Einschätzung zu einer Wanduhr / Regulator

Diskutiere Einschätzung zu einer Wanduhr / Regulator im Sonstige Uhren Forum im Bereich Sonstige Uhren; Hallo liebe Gemeinde, nach Ewigkeiten schreibe ich hier mal wieder, da ich Eure HIlfe benötige. Ich möchte mir eine Wanduhr kaufen, habe nur...
#1
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Indian03

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Hallo liebe Gemeinde,

nach Ewigkeiten schreibe ich hier mal wieder, da ich Eure HIlfe benötige. Ich möchte mir eine Wanduhr kaufen, habe nur leider sehr wenig Ahnung davon. Ich habe mich jetzt ein wenig eingeschossen auf ein solches Modell, da es klein und nicht überladen wirkt. Leider fehlt mir jegliche Info dazu, außer dem üblichen Geschreibsel von Händlern. Daher meine Bitte, falls sich jemand damit auskennt, mir eine Einschöätzung zu geben, was das eigentlich ist:

zeitliche Einordnung (ist das 30er Jahre Art Deco oder 50er Jahre Gelsenkirchner Kaufhausbarock)

Taugen die Werke in solchen Uhren

worauf sollte ich achten

danke für Eure Hilfe

Michael

s-l1600.jpg

s-l1600.jpg
 
#2
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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O W L
Das ist ein recht gutes Werk für die Zeit. Vollplatinen und anscheinend auch Volltriebe (keine Hohltriebe)
Steht da evt. "Jubilee" auf dem Blatt?
 
#3
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Indian03

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Hi,

danke für Deine Einschätzung. Auf dem Zifferblatt steht Jura:

s-l1600.jpg
 
#4
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uhrenkel

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Hallo,

das Gehäuse ist typisch französisch, das Werk dagegen sieht sehr deutsch bzw. deutsch beeinflusst aus. Zeit: Vermutlich um 1935, vielleicht auch bald nach dem Krieg, was ich aber eher nicht annehme.

Die Marke Jura sagt mir nichts. Diese Uhren wurden sehr häufig von ODO oder Vedette hergestellt.

Schau mal nach, was das Schlagwerk für eine Melodie schlägt: Westminster oder Ave Maria, vielleicht auch beides.

Uhrenkel
 
#5
I

Indian03

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Es sollen beide sein; das ist die entsprechende Beschreibung des Händlers:

wunderschöner Jura-Regulator in sehr gutem Zustand
mit Westminsterschlag und Melodie "Ave Maria"
um 1930 - 1950
Sammlerwürdig
DIE UHR LÄUFT


Das Uhrengehäuse ist in einem sehr guten Zustand zusammen mit der Verglasung.
Das Uhrwerk ist ein Messing Platinenwerk mit einer Laufdauer von 8 Tagen.
Weiterhin hat die Uhr ein Schlagwerk, das die viertel, halbe, dreiviertel und die volle Stunde auf 8 Tonstäbe schlägt.
Die Uhr läuft einwandfrei.
Die Uhr ist komplett, mit dem Penel und dem Aufzugsschlüssel, alles ist original und alles ist auch original zusammengehörend.
 
#6
clavicembalist

clavicembalist

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Dülmen
Ich selbst hatte Mal eine Vedette Westminster Regulator. Optisch sehen die Werke sehr ähnlich aus, wobei Vedette das Gesperrt auf der Rückseite verbaut hatte. Diese waren von sehr guter Qualität. Wie ich auf den Bildern erkennen kann, sind auch hier die Platinen nicht zu dünn ausgeführt. Ich schätze sie auch rein optisch um 1935-1945.
 
#7
Nippon-Fan

Nippon-Fan

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Hallo Michael!

Wie schon andere erwähnt haben, gibt es diese Uhren optisch praktisch identisch unter den Namen ODO und Vedette. Wie das markenmäßig zusammenhängt weiß ich nicht. Mir hat mal jemand erzählt dieser Hersteller sei irgendwann an Junghans gegangen. Und tatsächlich wirkt das Werk auf mich "junghänsisch".
Optisch ist das schon Art Deco und 20er bis 30er Jahre. Wie lange dieser Typ aber tatsächlich gebaut wurde, habe ich nie herausgefunden. Es wäre durchaus denkbar, dass die Produktion bis in die 50er Jahre ging und es sich um ein Nachkriegsmodell handelt. Der Händler legt sich da ja auch nicht fest.
Bedenken solltest du bei so einer alten Uhr natürlich, dass sie gewartet werden müsste, auch wenn sie jetzt noch läuft. Die Revisionskosten für ein Melodienwerk sind beim Uhrmacher recht hoch und übersteigen den Kaufpreis und Wert meist deutlich. Oftmals könntest du für die Kombi Kaufpreis plus Revision auch eine nagelneue Westminster-Uhr kaufen. Das sollte nur mal erwähnt werden ;-)
Optisch ist diese Art Uhr sehr hübsch und wenn du dich in das Design verliebt hast, dann kannst du ruhig zuschlagen.

Schönen Gruß!
Markus
 
#8
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uhrenkel

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Hallo Michael!

Wie schon andere erwähnt haben, gibt es diese Uhren optisch praktisch identisch unter den Namen ODO und Vedette. Wie das markenmäßig zusammenhängt weiß ich nicht. Mir hat mal jemand erzählt dieser Hersteller sei irgendwann an Junghans gegangen. Und tatsächlich wirkt das Werk auf mich "junghänsisch".

Schönen Gruß!
Markus

Mit Junghans hat die Marke Jura sicher nichts zu tun, aber ich will nicht völlig ausschließen, dass das Werk in Wirklichkeit deutsch ist. Denn Junghans hat nie Uhren mit Melodienwechsel gebaut.

Andere deutsche Hersteller aber sehr wohl und deshalb will ich auch nicht ausschließen, dass das Werk aus Deutschland stammt und in Frankreich in ein Gehäuse gesteckt wurde und unter einer franz. Fantasiemarke verkauft wurde.

Wenn Du kannst, dann zeig uns noch ein Foto der Werk-Rückseite, vielleicht ermöglicht das weitere Angaben.

Richtig ist, dass Junghans die Marke Vedette übernommen hat, aber das war lange später: Erst Ende der 1970er Jahre. Hat aber mit dieser Uhr nichts zu tun.

Uhrenkel
 
#9
Quickly

Quickly

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Servus miteinander,
mir erscheint das Werk wesentlich jünger als vom Verkäufer angegeben. Meiner Meinung nach dürfte das Werk in den 60ger Jahren oder sogar viel später hergestellt worden sein. Seht euch doch bitte mal die Vernietung der Brückenpfeiler an, die Spaltscheibchen zur Befestigung der verschiedenen Hebel vom Schlagwerk und vom Wechselrad, solche Teile befinden sich nicht in meinen Regulatoren aus den 30ger Jahren.
Auch die herausnehmbaren Federhäuser, so in der Art wie bei diesem Werk kenne ich nicht bei „alten“ Werken. Auch wurde der Minutenzeiger meistens verstiftet und nicht mit so einer modernen Rändelmutter befestigt. Auch das Nockenrad für die Auslösung des 4/4 Westminsterschlages war nicht aus gestanztem Blech (oder sehe ich das auf dem Bild falsch) und wieder mit dieser Vernietung. Die Schrauben für die Sperrfedern, den Sperrkegeln und für die Befestigung der Federhäuser sind doch vergleichbar mit den neuen Werken welche man heute noch kaufen kann.
Aber um wirklich genaueres sagen zu können, müsste man das Werk in den Händen haben oder wenigsten mehr Bilder, z. B. vom Räderwerk und der Rückseite mit Pendelaufhängung sehen.

Viele Grüße
Willi
 
#10
Nippon-Fan

Nippon-Fan

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Meiner Meinung nach dürfte das Werk in den 60ger Jahren oder sogar viel später hergestellt worden sein.
Ja, das war auch mein Gedankengang. Auf mich wirkt die Bauart auch so wie ich das aus den Kaminuhren der 50er und 60er Jahre kenne.

Aber wenn Uhrenkel schreibt, dass Junghans keine Wechselmelodiewerke gebaut hat, will ich das nicht in Frage stellen.

Ich denke auch die Rückansicht würde Klarheit schaffen. Allerdings sind das ja wohl die Fotos des Händlers ... und der behauptet ja nicht sie sei definitiv 30er Jahre.

Gruß!
Markus
 
#11
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Indian03

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Hallo,

danke für die rege Diskuission. Ich tue mich auch immer schwer, auf Basis von Bildern aus der Bucht zu entscheiden, ob ich das erwerben möchte oder nicht. Einiges, was von Euch angeführt ist, unterstützt auch dies. Für die Art der Uhr habe ich auch noch Bilder im Netz gefunden, die eine Kaufrechnung von Mitte der 50er hatten, also scheint das ein Modell mit langer Produktionszeit gewesen zu sein. Ich werde noch mal zu einem lokalen Händker gehen, der auch antike/ältere Regulatoren haben will und mal schaun. In den Händen hlten ist immer besser...

Oder kennt Ihr Seiten / Händler, die solche Uhren (Regulatoren so aus der Zeit 1900 - 1930 verkaufen) oder aber einen Hersteller neuer Regulatoren, die aber im Design sich an die alten Uhren anlehnen?
 
#12
Nippon-Fan

Nippon-Fan

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Etwas live vor sich sehen macht die Kaufentscheidung natürlich leichter. Allerdings hilft es dir bei der Technik, und deren Zustand, meist auch nicht. Denn nur selten wird einem gestattet das Werk auszubauen um mal eine Blick auf dessen Zustand zu werfen. Da sind sogar oft die Internetangebote besser, weil hier viele Anbieter das Werk abfotografieren.
Daher mein Kommentar oben: Beim Kauf eine alten Uhr immer gleich noch das Geld für den Uhrmacher mit einkalkulieren.

Neue mechanische Uhren im Art Deco Design gibt es fast nicht mehr, da zur Zeit alles in Richtung strenger Minimalismus läuft. Historisierend ist im Moment eher out.
Die einzige Uhr die mir in etwa dazu einfällt ist die Hermle Staplehurst. Das ist allerdings ein großer Westminster Seilzugregulator.

Am letzten Augustwochenende findet in Furtwangen im Schwarzwald die größte Antikuhrenmesse statt. Da wird dir sicherlich eine große Auswahl präsentiert werden. Aus Hannover ist das natürlich ein weiter Weg. Lohnt sich wohl nur, wenn du ohnehin einen Schwarzwald-Trip machen möchtest ;-)

Schönen Gruß!
Markus
 
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#13
Poly65

Poly65

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Hallo, kennst sich jemand mit Regulatoren aus, es handelt sich um eine Cartel Pendel Westminster Vitrinenuhr. Ich kann über die Firma Cartel nichts finden, steht auf dem Ziffernblatt. Stammt aus dem Ende der achtziger Jahre und war nicht billig. Ich würde mich freuen, wenn jemand schon mal etwas davon gehört hat, siehe Bilder.
2018-07-11 13.34.23.jpg 2018-07-11 19.48.50.jpg
 
#14
Rainer Nienaber

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Ich vermute, das ist eine Hermle Uhr, die von einem Händler/Juwelier/Wiederverkäufer mit seinem Namen versehen wurde.
 
#15
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uhrenkel

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Ja, Cartel ist mit Sicherheit nur eine Phantasiemarke, aber gibt keinen Hinweis auf den Hersteller. Hermle halte ich auch für sehr wahrscheinlich.

Mit einem Foto der Werkrückseite müsste das aber zu klären sein.

Uhrenkel
 
#16
Nippon-Fan

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Ja, rein technisch dürfte es sich fast mit Sicherheit um ein Hermle Werk handeln. Dem Abstand der Aufzugslöcher zufolge wahrscheinlich um ein Kaliber 341. Dazu noch ein sehr schönes Lyrapendel - nicht schlecht.

Viel Spaß damit. Gruß!
Markus
 
#17
Poly65

Poly65

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IIch werde das Uhrwerk einmal ablichten. Ich finde auch diese Uhr nicht im Internet, nicht mal etwas Ähnliches. Laut Rechnung von 1988 mit Bezeichnung "Regulator 2/1616" Vitrinen Uhr mit Westminster Gong ..... ca. 800DM. Mehr weiß ich nicht. Schade, ich habe das schöne Stück jemanden abgekauft. Ich muss mich mal näher mit dem Teil befassen, erst mal danke für die Auskunft.

Ich habe noch etwas bei YouTube gefunden, dieses Uhrwerk scheint es zu sein. Aufbau und sogar das Ziffernblatt sind fast gleich. https://www.youtube.com/watch?v=_BWvEJJ3J4A
 
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#18
Nippon-Fan

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Dann hoffe ich mal du wirst deine Uhr besser behandeln als dieser Vandale in dem Video. Da läuft an der Gehäuserückwand eine Rotznase aus Schmieröl runter. Echt abartig. Die Uhr kann einem leid tun :-(

Gruß!
Markus
 
#19
Poly65

Poly65

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Da hast recht, ist schon hart. Wenn wir gerade mal beim Öl sind, was nehmt ihr für Öl? Ich habe ich etwas Waffenöl, manche schreiben WD 40 oder 50 soll gut sein? Meine Oma hatte mal einen Standregulator zur Hochzeit 1921 bekommen, diese ist bei ihr bis zum 80 Lebensjahr durchgelaufen ohne Wartung ohne Öl. Meine Schwester hat sie dann übernommen und mal von einem Fachmann säubern lassen und läuft heute noch. Keine Wartung in knapp 100 Jahren. War nie defekt, ist immer durchgelaufen. Ich würde aber schon gern mal die Lager wenigstens minimal ölen um den Verschleiß zu reduzieren.
 
#20
Nippon-Fan

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Wenn wir gerade mal beim Öl sind, was nehmt ihr für Öl?
Wie wäre es mit speziellem Uhrenöl? :D Wenn du das nicht kaufen möchtest, weil zu teuer, dann nimm ein Feinmechanik- bzw. Nähmaschinenöl. Ist aber auch nicht wirklich prickelnd.
Gibt man jeweils einen Tropfen Uhrenöl und einen Feinmechaniköl auf eine Platine, dann ist der Tropfen Uhrenöl nach einem Jahr noch immer an Ort und Stelle, während das Feinmechaniköl bestimmt schon nach einer Woche der Schwerkraft folgend hinab gelaufen ist.

manche schreiben WD 40 oder 50 soll gut sein?
... ich vermute mal das behaupten so Typen wie der in dem Gruselvideo 8-)

Meine Oma hatte mal einen Standregulator zur Hochzeit 1921 bekommen, diese ist bei ihr bis zum 80 Lebensjahr durchgelaufen ohne Wartung ohne Öl. Meine Schwester hat sie dann übernommen und mal von einem Fachmann säubern lassen und läuft heute noch. Keine Wartung in knapp 100 Jahren. War nie defekt, ist immer durchgelaufen.
Das kann mal vorkommen und ist ein Glücksfall. Verlassen sollte man sich darauf nicht. Wenn eine Uhr mit wenig Öl, dafür aber viel Schmutz läuft, dann gehen in der Regel die Lager/Zapfen mit der Zeit kaputt.

Ich würde aber schon gern mal die Lager wenigstens minimal ölen um den Verschleiß zu reduzieren.
Schau dir vorher aber die Lager genau an. In den schwarzen Schmutz hinein solltest du nicht ölen. Das müsste erst gereinigt werden.

Schönen Gruß!
Markus
 
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