Uhrenbestimmung Engelkemper ca. 1890

Diskutiere Engelkemper ca. 1890 im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo, ich habe vor kurzem eine alte (Damen—) Taschenuhr von meiner Oma geerbt. Danke schoneinmal an das wunderbar organisierte Forum. Das meiste...

Hippo1908

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Hallo,

ich habe vor kurzem eine alte (Damen—) Taschenuhr von meiner Oma geerbt.
Danke schoneinmal an das wunderbar organisierte Forum.
Das meiste konnte ich dank euch herausfinden :—)

Es handelt sich um eine:
— Abeler & Söhne (AH = Heinrich Abeler)
— Goldstempel ( Dt. Reich 1888)
— Eichhörnchen ( Schweiz, 1882)
— Rotgold (14 Karat / 0,585)
— Defekt: Feder hängt aus dem Federhaus hinaus
— Kronenaufzug: Remontoir cylindre 10 rubis

Zwei Fragen hätte ich:
1.) Was hat es mit der Werksnummer auf sich? — 53466
2.) Welche Fabrikation (vermutlich Schweiz) ist das Uhrwerk? —ich entziffere „ K A “
3.) Laut Firmenwebsite produzierte Abeler die ersten Uhren ab 1898,
im Brief meiner Urgroßmutter wird die Uhr aber auf 1896 datiert. Ist das üblich?

Über eine Anregung für weitere Recherche würde ich mich sehr freuen!

Einen schönen Feiertag,
viele Grüße,
Philipp
 

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Ruebennase

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Das die Feder aus dem Federhaus heraus schaut, kann ich nicht erkennen, aber das wäre ein Defekt der für einen Uhrmaccher leicht zu beheben ist und hier ist die Ersatzteillage auch kein großes Problem. Das Werk stammt sicherlich aus der Schweiz auch wenn theoretisch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit Frankreich noch möglich ist.
Interessant ist das K/A sofern das K kein R sein kann. Auf dem Kloben steht nämlich vor und nach, also der Ort an den der Rücker bewegt werden muß, um durch mimimale Veränderung der Spirallänge die Uhr schneller bzw. langsamer laufen zu lassen. Üblicher Weise steht dort R/A retard/advanced entsprechend der französischen Sprache. Auf Uhren für den deutschen Markt, wenn auch nicht zwingend. findet man schon mal ergänzend oder nur V/N bzw. für den englisch sprachigen Raum F/S (fast/slow). Die Frage ist also welche Sprache, übersetzt "Vor/Schnell" mit einem Wort das mit K an fängt. Die der deutschen und schweizer Kontrollmarken und das Logo von Engelskemper zeigen natürlich auf, dass das Werk hier in Deutschland eingeschalt wurde.

Grüße Rübe
 
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Hippo1908

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Danke für das Werk! ...ja und das mit dem R macht Sinn - so wird es sein!
Vielen Dank für die schnelle Unterstützung:-)
 

Hippo1908

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Hallo Matthias,

ja genau. Die Feder hängt da etwas raus. Ich kann sie etwas in Bewegung bringen, aber nicht zum laufen. Da wird mir bestimmt ein Uhrmacher helfen. Wäre schön, wenn sie zumindest funktionieren kann!
 

Matthias MUC

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OK, das ist die Unruhfeder oder -spirale. Blockiert dieses raushängende Ende die Unruh oder schwingt die Unruh frei, alles tickert vielleicht sogar ein paar Sekunden vor sich hin, wenn Du die Uhr sachte anschüttelst, schwingt aber nach paar Sekunden von selber aus? Läßt sich die Uhr stellen (den kleinen Fingernageldrücker bei 1 Uhr betätigen, dann Krone drehen), läßt sich die Uhr ein klein wenig aufziehen? Das Federhaus beherbergt die Zugfeder, das ist verdeckt (grün), obenauf das Sperrrad mit der Sperrklinke, das den Federkern dreht, und unter der grünen Linie siehst Du den Zahnkranz vom Federhaus selbst, wo die Feder ihre Kraft ans Räderwerk weitergibt. Deine Uhr hat eine Zylinderhemmung, das ist der Vorgänger der bis heute üblichen Schweizer Ankerhemmung, aber für Uhren diesen Alters absolut gängiger Standard. Ankerrad ist das rot markierte. Bei Reparaturen an der Zylinderhemmung braucht es aber einen erfahrenen Uhrmacher, der sich an solche alten Hemmungen rantraut und evtl. einen gewissen Ersatzteilfundus in der Schublade hat. Wenn es ein FHF 11 ist: Da die Werke von FHF in der Zeit absolute Massenprodukte waren, ist die Chance nach Ersatzteilen bei einem Uhrmacher alten Schlages sogar da.

lG Matthias

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PS.: Die Uhr dürfte wohl später als zum ursprünglichen Herstelldatum von Taschenuhr auf Armbanduhr umgebaut worden sein, das ist aber in der Machart ein ziemlich zeittypischer Umbau. Bemerkenswert aber, daß das Zifferblatt nicht umgebaut wurde (90° drehen, damit die 12 "oben" ist wie allg. üblich), was, weil die Uhr keinen kleinen Sekundenzeiger bei 6 Uhr hatte wie es sonst bei Taschenuhren häufig war, sogar ganz gut hätte gelingen können. Ganz ursprünglich war die sicher als Taschenuhr fürs Kettchen um den Hals gedacht, beim Pendant (da, wo die Krone ist) mit einem Bügel, der im Zuge des Umbaus mitentfernt wurde.
 
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Hippo1908

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Hallo Matthias,

dann habe ich da wohl etwas verwechselt! Entschuldigt bitte.
Die Uhruhfeder schwingt ganz kurz. Den Bruchteil einer Sekunde und blockt dann wieder.
Habe versucht sie mit einer Pinzette anzuschubsen. Leichtes Schütteln bewirkt leider nichts.
Stellen lässt sich die Uhr problemlos. Auch Aufziehen lässt sie sich flüssig und leichtgängig.

Ich habe die Uhr mit dem Kommentar vererbt bekommen, dass es eine Armbanduhr sei. Wobei direkt das falsche Ziffernblatt auffiel. An der Krone ist leider kein Bügel mehr, die Krone selbst scheint auch nicht aus Gold, sondern aus Messing zu sein. Auf den Bildern ist der Farbunterschied schlecht zu erkennen, im Tageslicht erscheint er doch deutlicher. Ich hoffe, dass die Halter für das Armband entfernt und die Uhr wieder mit einer Kette versehen werden können, um als Taschenuhr genutzt zu werden.

Dann mache ich mich auf die Suche nach einem alten Uhrmacher ;-)

Vielen Dank und viele Grüß,
Philipp
 
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del-olmo

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Hallo,
das ist eine zur Armbanduhr umgearbeitete Damentaschenuhr. Das war in einer Zeit als Armbanduhren aufkamen, üblich, dass das Zifferblatt nicht „gedreht“ wurde liegt daran, das man Uhren die von Damen getragen wurden eher als Schmuckstück betrachtete. Es wurde daher nur der Bügel des Pendants entfernt und die Stege für das Armband angelötet, Damenuhren hatten nur selten die kleine Sekunde und noch seltener Ankerhemmungen. Die Datierung der Uhr passt Mit 1886, die Gehäuse wurden eben mit den Herstellermarken versehen und Abweichungen in den Daten kommen schon mal vor. Umgearbeitet wurde sie vielleicht in den Jahren 1910-20.
Die Krone könnte original oder später ersetzt worden sein, man wird hier kein Gold genommen haben, weil dieses sehr weich ist und sich schnell abnutzt.
Ich würde den Rückbau noch einmal überdenken, da es sich in diesem Zustand um ein Erbstück handelt, dass vermutlich deine Großmutter so getragen hat und es ist ein Zeugnis aus einer Übergangszeit der Entwicklung von Taschenuhr zur Armbanduhr.

Die Zylinderhemmung ist eine eigenständiges Hemmungssystem, dass aus der sog. Sautroghemmung die Th. Tompion um 1695 entwickelt hatte, entstand. Übrigens wurde die Sautroghemmung von G. Graham um 1726 auch in England zur Zylinderhemmung weiter entwickelt und ist kein Vorläufer der Ankerhemmung!

Zylinderhemmungen wurden in preisgünstigen Uhren oder in Damentaschenuhren verwendet, da sie einfacher und billiger herzustellen waren und man auf Ganggenauigkeit bei diesen Uhren nicht so viel Wert legte.

Grüße Bernhard
 

Matthias MUC

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Die Zylinderhemmung ist eine eigenständiges Hemmungssystem, dass aus der sog. Sautroghemmung die Th. Tompion um 1695 entwickelt hatte, entstand. Übrigens wurde die Sautroghemmung von G. Graham um 1726 auch in England zur Zylinderhemmung weiter entwickelt und ist kein Vorläufer der Ankerhemmung!
Hab den "Vorgänger" auch nicht im Sinne der technischen Weiterentwicklung gemeint, sondern in dem Sinne, welche Hemmung die am weitesten verbreitete "Feldwaldwiesen-Mainstream-Hemmung" war. Da stimmt die historische Reihenfolge schon. Spindelhemmung >> Zylinderhemmung >> Ankerhemmung.
 

del-olmo

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Ich denke das passt nicht ganz, die Zylinderhemmung wurde lange Zeit, bis 1900 und danach, parallel zur Ankerhemmung gebaut und verkauft. Man entwickelte die Werke auch weiter, wie die unterschiedlichen Lepine´ Kaliber zeigen, die heute gern zur Datierung herangezogen werden. Die Hersteller richteten sich nach den Bedürfnissen, finanziellen Möglichkeiten und Ansprüchen der Kunden und auch deren Vorlieben. Zylinderwerke waren nun mal günstiger als Ankerwerke und daher lange Zeit die erschwinglicheren und besser zu verkaufen. Die Reihenfolge stimmt daher nicht ganz, lediglich die Spindelhemmung wurde immer seltener und verschwand nach und nach.
Grüße Bernhard
 
Thema:

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