Eine große "Domina"

Diskutiere Eine große "Domina" im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Extrem günstige Uhr, keiner will sie haben - ein Job für Monozelle. 😂 Scherz beiseite - @Ruebennase ist meine Zeugin - ich suche schon länger nach...
monozelle

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Extrem günstige Uhr, keiner will sie haben - ein Job für Monozelle. 😂
Scherz beiseite - @Ruebennase ist meine Zeugin - ich suche schon länger nach einer Goliath.

Ich habe sie bereits bei pw.ch gepostet, aber ich dachte, ich probier's auch mal hier.

Tja, endlich. Kabumm. Und auch noch eine "Domina" in schwarzem Outfit. RRrrrr... 😈
62,5 mm Gehäuse-Ø ohne Krone und 156 g auf der Waage.

Weil sie so billig zu haben war, sah ich über das angeknackste und augebesserte Zifferblatt hinweg.
Sie lief nach einem kleinen Schubs gut an, der Verkäufer sprach die Wahrheit, die Uhr läuft, allerdings mit etwas schwächerer Amplitude in Rückenlage. Das Werk machte schon auf den Bucht-Fotos einen guten Eindruck. Sie hat eine Breguet-Spirale und eine monometallische (angesägte) Unruh. 17 Steine seh ich auf Anhieb erstmal nicht, aber ich lass mich immer gerne überraschen. Ich bin schon sehr gespannt auf ihr Innenleben.
Die zahlreichen Kratzer am Sperrkegel bestärken mich, auch weiterhin bei Abspannen einen Zahnstocher zu benutzen. 😁
Ansonsten, kein Rost, das Glas ist prima (und es ist auch Glas). Die Zeiger passen, auch wenn ich die Louis XV nicht so sehr mag. Der Sekundenzeiger ist etwas zu lang.

Das "AR" im Deckel und auch den Namen "Domina" konnte ich trotz des mächtigen Mikrolisks noch nicht so ganz eindeutig zuordnen, und ich bin noch ziemlich lausig in Werksbestimmung. Die Werke, die ich so recherchieren konnte, sahen alle irgendwie anders aus.
Fällt euch was zu der Uhr ein? Vielleicht ein Hersteller?
Was meint ihr, könnte es eine Eisenbahnerin sein?

Domina-Combo.jpg
 
Ruebennase

Ruebennase

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Ich bezeuge :super:

DAs Wek sieht doch fein gemacht aus. Ich hatte mal eine "Domina" aber das war ein nur werksseitig besteintes WErk komplett billiger Machart und zu 100% von einem anderen Hersteller. Nix Breguet und Kompie oder fein polierte Sperräder ...
Das Werk ist auch schön groß und das Innenleben besteht nicht überwiegend aus einer Werkshalterung.

Das hat Gesicht
viel Freude damit
Rübe
 
Badener

Badener

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Ein sehr schönes Teil! Wie groß ist denn das Werk? Und kannst du Bilder der Zifferblattseite des Werkes machen? Beides könnte bei der Identifizierung helfen.
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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HA! Also auch hier ein Problem mit der Steinezahl. Ich sehe auch keine 17. Aber trotzdem ein schöner Schnapp!
Bei der Werksuche kann ich leider auch nicht helfen.

Dafür habe ich Verwirrendes bei Frau Pritchard gefunden:
"Domina" -> See Azura
Bei Azura nachgeschaut: Azura S.à.r.l. Celestin Konrad, Moutier. Andere Modell- und Markennamen: "Domina"
Die Firma war 1951 als Celestin Konrad ohne Azura gelistet. 1966 war sie als Azura für Wanduhren gelistet.

Passt alles nicht so recht zusammen angesichts der Uhr, die du hier zeigst. Die ist deutlich älter. Aber bei Frau Pritchard weiß man manchmal auch nicht so genau, was die sich da zusammengeschrieben hat. Da gehe ich auch nicht über jede Brücke.

Sieht also nach Forschungsarbeit aus ;-)

Na dann viel Spaß!

Grüße,
Unruhgeist
 
monozelle

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Hi @Badener ! Das Werk hat 49,5 mm Durchmesser. Hier die Zifferblattseite.
Die Klebstoffreste stammen von einem angeklebten Zifferblattfuß, der nicht gehalten hat. Ich hab mich sehr gefreut. 😑

3116034

@Unruhgeist - Danke! 😄
Das obere Minutenradlager könnte mal besteint gewesen sein, aber da ist ein Messinglager, sieht eingepresst aus, wären dann auch nur 16 Steine gewesen. Stimmt alles sowieso nicht mehr, denn nach einer Reparatur dreht sich nun auch das Sekundenrad zifferblattseitig in Messing.
 
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monozelle

monozelle

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Die erste kleine Überraschung befand sich schon unter der Lünette. Eine Kitt-artige Masse klebte am Rand an zwei gegenüberliegenden Stellen und war teilweise sogar mit brettharten Resten von Superkleber und einem weiteren pechschwarzen Zeugs vermischt. Das meiste konnte man mit dem Zahnstocher entfernen. Den Superkleber bekam ich leider mit dem Holz nicht weg, und ich kratze lieber nicht mit Metall auf der Brünierung herum. Ist zwar innen an der Lünette, aber muss ja nicht sein, sowas.

3117704

Mmm, lecker. Immer mal was neues... Was der Zweck dieser Aktion war, kann ich nur vermuten. Ich tippe auf Zifferblatt-Fixierung, denn ein Ersatz-Füßchen mit Teller war mit Kleber am Blatt (auf dem Emaille) befestigt - ohne großen Erfolg, wie man sieht. Das Füßchen war lose und wurde nur von der Schraube im Werk gehalten. Das andere ist zum Glück original und sitzt fest.
Weil sich der Kleber unter dem Blatt auch schön auf der Platine verteilt hat, nehme ich mal an, dass mein Vorgänger nicht warten wollte, bis der Kleber trocken war. Er hat das Blatt draufgedrückt und dabei gemerkt, dass der Fuß nicht hält. Um sich Arbeit zu sparen, hat er dann etwas Kitt unter die Lünette gematscht und damit das Zifferblatt fixiert. Von außen war davon nichts sichtbar.

Aber ist natürlich alles nur geraten... eigentlich bin ich ganz froh, dass ich das Zifferblatt überhaupt abbekommen habe, wenn ich mir das so angucke.

3117713

Huii! Was? Eine Spiralrolle aus Rubin? 😳
Optische Täuschung - es handelt sich nur um den Reflex aus dem oberen Lagerstein. Trotzdem ein hübscher Effekt, oder?

3117734
 
ANTARES1958

ANTARES1958

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Schönes Projekt! Kannst Du Dich aber richtig austoben 👍😜
 
monozelle

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Naja. Den Preis für die schönste Lötstelle räume ich damit nicht ab, aber...

3118365

... es hält und es passt. Nach ein wenig Feilarbeit. Bin ja noch Anfänger. Aber vor allem...

3118366

... es läuft. Jetzt auch lagenstabil. Huch, der Hebel gehört auf die Mitte. Wird gleich nachgeholt.

3118367

@Tiktakbrasil hat wohl recht mit seiner Mariage-These. Gegenüber der Werkhalteschraube sieht man einen fast nicht mehr vorhandenen Haltezapfen, da wurde gearbeitet und das hatte wahrscheinlich auch einen Grund. Und der Kitt unter der Lünette - neue Erkenntnis - war nicht nur Zifferblatt-, sondern auch Werk-Fixierung. So ganz ohne Dreck schlottert die Angelegenheit nun doch etwas herum. Mal sehen, vielleicht bastel ich mir eine Unterlegscheibe und schau, was das bringt.

3118368
 
monozelle

monozelle

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So, die Dame läuft wieder. 🙂

3119893

Das Problem mit der Werkhalteschraube habe ich herausgefunden: Das Gewinde drang durch die Platine und stieß aufs Zifferblatt, bevor sie in den Gehäuserand greifen konnte. Bild vor der Reinigung, die Schraube ist vorne zu sehen, das Zifferblatt sitzt hier nicht drauf.
Eine Unterlegscheibe hätte funktioniert, es wäre aber eine irre Akrobatik gewesen, diese bei eingesetztem Werk an die richtige Stelle zu bugsieren - und dazu auch noch die Schraube. An die Stelle kam man schon kaum mit dem Schraubenzieher ran, um das Werk zu befestigen. Also habe ich das Gewinde kürzer gefeilt. Jetzt klappert es nicht mehr.

3119915
 
A

AHVintage

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Gratuliere zum neuen Zifferblattfuß!
Wenn das Lot am Draht genauso gut haftet (sieht man schlecht), wie am Cu-Blech, war das perfekte Arbeit!

Frank
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Klasse Arbeit. Hätte ich nicht hin bekommen. Mich verlässt schon die Lust wenn ich feststelle, dass die Originalität nicht mehr gegeben ist. Aber das ist ja mein Problem - nicht das der Uhren.
Also von daher: :super:

Grüße,
Unruhgeist
 
monozelle

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Danke euch! 😄
 
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Im ersten Anlauf blieb sie nach etwa 7 Stunden stehen. Ich bemerkte, dass sie relativ stark magnetisiert war, konnte das deutlich reduzieren und pustete das Werk mit dem Blasebalg durch. Kriegt man Magnetismus bei den Eisengehäusen überhaupt vollständig weg?
Im zweiten Anlauf lief sie beinahe exakt 48 Stunden (47 Std. 57 Minuten, unter Tragebedingungen in der Hosentasche) und kam danach zum Stehen. Nach einem kurzen Anschubsen tickte sie nochmal etwa 15 Minuten, aber sehr müde...
 
M

Matthias MUC

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Was für ein Entmagnetisiergerät hast Du, die kleine blaue Chinakiste, die zwar funktioniert, aber bei Dauerbetrieb abkocht, oder was anderes? Im Prinzip müßtest Du mit gründlicher Behandlung die ganze Eisenuhr magnetfeldfrei bekommen. Wenn es mit Entmagnetisieren (und Staub hoffentlich rausgeblasen und nicht nur in eine Ecke, wo er geduldig aufg den nächsten großen Auftritt wartet) einen solchen Fortschritt, von 7h auf 48h gibt, hast Du wohl zwei plausible Ursachen beseitigt.
 
monozelle

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Ja, die kleine blaue Kiste, aber bei Selva.de gekauft, von Etic, mit CE Prüfsymbol und zu einem ziemlich „unchinesischen“ Preis. 😉
Edit: Mir fällt gerade noch ein - als sie nach 7 Stunden stehengeblieben war, wollte sie auch nicht mehr anlaufen, trotz Vollaufzug. Da war wohl wirklich irgendwo ein Fussel drin...
 
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Matthias MUC

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Ja, Fussel oder minimale Krümelchen, Schraubenschlüssel etc. sollten eigentlich "digital" = bei Eintreffen an der richtigen Stelle unmittelbar sofort Stillstand auslösen.

3123572

Der einzige Fall, wo ich Staub als gemächlichen "Bremser" auszumachen meine, war meine sehr offen gebaute Damm & Wolff H3 Holzräderuhr. Ich meine, der Pendelausschlag ist einen oder zwei Zentimeter weiter, wenn hinter der Pendellinse kein Flugstaub hängt, der macht wohl signifikant dämpfenden Luftwiderstand. Die Spinnwebenfluse, die mir die Spinne beim Netzputzen von der Decke in die Amanthemmung fallen gelassen hatte, hat unmittelbar zum Stillstand geführt.

lG Matthias
 
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