Einige Fragen zu Junghans Regulator

Diskutiere Einige Fragen zu Junghans Regulator im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, habe letzte Woche einen alten Junghans Regulator erworben. Habe ihn auch gleich in Betrieb genommen und es auch dank einiger...
Filiaumbrae

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Hallo zusammen,
habe letzte Woche einen alten Junghans Regulator erworben. Habe ihn auch gleich in Betrieb genommen und es auch dank einiger Beiträge im Forum hier geschafft, den Schlag richtig einzustellen (der war um eine Viertel Stunde versetzt gewesen, da hab ich erstmal bissel doof gekuckt ;) ).
Inzwischen schlägt die Uhr richtig, also einmal zur halben Stunde und die Stundenzahl zur vollen Stunde.
Nun habe ich noch einige allgemeine Fragen bezüglich des Regulators.

1. Aus welchem Jahr mag der Regulator wohl stammen? Auf der Vorderseite des Werkes ist eine Junghans-Prägung zu sehen, auf der Rückseite ist nichts zu sehen, also keine Modellnr. etc. Habe aus anderen Themen schon etwas herausgelesen, dass es sich dann um einen Regulator handelt der frühestens in den 20ern gebaut wurde. Stimmt das so?

2. Die Uhr geht etwas zu langsam, sprich, wenn ich sie auf die richtige Uhrzeit einstelle, geht sie abends meist gute 5 Minuten nach. Ich denke mir, dass sich das über die Geschwindigkeit des Pendels regeln lässt. Das Pendelgewicht hat eine Gewindeschraube und lässt sich so nach oben oder unten drehen. Ich habe auch hier schon etwas herumprobiert, konnte aber keine große Veränderung feststellen. Wenn ich das "Ticken" mit dem Sekundenzeiger von Schatzens Armband abgleiche, hab ich aber das Gefühl, die Wanduhr tickt schneller. Wie gehe ich hier am besten vor?

3. Wie genau ziehe ich die beiden Werke für die Uhr und das Schlagwerk auf? Als ich die Uhr bekommen habe, schien sie mir bis zum Anschlag aufgezogen gewesen zu sein, zumindest konnte ich den Schlüssel nicht weiter drehen und wollte dann auch nicht fester drehen. Auf welcher Seite ziehe ich das Uhrwerk auf, wo das Schlagwerk? (Der Hebel zum Auslösen des Schlagwerks befindet sich von vorne gesehen Rechts, wird dort also auch das Schlagwerk aufgezogen?)

4. Zu guter Letzt hab ich noch eine Frage bezüglich des Gongs. Ich finde den Klang ja wunderschön, habe aber die Befürchtung, dass er meinen Nachbarn, deren Schlafzimmer an mein Arbeitszimmer mit Uhr angrenzt, zu laut sein könnte, besonders Nachts. Die Wände hier sind leider sehr hellhörig. Ich habe den Klöppel schon mit etwas Watte abgedämmt, nun schlägt der Gong etwas tiefer, ich finde ihn aber nach wie vor in der Lautstärke gleich. Lässt sich der Schlag komplett abstellen? Muss ich dazu einfach das Schlagwerk nicht mehr aufziehen (was ich persönlich aber schade fände). Ich möchte nicht jeden Abend die Uhr anhalten müssen, das versteht jeder Uhrenliebhaber sicherlich :)

Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und lausche derweil weiterhin dem leisen "Tick-Tack" meines neuen Schätzchens :)

Janina

Hier noch ein paar Bilder vom Werk und der Uhr im Gesamten:







 
Der Stromer

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Hallo zusammen,
habe letzte Woche einen alten Junghans Regulator erworben. Habe ihn auch gleich in Betrieb genommen und es auch dank einiger Beiträge im Forum hier geschafft, den Schlag richtig einzustellen (der war um eine Viertel Stunde versetzt gewesen, da hab ich erstmal bissel doof gekuckt ;) ).
Inzwischen schlägt die Uhr richtig, also einmal zur halben Stunde und die Stundenzahl zur vollen Stunde.
Nun habe ich noch einige allgemeine Fragen bezüglich des Regulators.

1. Aus welchem Jahr mag der Regulator wohl stammen? Auf der Vorderseite des Werkes ist eine Junghans-Prägung zu sehen, auf der Rückseite ist nichts zu sehen, also keine Modellnr. etc. Habe aus anderen Themen schon etwas herausgelesen, dass es sich dann um einen Regulator handelt der frühestens in den 20ern gebaut wurde. Stimmt das so?

2. Die Uhr geht etwas zu langsam, sprich, wenn ich sie auf die richtige Uhrzeit einstelle, geht sie abends meist gute 5 Minuten nach. Ich denke mir, dass sich das über die Geschwindigkeit des Pendels regeln lässt. Das Pendelgewicht hat eine Gewindeschraube und lässt sich so nach oben oder unten drehen. Ich habe auch hier schon etwas herumprobiert, konnte aber keine große Veränderung feststellen. Wenn ich das "Ticken" mit dem Sekundenzeiger von Schatzens Armband abgleiche, hab ich aber das Gefühl, die Wanduhr tickt schneller. Wie gehe ich hier am besten vor?

3. Wie genau ziehe ich die beiden Werke für die Uhr und das Schlagwerk auf? Als ich die Uhr bekommen habe, schien sie mir bis zum Anschlag aufgezogen gewesen zu sein, zumindest konnte ich den Schlüssel nicht weiter drehen und wollte dann auch nicht fester drehen. Auf welcher Seite ziehe ich das Uhrwerk auf, wo das Schlagwerk? (Der Hebel zum Auslösen des Schlagwerks befindet sich von vorne gesehen Rechts, wird dort also auch das Schlagwerk aufgezogen?)

4. Zu guter Letzt hab ich noch eine Frage bezüglich des Gongs. Ich finde den Klang ja wunderschön, habe aber die Befürchtung, dass er meinen Nachbarn, deren Schlafzimmer an mein Arbeitszimmer mit Uhr angrenzt, zu laut sein könnte, besonders Nachts. Die Wände hier sind leider sehr hellhörig. Ich habe den Klöppel schon mit etwas Watte abgedämmt, nun schlägt der Gong etwas tiefer, ich finde ihn aber nach wie vor in der Lautstärke gleich. Lässt sich der Schlag komplett abstellen? Muss ich dazu einfach das Schlagwerk nicht mehr aufziehen (was ich persönlich aber schade fände). Ich möchte nicht jeden Abend die Uhr anhalten müssen, das versteht jeder Uhrenliebhaber sicherlich :)

Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und lausche derweil weiterhin dem leisen "Tick-Tack" meines neuen Schätzchens :)

Janina

Hier noch ein paar Bilder vom Werk und der Uhr im Gesamten:







Hallo Janina,

Na, dann fangen wir mal an.
zu 1.) Meiner Meinung nach sicher vor 1920, ca. 1910. Nur die Aufgeklebten "Rallystreifen" stören gewaltig :shock:

zu 2.) Die Schraube unter der Pendellinse in Richtung "A" drehen, ruhig mal 1 Umdrehung. Dann mindestens 24 Stunden beobachten, wie der Gang ist.

zu 3.) Mit Gefühl ;-). Wenn Du die Federn spannst, kommt ein Punkt, da wird es richtig fest. Jetzt nicht weiter drehen, der Schlüssel muss etwas zurück drehen können. Dann ist es richtig. Anmerkung: Federn nie ganz fest anziehen. Sie verlieren dann zu schnell ihre Federkraft und auch die Federwirkung ist nicht optimal. Ein bisschen weniger ist hier mehr :-). Bei Deiner Uhr ist die Gangdauer so 7 - 8 Tage??.

Bei Draufsicht auf das Ziffernblatt ist das Schlagwerk links, dass Gangwerk also rechts. Der Hebel ist auf der Seite des Gangwerkes.

zu 4.) Ja, dass mit dem Gong :oops:. Ich habe festgestellt (und das wird vielen Uhrenliebhabern so gehen), dass man (frau) nach einiger Zeit garnicht mehr hört, wenn die Uhr sich meldet. Auffallen tut einem das erst, wenn sie NICHT Schlägt :-). Aber schon richtig: Wer sich über Kinderlärm aufregt, den stört auch das Schlagen einer Uhr.
Gute Erfahrungen habe ich mit einem Stückchen weichem Leder (Lamm, oder so) auf dem Klöppel gemacht. Dicke so um die 4mm. Watte hilft nicht viel.
Auch hilft es, wenn der Klöppel nicht mehr so direkt auf die Tonspirale schlägt.
Den Schlag verhindern kann man (frau) am besten, wenn man (frau) den Auslösehebel auf der rechten Seite des Werkes festsetzt. Ein Stück dünne Schnur durch die Öse und dann im Gehäuse mit einer Reiszwecke fest machen, so das der Hebel immer in Auslöseposition ist. Das aber bitte nicht bei voll gespannter Feder des Schlagwerkes machen, sondern diese so um die Hälfte ablaufen lassen.
Das Schlagwerk nicht mehr Aufziehen ist auch keine optimale Lösung. Bei ungünstiger Stellung der Schlossscheibe kann das Gangwerk blockieren :???:.

Und die Uhr anhalten schon garnicht :-(:-(:-( Dann ist es ja keine Uhr mehr und zeigt nur noch 2 x am Tag die genaue Zeit :-( Wie ein Bleistift, der auf einem Ziffernblatt liegt.

...und: Die Zeiger :-( Die solltest Du dringend ersetzen (lassen). Frage mal einen Uhrmacher oder schau in die Bucht. Die passen ja nun überhaupt nicht :-(

...und und: Bitte nicht mehr Regulator. Es ist eine einfache Pendeluhr mit einem günstigen Industriewerk vom Junghans Fließband. Aber trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) erhaltenswert.

:| Auch würde ich der Uhr eine Revision angedeihen lassen. Hätte den großen Vorteil, dass alles mit einem Aufwasch erledigt werden könnte.

Viel Spass in der Liga der "WanduhrengongschlagliebhaberInnen"
 
Filiaumbrae

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Hallo Rolf-Dieter,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Einige Fragen haben sich in den letzten Wochen fast schon von alleine beantwortet, z. B. auf welcher Seite sich welches Werk befindet. Aufgezogen hab ich die Uhr inzwischen auch schon ein paar Mal. Sie läuft fast eine Woche durch, aber ich ziehe sie auch nie bis zum Anschlag auf, da war ich ziemlich vorsichtig ;)

Die "Ralleystreifen", wie du sie nennst, sind mir ehrlich gesagt, als solche gar nicht ins Auge gefallen. Ich dachte, die gehören so zur Uhr dazu. Danke aber für den Hinweis. Dann wurden sie wohl nachträglich hinzugefügt.
Zwecks den Zeigern werde ich deinem Rat folgen und mal nach hübschen neuen Zeigern schauen. Muss nur mal sehen, wie die Zeiger bei so einer Uhr ursprünglich ausgesehen haben und mich dann auf die Suche machen.

Danke auch für den Tipp mit dem Schlagwerk. Das habe ich nun schon lange nimmer aufgezogen, um die Nachtruhe meiner Nachbarn eben nicht unnötig zu stören. In den letzten Tagen ist meine Uhr aber auch vermehrt stehen geblieben, trotz aufgezogenem Uhrwerk. Ich werde deinen Tipp also befolgen und das Schlagwerk auch wieder aufziehen und den Auslösehebel dann festsetzen.

Ich habe auch schon die Adresse eines Uhrmachers bekommen (von einem Schwarzwalduhren-Verkäufer). Da werde ich bei Gelegenheit dann mal eine kleine Reise mit meinem Schätzchen unternehmen :)
Ansonsten halte ich schon nach der nächsten Uhr Ausschau *seufz* Mir scheint, das Uhrenvirus hat mich schon voll erwischt ;)

Grüßle
Janina
 
Gutenberg

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Hallo Janina,

willkommen hier im Forum.

Ich habe ja auch so eine Wanduhr:
https://uhrforum.de/altes-familienmitglied-regulator-von-junghans-t72103
Bei Beitrag 10 hat ein nettes Mitglied die ganzen Optionen erklärt, um den Schlag zu unterdrücken.
Ich habe jetzt so ein Holzstäbchen genommen, das lege ich jetzt abend oben auf mein Werk und Ruhe ist.
Früh kommt es runter und alles geht wieder seinen Gang.
Funktioniert allerdings nur, wenn Dein Windfang auch oben so rauskommt...muss ja blockiert werden.
Da Dein Werk irgendwie anders aufgebaut zu sein scheint.....?

Aber der Stromer hat da ja schon ne bessere Alternative erwähnt, wollte ich halt nicht machen wg. der
Befestigung der Schnur innerhalb des Gehäuses durch Reißnagel, Nagel o.ä.

Und auch sonst haste ja von kompetenterer Seite schon alle Deine Fragen beantwortet bekommen.

Viel Vergnügen hier drin!

Michael
 
Filiaumbrae

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Hallo Michael,

danke für den Hinweis. Hatte mich in deinen Beitrag schonmal eingelesen, aber da standen diese tollen Tipps noch nicht da ;)
Werd morgen mal schauen, wie ich das handhabe. Die Lösung, wobei die Schnur festgeklemmt wird, damit der Auslösehebel sich nicht mehr senkt, klingt am einfachsten. Da bei meiner Uhr das Uhrwerk ja hinten am Gehäuse montiert ist, ist das sonst mit dem Ausbauen immer so eine Sache, vor allem, weil die Schrauben schon sehr strapaziert sind und teilweise hohl drehen :(
Für heute werde ich es wohl so wie du sonst handhaben: Uhr gleich mal anhalten *seufz*

Und dank Wikipedia weiß ich auch nun, was das "R" und das "A" auf meinem Pendel bedeuten. Somit bin ich schonmal ein ganzes Stück schlauer, was die Einstellung der Geschwindigkeit angeht :)
 
Gutenberg

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Hallo Janina,

stimmt, Dein Werk ist ja direkt ans Gehäuse geschraubt. Da machen öftere Demontagen das echt nicht besser!
Bei mir ist es ja auf so einer Halterung befestigt...ist schon viel einfacher.
Ich gebe meine ja jetzt bald zur Revision, das ist nur ein kleines schräubeln...und fertig;-)

Bei mir ist es nun leider so, dass mein Werk etwas zu schnell läuft.
Wenn ich nun aber das Pendel nach unten drehe, bleibt die Uhr ab einem gewissen Grad
stehen...bedeutet für mich das dieses Werk die nun höhere Anstrengung nicht mehr verkraftet.
Also bekommt es jetzt eine Kur berordnet, warte nur bis es ausläuft, dann wird verschickt.

Einlesen kannste Dich hier wahnsinnig gut und die Kollegen hier sind einfach super!
Bin ja auch noch ein kleiner Frischling auf diesem Gebiet, da wird dir schon sehr geholfen.

Gruß
Michael
 
Filiaumbrae

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Hab gerade um 12 Uhr die Pendelschraube mal gedreht, wie von Rolf-Dieter vorgeschlagen und werde bis heute Abend mal beobachten, wie groß die Abweichung noch ist.
Mit dem Gong hab ich mich noch nicht beschäftigen können, hier wartet jede Menge Näharbeit auf mich, aber später sollte dafür noch etwas Zeit sein. Das Schlagwerk hab ich erstmal wieder aufgezogen, tagsüber stört den Gong ja keiner ;)

Eine Frage ist nun aber noch aufgetaucht: Was ist bzw. wo sitzt das Windspiel? Ist das diese Kurbel über dem Schlagwerk, die beim Auslösen des Gongs immer erstmal in Schwung kommen muss?

Grüßle
Janina
 
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steffl62

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Hallo Janina,
Der Windfang ist ein Messingflügel der beweglich auf einem Trieb (Welle) des Schagwerkes sitzt und nur den Zweck hat mit seinem Luftwiderstand beim drehen den Ablauf des Schagwerks zu bremesen. Das Schlagwerk würde sonst viel zu schnell schlagen. Bei vielen Großuhrwerken findest du ihn als oberstes Rad des Werkes über die Werksplatinen hervorschauen. Wenn Du also etwas oben auf die Werksplatinen flach drauf legst wird dieser Windflügel blockiert und so das Schlagwerk am ablaufen gehindert. Wenn Du das Teil wieder weg nimmst funktioniert das Schlagwerk dann einfach wieder. Soviel erst mal theoretisch, ich kann leider deine Fotos nicht sehen weil sie auf einem von hier aus gesperrten Server liegen.

lg Christian
 
Gutenberg

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Hallo Janina,

das hört sich gut an. Bei mir sitzt das im oberen rechten Teil des Werkes.
Siehst Du recht gut in meinem obigen Thread, Beitrag 4 und da das 5. Bild.
Ist die Achse mit dem Plättchen dran. Dahinter ist noch ein Zahnrad, welches bei
mir etwas über das Werksgehäuse schaut...dieses könnte man auch blockieren.

Wenn der Gong ausgelöst wird, dreht sich diese Achse.
Wenn Du diese blockierst....keinen Gong!

Bei mir trifft jetzt dieses Plättchen auf mein darüberliegendes Holzstäbchen und
gut ist es. Wenn ich das Stäbchen wieder entferne, schlägt die Uhr wieder ganz normal.

Aber evtl. kann wird Dir auch hier jemand anhand Deiner Fotos genauer helfen können!

So, jetzt Mittagessen für die Herde kochen...sonst sind die sauer:D

@Christian:
Schneller als der Schall und viel besser erklärt.


Gruß
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Gutenberg

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Sag mal Christian...könnte das nicht der "Stern" in dem linken Zahnrad sein
Von vorne gesehen, also das erste Werksfoto?
Wenn ich den Hammer so verfolge....scheint hier der Spanndraht hinzugehen.

Und jetzt bin ich ruhig mit meinem Geschreibsel:D

Gruß
Michael
 
Der Stromer

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Hab gerade um 12 Uhr die Pendelschraube mal gedreht, wie von Rolf-Dieter vorgeschlagen und werde bis heute Abend mal beobachten, wie groß die Abweichung noch ist.
Mit dem Gong hab ich mich noch nicht beschäftigen können, hier wartet jede Menge Näharbeit auf mich, aber später sollte dafür noch etwas Zeit sein. Das Schlagwerk hab ich erstmal wieder aufgezogen, tagsüber stört den Gong ja keiner ;)

Eine Frage ist nun aber noch aufgetaucht: Was ist bzw. wo sitzt das Windspiel? Ist das diese Kurbel über dem Schlagwerk, die beim Auslösen des Gongs immer erstmal in Schwung kommen muss?

Grüßle

Janina
Hallo Janina,

:-( Also bei Deinem Werk scheint es, dass KEIN Windfang (so nennt man das Teil, die Beschreibung der Funktion trifft den Nagel auf den Knopf) vorhanden ist. Wie ja schon geschrieben, ist das Werk ein recht Einfaches. Auch würdest Du mit dem Plättchen drauflegen (wenn Windrad da), so Deine Probleme haben, da Du dann 2 x am Tag hinter das Ziffernblatt greifen (im Blindflug) müsstest, um das Plättchen zu platzieren. Mach es lieber mit der dünnen Schnur (schwarzer Zwirnsfaden, z.B.) und den dann im Gehäuse irgendwie Fixieren. Den kannst Du dann auch so Lang lassen, dass Du das Schlagwerk wieder in Gang setzen kannst, ohne gleich die halbe Uhr demontieren zu müssen. Ein Platz wäre z.B. die Gehäusewand. Und ein Reisnagel mit dunklem Kopf fällt auch nicht auf.:super: Und das kleine Löchlein, dass der Nagel macht, fällt später auch nicht mehr auf. 8-)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Sag mal Christian...könnte das nicht der "Stern" in dem linken Zahnrad sein
Von vorne gesehen, also das erste Werksfoto?
Wenn ich den Hammer so verfolge....scheint hier der Spanndraht hinzugehen.

Und jetzt bin ich ruhig mit meinem Geschreibsel:D

Gruß
Michael
:-) Hi Ihr Drei,

Nein, Michael. Der "Stern" hebt den Klöppel für den Gong an. Aber schräg darüber sollte das Windrad sitzen. Das Lager scheint leer zu sein, also kein Windfang. Für das Plättchen ist m.E. der Platz zwischen Ziffernblatt und Gehäuse oben so gering, dass frau (man) da nur mit ner Pinzette etwas drauflegen könnte. Sehr unbequem, wenn der Schlag nur für die Nacht abgeschaltet werden sollte. Strippe und Reiszwecke ist da schon einfacher, oder? :D

:oops: Es gibt natürlich noch ne Lösungsmöglichkeit: Einfach mal die Nachbarn fragen, ob sie der Gong stört. Vielleicht hören die ihn ja garnicht, gelle!?

:D Bei mir hängt eine Wanduhr mit Gong an der Wand, und es bimmeln noch 3 andere Uhren mit Bim Bam und nur Bim rum, und die Nachbarn stört es nicht. :-P:-P

....und bis vor ein paar Tagen gab es da auch noch eine Schatz Glasenuhr Royal Mariner, die alle 1/2 Stunde sehr lautstark den Glasenschlag verkündete. Hat (so hoffe ich wenigstens :D auch keinen gestört). Also, einfach mal Fragen. Mehr als "Fürchterlich sofort Abschalten" können sie ja nicht sagen, oder?

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo Rolf-Dieter,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Einige Fragen haben sich in den letzten Wochen fast schon von alleine beantwortet, z. B. auf welcher Seite sich welches Werk befindet. Aufgezogen hab ich die Uhr inzwischen auch schon ein paar Mal. Sie läuft fast eine Woche durch, aber ich ziehe sie auch nie bis zum Anschlag auf, da war ich ziemlich vorsichtig ;)

Die "Ralleystreifen", wie du sie nennst, sind mir ehrlich gesagt, als solche gar nicht ins Auge gefallen. Ich dachte, die gehören so zur Uhr dazu. Danke aber für den Hinweis. Dann wurden sie wohl nachträglich hinzugefügt.
Zwecks den Zeigern werde ich deinem Rat folgen und mal nach hübschen neuen Zeigern schauen. Muss nur mal sehen, wie die Zeiger bei so einer Uhr ursprünglich ausgesehen haben und mich dann auf die Suche machen.

Danke auch für den Tipp mit dem Schlagwerk. Das habe ich nun schon lange nimmer aufgezogen, um die Nachtruhe meiner Nachbarn eben nicht unnötig zu stören. In den letzten Tagen ist meine Uhr aber auch vermehrt stehen geblieben, trotz aufgezogenem Uhrwerk. Ich werde deinen Tipp also befolgen und das Schlagwerk auch wieder aufziehen und den Auslösehebel dann festsetzen.

Ich habe auch schon die Adresse eines Uhrmachers bekommen (von einem Schwarzwalduhren-Verkäufer). Da werde ich bei Gelegenheit dann mal eine kleine Reise mit meinem Schätzchen unternehmen :)
Ansonsten halte ich schon nach der nächsten Uhr Ausschau *seufz* Mir scheint, das Uhrenvirus hat mich schon voll erwischt ;)
Grüßle
Janina
EHEC ist schlimmer, aber dieser hier ist Teuer :) Willkommen :)
 
Gutenberg

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Hallo Rolf-Dieter,

wie immer eine superduper Antwort:super:

Ich habe das mit dem Zackenrad mittlerweile auch gecheckt,
mich machten im Nachhinein die Zacken etwas stuzig...:oops:

Also, da gebe ich Dir vollkommen recht. Wenn der Gong stört, ist die Alternative mit der
Schnur DIE Lösung schlechthin. Ich habe es jetzt bei mir auch probiert, und zwar hält bei
mir ein Gewicht die Schnur unten. Habe ja ne Öse unten dran. Gewicht liegt oben drauf.
Schnur habe ich natürlich etwas verlängert.

Ist noch nicht perfekt, will da noch ne Schnur ranmachen, die sich farblich nicht so sehr
vom Hintergrund abhebt. Aber die Holzstäbchen-Methode ist ja auch noch da...

Natürlich könnte man ja auch den Nachbar fragen, aber das ist ja nicht sooo interessant!

Vielen Dank für Deinen, wie immer, sehr informativen Beitrag!

Gruß
Michael
 
Filiaumbrae

Filiaumbrae

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Hallo ihr Lieben,

wow, danke für diese ausführlichen Antworten. Da hätte ich ja lange nach dem Windspiel suchen können ;)
Ich denke auch, dass die Lösung mit der Schnur bei meiner Uhr die einfachste ist. Da brauch ich nicht ständig das Werk bzw. das Ziffernblatt vorne abbauen. Tut der Uhr bzw. dem Material ja auch nicht gut.

Zwecks den Nachbarn hab ich schonmal nachgefragt, leider sprechen beide nur sehr schlecht deutsch und dachte zuerst, sie würden mich des nachts stören :D Aber ich hab einmal die Uhr vergessen, und wie sie um 23 Uhr geschlagen hat, ging nebenan das Gebrabbel los, also muss sie der Gong wohl aufgeweckt haben. Also bin ich lieber ein höflicher Nachbar und schalte den Gong des Nachts ab. ;) Da die beiden demnächst eh wieder für das halbe Jahr gen Heimat reisen, kann ich sie dann endlich mal durchlaufen lassen und schauen, wie sie dann läuft. Darauf freue ich mich schon besonders.

Danke euch nochmal für eure Hilfe
Janina


Tante Edith meint gerade noch zum Windspiel, dass ich so eine Achse mit Plättchen, wie von Michael beschrieben auch in meinem Uhrwerk steckt, und zwar von vorne gesehen links oben über dem Hebel, der das Schlagwerk auslöst. Sieht man auf den Fotos aber nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher. Fand das nämlich total faszinierend, wie dieses Plättchen in Fahrt kam, als der Schlag ausgelöst wurde. Und ich hatte damals zu meinem Mann noch gesagt: "Das Ding macht ganz schön Wind." Ob das wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl war? :D
 
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Bartkauz

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Hallo Janina

Die Windfahne dürfte sich hinter der markierten Achse verbergen:

Werner, der gerade ein zerlegtes Kienzle-Werk vor sich hat
 

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Filiaumbrae

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Hallo Werner,

jap, genau da sitzt es :) Und natürlich Windfang, nicht Windspiel, da hab ich wohl beim schnellen Tippen die Wörter verwechselt ;)

Nun aber nochmal zu der Schnur am Abzugshebel-Lösung. Hab das heute versucht, also Schnur gespannt, so dass der Hebel ausgelöst ist und dann am Gehäuse festgepinnt. Nun hat um 21 Uhr die Uhr geschlagen - und gar nimmer aufgehört, klar, schließlich ist der Hebel ja nimmer zurückgefallen.
Ich habe das Schlagwerk vorgestern aufgezogen, könnte es also noch zu stark gespannt sein, wie oben mal gemeint wurde? Oder hab ich was falsch verstanden? Für heute hab ich die Uhr erstmal wieder angehalten :(

Grüßle und guts Nächtle
Janina
 
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steffl62

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Ich fürchte Du hast da den falschen Hebel fixiert, der Auslösehebel hat ja um 21 Uhr das Schlagwerk ausgelöst. Das hätte er aber nicht gekonnt wenn er fixiert gewesen wäre bzw. hätte das Schagwerk dann sofort angefangen zu schlagen und nicht mehr damit aufgehört. Leider kann ich nicht mehr sagen ohne Bilder vom Werk zu sehen. :-(

lg Christian
 
Filiaumbrae

Filiaumbrae

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Das dachte ich mir dann auch, wollte aber nicht rumprobieren, weil das ohne ausgebautes Ziffernblatt eh bissel schwierig ist ;)
Ich hab mal aufgezeichnet, welchen Hebel ich meine:



So schaut man von vorne auf das Werk drauf. Rechts, mit dem Stern markiert, ist der Hebel zum Auslösen des Gongs. Daran hängt die Schnur und die hab ich straff nach unten gespannt und dann festgepinnt. Somit ist der lange Hebel (rot nachgefahren) nach oben gehoben und das Rad mit den zwei Einkerbungen (rot umrandet) steht quasi frei. Ich hoffe, das war verständlich erklärt, bin ja doch ein Laie und kenne die genauen Begriffe nicht.

Müsste ich den Hebel so festsetzen, dass das Rad mit den Einkerbungen gesperrt wird? Oder steh ich grad mal wieder auf dem sprichwörtlichen Schlauch?

Liebe Grüße
Janina
 
Der Stromer

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Das dachte ich mir dann auch, wollte aber nicht rumprobieren, weil das ohne ausgebautes Ziffernblatt eh bissel schwierig ist ;)
Ich hab mal aufgezeichnet, welchen Hebel ich meine:



So schaut man von vorne auf das Werk drauf. Rechts, mit dem Stern markiert, ist der Hebel zum Auslösen des Gongs. Daran hängt die Schnur und die hab ich straff nach unten gespannt und dann festgepinnt. Somit ist der lange Hebel (rot nachgefahren) nach oben gehoben und das Rad mit den zwei Einkerbungen (rot umrandet) steht quasi frei. Ich hoffe, das war verständlich erklärt, bin ja doch ein Laie und kenne die genauen Begriffe nicht.

Müsste ich den Hebel so festsetzen, dass das Rad mit den Einkerbungen gesperrt wird? Oder steh ich grad mal wieder auf dem sprichwörtlichen Schlauch?

Liebe Grüße
Janina
:???: Hallo Janina, hallo Freunde :???:

:oops: Uns sind da, so glaube ich, Gedankenfehler in die grauen Windungen gefahren: Das ist ein Schloss- oder Schlussscheiben-Schlagwerk. Und da gibt es keinen Hebel zum Abschalten des Schlagwerkes (jedenfalls ist mir bei solchen noch keiner untergekommen :???:) Der Hebel dient lediglich zum auslösen des Schlagwerkes, wenn es sich mal verschlagen hat (kommt ja bei solchen häufiger vor). :oops: Legt man (frau) den Hebel fest, läuft der Schlag so lange, bis die Feder abgelaufen ist und Ende. :oops:

:shock:Vom Erbauer der Uhr ist m.E. nicht vorgesehen, dass Schlagwerk zeitweise ab zu schalten. Entweder ganz (Auslaufen lassen) oder garnicht.

:super:Ich kann mir aber eine Lösung für Janinas Nachbarn vorstellen: Den Klöppel mit einem Bindfaden von der Tonfeder weg ziehen. Denn der Klöppel wird ja durch die Stern- oder Zackenscheibe ANGEHOBEN und fällt durch sein Gewicht oder auch Federkraft zurück. Wenn man den also festhält, ist Ruhe im Gehäuse, oder?

:super: Und man (frau) kann das Werk auch wieder in Gang setzen, wenn die Strippe gelöst wird. Über die Führung müßte man sich Gedanken machen, aber theoretisch wäre das eine Möglichkeit.:|

Eure Meinung dazu?????
 
Gutenberg

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Mahlzeit Rolf Dieter,

das mit der Fixierung des Klöppels ist ne Möglichkeit. Was mir da spontan durch den Kopf rauscht ist folgendes....
Die ganze Spannung des Schlagwerks löst sich ja im Schlagen des Klöppels, wenn dieser aber jetzt fixiert wird...
wo geht diese dann hin?!

Wahrscheinlich habe ich jetzt nen Denkfehler, keine Ahnung:???:

Also bei mir funzt das super. Ich ziehe die Schnur und dann ist Ruhe in der Uhr.
Aber dieser Hebel bei mir ist genau für das angedacht, was Du beschrieben hast.
Falls mal der Schlag nicht synchron zur Uhrzeit ist.

Man könnte natürlich noch die Hardcore-Variante versuchen....schraubt die Spirale ab!
Da wiederum weiß ich nicht ob der Klöppel die Federspannung der Spirale zum Zurückschwingen braucht...


So, schnell Tisch decken sonst gibts Ärger:D

Gruß
Michael
 
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