch gehört habe wie alt diese Uhr und Sie die Zeit im Familienbesitz war und auch bei mir bleibt.

@10-nach-10: habe jetzt die Seite mit den Punzen auch gefunden :) danke dir. Wenn man weiß dass es schweiz ist, hilft es weiter....

@Zimtstern: soll ich diesen hebel einfach auf das zahnrad legen oder sollte das ein uhrmachen machen?

Sorry das ich so viel frage :(
Ist jemand aus Berlin und kann mir einen guten Uhr,achen empfehlen? Was kann so eine Reinigung des Werkes kosten?

Kann/sollte man auch das ziffernblatt reinigen?

So viele fragen :oops:

Aber toll, dass es leute wie euch gibt, die einem helfen...
Bin super happy so viel über die uhr erfahren zu haben


Danke an euch alle :super:
 
10-nach-10

10-nach-10

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Das Gesperr ("der Hebel") muß in das Zahnrad des Federhauses greifen. Die Feder muß auf den Hebel drücken. Er bewirkt, daß die Feder aufgezogen werden kann und nicht zurückschlägt (er verursacht das beim Aufziehen typische Klicken). Ich würde die Uhr in fachkundige Hände geben: Der Schmutz muß raus aus dem Werk und vorallem aus den Lagern. Professionell gereinigt, evtl. aufgearbeitet und frisch "geschmiert" wirst Du noch lange Zeit Freude an dem schönen Stück haben.
 
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MoinMoin

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Vielen Dank für die detaillierte Antwort.
Ich habe jetzt auf Empfehlung einen Uhrmacher aus dem Forum angeschrieben und werde mal horchen was er dazu sagt. Mir liegt viel daran das familienerbstück wieder frisch zu machen.

Ich werde dann auch meinen großonkel ansprechen, ob er weiß woher die uhr durch seinen vater kam. Vielleicht kann er sich ja npch erinnern....

Bin gespannt ob der uhrmacher sie zur auffrischung nehmen wird und vorsllem wie sie im nachhinein wieder strahlen wird.

Werde dann auf jeden fall berichten!

Nochmals vielen dank an alle, die mir weitergeholfen haben...bin schon jetzt auf die augen meines großonkels gespannt, wenn ich ihm eure infos zur TU erzählen werde ;)
 
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holli

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Moin :)

Ich kann nicht einmal richtig die Punze erkennen ;) Argent kann ich auch entziffern. Aber das symbol darüber?

Welches z ichn besagt genau das es 13 Lot silber ist?

Ich habe es mit dem messer hinbekommen, und ja das werk ist nichts besonderes. Hatte ich aber auch nicht anders erwartet, da meine Urgroßeltern keine reichen Leute waren. Trotzdem bin ich überrascht, dass die Uhr damals (als mein Großonkel sie von seinem Vater/ meinem Uropa) geschenkt bekommen hat) bereits deutlich über 70 oder gar 100 Jahre alt war.

Das verblüfft mich am meisten.

Hier nun ein Bild vom Werk, tat auch gar nicht weh :klatsch:

LgAnhang anzeigen 1806750
bei dem Werk handelt es sich um ein Lepine V Kaliber,welches ab ca.1850 hergestellt wurde.
 
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MoinMoin

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Also kein Lepine IV!?

Wenn das stimmt, könnte man durch die Punze und die Werksherstellung (ab ca. 1850) die Uhr zeitlich deutlich eingrenzen auf 1850-1865

So wer kann mir jetzt das genaue Jahr und den Tag sagen :-D :lol:
 
Ruebennase

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Ein Lepne 5 unterscheidet sich vom Lepine IV, dass beim Lepine V die Brücken exact paralell zu einandner verlaufen, während sie beim Lepine IV die Räderwerkskloben zum Zentrum zeigen. Diese Definiton ist jedoch erst von Sammlern (Adolphe Chapiro) entwickelt worden, um eine zeitliche Struktur in die Standartkaliber zu bekommen. Damals haben das die Uhrmacher nicht gewußt und gebaut wie sie wollten. Daher paßt nicht immer alles, was man sieht, in das Schema. Die Kloben laufen nicht wirklich paralell wie beim V'er, aber auch nicht so direkt zum Zentrum hin, wie beim klassischen Lepine IV. Auf Grund der feinen Machart würde ich auch zum Lepine IV tendieren, aber entscheide selber.

GRüße Rübe
 
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MoinMoin

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@Günther ja klar war das ein Witz :super:

Habe mir den Link mit den Lepine Werken angeschaut. Bei beiden gibt es Ähnlichkeiten und dann doch wieder Unterschiede...interessant zu sehen, das es damals kein richtig oder falsch gab...sondern das Werk einfach gebaut wurde.
 
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