Einfach und edel im dreistelligen Bereich – die Marineuhren von Dekla und Stowa

Diskutiere Einfach und edel im dreistelligen Bereich – die Marineuhren von Dekla und Stowa im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Als gebürtiger Norddeutscher wird einem die See und die Schiffahrt im Herzen verankert. Da hilft auch die wunderschöne Schweiz nicht weiter...
Ruebekarl

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Als gebürtiger Norddeutscher wird einem die See und die Schiffahrt im Herzen verankert. Da hilft auch die wunderschöne Schweiz nicht weiter, ‚aliquid haeret‘ wie der Lateiner so schön sagt: irgendetwas bleibt hängen!

Das ist nicht nur das Meeresrauschen, auch das Blut rauscht bei mir, wenn das Herz schneller schlägt, wenn irgendwo eine Marineuhr auftaucht. Aber was ist das eigentlich, eine Marineuhr? Wozu man Uhren auf See braucht, ist hinlänglich diskutiert worden: Nicht zuletzt hat Dava Sobel mit dem Buch ‚Längengrad‘ dem Marinechronometer und seinem Erfinder ein literarisches Denkmal gesetzt, das ich Euch gerne ans Herz lege, wenn Ihr an dem Thema Interesse habt: Man nutzt die Uhren in der Schiffahrt also hauptsächlich zur Navigation bei der Feststellung des Längengrads, natürlich aber auch bei der Geschwindigkeit, wenn das Schlepplog mit den Knoten in definiertem Abstand abgerollt wird, um die Geschwindigkeit zu bestimmen, beim Start von Regatten oder der Laufzeitbestimmung von Torpedos usw.. Dem Uhrenbegeisterten bietet die Marine also ein reichhaltiges Betätigungsfeld!

Die klassische Marineuhr oder Deckwatch, wie sie im Englischen heisst, geht auf den Marinechronometer zurück. Hier mal ein klassisches Beispiel aus meiner Sammlung, kardanisch aufgehängt im Holzkasten, obwohl das bei dem hier verbauten Quartzwerk eigentlich nicht nötig wäre. Sieht aber einfach maritimer aus 😉 :

Imhof.jpg

Das gut ablesbare Blatt dominiert die Uhr, eine echte ‚toolwatch‘ sozusagen. Als dann im Laufe des 19. Jahrhunderts die Technik sich weiterentwickelt hat, und in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zuerst die Taschen und dann die Armbanduhren allgegenwärtig waren, wurde das Design übertragen und von der (Kriegs-)Marine übernommen. So wie Fliegeruhren sind auch Marineuhren auf Ablesbarkeit getrimmt. Man hat bei dem etwas älteren Design verglichen mit den Fliegern aber statt auf dunkle Blätter und Leuchtmasse auf helle, meist emaillierte Blätter und gut ablesbare Zeiger gesetzt. Dieser Typ Uhr hat sich im ersten Weltkrieg entwickelt und im zweiten Weltkrieg fand er dann weite Verbreitung auf allen Schiffen, vor allem auf der Deutschen Seite, vom kleinen Schnellboot über U-Boote bis hin zu den grossen Schlachtschiffen.

Kein Wunder, dass den aktuellen Markt an Marineuhren dann auch vor allem Deutsche Hersteller beherrschen: Dekla, Dornblüth, Hentschel, Laco, Steinhart, Stowa oder Tourby, um nur einige zu nennen, berufen sich auf dieses Design. Ähnliches Design findet sich aber auch in der IWC Portugieser, oder aber z.B. bei Ulysse Nardin. Inzwischen gibt es ähnliche Uhren auch von Tisell oder diversen chinesischen Herstellern. Das Design zeichnet sich durch helle, aufgeräumte Blätter, Zahlen (römisch oder arabisch) und klassische Zeiger – zumeist in Birnenform – aus. Diese sind dann in Kontrast zum Ziffernblatt entweder schwarz oder gebläut. Teilweise gibt es kleine Sekunden, teilweise Zentralsekunden, Handaufzug oder Automatik, je nachdem, was das Herz begehrt. Die Marineuhren sind meist eher auf der grösseren Seite, die kleineren fangen bei 36mm an, die meisten liegen zwischen 40 und 44mm, was meist dem häufig eingebauten Unitas 6498 Werk geschuldet ist.

Ich selber habe jahrelang zugeschaut, was es auf dem Markt hat, und mich nie wirklich entscheiden können. Einige Male hatte ich schon Einzelzutaten im Warenkorb bei verschiedenen Herstellern, um mir selber eine zusammen zu bauen, aber die Gehäuse von der Stange waren dann meist zu gross. Da ich zwar doch eher zu den grossen Menschen gehöre, aber ein Faible für meist kleinere Vintage Uhren habe, wollte ich keine Tellermine am Handgelenk, sondern suchte etwas im 40mm Bereich. Weisses Ziffernblatt mit arabischen Ziffern und Logo (das ist sonst so leer), Stahlgehäuse und Zwiebelkrone. Am liebsten mit 20mm Bandanstoss, da das bei 40mm Uhren mMn am besten aussieht. Und einem flach gewölbtem Saphirglas, das passt bei der Gehäuseform einfach am Besten und erinnert an die alten Taschenuhren.

Genau so etwas hatte ich im Kopf, und der MP für mich (herzlichen Dank an den Verkäufer und das UF hier noch einmal):

Stowa.jpg

Aber kurz danach kam die DEKLA-Diskussion hoch: Sammelthread DEKLA Deckwatch 40 mm mit Unitas 6498-1 . Nach langem Mitüberlegen und -diskutieren habe ich dann auch hier zugegriffen:

Dekla1.jpg

Aber warum? Technisch nüchtern betrachtet sieht das Ergebnis meiner Bemühungen dann so aus:

Tabelle.jpg
Eigentlich ziemlich identisch - da ist doch etwas Überflüssig - oder nicht? Aber fangen wir von Vorne an:

Da es im Gegensatz zu Fliegern deutlich weniger Vorgaben und Fotos von Marineuhren gibt, gibt es z.B. keine definierten ‚Marinebänder‘, so wie es ‚Fliegerbänder‘ gibt. Von daher hat da jeder Hersteller seine eigene Meinung – und ich eine andere als die beiden gelieferten 😉 An eine Marineuhr gehört für mich ein gepolstertes, rembordiertes Lederband in Braun. Punkt. Leider liefert keiner der beiden Hersteller die Uhr so aus, aus dem Grunde habe ich während der Wartezeit auf die Uhren die Bänderkiste und das Internet bemüht und ein schönes Longines-Band aus dem Bestand gefischt bzw. ein Watchgecko Band bestellt. Kaum waren die Uhren bei mir, wurde erst einmal umgestrappt, bevor die Uhren an den Arm kamen. Bevor jemand fragt: Die Originalbänder liegen immer noch in der Originalbox - und stand heute bleiben die da auch.

Wie man schon aus dem Technikdatenvergleich entnehmen kann: Beide Uhren sind sehr ähnlich, nicht nur preislich. Warum kauft man dann zwei? Am besten schauen wir uns beide direkt nebeneinander an:

SD3.jpg

Was auffällt: Auf den ersten Blick nicht viel. Beides sind klassisch-elegante Erscheinungen, jedoch macht das Gehäuse auch einen robusten Eindruck, zum Anzug wie zur Jeans sind beide auf jeden Fall gut geeignet.

SD1.jpg

Wenn man sich das Ziffernblatt ansieht, merkt man schnell den Unterschied nicht nur anhand der kleinen Sekunde und der roten 12, sondern auch aufgrund der Oberfläche und der Schriftart und -grösse. Das gekörnte Silber der DEKLA wirkt anders als der spiegelnde, an Emaille erinnernde Lack der STOWA, das ohne die kleine Sekunde im direkten Vergleich fast leer erscheint. Dafür sind die Ziffern etwas dicker gedruckt. Am liebsten wäre mir Emaille gewesen, aber wie mir die Jungs von DEKLA erklärt haben, ist der Herstellungsaufwand in der Preisklasse preislich nicht zu vertreten: Echtes Emaille hat leider eine hohe Ausschussrate. Schade eigentlich, denn Emaille erlebt gerade ein Comeback nicht nur bei Lange und Ulysse Nardin, sondern z.B. auch etwas preisgünstiger bei den Uhren von anOrdain. Die sind dann aber trotzdem noch in einer anderen Preisliga.

Was mir besser gefällt? Am liebsten wäre mir das glänzende Blatt und die Schrift der Stowa mit der Minuterie der Dekla, der roten 12 und der kleinen Sekunde.

SD6.jpg



Beim Gehäuse sieht man von oben fast keinen Unterschied, von der Seite wirkt die Satinierung der DEKLA. Aber man sieht auch, dass die Lünette der STOWA deutlich höher ist resp. das Gehäuse an sich flacher. Das ist natürlich auch dem Werk geschuldet. Von aussen aber wirkt so die STOWA etwas eleganter.

SD8.jpg

Die Sichtböden sind bei beiden Uhren den Werksgrössen angepasst: Das Unitas ist natürlich deutlich grösser, damit bei gleichem Durchmesser der Rand natürlich kleiner. Das Mehr an Werkssicht macht STOWA mit Gravuren zum Modell auf dem Metallrahmen wett. Hier würde ich sagen: Klares Unentschieden.

Beim Werk heisst es Äpfel oder Birnen: Beide laufen super. Beide sind etwas verziert und nett anzusehen. Der Unterschied auf der ZB Seite (Kleine Sekunde = Unitas, Zentralsekunde = ETA / Selitta) wirkt für mich deutlich schwerwiegender als der auf der Rückseite.

Damit wären eigentlich alle Seiten betrachtet, hier noch Bilder aus "freier Wildbahn":

SD2.jpg

SD3.jpg

Dekla2.jpg

DeklaSekunde.jpg

Stowa2.jpg

Dekla3.jpg

Stowa3.jpg

Zum Schluss erwartet man eigentlich ein Fazit. Aber was soll ich sagen? Eigentlich dachte ich, ich verkaufe eine gleich wieder. Aber irgendwie stehen sie gut nebeneinander wie Zwillinge, und die eine mag die andere gar nicht mehr hergeben. Es hängt wie immer an Kleinigkeiten und dem persönlichen Geschmack. Und derzeit muss ich mich glücklicherweise noch nicht entscheiden, Daumen hoch :super: für beide lautet mein U(h)rteil!

So, jetzt ist Schluss, ich hoffe, es hat Euch soweit gefallen. Ich gelobe jetzt schon fürs nächste Mal
  • mich künftig kürzer zu fassen
  • meine Uhren vor Fotosessions zu putzen und
  • ab und an auch mal die SLR rauszukramen, und nicht immer nur Handyfotos zu machen

Euer Ruebekarl
 
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HanseatHH

HanseatHH

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Danke für die Vorstellung! Im Vergleich wirkt die Stowa richtig glatt und noch schlichter als sonst. Liegt wohl vor allem daran, dass die Dekla als Marineuhr schon sehr bunt daherkommt. Dennoch gefällt mir die Stowa (die ich ja mit Datum auch besitze) allein von der Proportion besser als die Dekla, bei der man eindeutig mit gutem Erfolg das Werk mit dem Gehäuse elegant umfassen wollte.

Viel Spaß mit den beiden!
 
Ruebekarl

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Vielen Dank für die tolle Vorstellung und den direkten Vergleich der beiden Uhren.

Bitte, gern geschehen. Und, hast Du Dich schon für eine der beiden entschieden? ;-)
Same same but different! Tolle Vorstellung! Danke!!

Gern geschehen!

Danke für die Vorstellung! Im Vergleich wirkt die Stowa richtig glatt und noch schlichter als sonst. Liegt wohl vor allem daran, dass die Dekla als Marineuhr schon sehr bunt daherkommt. Dennoch gefällt mir die Stowa (die ich ja mit Datum auch besitze) allein von der Proportion besser als die Dekla, bei der man eindeutig mit gutem Erfolg das Werk mit dem Gehäuse elegant umfassen wollte.

Viel Spaß mit den beiden!

Ja, die Stowa ist durch das glatte Blatt und die fehlende Farbe noch schlichter gehalten als die Dekla. Das Blatt lebt aber auf, wenn sich etwas darin spiegeln kann - das habe ich bei den Fotos eigentlich probiert zu vermeiden ... Die Stowa kommt aufgrund der Lünette mit dem eleganteren Seitenprofil a.k.a. Hüfthöhe daher, da merkt man schon, dass es Dekla vor allem darauf ankam, bei dem Gehäuse das Unitas kleinstmöglich einzuschalen. Die gute Mischung der beiden findet sich leider (noch) nicht: wenn es so eine geben sollte, wäre das ein sehr guter Grund zum Wechsel (und nicht zur Ergänzung :wand:). Viel Spass noch mit deiner Stowa, die ist in der zweitschönsten Hansestadt ja richtig am Platze mit eleganter Zurückhaltung ;)
 
Chronoscope

Chronoscope

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Sehr schön und herzlichen Glückwunsch. Ich wünsche viel Spaß mit beiden Uhren. Mir persönlich gefällt die Dekla besser, da das Ziffernblatt aufgrund der Körnung etwas interessanter aussieht. Die rote 12 ist natürlich auch eine Besonderheit und dank Deiner Vorstellungen ist mir überhaupt erst bekannt geworden, dass es eine Firma namens Dekla gibt.
 
zwenny178

zwenny178

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Vielen Dank für die Vorstellung, gerade Vergleiche finde ich toll. Wirklich selten, dass jemand so zwei ähnliche Uhren vorstellt.

Mir gefällt die Dekla auch etwas besser.

Bei dem Band muss ich Dir Recht geben, da ist herstellerseitig Luft nach oben.
Wobei Lug von 20 mm ja auch Flexibilität bietet, da hat man ja meistens einiges verfügbar.

Viel Freude mit Deinen Marineuhren 😊
 
D

Daintree

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Vielen Dank für die Vorstellung und die ausführlichen Erklärungen ! Das Thema "Marine-Uhren" war mir völlig fremd.
Ich wünsche Dir viel Freude an den beiden Neuzugängen.
 
omega511

omega511

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PjK>MUC>W>OL>?
Danke für genau die beiden Uhren, über die ich immer wieder nachdenke.....SUPER !

Du hast Dir viel Mühe gemacht, nun ist mir bewusster, wie viele klassische Drei-Zeiger-Uhren ich baben (auch von Stowa die Antea) und das wohl eher ein Handaufzug für mich Sinn macht...
 
music-power

music-power

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Lieber Ruebekarl,

eine sehr gute Vorstellung, insbesondere, was den Vergleich betrifft! Gratuliere zu beiden Uhren! Auch, wenn mir (Du ahnst es schon 😉) die DEKLA einen Tick besser gefällt!
Die gute Mischung der beiden findet sich leider (noch) nicht: wenn es so eine geben sollte, wäre das ein sehr guter Grund zum Wechsel (und nicht zur Ergänzung :wand:).
Ein Art „Mischung“ Deiner beiden Exemplare könnte es (flüster, flüster) tatsächlich bald aus Stuttgart geben. Mit Emaille-Zifferblättern wird bei DEKLA zur Zeit, na, sagen wir mal „experimentiert“.

Einstweilen viele Grüße von der römischen Schwester!

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Frank
 
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F

Flieger5

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Zwei sehr schöne Uhren, schöner Vergleich.
Meiner Meinung nach auch in dem Preisniveau (500-1500), in dem das Verhältnis
AUSWAHL-UHR-PREIS-FREUDE am besten stimmt. Was nicht heißen soll, dass man nicht für mehr Geld noch mehr Uhr bekommen kann...
Viel Freude!
 
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Karl Toffee

Karl Toffee

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Ich habe auch eine Stowa Marine (neben einer Ikarus). Allerdings mit Datum auf der 6. Was die Uhr nicht unbeding schöner macht. Aber egal.
Was ich bei Dekla für mich noch als nenneswerten Pluspunkt sehen würde, ist der Umstand dass dort die Gehäuse komplett Inhouse gefertigt werden. Dies ist in der Form bei Stowa bei dem genannten Modell wohl nicht der Fall
und stammt wohl, wie auch auf der Seite von Stowa angedeutet, wahrscheinlich aus Asien. Dies muss natürlich nichts schlechtes sein und auch die Qualität ist sicherlich über jeden Zweifel erhaben, wäre für mich trotzdem ein entscheidener Aspekt für die Dekla.Neben dem Umstand das ich keine Uhr mit einem Unitas besitze und es schon klasse ist, wie Dekla es geschafft hat dieses Werk in ein 40mm Gehäuse zu pressen.
Mir gefällt auch Die Ziffernblattstruktur bei der Dekla besser. Das Ziffernblatt meiner Stowa Marine wirkt mir mittlerweile etwas zu "feminin". Ist auch ein Grund, warum ich die Uhr das letzte mal vor ca. 2 Jahren getragen habe.
Eigentlich müsste ich Sie verkaufen, hatte die Uhr seit dem Kauf vor ca. 3 Jahren keine 2 Tage am Handgelenk. Mal sehen...
 
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flo_de_85

flo_de_85

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Als gebürtiger Norddeutscher wird einem die See und die Schiffahrt im Herzen verankert. Da hilft auch die wunderschöne Schweiz nicht weiter, ‚aliquid haeret‘ wie der Lateiner so schön sagt: irgendetwas bleibt hängen!

Das ist nicht nur das Meeresrauschen, auch das Blut rauscht bei mir, wenn das Herz schneller schlägt, wenn irgendwo eine Marineuhr auftaucht. Aber was ist das eigentlich, eine Marineuhr? Wozu man Uhren auf See braucht, ist hinlänglich diskutiert worden: Nicht zuletzt hat Dava Sobel mit dem Buch ‚Längengrad‘ dem Marinechronometer und seinem Erfinder ein literarisches Denkmal gesetzt, das ich Euch gerne ans Herz lege, wenn Ihr an dem Thema Interesse habt: Man nutzt die Uhren in der Schiffahrt also hauptsächlich zur Navigation bei der Feststellung des Längengrads, natürlich aber auch bei der Geschwindigkeit, wenn das Schlepplog mit den Knoten in definiertem Abstand abgerollt wird, um die Geschwindigkeit zu bestimmen, beim Start von Regatten oder der Laufzeitbestimmung von Torpedos usw.. Dem Uhrenbegeisterten bietet die Marine also ein reichhaltiges Betätigungsfeld!

Die klassische Marineuhr oder Deckwatch, wie sie im Englischen heisst, geht auf den Marinechronometer zurück. Hier mal ein klassisches Beispiel aus meiner Sammlung, kardanisch aufgehängt im Holzkasten, obwohl das bei dem hier verbauten Quartzwerk eigentlich nicht nötig wäre. Sieht aber einfach maritimer aus 😉 :

Anhang anzeigen 3621010

Das gut ablesbare Blatt dominiert die Uhr, eine echte ‚toolwatch‘ sozusagen. Als dann im Laufe des 19. Jahrhunderts die Technik sich weiterentwickelt hat, und in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zuerst die Taschen und dann die Armbanduhren allgegenwärtig waren, wurde das Design übertragen und von der (Kriegs-)Marine übernommen. So wie Fliegeruhren sind auch Marineuhren auf Ablesbarkeit getrimmt. Man hat bei dem etwas älteren Design verglichen mit den Fliegern aber statt auf dunkle Blätter und Leuchtmasse auf helle, meist emaillierte Blätter und gut ablesbare Zeiger gesetzt. Dieser Typ Uhr hat sich im ersten Weltkrieg entwickelt und im zweiten Weltkrieg fand er dann weite Verbreitung auf allen Schiffen, vor allem auf der Deutschen Seite, vom kleinen Schnellboot über U-Boote bis hin zu den grossen Schlachtschiffen.

Kein Wunder, dass den aktuellen Markt an Marineuhren dann auch vor allem Deutsche Hersteller beherrschen: Dekla, Dornblüth, Hentschel, Laco, Steinhart, Stowa oder Tourby, um nur einige zu nennen, berufen sich auf dieses Design. Ähnliches Design findet sich aber auch in der IWC Portugieser, oder aber z.B. bei Ulysse Nardin. Inzwischen gibt es ähnliche Uhren auch von Tisell oder diversen chinesischen Herstellern. Das Design zeichnet sich durch helle, aufgeräumte Blätter, Zahlen (römisch oder arabisch) und klassische Zeiger – zumeist in Birnenform – aus. Diese sind dann in Kontrast zum Ziffernblatt entweder schwarz oder gebläut. Teilweise gibt es kleine Sekunden, teilweise Zentralsekunden, Handaufzug oder Automatik, je nachdem, was das Herz begehrt. Die Marineuhren sind meist eher auf der grösseren Seite, die kleineren fangen bei 36mm an, die meisten liegen zwischen 40 und 44mm, was meist dem häufig eingebauten Unitas 6498 Werk geschuldet ist.

Ich selber habe jahrelang zugeschaut, was es auf dem Markt hat, und mich nie wirklich entscheiden können. Einige Male hatte ich schon Einzelzutaten im Warenkorb bei verschiedenen Herstellern, um mir selber eine zusammen zu bauen, aber die Gehäuse von der Stange waren dann meist zu gross. Da ich zwar doch eher zu den grossen Menschen gehöre, aber ein Faible für meist kleinere Vintage Uhren habe, wollte ich keine Tellermine am Handgelenk, sondern suchte etwas im 40mm Bereich. Weisses Ziffernblatt mit arabischen Ziffern und Logo (das ist sonst so leer), Stahlgehäuse und Zwiebelkrone. Am liebsten mit 20mm Bandanstoss, da das bei 40mm Uhren mMn am besten aussieht. Und einem flach gewölbtem Saphirglas, das passt bei der Gehäuseform einfach am Besten und erinnert an die alten Taschenuhren.

Genau so etwas hatte ich im Kopf, und der MP für mich (herzlichen Dank an den Verkäufer und das UF hier noch einmal):

Anhang anzeigen 3620920

Aber kurz danach kam die DEKLA-Diskussion hoch: Sammelthread DEKLA Deckwatch 40 mm mit Unitas 6498-1 . Nach langem Mitüberlegen und -diskutieren habe ich dann auch hier zugegriffen:

Anhang anzeigen 3621012

Aber warum? Technisch nüchtern betrachtet sieht das Ergebnis meiner Bemühungen dann so aus:

Anhang anzeigen 3621036
Eigentlich ziemlich identisch - da ist doch etwas Überflüssig - oder nicht? Aber fangen wir von Vorne an:

Da es im Gegensatz zu Fliegern deutlich weniger Vorgaben und Fotos von Marineuhren gibt, gibt es z.B. keine definierten ‚Marinebänder‘, so wie es ‚Fliegerbänder‘ gibt. Von daher hat da jeder Hersteller seine eigene Meinung – und ich eine andere als die beiden gelieferten 😉 An eine Marineuhr gehört für mich ein gepolstertes, rembordiertes Lederband in Braun. Punkt. Leider liefert keiner der beiden Hersteller die Uhr so aus, aus dem Grunde habe ich während der Wartezeit auf die Uhren die Bänderkiste und das Internet bemüht und ein schönes Longines-Band aus dem Bestand gefischt bzw. ein Watchgecko Band bestellt. Kaum waren die Uhren bei mir, wurde erst einmal umgestrappt, bevor die Uhren an den Arm kamen. Bevor jemand fragt: Die Originalbänder liegen immer noch in der Originalbox - und stand heute bleiben die da auch.

Wie man schon aus dem Technikdatenvergleich entnehmen kann: Beide Uhren sind sehr ähnlich, nicht nur preislich. Warum kauft man dann zwei? Am besten schauen wir uns beide direkt nebeneinander an:

Anhang anzeigen 3621018

Was auffällt: Auf den ersten Blick nicht viel. Beides sind klassisch-elegante Erscheinungen, jedoch macht das Gehäuse auch einen robusten Eindruck, zum Anzug wie zur Jeans sind beide auf jeden Fall gut geeignet.

Anhang anzeigen 3621016

Wenn man sich das Ziffernblatt ansieht, merkt man schnell den Unterschied nicht nur anhand der kleinen Sekunde und der roten 12, sondern auch aufgrund der Oberfläche und der Schriftart und -grösse. Das gekörnte Silber der DEKLA wirkt anders als der spiegelnde, an Emaille erinnernde Lack der STOWA, das ohne die kleine Sekunde im direkten Vergleich fast leer erscheint. Dafür sind die Ziffern etwas dicker gedruckt. Am liebsten wäre mir Emaille gewesen, aber wie mir die Jungs von DEKLA erklärt haben, ist der Herstellungsaufwand in der Preisklasse preislich nicht zu vertreten: Echtes Emaille hat leider eine hohe Ausschussrate. Schade eigentlich, denn Emaille erlebt gerade ein Comeback nicht nur bei Lange und Ulysse Nardin, sondern z.B. auch etwas preisgünstiger bei den Uhren von anOrdain. Die sind dann aber trotzdem noch in einer anderen Preisliga.

Was mir besser gefällt? Am liebsten wäre mir das glänzende Blatt und die Schrift der Stowa mit der Minuterie der Dekla, der roten 12 und der kleinen Sekunde.

Anhang anzeigen 3621019



Beim Gehäuse sieht man von oben fast keinen Unterschied, von der Seite wirkt die Satinierung der DEKLA. Aber man sieht auch, dass die Lünette der STOWA deutlich höher ist resp. das Gehäuse an sich flacher. Das ist natürlich auch dem Werk geschuldet. Von aussen aber wirkt so die STOWA etwas eleganter.

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Die Sichtböden sind bei beiden Uhren den Werksgrössen angepasst: Das Unitas ist natürlich deutlich grösser, damit bei gleichem Durchmesser der Rand natürlich kleiner. Das Mehr an Werkssicht macht STOWA mit Gravuren zum Modell auf dem Metallrahmen wett. Hier würde ich sagen: Klares Unentschieden.

Beim Werk heisst es Äpfel oder Birnen: Beide laufen super. Beide sind etwas verziert und nett anzusehen. Der Unterschied auf der ZB Seite (Kleine Sekunde = Unitas, Zentralsekunde = ETA / Selitta) wirkt für mich deutlich schwerwiegender als der auf der Rückseite.

Damit wären eigentlich alle Seiten betrachtet, hier noch Bilder aus "freier Wildbahn":

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Anhang anzeigen 3621018

Anhang anzeigen 3621039

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Anhang anzeigen 3621046

Anhang anzeigen 3621695

Anhang anzeigen 3621697

Zum Schluss erwartet man eigentlich ein Fazit. Aber was soll ich sagen? Eigentlich dachte ich, ich verkaufe eine gleich wieder. Aber irgendwie stehen sie gut nebeneinander wie Zwillinge, und die eine mag die andere gar nicht mehr hergeben. Es hängt wie immer an Kleinigkeiten und dem persönlichen Geschmack. Und derzeit muss ich mich glücklicherweise noch nicht entscheiden, Daumen hoch :super: für beide lautet mein U(h)rteil!

So, jetzt ist Schluss, ich hoffe, es hat Euch soweit gefallen. Ich gelobe jetzt schon fürs nächste Mal
  • mich künftig kürzer zu fassen
  • meine Uhren vor Fotosessions zu putzen und
  • ab und an auch mal die SLR rauszukramen, und nicht immer nur Handyfotos zu machen

Euer Ruebekarl
Schöne Uhren. Die Stowa gibt es doch auch mit kleiner Sekunde?! Deinen Präferenzen nach wäre dass dich der beste Kompromiss aus beiden Welten?! ;-)
 
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Sehr schön und herzlichen Glückwunsch. Ich wünsche viel Spaß mit beiden Uhren. Mir persönlich gefällt die Dekla besser, da das Ziffernblatt aufgrund der Körnung etwas interessanter aussieht. Die rote 12 ist natürlich auch eine Besonderheit und dank Deiner Vorstellungen ist mir überhaupt erst bekannt geworden, dass es eine Firma namens Dekla gibt.

Danke Dir! Ein Spiegelblatt ist halt immer nur so interessant wie das Spiegelobjekt, das fängt erst an zu leben, wenn es etwas zu reflektieren gibt. Das ist bei Fotos abends zuhause natürlich immer etwas schwierig. Aber in natura ist es bei weitem nicht so langweilig! Die rote 12 ist natürlich nett, und dass Dekla bekannter wird, da habe ich nichts dagegen ;)

Vielen Dank für die Vorstellung, gerade Vergleiche finde ich toll. Wirklich selten, dass jemand so zwei ähnliche Uhren vorstellt.

Mir gefällt die Dekla auch etwas besser.

Bei dem Band muss ich Dir Recht geben, da ist herstellerseitig Luft nach oben.
Wobei Lug von 20 mm ja auch Flexibilität bietet, da hat man ja meistens einiges verfügbar.

Viel Freude mit Deinen Marineuhren 😊

Danke, die Freude habe ich! Und mit dem Band ist man bei solchen Uhren ja glücklicherweise wirklich flexibel, da es kein proprietärer Bandanstoss ist.

Vielen Dank für die Vorstellung und die ausführlichen Erklärungen ! Das Thema "Marine-Uhren" war mir völlig fremd.
Ich wünsche Dir viel Freude an den beiden Neuzugängen.

Danke, die Uhren sind seid Dezember bereits bei mir und bereiten jede Menge Freude! Und evtl. gibt es ja auch einmal eine Marine-Uhr für Dich?

Danke für genau die beiden Uhren, über die ich immer wieder nachdenke.....SUPER !

Du hast Dir viel Mühe gemacht, nun ist mir bewusster, wie viele klassische Drei-Zeiger-Uhren ich baben (auch von Stowa die Antea) und das wohl eher ein Handaufzug für mich Sinn macht...

Nachgedacht habe ich über die auch Jahre, das hilft nichts, glaub mir ;) Da ist Probieren besser ... ob aber Du wirklich einen Handaufzug brauchst, kann ich nicht sagen. Da ich meine Uhren dauernd wechsle, ist Handaufzug bei jeder beim Anlegen angesagt ...

Lieber Ruebekarl,

eine sehr gute Vorstellung, insbesondere, was den Vergleich betrifft! Gratuliere zu beiden Uhren! Auch, wenn mir (Du ahnst es schon 😉) die DEKLA einen Tick besser gefällt!

Ein Art „Mischung“ Deiner beiden Exemplare könnte es (flüster, flüster) tatsächlich bald aus Stuttgart geben. Mit Emaille-Zifferblättern wird bei DEKLA zur Zeit, na, sagen wir mal „experimentiert“.

Einstweilen viele Grüße von der römischen Schwester!

Frank

Hallo Frank, wir hatten das Thema ja schon im Dekla-Faden diskutiert. Auch das mit den Emaille-Blättern hatte ich mit Dekla ebenfalls schon besprochen, mein letzter Stand war aber, dass die Kosten für ein Blatt doch ziemlich hoch seien ... sie sind ja schon ein paar Monate dran. Gibt es da eine Lösung? Arabisch mit roter 12 in leicht cremeweissem Emaille wäre ein Traum. Da würde ich meine ja glatt umbauen lassen ...

Zwei sehr schöne Uhren, schöner Vergleich.
Meiner Meinung nach auch in dem Preisniveau (500-1500), in dem das Verhältnis
AUSWAHL-UHR-PREIS-FREUDE am besten stimmt. Was nicht heißen soll, dass man nicht für mehr Geld noch mehr Uhr bekommen kann...
Viel Freude!

Danke Dir! Ja, für mehr Geld gibt es meist auch mehr Freude. Aber ob sich das Mehr an Investment lohnt, ist eine gute Frage. Bei mir sind einige "günstige" Uhren letztes Jahr eingezogen, von einer Spinnaker Riviera über die Maranez Samui bis hin zu diesen beiden. Eigentlich liebäugelte ich ja mit einem schönen JLC Dresser. Jetzt habe ich die Hälfte ausgegeben und deutlich mehr Uhr - und Platzbedarf. Wer weiss, vielleicht kommt irgendwann mal eine 'Reduce-to-the-Max' Phase und es gibt dann die eine Uhr. Aber momentan geniesse ich die bunte Vielfalt auch ohne Merci ;)
 
Ruebekarl

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Ich habe auch eine Stowa Marine (neben einer Ikarus). Allerdings mit Datum auf der 6. Was die Uhr nicht unbeding schöner macht. Aber egal.
Was ich bei Dekla für mich noch als nenneswerten Pluspunkt sehen würde, ist der Umstand dass dort die Gehäuse komplett Inhouse gefertigt werden. Dies ist in der Form bei Stowa bei dem genannten Modell wohl nicht der Fall
und stammt wohl, wie auch auf der Seite von Stowa angedeutet, wahrscheinlich aus Asien. Dies muss natürlich nichts schlechtes sein und auch die Qualität ist sicherlich über jeden Zweifel erhaben, wäre für mich trotzdem aber der entscheidene Ausschlag für die Dekla.

Ja, das mit dem Datum ist so eine Unsitte im Design, das hat Longines schon perfektioniert, und alle machen es nach :wand:
Ehrlich gesagt, ist mir selber die Herkunft des Gehäuses egal, es wird ja auch viel nachgearbeitet / poliert etc., das Rohgehäuse ist nur ein kleiner Schritt. Dekla macht das sicher sympathischer, aber ein Kaufgrund war das für mich nicht. Eher die gute Betreuung um den Kauf herum, die Individualisierungsmöglichkeit und nicht zuletzt die einfach gute Uhr :super:

Schöne Uhren. Die Stowa gibt es doch auch mit kleiner Sekunde?! Deinen Präferenzen nach wäre dass dich der beste Kompromiss aus beiden Welten?! ;-)

Ja, die Stowa gibt es auch mit Unitas-Werk. Aber leider ist die dann nicht nur etwas grösser, sondern auch deutlich teurer. Und diese hier war im Komplettset im Marktplatz so nett inseriert, da wollte ich dem Verkäufer einfach etwas Gutes tun ;)
 
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Nachgedacht habe ich über die auch Jahre, das hilft nichts, glaub mir ;) Da ist Probieren besser ... ob aber Du wirklich einen Handaufzug brauchst, kann ich nicht sagen. Da ich meine Uhren dauernd wechsle, ist Handaufzug bei jeder beim Anlegen angesagt ...
Leicht Offtopic:
Handaufzüge mit Omega (1)861 sind hier, sogar eine Omega mit 960 und ein Selbstbau-Einzeiger, aber eben so eine Marine-Uhr im klassischen Design....
 
JackSlater

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Gratuliere!
Für mich übrigens ein Kopf an Kopf-Rennen mit letztlichem Sieg von Dekla. Warum Druck und Blatt (körnige Oberfläche; wohl mit einem sehr feinen Sand gestrahlt) gefallen mir eine Spur besser. Schenken sich aber echt wenig.
 
Morty

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Hervorragende Vorstellung bzw. Vergleich! Mit hohem Lesewert. Ich bin schon sehr lange am Überlegen, mir mal eine Marine-Uhr zuzulegen und war - no surprise - auch immer zwischen genau diesen beiden Modellen hin und her gerissen. Sind einfach vernünftige Modelle von soliden Herstellern. Jetzt bin ich zwar nicht entschiedener, aber schlauer. Du hast genau die Richtigen gegenüber gestellt. Eine minimale Tendenz hätte ich zur Dekla. Einfach, weil mit dem silber-gekörnten Zifferblatt und der roten 12 etwas mehr los ist und für mich dann die Gefahr geringer, mich an der Uhr satt zu sehen. Aber beides sehr schöne Modelle, also: viel Freude damit :super:
 
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Südbayern
Schöner Vergleich zweier schöner Uhren, die sich auf den ersten Blick ähneln, dann aber doch in vielen Details unterscheiden: Zifferblattstruktur, Zeiger, Ziffern (Dicke, Schriftart) usw.
Weil ich unbedingt eine Marineuhr haben wollte, habe ich auch zunächst alles verglichen, was ich so entdeckt habe von den verschiedensten Herstellern, zunächst mal unabhängig vom Preis. Am Ende war dann eine von deinen beiden die Endauswahl (in allerdings anderer Zifferblattfarbe), weil mir das Gesamtpaket am besten gefallen hat. Allerdings warte ich noch, in den nächsten Tagen soll sie ankommen.
Marineuhren sind ja sowieso ein spannendes Feld, habe ich festgestellt, in ihrer Entwicklung und dem Streben nach höchster Ganggenauigkeit, das schon vor 200 Jahren extrem erfolgreich war. Viel Spaß mit deinen beiden!

Beste Grüße aus dem Binnenland (mit immerhin ein paar schönen Seen)
Wolfram
 
Ruebekarl

Ruebekarl

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Gratuliere!
Für mich übrigens ein Kopf an Kopf-Rennen mit letztlichem Sieg von Dekla. Warum Druck und Blatt (körnige Oberfläche; wohl mit einem sehr feinen Sand gestrahlt) gefallen mir eine Spur besser. Schenken sich aber echt wenig.

Ja, der Unterschied ist knapp. Ich habe heute die Dekla auch wieder dabei, die rote 12 hat wirklich was. Aber wenn Du genauer hinsiehst oben bei den Detailfotos, dann merkt man, dass Körnung und exakter Druck sich leider etwas widersprechen. Aber mit blossem Auge sieht man das - auch mit Brille - nicht ;)

Hervorragende Vorstellung bzw. Vergleich! Mit hohem Lesewert. Ich bin schon sehr lange am Überlegen, mir mal eine Marine-Uhr zuzulegen und war - no surprise - auch immer zwischen genau diesen beiden Modellen hin und her gerissen. Sind einfach vernünftige Modelle von soliden Herstellern. Jetzt bin ich zwar nicht entschiedener, aber schlauer. Du hast genau die Richtigen gegenüber gestellt. Eine minimale Tendenz hätte ich zur Dekla. Einfach, weil mit dem silber-gekörnten Zifferblatt und der roten 12 etwas mehr los ist und für mich dann die Gefahr geringer, mich an der Uhr satt zu sehen. Aber beides sehr schöne Modelle, also: viel Freude damit :super:

Glaub mir, es ist wohl egal, welche Du nimmst. Die können beide jede Menge. Hauptsache, Du hast bald eine ;)

Schöner Vergleich zweier schöner Uhren, die sich auf den ersten Blick ähneln, dann aber doch in vielen Details unterscheiden: Zifferblattstruktur, Zeiger, Ziffern (Dicke, Schriftart) usw.
Weil ich unbedingt eine Marineuhr haben wollte, habe ich auch zunächst alles verglichen, was ich so entdeckt habe von den verschiedensten Herstellern, zunächst mal unabhängig vom Preis. Am Ende war dann eine von deinen beiden die Endauswahl (in allerdings anderer Zifferblattfarbe), weil mir das Gesamtpaket am besten gefallen hat. Allerdings warte ich noch, in den nächsten Tagen soll sie ankommen.
Marineuhren sind ja sowieso ein spannendes Feld, habe ich festgestellt, in ihrer Entwicklung und dem Streben nach höchster Ganggenauigkeit, das schon vor 200 Jahren extrem erfolgreich war. Viel Spaß mit deinen beiden!

Beste Grüße aus dem Binnenland (mit immerhin ein paar schönen Seen)
Wolfram

Ja dann GW zur Dekla mit Ruthenium-Blatt! Ich selber mag das Dunkel nicht so, bin eher der helle(re) Typ, aber die dunkle mit den WG-Zeigern hat auch etwas!

Hier gibt es übrigens ja auch nur Seen, was uns Schweizer aber trotzdem nicht daran gehindert hat, mit guter Navigation den Americas Cup zu ersegeln ;)
 
Thema:

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