Endlich mal was Tolles vom Flohmarkt: Zylinderuhr mit Schlüsselaufzug von Richard Vogt

Diskutiere Endlich mal was Tolles vom Flohmarkt: Zylinderuhr mit Schlüsselaufzug von Richard Vogt im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Immer wieder liest man im Forum, welch tolle Entdeckungen ander User auf dem Flohmarkt machen (Da hab ich diese Patek-Philippe, Hat gar nix...
andi2

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Immer wieder liest man im Forum, welch tolle Entdeckungen ander User auf dem Flohmarkt machen (Da hab ich diese Patek-Philippe, Hat gar nix gekostet. Der Händler wollte nur mal von meinem Brot beissen) und denkt, warum find ich bloss nie etwas Vernünftiges.
Nun ist es auch schon wieder sechs Wochen her, da schlenderte ich bei strahlendem Wetter am Samstag-Morgen (recht spät, schon etwa 11) über den Basler Flohmarkt. Alles wie immer bei den Uhren: Wenig, teuer oder Schrott, oder teuer und noch dazu Schrott.

Dann kam ich an einen Stand mit bunt gemischtem Krimskrams, da stand auf dem Tisch eine grosse Pappschachtel, eine Art flachen Bananenkiste, darinnen lagen wohl um die hundert Taschenuhren bunt gemischt als Haufen zum drin rumwühlen. Als ich kam waren zwei Mädels da und suchten sich je eine kleine Damentaschenuhr aus, um irgendwas draus zu basteln. Als sie weg waren, konnte ich einen genauen Blick auf den Kisteninhalt tun: da waren Damen- und Herrenuhren, Schlüsseltaschenuhren und solche mit Kronenaufzug, alles vertreten von Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre. Ein Grossteil war kaputt: wenn man wahllos zehn Uhren herausgenommen hätte, wäre die Chance gross gewesen, dass alle zehn kaputt sind.

Auffällig war eine gut erhaltene verchromte Ruhla aus DDR-Zeiten, die auch lief. Ich wühlte und probierte ein wenig an den Uhren mit Kronenaufzug. Erst nach Minuten hatte ich zwei weitere identifiziert, die noch liefen, eine Silvana und eine namenlose, beide so etwa um 1930. Als ich so herumsuchte kam noch ein Uhrensammler und so wühlten wir brüderlich zu zweit und zeigten uns gegenseitig unsere Entdeckungen mit ihren Fehlern.

Schlüssel gab es natürlich keine, aber die Schlüsseluhren mit Sekundenanzeige kann man ja durch Anschütteln prüfen ; keine lief. Manchmal war der Staubdeckel nicht ganz geschlossen, so dass man das Werk sehen konnte. Fast immer ein wirtschaftlicher Totalschaden: Zerbrochene Zifferblätter, Unruhwellen gebrochen, Spiralen verwirrt oder zerrissen, zum Teil unvollständige Werke oder Uhren, wo es beim Schütteln im Inneren wie Castagnetten klapperte, viele Wracks ohne Bügel, Krone, Zeiger, Glas. Wir hatten eigentlich beide nicht den Eindruck, hier etwas finden zu können, aber wir unterhielten uns trotzdem gut.

Dann fiel mir eine Schlüsseltaschenuhr in die Hände. Wie konnten wir die nur beide so lange übersehen haben. Von aussen sah sie schon mal super aus, nur auf dem Zifferblatt war etwas wie brauner Popel grossflächig verschmiert. Die Uhr hatte keine Sekundenanzeige, ich konnte sie durch Schütteln also nicht testen, ohne das Werk zu sehen (es war zu laut, um ein allfälliges Ticken zu hören). Ich machte den hinteren Deckel auf, der Staubdeckel war nicht ganz zu und liess sich auch öffnen. Was ich sah, war ein absolut sauberes, fast wie neu aussehendes Zylinderwerk. Ich schüttelte die Uhr und das Werk lief an und tickte ein ganzes Weilchen!

Nach kurzer Verhandlung mit dem Händler, der mit Uhren offenbar absolut nichts am Hut hatte, sondern die ganze Schachtel als Konvolut gekauft und nicht einmal durchgesehen hatte, gehörte sie für 35 Franken mir.
Bei einem andern Händler mit breitem Angebot an Uhrmacherbedarf (auch Werkzeug, Öl etc.) konnte ich gleich einen passenden Schlüssel kaufen.

Zuhause gab es ein wenig Kosmetik: Das Gehäuse aus Nickel habe ich mit einem leichr angefeuchteten Baumwollappen poliert. Das Zifferblatt konnte ich leicht mit Wasser, dem eine Spur Spüli beigegeben war sauber putzen. Schon nach ca. 30 Minuten sah sie so aus wie auf den Fotos. Dann wurde sie von mir ganz aufgezogen und gestellt, um mal den Gang der Uhr zu testen

Die Punze im Werk (Der Name „VOGT“ in einem queren Band bzw. Banner, darunter ein grosses V) machte es einfach, bei Mikrolisk (www.mikrlisk.de) den Hersteller zu ermitteln. Links von der Punze mit der Bildmarke ist quer dazu "M" eingeprägt.
Hier mal die Daten:

Hersteller: Richard Vogt & Cie, Biel, Schweiz. Die Bildmarke auf der Punze wurde erst am 23.6.1911 registriert, ich halte aber die Uhr für älter.

Taschenuhr mit Zylinderhemmung und Schlüsselaufzug, es passt der Schlüssel Nr. 3, Aufziehen und Stellen von hinten, Vogt-eigenes Kaliber, Brückenwerk, Anzahl der Lagersteine nicht auf der Uhr vermerkt, aber von oben (hinten) ausser der Unruh mit Deckstein noch drei weitere Lager mit Lochsteinen, falls die unteren Lager gleich ausgestattet sind, wäre es ein Werk mit 10 Rubis. Das Werk hat hinten einen Durchmesser von ca. 3,8 cm.

Anzeige mit Stunde und Minute, ohne Sekundenanzeige, goldene Louis XV-Zeiger. Zifferblatt aus weissem Email, fein haarrissig, aber trotzdem noch schön. 24-Stunden-Zifferblatt mit römischen, schwarzen Ante-Meridiem- und arabischen, roten Post-Meridiem-Stunden. Die roten Zahlen sind nicht auf einer Folie, sondern gehören zum Dekor.

Gehäuse aus Nickel, Durchmesser 4,8 cm, Dicke mit Glas 1,35 cm, Höhe mit Pendant ohne Bügel 6 cm. Auf der Innenseite des äusseren Deckels steht in einer runden Kartusche: „Nickel Garantie FE“ und darunter ein Symbol wie drei Sterne im gleichseitigen Dreieck angeordnet). Darunter gibt es eine Seriennummer 211745, darunter eine einzelne 3. Der vordere Deckel mit Glas ist ein Sprengdeckel, der sich ganz vom Gehäuse trennt. Hinten gibt es zwei Klappdeckel. Die Uhr hat hinten ein Dekor aus Blumen, Blättern und Ranken, die Blumen könnte man für Schwertlilien halten, die Blätter sind aber keine Lilienblätter. Links gibt es einen leeren Wappenschild, von dem unten noch etwas gerades herunterhängt (ein Gürtel?).

Das Motiv und den Stil der Uhr würde ich dem Jugendstil zuordnen. Ich würde das Baujahr auf 1890 (1880-1910) schätzen. Kann das von euch noch jemand genauer eingrenzen? Seit wann gibt es die Firma Richard Vogt & Cie?

Und warum soll das ein Vogt-eigenes Kaliber sein? Zumindest hat Vogt eben dieses Kaliber mit Schlüssel- und später auch mit Kronenaufzug gebaut. Und eine solche (mit Sekundenanzeige) gibt es hier im Forum schon zu sehen, nämlich hier: https://uhrforum.de/meiner-liebsten-t93717.

Und zur guten Letzt noch die Gangwerte, die ich bei meiner Uhr ermittelt habe: Sie hat eine Zeitreserve von 41 Stunden und läuft in 24 h etwa 1 min zu langsam, man kann sie tragen ohne dass sie stehenbleibt. Ich bin platt, wie kam diese tolle Uhr nur in die Kiste mit dem Schrott? Und wie gut, dass ich sie dort gefunden habe. Hurra!!
Die graduierte Kette mit T-Stück fürs Knopfloch, wohl aus Nickel, mit ausgetauschtem Karabinerhaken aus Messing hatte ich im Fundus. Ich habe ihr selbst eine kleine Seitenkette aus Messing (von einem Schlüsselbund) mit dem Schlüssel angehängt.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Eine Uhr mit der Kronenaufzug-Variante des Vogt-Werks ist zur Zeit auch auf Ebay eingestellt:
http://www.ebay.de/itm/VOGT-Taschenuhr-um-1900-in-Silber-/380345609761
 

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Unruhgeist

Unruhgeist

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Hallo andi,

da ist Dir doch nun ein toller Fang gelungen. :klatsch: Also sage nicht, Du findest nichts.


(Da hab ich diese Patek-Philippe, Hat gar nix gekostet. Der Händler wollte nur mal von meinem Brot beissen)

Der Trick ist nicht, etwas zu finden, sondern immer einen Kanten Brot dabei zu haben ;-)

Gruß,
Unruhgeist
 
andi2

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Hallo @Unruhgeist,
Stimmt, diese Uhr wiegt die unergiebigen Streifzüge auf! Und ja, das ist wohl mein Fehler: ich hab nie ein leckeres Brot dabei!
Taschenmesser und Uhrenöffner sind auch nicht schlecht, dann findet man vielleicht sogar mal eine Mikrorotor-Automatik, so wie du...
Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte die Ruhla und die namenlose Art-Deco-Uhr auch mitnehmen sollen, bei vernünftigem Preis. Vielleicht wären die technisch auch OK gewesen... Die Chrom-Ruhla sah wie neu aus- ich hab ja auch ein Herz für einfache Stiftanker-Uhren...
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Taschenmesser, Uhrenöffner, kleiner Schraubendreher, Lupe, Kaliberliste - das ist so die Standardausrüstung für den Flohmarkt.
Ach ja - und natürlich Brot :-)
 
Ruebennase

Ruebennase

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Hallo Andy2,
es ist mir auch nicht gelungen etwas über die Firma Vogt in Erfahrung zu bringen. Es scheint eine der vielen "vergessenen" Firmen zu sein. Ich besaß auch mal Eine mit einem sehr einfachen aber solidem Zylinderwerk/ Kronenaufzug/ Drücker und dem hier gezeigtem Logo. Ich stimme dir zu, dass die Eintragung im Register mit Sicherheit weitaus später erfolgt ist.
vogtvorrück.jpg.
( Entspricht der Ebay Uhr- nur verschwindet sie nicht 8-) )
Die Uhren die mir damals in meiner Suche begegnet sind waren meiner Einschätzung nach so um 1900 zu datieren und es handelte sich durchweg um unauffällige Zylinderuhren mit "besteinten" Werken. Die römischen Ziffern deiner Uhr deuten schon auf eine Entstehung vor 1900 hin. Dein doch etwas feineres Werk mit Schlüsselaufzug habe ich bisher noch nicht gesehen. Es gefällt mir sehr. Gratulation zu dem schönen Flohmarktjagdterfolg mit feinsten Innerein.
Meine Uhr habe ich im übrigen an einen netten Kollegen verschenkt, der meinen "Uhrentick" kannte und sich eine Taschenuhr zulegen wollte. Sie erschien mir passig und hat mich also nur verlassen, um jemand Anderem eine Freude zu bereiten.

Liebe Grüße
 
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andi2

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Hallo @Rübennase,
super, dass du die Fotos gepostert hast. Das Bild vom Werk ist prima! Ja, das ist auch genau dieses Kaliber als Kronenaufzugs-Variante. Beide haben trotzdem das gleiche Gesperr. Ein schönes Detail ist auch bei allen drei aus dem Forum der Unruhkloben mit dreisprachiger Beschriftung.
Auffällig ist noch an der Punze, dass sie zum Teil vertieft eingeschlagen war (bei deiner und meiner). Die Schrift ist dann reliefartig erhoben auf vertiefter Fläche und es gibt eine hufeisenförmigen Rand. Bei anderen, z.B. der dritten im Forum ist die Schrift vertieft eingeschlagen (spätere Ausführung?), so ist die Bildmarke auch bei Mikrolisk abgebildet.
Die Seriennummern innen im Deckel könnten fortlaufende Seriennummern von Vogt sein...?
Wenn ja, dann könnte man wenigstens relativ datieren (diese älter als jene).
Gruss Andi
 
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Ruebennase

Ruebennase

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Ich kann dir nach einem kurzen Telefonat zumindest die Nummer im Deckel meiner Exuhr nennen: 220479-3. Somit wäre sie vom Alter her, eine chronologische Nummernvergabe voraus gesetzt, nur ein wenig jünger als deine. Ich habe die Uhr damals sicherlich gereinigt, aber keine Notizen gemacht. Leider existieren auch keine Fotos von der Zifferblattseite des Werkes. Ich kann dir somit nicht sagen, ob sich dort noch eine Werksnummer verbirgt. Die Uhr meines Kollegen kann ich schlecht auseinander rupfen :-(.
Der Weg Nummern auf zu treiben ist jedoch sehr mühseelig und führt häufig zu keinem rechten Resultat, wenn keine Daten vom Hersteller zu erlangen sind. Nur Uhren mit Gravuren lassen Rückschlüsse auf das wahrscheinliche Verkaufsdatum ab Juvelier zu. Produktionszahlen der Firma Vogt sind mir persönlich nicht bekannt. Vielleicht kann ja ein Forumsteilnehmer helfen oder Du findest einen Weg.

Drück dir die Daumen
 
andi2

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Danke fuer die Info, @ Rübennase!
Das sind Indizien für eine fortlaufende Seriennummer bei Vogt auf der Deckelinnenseite:

Kaliber Vogt, Schlüsselaufzug: 211745-3, Bildmarke erhaben, Regulierskala mit "Nach", "Vor"
Kaliber Vogt, Kronenaufzug 1 im Forum: 220479-3, Bildmarke erhaben, Regulierskala mit "Nach", "Vor"
Kaliber Vogt, Kronenaufzug 2 im Forum: 432132-6, Bildmarke vertieft, Regulierskala mit "Nach", "Vor"

Die Uhr bei Ebay:
Kaliber Vogt, Kronenaufzug: Seriennummer?, Bildmarke erhaben, Regulierskala nur mit "N", "V"

Ich frag mal bei dem Händler nach! Falls die Theorie stimmt, sollte die Nummer höher als bei meiner und niedriger als bei der dritten sein. Das Ergebnis werde ich hier posten...

PS: Auch das Gehäusematerial könnte in der Zahl enthalten sein, zB.
Nummer fängt mit 2 an / bzw. mit unten stehender 3 = Nickel,
Nummer fängt mit 4 an / bzw. mit unten stehender 6 = Silber.
Sechsstellige Zahlen wären ja ein ganz schöner Ausstoss, scheint mir etwas hoch...
 
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Ruebennase

Ruebennase

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Ich weiß nicht, ob Du auch ein wenig an deinen Schätzen schraubst. Ein Blick auf die Zifferblattseite des Werkes lohnt sich oft. Dort wurde von den Schweizern häufig die Werksnummer "versteckt" und bei zugekauften Rohwerken findet man zusätzlich Hinweise auf den Hersteller. Die -3 deutet an, dass die Nummer hier zum dritten mal verwendet wurde auf Deckel 3. Schaue mal auf die Werksschließe. Dort steht eventuell die Nummer erneut mit -2. Ich gehe jedoch davon aus, dass es sich um eine Vogtuhr durch und durch handelt.

Liebe Grüße
 
andi2

andi2

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Wenn es einen Grund gibt, z.B. Zeigerreibung oder so, mach ich schon Zeiger und Zifferblatt ab (ausser bei diesen Spreiznieten-Zifferblattfüssen , das mach ich immer und garantiert kaputt (oder eine teure Pinzette), welcher Idiot sich das ausgedacht hat... man sollte dem mal ordentlich in den... aber lassen wir das).

Bei dieser Uhr will ich es lieber erst mal alles so lassen, kein Basteln ohne Grund (Fingerabdruckgefahr! Beim Zeiger Abmachen weiss man nie, was passiert- ausserdem fliegen die Teile so gut! Naja, goldene findet man wieder. Das Zifferblatt abzumachen sieht bei der Uhr easy aus). Demnächst zeige ich sie mal meinem Uhrmacher. Das Werk sieht für mich aus, als sei es vor nicht allzu langer Zeit überholt worden (ich hab ein Mikroskop- die Rubis sind durchsichtig, die Lager darunter sehen gut geölt aus), mal sehen, was er sagt. Falls es nötig wäre, könnte ich Lager und Hemmung auch von hinten ölen, nur wenn das Zeigerwerk was braucht, müsste ich vorne dran.
Ich hab nicht mal versucht, die Uhr durch Regulieren eine Minute schneller zu machen (wäre sicher kein Problem). Aber hier will ich erst mal alles ruhig angehen...
 
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aegidiusgold

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Hallo zusammen,

nach gut 5 Jahren wird es Zeit diesen Thread noch einmal aufleben zu lassen.

Ich habe heute von meinem Opa eine Taschenuhr geschenkt bekommen, die lt. ihm von seinem Opa stammt. Bedeutet also von meinem Ur-Ur-Opa.

Kann mir jemand etwas genaueres zur Uhr sagen? Gibt es evtl. neue Informationen zum Hersteller oder zur Seriennummer, die über die oben genannten Beiträge hinausgehen?

Was ich im Netz rausfinden konnte, ist, dass es sich bei dem Motiv um den kaiserlichen Reichsadler (1888-1918) und das Zitat stammt von Otto von Bismarck aus einer seiner wichtigsten Reden vor dem Reichstag von 1888. Leider wurde dieses Zitat aber auch noch später recht häufig zweckentfremdet, sodass das Zitat keine wirkliche Hilfe bei der Zeiteingrenzung ist.

Auf einer anderen Internetseite wurde davon gesprochen, dass es sich um eine Militäruhr handelt aus Zeiten des 1. Weltkriegs. Hier ist auch genau dieses Motiv mit dem Spruch abgebildet.

Ich weiss nur, dass ich sie aufbereiten lassen werde (Zeiger, Glasscheibe, Scharniere und Uhrwerk (es fehlen wohl Zahnräder))

Schwierig einzuschätzen. Evtl kann ja jemand von Euch etwas mit der Seriennummer anfangen bzw. die feinen Gravierungen entziffern und interpretieren?!
 
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kater7

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Die eingeritzten Markierungen sind Uhrmacherzeichen, das war bei Wartungen so üblich. Nickel ist das Material des Gehäuses, F.F. und das Blätter(?)symbol stehen wohl für den Gehäusehersteller, leider hab ich den bei mikrolisk nicht gefunden. Um 1915 ist sehr wahrscheinlich für die Entstehungszeit.
 
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aegidiusgold

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Dass das Uhrwerk und Gehäuse von unterschiedlichen Herstellern ist, war üblich?
 
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Nicht unüblich sag ich mal. Es gab Beides: Uhren aus einer Hand, sehr häufig aber wurden die Gehäuse zugekauft. In den USA war es (auch auf Grund einheitlicher Größennormung) üblich sich ein Uhrwerk auszusuchen und ein passendes Gehäuse zu wählen, die eigentliche Komplettierung der Uhr erfolgte dann im Fachgeschäft.
 
Königswelle

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Ich kann nicht wirklich was zu der Taschenuhr beitragen, aber wenn ich sie als Historiker zeitlich einordnen sollte, dann würde ich sagen, sie stammt aus der Zeit, als der Begriff der "German Angst" noch nicht in aller Munde war. :D
 
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aegidiusgold

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Ich bin auch der Meinung, dass hier Richard Vogt & Cie gemeint ist.
 
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Selbstverständlich Richard Vogt & Cie, da bin ich gar nicht mehr drauf eingegangen da es schon mit dem Eingangsport, der ja zu einer anderen Uhr gehört, geklärt wurde.
 
pretium intus

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Wasgau
Hallole,
eine hemmungslose Uhr hast du da! :D
Wird wohl schwierig sein, Zylindergangrad und Kloben + Schraube zu finden....:-o
Viel Glück!
GuK
Hans
 
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