Elektromagnetische Drehpendeluhr Aug. Schatz & Söhne

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dabri

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Hallo Freunde,
als ich Kind war, vor knapp 40 Jahren, haben meine Eltern im Intershop in Berlin Mitte eine batteriebetriebene Drehpendeluhr gekauft. Diese wurde wie ein Schatz gehütet (ist ja schließlich auch eine "Schatz") und stand Jahrzehnte bei meinen Eltern auf dem Schrank. Wie oft habe ich als Junge dem Pendel zugesehen und mich an der quasi hypnotisierenden Wirkung erfreut. Vor drei Jahren ist sie nun in meinen Besitz übergegangen.

Das Uhrwerk (Quartz) funktioniert nach wie vor, das Pendel dreht sich jedoch nicht mehr. Uhr und Drehpendel haben nur in soweit miteinander zu tun, als dass sie durch dieselbe Batterie angetrieben werden. Das Drehpendel hat einen Federantrieb (?) der offensichtlich durch einen elektromagnetischen Impuls am Laufen gehalten wird. Offensichtliche Defekte kann ich keine erkennen. Multimeter und Lötzeug wären vorhanden. Kann mir jemand einen Tipp geben, wo ich mit der Fehlersuche beginnen sollte?

Vielen Dank
Daniel

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Der Stromer

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Ich tippe mal auf einen der beiden Elektrolyt-Kondensatoren. Bei der Demontage des Antriebes ist höchste Vorsicht geboten. Der Abstand zwischen dem Rotor (mit den Magneten darunter) und der Doppelspule ist sehr gering. Und der Draht der Spulen ist schneller gerissen, als man denken kann.
Zweite Möglichkeit: Die Ferritmagnete haben ihren Geist im Laufe der Jahre verloren. solche Magnete mit den benötigten Abmessungen gibt es aber noch in der Bucht. Bitte KEINE Neodym-Magnete verwenden, das funktioniert nicht.
 
derTeichfloh

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Hi,

nee - diese Elektrik ist robust und nahezu unverwüstlich. Auch die Magneten halten ewig.
  • Kontakte und Lötstellen: sind tatsächlich ein Problem, besonders die der Stromzufuhr. Putzen und/oder nachlöten.
  • schau dir mal die Ölung an - da gibt es keine mehr.
Die Kraft, die hier übertragen wird, ist sehr gering. Also: Lager anschauen, reinigen und - vorsichtig - ölen

Ja - gaaaanz wichtig: (ist mir leider schon passiert...)
Bei der Demontage des Antriebes ist höchste Vorsicht geboten. Der Abstand zwischen dem Rotor (mit den Magneten darunter) und der Doppelspule ist sehr gering. Und der Draht der Spulen ist schneller gerissen, als man denken kann.
 
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dabri

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Vielen Dank für Eure Hinweise. Ich hatte mir das gestern noch mal intensiver angesehen und festgestellt, dass sich der Rotor nicht leicht genug drehen lässt. Tatsächlich ist der magnetische Impuls ja so gering, dass der Rotor quasi von alleine laufen muss. Öl alleine im unteren Lager hat's nicht gebracht. Reinigung und axiale Justage des Lagers auch nicht. Ein Tropfen Öl in die Führung im Bereich der Kunststoffscheibe wirkte dagegen Wunder.

Leider habe ich bisher keinen Weg gefunden den Rotor zu zerlegen um das Lager in der oberen Führung zu reinigen. Habt ihr da evtl. einen Tip für mich? Wieviel Grad muss sich denn das Pendel drehen? Ich schätze aktuell ca. 300°, dachte mich aber zu erinnern, dass es früher weiter war ...

Danke und Gruß
Daniel
 

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derTeichfloh

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Hi,

da gibt es nichts zu zerlegen - einfach einen Tropfen Öl obendrauf, zusammen bauen und fertig.
Das ist ein Zierpendel - die Uhr hat nichts damit zu tun.
 
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dabri

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Das ist ein Zierpendel - die Uhr hat nichts damit zu tun.
Habe ich nie behauptet, siehe oben. Nur muss das Ding ja irgendwann mal montiert worden sein. Und für einen besseren Leichtlauf hätte ich das obere Lager gern gesäubert.
 
derTeichfloh

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Hi,

tja, dann musst du wohl die gesamte Uhr zerlegen, damit du da rankommst...
 
Der Stromer

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Aaaalos...
Im Antrieb, also unten im Sockel, der Antrieb ist in einem Spitzenlager geführt. Das obere Lager in eine Messinghülse und Kunststoff - und das ist der Knackpunkt -. Öl ist hier kontraproduktiv. Eher beim Uhrmacher mal fragen, ob er entsprechendes Fett (wird in Quarzuhren / Großuhrwerke) verwendet, für diese Lager entbehren kann. Den Rotor selber auseinander nehmen geht, aber nur mit Gewalt. Der ist vernietet. Auf der Achse dieses Rotors ist das eigentliche Pendel, dass man sehen kann, einfach nur "Aufgesteckt". Dieses Pendel wird oben unter dem Werk mit einem Rundmagneten zentral fixiert. Da wird nichts geölt, denn das wäre kontraproduktiv.

Meine Meinung (und auch Erfahrung) sind aber bei Versagen dieses Antriebes in a.) dem Kunststofflager und b.) dem Nachlassen der Kapazität der Kondensatoren zu suchen, wenn nicht ein oder zwei Magnete sich gelöst haben.
 
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