Englische TU "Railway Timekeeper" ca. 1888

Diskutiere Englische TU "Railway Timekeeper" ca. 1888 im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo, heute hab ich eine etwas ungewöhnliche Ergänzung meiner kleinen Sammlung mit der Post erhalten, englische TUs sind nicht so sehr mein...
kater7

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Hallo,
heute hab ich eine etwas ungewöhnliche Ergänzung meiner kleinen Sammlung mit der Post erhalten, englische TUs sind nicht so sehr mein Sammelgebiet, aber ein "Railway Timekeeper"'passt ja irgendwie zu meinen Ami-Railroad-TUs :D

Die Uhr ist mir irgendwie ein Rätsel, zunächst lief sie nicht (obwohl sie lt VK laufen sollte) die Zeit ließ sich einstellen, Aufzug mit der Krone funktioniert wunderbar. Dann ist doch da neben diesem "Fingernagelkiller" zur Zeiteinstellung noch eine Art Knopf, der sich aber weder ziehen noch drücken läßt :shock: Nach einigem rumgepfriemel siehe da: das Dingen läßt sich seitlich verschieben und hält die Uhr bei Bedarf an :shock: Welche Sinn hat so etwas? Sekundengenaue Zeiteinstellung?

Die große Centersekunde ist an sich schon ungewöhnlich, findet sich eigentlich nur in Uhren mit Chronographenfunktion.

Die Uhr selber zeigt heftige Gebrauchsspuren, das ZB ist mehrfach gesprungen, das Gehäuse abgegrabbelt und hat ein paar Dellen, letztlich nicht schön aber auch nicht ungewöhnlich. Die Zeiger sehen gut aus und das Werk recht sauber. Zur Zeithaltung kann ich natürlich noch nichts sagen.

Die Aufschriften auf dem Werk: Chronograph Centre Seconds by John Kellie, 19 Norton St(reet), Liverpool, Late of the firm of Tho(mas) Russel & Son .... sowie die Werknummer.

Die Punzen: englische Silberpunze, Punze für Chester sowie das E für das Jahr. Blöderweise das E da es nur sehr schwer zu unterscheiden ist vom E für 1801 sowie 1823 ..... ich hab mich für 1888 entschieden da ich die früheren möglichen Daten für zu früh für dieses Uhrwerk halte. 1823 oder gar 1801 hätte zumindest der Aufzug mittels Schlüssel erfolgen sollen. http://www.925-1000.com/dlc_chester.html

Ansonsten weiß ich absolut nichts über die Uhr, auch den Uhrmacher habe ich nicht in irgendwelchen Verzeichnissen gefunden. Wer irgendwelche Ergänzungen hat, bitte immer her mit Infos. Schwesterbilder, auch von ähnlichen Uhren des gleichen Herstellers, sind gerne gesehen.

So, nun ein paar Bilder mit dem iPad gemacht, Uhr in dem Zustand wie sie hier angekommen ist, ungeputzt etc mit diversen Fingerprints ......

IMG_3365.jpgIMG_3372.JPGIMG_3374.jpgIMG_3376.jpgIMG_3378.jpgIMG_3388.JPGIMG_3389.jpgIMG_3402.jpgIMG_3410.jpgIMG_3414.jpgIMG_3417.jpgIMG_3422.jpgIMG_3438.JPGIMG_3448.JPGIMG_3431.JPG

PS: Die Uhr hat einen Durchmesser von ca. 52mm ohne Pendant gemessen und ist gut 15mm dick. Knapp 120g Gesamtgewicht hat der Brummer. Gehäusenummer und Werknummer stimmen überein.
 
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ANTARES1958

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Steht die gleiche in der Bucht auch ...

Gratuliere!
 
kater7

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Hmmm ich seh ein paar entfernt ähnliche in der Bucht, eine Gleiche leider nicht. Ein oder zwei auch Russel&Son gemarkt, die sind aber nicht ähnlich. Sonst hat keiner Infos zu meiner Uhr?
 
Caprivi

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1888 kommt gut hin. Uhren mit Zentralsekunde und Stoppfunktion aus dieser Zeit habe ich häufiger gesehen, gerne mit "Chronograph" beschriftet. Wenn der Hebel in Richtung 3 Uhr gezogen wird bleibt die Uhr stehen. Eine Rückstellfunktion gibt es nicht, die genaue Zeit ist dann futsch.

Das Gehäuse stammt von den "Koppenhagen Brothers" und passt zeitlich:
http://www.silvermakersmarks.co.uk/Makers/Chester-JE-JK.html#JK

Gruß
Gerd
 
kater7

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Koppenhagen Brothers? Die hatten ihren Sitz in London lt dem Link, wäre dann nicht die Londoner Silberpunze auf dem Gehäuse? Ich hätte eher gedacht das J.K. auf der Makers Mark auch für John Kellie steht, also Werk und Gehäuse aus einer Werkstatt stammen .....

Das mit dem Knopf finde ich immer noch merkwürdig, der läßt sich ja nur schieben, Richtung 3 Uhr bleibt das Werk stehen, richtig, eine Nullstellung des Sekundenzeigers erfolgt nicht und die Zeit ist dann tatsächlich futsch. :|

Danke für die Bestätigung der zeitlichen Einschätzung, das "E" der verschiedenen Jahre ist wirklich kaum zu unterscheiden.
 
Caprivi

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Nein, lt. dem Link ist das eine Punze aus Chester. Geschäftssitz und Manufaktur müssen nicht identisch gewesen sein. Das Werk stammt ja lt Gravur auch aus Liverpool und kommt mir irgendwie bekannt vor. Lässt sich auch per Google Bildersuche schnell finden:
russel.jpg

Schöne Grüße
Gerd
 
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Oh, vielen Dank :-D englische Punzen lesen geht ja noch, aber die Feinheiten werd ich mir wohl nie merken. Wie ist so eine Uhr von der Qualität her einzuschätzen? Eher so Mittelmaß oder eher schon gehobenere Qualität vom Werk her? Keine Bange, das wird keine verkappte Wertanfrage, ich bin froh das ich die Uhr hab und TUs hab ich noch nie rausgerückt :D
 
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Interessante Uhr. Nach zwei Versuchen mit was britischem, habe ich eine ziehen lassen, und die übrige wird wohl folgen. Ich werd auf Dauer, so interessant ich sie finde, noch nicht warm mit ihnen.

denn...

Wie ist so eine Uhr von der Qualität her einzuschätzen? Eher so Mittelmaß oder eher schon gehobenere Qualität vom Werk her?

da bin ich auch noch mächtig am lernen. Bei den britischen Blendern sieht selbst Standard "nach etwas aus". Jedenfalls ganz klar für das noch ungeschulte Auge. Da ist die Qualitätserkennung bei Uhren aus Deutschland oder der Schweiz einfacher. Selbst ohne Hinweis auf Hersteller.
 
kater7

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Britische Blender? :lol: Da guck mal über den großen Teich nach USA, da siehst was Blender sind. Da wurden einfachste Werke mit Zierschliffen versehen die hier nicht mal bei Lange&Söhne üblich waren. :D Aber bei den Dingern kenn ich mich aus, bei den ollen Briten leider nicht so ......
 
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Jeder blendet auf seine Weise. Die vulgäre Ami Art würde nicht zu den Briten passen. ;)

Weg von der Spitzfindigkeit weißt du ja hoffentlich was ich meine, sonst würdest du dich mit der Einschätzung ja nicht ebenso wie ich schwer tun.

Chatons und schön gravierte Verse auf dem Werk sprechen ja nicht direkt für Qualität bei den Briten.
 
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Caprivi

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Blender? Das kommentiere ich besser nicht ... :-)

So eine Uhr konnten sich damals nur gut betuchte Mitbürger leisten. Die "Volksuhren" von Graves, die damals immerhin noch den den Wochenlohn eines Lehrers gekostet haben, kamen in England erst 10 Jahre später auf. Da waren die Amis schon bei Ingersoll Yankee für $1 - ein typischer Tageslohn.

Nur "Railway" und "Chronograph" sind typische Marketingbezeichnungen und nicht mit "Railroad Grade" Uhren aus den USA zu vergleichen.
 
kater7

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Das die Uhr nichts für kleine Leute war ist mir auch klar, um sich damals überhaupt eine Uhr leisten zu können musste man schon zum Mittelstand gehören. Kronenaufzug war ja schon recht fortschrittlich, viele Uhren wurden noch mit Schlüssel aufgezogen. Auch gehörte eine Schraubenunruh nicht gerade zu einem Billigticker. Insofern gehe ich von einer guten Uhr im qualitativen Mittelfeld aus. Railroadgrades Made in US spielten in einer anderen Liga, auch preislich. Die lagen eher auf Höhe einer Lange&Söhne, jedenfalls in den 20er-30er Jahren. Da kostete alleine das Werk ohne Gehäuse schlappe 50$, ein unvorstellbares Vermögen für kleine Leute in Old Europe.
 
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Blender? Das kommentiere ich besser nicht ... :-)
Weil ich missverstanden wurde.. war nicht auf diese Uhr bezogen, sondern zum gemeinsamen Problem mit den Feinheiten bezüglich der Qualitätserkennung britischer Uhren.

Aber ich seh grad, ich habe Katers Post falsch aufgegriffen. ;) Wie auch immer, ich will den Thread nicht sprengen.
 
mausiele

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Hallo Frank,

über den Uhrmacher steht folgendes in dem Buch "Watchmakers and Clockmakers of the World" (Complete 21st Century Edition):

Scan0012.jpg

Gruß, Hans
 
kater7

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Alles gut, kein Problem, ist doch schön wenn wir uns ein wenig austauschen. :-)

PS: danke Hans, das Buch hab ich leider nicht. Also war der Uhrmachermeister bekannt genug um erwähnt zu werden :-D
 
mausiele

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Hallo Frank,

dafür hast du ja mich.:-P
Hast du mal auf die Jahresangabe geachtet?

Gruß, Hans
 
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Ja, 1891-1899, das Gehäuse ist aber 1888 gepunzt, 1891 wäre es ein "H" gewesen. Ich hab keine Ahnung wie das zusammen hängen könnte?
 
mausiele

mausiele

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Nach meinem Kenntnisstand ist diese Zeitabweichung von etwa 3 Jahren normal.
Der Gehäusebauer hat quasi auf "Vorrat" gearbeitet und Gehäuse hergestellt.

Später wurde dann in dieses Gehäuse ein vom Uhrmacher hergestelltes Uhrwerk montiert.

Gruß, Hans
 
kater7

kater7

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Ja, davon hab ich mehrfach gehört, nur kann ich mir nicht erklären warum dann Gehäuse und Werk die selbe Nummer haben. Wurden diese Nummern nachträglich angebracht? Die englischen Silberpunzen geben immer nur Hinweise auf das Entstehungsjahr der Uhr, sofern diese im originalen Gehäuse sitzt. Ich kann gut mit leben das die Uhr erst nach 1891 entstanden sein könnte.

Im Moment hab ich unerwartet Probleme die Zeit einzuregulieren. Die Uhr befindet sich stets in gleicher Lage, auf einem TU Ständer. Zeigte gleich einen Vorlauf von etwa 20min am Tag, also hab ich den Rücker max auf "S"(low) gestellt: -30min am Tag. :shock: Jetzt hab ich es auf +10min pro Tag geschafft ...... mal beobachten, das wird Millimeterarbeit am Rücker. Ich bin völlig überrascht über den Verstellbereich, kenne den so max 8-10min pro Tag zwischen max
"F"(ast) und "S"(low) und nicht eine gute Stunde :shock:
 
ANTARES1958

ANTARES1958

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Hallo Frank! Hast natürlich Recht, die die ich in der Bucht gesehen habe waren "gleich" für mich - nicht aber identisch mit deine. Sorry, bin eben Laie....
 
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