Entgoldung auf die harte Tour

Diskutiere Entgoldung auf die harte Tour im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Einen schönen Nachmittag euch allen ;-) Über die Bucht hab ich irgendwann mal eine Bicolor Certina DS erstanden, ohne Werk, also nur das Gehäuse...
jerrycotton

jerrycotton

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Einen schönen Nachmittag euch allen ;-)

Über die Bucht hab ich irgendwann mal eine Bicolor Certina DS erstanden, ohne Werk, also nur das Gehäuse. Da es günstig zu erstehen war, wars mir ziemlich egal wie es ausschaute und was es für Macken hatte. Das Nachfolgende mag jetzt manchem seltsam und sogar selten doof vorkommen, naaaaaja.

Denn mir ging es um folgendes:
- wie mache ich aus eine bicolor eine monocolor 8-)

Nach etwas Recherche und etlichen Tipps in was für Säuren man die Uhr doch legen könnte, hab ich einfach mal versucht sie abzustrahlen. Aus meinen Selfmade-PC-Wasserkühlertagen hab ich noch eine kleine selbstgebaute Strahlkabine in der Garage rumstehen. Also diese erstmal von allerlei Getier befreit und wieder einigermaßen fit gemacht. Schnellkupplung ins Gehäuse war leider abwesend, also gut Panzertape drüber.

Als Strahlgut konnte ich bisher auf ca. 5 kg Glasperlen zurückgreifen, Korngröße sollte relativ klein gewesen sein (müsste ich nachschauen, muss noch irgendwo draufstehen in den Bestellakten).

So, wie sah das Uhrengehäuse vor dem strahlen aus:

R1011018.JPG
R1011022.JPG
R1011021.JPG
R1011026.JPG


Mein kleines Kabinchen:

R1011023.JPG
R1011025.JPG


So sah das Gehäuse dann nach ein bischen Strahlung aus:

R1011037.JPG
R1011039.JPG
R1011035.JPG
R1011034.JPG
R1011032.JPG
R1011038.JPG
R1011040.JPG

Ich finde man kann schön erkennen, besonders beim vergoldeten Einlagering, dass die Beschichtung nach etwas längerem draufhalten auf einer Stelle schwächer und letztendlich ganz weg ist.
Mit den jetzigen Glasperlen ist das aber einfach zu langwierig, darum bestelle ich jetzt demnächst mal gröberes und vor allem kantigeres Strahlgut und versuche das Ganze dann nochmal.

Vorschläge und Kritik immer gerne :super:
 
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Zeitschmied

Zeitschmied

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Hallo jerrycotton,

nette Strahlenkammer :) (nettes Wort) hast du dir da zusammengebastelt.

Aber warum die Vergoldung nicht einfach mit feinem Schmirgel entfernen und danach Strahlen um die Oberfläche wieder aufzuhübschen?

Grüße,
Zeitschmied
 
jerrycotton

jerrycotton

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Danke.
Ja, mit dem schleifen hast du sicher recht.
Ich gebe zu, ich dachte es geht einfach besser bzw. schneller runter 8-).

Naja, jetzt wirds halt doch etwas länger dauern und schweißtreibender sein.
 
M

Mauzekater

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das sieht ja gut aus... ich pack schon mal ein paar Gehäuse zusammen, die die gleiche Kur benötigen :-D
 
Rollo

Rollo

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Nicht schlecht!
Aber sag mal: paßt denn jetzt der Ring noch ins Gehäuse, ohne rauszufallen? Ein paar 1/100 mm Abtrag sind ja erwünscht, und damit ist die Passung weg!?
 
Aby73

Aby73

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Tolles Ergebnis. Wohnst Du zufällig im Rhein-Main-Gebiet? Komm dann mal mit ein paar Patienten bei Dir vorbei :-D . Finde es immer wieder toll hier im Forum auf neue Ideen und Projekte gebracht zu werden.
 
C

ChinaWhite

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Spitzen Idee.
Wie viel Bar Druck benutzt du?
 
jerrycotton

jerrycotton

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@all die Strahlkabine steht in Südbaden ;-)

@Rollo Ja, der Ring passt noch prima rein. Zwischen dem Ring und dem eigentlichen Uhrenbody kommt auch noch ein Plastikdichtungsring zum Einsatz, wird am Ende also eingepresst.

@ChinaWhite Mit meinem kleinen Kompressor sind immo 8 bar möglich, auf die Dauer sinds aber meist 6-7 bar.
 
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C

ChinaWhite

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Super.
Hätte nicht gedacht, dass so wenig Druck reicht.
 
Zeitwandler

Zeitwandler

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Also von der Entgoldungen kann ich realtisch betrachtet noch nicht so viel erkennen. An den Stellen an den die Vergoldung schon vorher abgerieben war scheint es halt matt und durch das strahlen kommt das Gold jetzt halt auch matt daher so das der Eindruck erzeugt wird es ist runter.

Wenn du jetzt härteres Stahlgut verwendest geht bestimmt mehr runter aber wie du schon selbst angemerkt hast muss man auch noch mehr aufpassen. Außerdem gehen die Kanten schneller kaputt und das Gefüge des Material an der Oberfläche ändert sich.
 
Peter S

Peter S

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müsste ich nachschauen, muss noch irgendwo draufstehen in den Bestellakten
Darauf wollte ich hinaus - Grösse und obs wirklich "nur" Glasstrahlperlen sind.
Mit Glasstrahlperlen wird nur die Oberfläche verdichtet, die Abbtragung ist minimal, sei es auch mit hohem Druck.
 
Zeitwandler

Zeitwandler

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Wo du recht hast hast du recht, also wäre zum Abtragen ein klassisches Strahlgut wie Quarzsand das Richtige. Nebenfrage gibt eigentlich galvanisches Verfahren zum Entgolden? (wenn ja, wäre dies vermutlich die beste Methode)
 
Peter S

Peter S

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Quarz oder "besser" Korund. Lieber Edelkorund - fürs Grobe 125my mit sanftem Druck( 2-4 bar), 50my dann mit erhöhtem Druck (4-5 bar)
250my wär schon zu grob.... anschliessend mit 50my Glasstrahlperlen drüber gehen , locker 5 bar
Ich hab Gehäuse und Band von einem User hier - werde Bilder machen und posten. Allerdings ohne Goldanteile

Vielleicht sagt uns noch der TS was auf der Packung/Sack wirklich steht. Mittel ,Körnung und Grösse
 
jerrycotton

jerrycotton

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So, das Haus verliert nichts: Glasstrahlperlen 70-110 my

Und ja, Glasstrahlperlen werden fast nur zur "Oberflächenveredelung" bzw. für Mattierungen eingesetzt (Reinigen, Mattieren und Finishen). Dafür wurden sie mal gekauft und haben ihren Zweck auch einwandfrei erfüllt. Eine Verdichtung der Oberfläche findet wenn überhaut nur sehr schwach statt.

Ich biete hier ja auch keine fundierte und gesicherte Lösung an, ich probiere aus und gehe gerne auf Kritik und Anregungen ein.
Ich hatte gehofft mit den Glasstrahlperlen mehr Abrieb (Abrasivität ) erzeugen zu könne, da es sehr schonend ist und das Gefüge nur schwach belastet (nicht "arg" rundlutscht).
Geht ja auch, nur eben nicht effektiv genug.
Eine Info/Bestellanfrage an einen Händler ist unterwegs, zur Zeit ists eh zu kalt zum in der Garage arbeiten 8-)

Bis die Tage
jerry
 
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Peter S

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@jerrycotton
Bitte (!) verstehe mein Beitrag/Posting nicht als Kritik...jedenfalls nicht als "destruktive Kritik"
 
jerrycotton

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So, nachdem ich meine kleine Kabine in den letzten Wochen etwas modifiziert hatte, gings heute mit neuem Strahlgut weiter.
Zum Einsatz kam diesmal wie bereits angekündigt -> Edelkorund mit der Korngröße: FEPA 180 (53 - 88 µm).

Der Unterschied im Vergleich zu den Glasperlen ist immens! Gegen einen 7,5 bar-Edelkorund-Strahl hat die Vergoldung schnell die Düse gemacht ;-). Die Oberfläche glitzert nun und sieht schon irgendwie lustig aus, wie so oxidiertes Aluminium ist der Farbton in echt.

Ein paar Stellen habe ich leider übersehen bzw. nicht lange genug behandelt (auf den Fotos sind noch ein paar gelbe Reste zu erkennen) und auch die Einlage muss morgen nochmal unter die Strahlpistole.

DSC06063.png
Bissel Korund sitzt trotz Reinigung mit der Zahnbürste noch in den Rillen, US-Bad schafft da hoffentlich Abhilfe.

R1011037.JPG
Original vs. Glasperlen vs.

DSC06062.png
Eldekorund

DSC06064.png
And the winner is: Edelkorund (in Sachen Abrasivität, beim Aussehen bin ich mir nicht sicher :???:).

DSC06065.png
Irgendwie sieht ja schon seltsam aber auch irgendwie gut aus, oder?

Auf der Kaufliste, steht jetzt erstmal ein Druckminderer und Ölabscheider zur Befestigung direkt an der Kabine.
 
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Peter S

Peter S

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Den Druckminderer solltest du am Kompressor haben
Vorsicht mit Korund - Korund ist Materialabtragend...siehe Kanten
 
jerrycotton

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@ Peter S
Sicherlich ist ein Druckminderer direkt am Kompressor (Standard halt bei dieser Preisklasse), da ich meinen Kompressor aber nicht direkt neben der Kabine stehen habe, sondern in einem "schallisolierten" Nebenraum" ist sowas einfach praktisch ;-). Jaja, den Druckverlust in der Zuleitung nehme ich wegen der Geräuschkulisse billigend in Kauf.

[...] Korund ist Materialabtragend [...]
Ich wills doch hoffen, sonst wäre die ganze Mühe ja für die Katz 8-)
 
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