Engel und sonstiges "Geflügeltes"

Diskutiere Engel und sonstiges "Geflügeltes" im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Durch einen Bericht über Engel und andere „Geflügelte“ angestoßen, habe ich aus dem Internet, insbesondere Wikipedia einige Zeilen zu diesem Thema...
husky

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R.i.P
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Durch einen Bericht über Engel und andere „Geflügelte“ angestoßen, habe ich aus dem Internet, insbesondere Wikipedia einige Zeilen zu diesem Thema herausgesucht. Mit Blick auf einige meiner Hals- und Taschenuhren ist es doch interessant, in welcher Epoche man mit diesem Thema wie umgegangen ist.

Vielleicht ist dieser Themenkreis ein wenig abseits des Üblichen, wird aber wohl insbesondere die Sammlerfreunde ansprechen, für die die Technik einer Uhr nicht alles ist, oder?

Finden sich auf gesammelte Uhren von Forumsmitgliedern gleiche oder ähnliche Abbildungen? Ich meine, dass insbesondere auch Großuhren oft mit solchen Motiven geschmückt wurden.

Gibt es nicht auch Bildmarken von Firmen mit diesen Motiven?

Ein früher Bericht über die bildliche Darstellung von Engeln findet sich im Alten Testament (2. Chronik 3,10-13; Datum der Niederschrift ca. 5. Jh. vor Chr.). Zwei Engelsskulpturen (Cherubim) schmückten den Tempel Salomos. Größe und Bau werden genau beschrieben, die Engel sind mit Flügeln dargestellt, Cherub mit den Attributen eines Menschen, Stiers, Adlers und Löwen (16. Jahrhundert)

Jetzt folgen eingestreut in meine Anmerkungen einige Ausschnitte mit den unterschiedlichsten „Geflügeten“.

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Die Darstellung von himmlischen Wesen mit angedeuteten oder tatsächlichen Schwingen findet sich schon in Bildern alt-ägyptischer, in der Regel weiblicher, Gottheiten. In dieser Art werden z. B. Isis und Nephthys dargestellt. Die Flügel sind meist nicht separat am Rücken, sondern in Form von Federreihen an den Armen angesetzt.

Frühchristliche Kunst stellt Engel als Jünglinge und noch ohne Flügel dar. In den Bildern aus dem 3. Jahrhundert in den Priscilla-Katakomben Roms ist der „Bote Gottes“ nur aus dem Kontext der Figuren zu erkennen. Damit wird jede Ähnlichkeit mit den geflügelten Genien der Antike vermieden. Auch wenn durch christliche Schriftsteller dieser Epoche wie Tertullian Engel schon als geflügelte Wesen erwähnt werden, so beginnt die Kunst erst über hundert Jahre später, sie mit Flügeln darzustellen. Meist sind die Engel mit einer weißen Tunika bekleidet.

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Auch in der Gotik werden Engel in der abendländischen Kunst als Jünglinge dargestellt. Sie werden unter dem Einfluss byzantinischer Darstellung prachtvoller gekleidet oder tragen ein den Habit eines Mönchs. Es werden ihnen mächtigere Schwingen gegeben, ein Heiligenschein zeigt ihre Lichtgestalt an. In den Darstellungen zur Apokalypse sind Engel als Helfer beim Weltgericht vor allem in der Spätgotik zu finden, auch Darstellungen der Erzengel als kämpferische Schutzpatrone in zeitgenössischer Rüstung.

In den vielfältigen Szenen der Renaissance mit der Verkündigung an Maria, die Mutter Jesu oder Weihnachtsszenen werden vor allem der Erzengel Gabriel oder Gruppen lobpreisender Engel dargestellt. Die im Stil der Epoche gemalten Engel sind z. B. durch die Bilder von Giotto und Raffaelo bekannt.

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Auch im Barock werden Engel weiter in ihrer Majestät prachtvoll dargestellt, es werden aber auch die auf hellenistische und byzantinische Vorbilder zurückgehende Kinderengel (Putten) sehr populär. Zumindest seit Caravaggio vermischen sich Engeldarstellungen mit der Art, wie schon in der Antike der Liebesgott Eros/Amor abgebildet wurde. Durch den Einfluss des Zeitalters der Aufklärung spielen Engel in der Kunst keine so große Rolle mehr.

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Engeldarstellungen haben eine lange Tradition und waren vor allem in der christlichen Ikonographie zu finden. Auch in alten Illustrationen aus islamisch geprägten Kulturen wurden Engel abgebildet. Vor allem seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geht man zudem immer mehr dazu über, die traditionell jünglingshafte Darstellungsweise zu verlassen und sie stattdessen eindeutig weiblich aussehen zu lassen.

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Viel Spaß beim Lesen und Betrachten

Wünscht mit freundlichen Sammlergrüßen

Michael
 
G

Gast36883

Gast
Eine sehr interessante Betrachtung über biblische Szenen und Figuren auf Uhren. Von den amerikanischen Taschenuhren kenne ich das gar nicht, weder auf den oft überreichlich verzierten Uhrwerken, noch auf Zifferblatt oder Gehäuse war himmlisches "Geflügel" üblich. Einzig die Gestalt "Father Time" die von Elgin zu Werbezwecken intensiv genutzt wurde (es gab auch Uhrwerke mit dem Namen "Father Time") hatte in sehr vielen Darstellungen "Engelsflügel" aber auf den Uhren taucht die Gestalt mWn nirgends auf.

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In Chicago gibt es eine öffentliche Uhr mit "Father Time"



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LG, Frank
 
Thema:

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