Eine Schiffs-Borduhr

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bonanza

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Es handelt sich hierbei um eine recht seltene Variante von russischen Borduhren, eine 121-ЧC. Sehr schwer zu finden, oder sehr leicht zu übersehen. Dem sachunkundigen Betrachter werden die entscheidenden Unterschiede zur weitverbreiteten Borduhr 61-ЧП nicht sofort offenbar. Sie ist eine Boots- oder Schiffsuhr. Genau genommen ist sie eine Funkraumuhr von einem Schiff. Sie hat zur halben und zur vollen Stunde die 3Minuten langen Segmente für die Seenotpause. Mein Name für diese Uhr ist Poseidon, nach dem griechischen Gott des Meeres. (siehe auch mein Beitrag „Borduhr im XXL-Gehäuse“, „Die Neptun“ hier im Forum).

Die Uhr war noch versiegelt. Das Fertigungsdatum wird auf dem Uhrwerk mit 2-78 angegeben. Die Uhr hat keine Leuchtzahlen oder -Zeiger. Das Aufziehen und Stellen der Uhr darf nur entgegen dem sogenannten Uhrzeigersinn (also links herum) erfolgen. Dazu benötigt sie 65 Umdrehungen der linken Krone. Zum Uhr stellen, linke Krone herausziehen. Mit der rechten Krone nach links drehen ist Stopp und nach rechts drehen ist Start der Uhr. Sie hat eine Laufdauer von 8 Tagen und hält die Zeit noch sehr gut. Allerdings hat sie bedingt durch den Einbau eines Schaltwerkes auch keine Sekundenanzeige.

Die Gebrauchslage dieser Uhr ist jedoch gegenüber anderen Borduhren dieser Art um 180° gedreht (Bild 1). Aus mechanischen Gründen, damit das Holzgehäuse nicht noch grösser wird, möchte ich sie aber in der gleichen Art und bei gleichen Abmessungen wie meine Nautilus einbauen. Damit stünde aber das Ziffernblatt auf dem Kopf (Bild 2). Es müsste also wieder um 180° zurück gedreht werden.

Die ZB’s haben auf der Rückseite 2 angeschweißte Steckfüße, die in die entsprechenden Löcher in der Platine des Uhrwerkes passen. Diese sind aber weder mittig noch symmetrisch angeordnet, so dass man das ZB nicht einfach um 180° gedreht montieren kann. Deshalb habe ich ein Ersatz-ZB mit einer selbst erstellten ZB-Folie wie bei meiner „Samuel Smith & Son“ um 180° gedreht beklebt und die Anzeige stimmt wieder (Bild 3). Das Original-ZB habe ich gut aufgehoben. Alle Ziffernblätter sind bei dieser Art von Uhren problemlos untereinander austauschbar.

13.05..jpg
…….Bild 1: normale Gebrauchslage.............Bild 2: Das ZB steht Kopf..…...…...Bild 3: Das ZB ist korrigiert

Des Weiteren hat die Uhr auf der Rückseite einen 4pol. Lötanschluss (Bild 4). Der Verkäufer war der Meinung, dass es sich hierbei um einen Anschluss für eine Beleuchtung handelt. Es sind aber die Anschlüsse für zwei einpolige Schalter (Arbeitskontakte), siehe Bild 5 und Bild 6.
Auf der Welle des Minutenrades sitzt eine doppelte Nockenscheibe, die diese Schaltkontakte betätigt. Die Schaltkontakte werden immer um die halbe und volle Stunde aktiviert und bleiben für 5 Minuten geschlossen. Die Schaltzeiten sind ohne inneren Eingriff von außen nicht verstellbar. Damit könnte man z.B. -um den Aufmerksamkeitswert zu erhöhen- ein zusätzliches optisches oder akustisches Signal für die Seenotpause schalten.
Zum Glück hat der Verkäufer nicht versucht die vermeintliche Beleuchtung in Betrieb zu nehmen. Beim Anlegen einer Spannung hätte er sonst die evtl. geschalteten filigranen Kontakte abgeraucht.

Kontakte.jpg
...Bild 4: Rückseite mit Lötanschlüsse …….... Bild 5: Kontaktbelegung …….... Bild 6: Innenansicht mit Kontakte

Gehäusebau

Der Fertigungsablauf ist wie schon so oft beschrieben und ausgeführt und hat sich bewährt.
Als Holz verwende ich wieder Eisenholz aus Thailand. Es lässt sich sehr gut bearbeiten.

0 Poseidon-Gehäusebau.jpg

Die Uhr ist jetzt eingesetzt. Das Gehäuse ist auf allen Bildern noch nicht lackiert und das Namensschild noch nicht graviert. Die obligatorischen Ausstellfüße für Stationsuhren habe ich mir bei einem Gesamtgewicht der Uhr mit Gehäuse von 1360 gr gespart.

Uhr.JPG
…………………………………... Rückseite...……………………………………………………..…………. Vorderseite



Es grüßt aus dem Spessart der
Wolf (Bonanza)
 
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