eine Frage zum einregulieren

Diskutiere eine Frage zum einregulieren im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Ich kenne es,dass Uhren mit der Nase des Rückerzeigers fein justiert werden können, indem man diese Nase eben in Richtung + oder -...
Peter Becker

Peter Becker

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Hallo

Ich kenne es,dass Uhren mit der Nase des Rückerzeigers fein justiert werden können, indem man diese Nase eben in Richtung + oder - verschiebt, jetzt bin ich auf dieses
Bild gestossen, hier gibt es keine Nase, wie verstellt man es hier...????

Ich kööönnte mir vorstellen,dass man mit einem feinen Werkzeug in die winzige
Nut geht ( steht auf meinem Beispielbild genau auf mittig) und so die Verstellung vornimmt, ist diese Vorstellung richtig ???

Viele Grüsse

Peter
 

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Rostfrei

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naja nicht ganz; zum Regulieren (Gang) muss man den Rücker (das Ding mit den zwei Stiften) verschieben - diese Nase ist effektiv lediglich eine Verlängerung genau dieses Hebels
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo Peter Becker

Warum willst du unbedingt mit der Nut das Werk regulieren?

In der Regel wird eine Uhr wie diese dadurch einreguliert, dass man den Rücker bewegt.

Du nimmst also einen passenden Schraubendreher und setzt ihn in der Nähe der oberen Rundung des Rückers an.

Nun schiebst du den Rücker vorsichtig in die gewünsche Richtung.


MfG:
Chro_nos
 
BBouvier

BBouvier

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Nun schiebst du den Rücker vorsichtig in die gewünsche Richtung.
Vorsichtig!
=>
"Sieht man" mit blossem Auge dass sich überhaupt (!) etwas "bewegt" hat,
dann kann die Uhr bereits glatt eine Minute/Tag (oder mehr) den Gang ändern...

Gruss,
BB
 
Peter Becker

Peter Becker

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Danke für Eure Antworten, ich bin,als Neuling, dabei, meine theoretischen Kenntnisse etwas aufzubessern.

@Chro_nos

Ich will es praktisch nicht machen, es ist nur eine rein theoretische Frage,da es mich interessiert, ich selbst gehe an die Werke nie selbst,da ich dazu noch
keine Erfahrungen gesammelt habe und ich will keinesfalls etwas zerstören.

@ BB

Ja, dass kann ich mir sehr gut vorstellen,dass man hier seeeeehr feinfühlig ran muss,damit man nicht gleich viel, zuviel verstellt.

Viele Grüsse

Peter
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo Peter Becker


Nur Mut.

Mit einer ruhigen Hand und einem richtig angeschliffenem Schraubendreher dürfte das kein Problem sein.

Falls du dir zu Anfang die Regulierung einer Kleinuhr jedoch nicht zutraust, beginne doch mit einem alten Wecker.

So begann vor langen Jahren ein Grossteil der Uhrmacherlehrlinge seine Lehre.

Der Vorteil bei einem Wecker ist, dass du dir alle Einzelteile, auch ohne starke Lupe, genau ansehen kannst.

Auch die Funktionsweise von Rücker, Spirale etc. ist gut zu sehen.

So können Anfänger sich langsam aber stetig steigern, und die Angst etwas zu zerstören wird weniger.

Nach einer gewissen Zeit werden dir dann solche "Probleme" als Kleinigkeiten erscheinen.

Viel Erfolg beim Üben!

MfG:
Chro_nos
 
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Peter Becker

Peter Becker

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Ja, Danke für den Tipp, die Sache mit dem Wecker ist eine Spitzenidee, ich werde mich gleich mal auf die Suche nach einem dementsprechenden "Versuchsobjekt" machen.

Viele Grüsse

Peter
 
Flippes

Flippes

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Hallo ihr "Schrauber",

ich darf mich mal einklinken und hierzu auch noch einige Fragen stellen.

Gibt es bei Uhren, außer besagtem Rücker, eigentlich noch weitere Möglichkeiten diese zu regulieren?
Abgesehen von den Fertigungsgenauigkeiten ist das Einregulieren ist doch bestimmt u. a. auch von der Reibung der Lager abhängig? Gibt es hier ebenfalls irgendwelche Einstellmöglichkeiten?
Wie wird denn z. B. diese COSC-Genauigkeit erreicht?
Wird hier schon mal eine Vorauswahr des gesamten Werkes getroffen, bevor es an das Regulieren geht?
Da müsste ich doch auch was in der jeweiligen Lage einstellen können, oder?

Schon mal danke für eure Antworten! :)
 
el_relojero

el_relojero

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@Flippes:

Wenn ich es richtig verstehe, sollte die Ganggenauigkeit einer Uhr alleine durch die Eigenfrequenz der Spirale in der Unruh definiert sein. Die Kraft der Spannfeder bewirkt eine Bewegung der Zahnräder, die nur durch die Schwingung der Unruh (plus Hemmung) gesteuert wird. Diese Bewegung bleibt für kleine oder grössere Reibung im Uhrwerk gleich.
Erst wenn die Reibung in den Lagern so gross wird, dass sie die Bewegung der Räder (teilweise) verlangsamt oder hemmt, beinflusst die Reibung auch den Gang der Uhr. Dann ist es aber mit der Ganggenauigkeit vorbei (die Reibung lässt sich nicht exakt dosieren und ist stark temperaturabhängig).

Durch Verschieben des Rückers oder Spiralschlüssels verändert man die effektive Länge der Spirale und damit die Eigenfrequenz der Unruh. Damit kann man die Ganggenauigkeit einer Uhr sehr fein dosieren. Eine geniale Konstruktion. Entspricht genau der Pendellänge einer Pendeluhr.
 
Flippes

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Ja sicher, soweit - so klar. Danke für die Erläuterung. :super:

Was mach ich aber, wenn in einer bestimmten Lage die Uhr plötzlich "aus dem Ruder läuft"? Dann eben nix COSC?
 
el_relojero

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@Flippes:

Dass eine Uhr in verschiedenen Lagen unterschiedlich schnell läuft, hat mit der Gravitation zu tun. Je nach Lage der Uhr unterstützt oder behindert die Gravitation das Pendeln der Unruh mehr oder weniger.
Durch sorgfältige (und aufwendige = teuere) Konstruktion kann man den Einfluss der Gravitation verringern. Werden gewisse Grenzwerte unterschritten, bekommt das Werk das COSC Zertifikat (Chronometer).

Dass es auch preiswerter gehen kann, habe ich in [post=814717]diesem Thread[/post] festgestellt. Dort habe ich ein chinesisches Billigwerk mit Handaufzug (Shanghai Kaliber ZSE) optimal reguliert. Seither sind gut drei Wochen (mit der Uhr am Handgelenk) vergangen und das Werk zeigt einen sehr konstanten Gleichlauf mit insgesamt 5 Sekunden Nachlauf (in >3 Wochen!). Das sind absolute Chronometer Werte.

Edit:
Dann eben nix COSC?
Erst jetzt habe ich Deine Frage wahrscheinlich richtig verstanden: Du willst wissen, ob man noch woanders "drehen" kann, wenn das Werk (nur) in einer bestimmten Lage schneller oder langsamer läuft.
Meines Wissens ist das nicht der Fall. Auch die Damen und Herren im "Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres" drehen (vermute ich mal?) nur am Rücker. Und wenn dann der von Dir angefragte Fall eintritt, passiert auch das, was Du vermutest: Nix war's mit dem COSC-Zertifikat.

Im übrigen habe ich zwar überhaupt nichts gegen die COSC Prüfung einzuwenden. Aber den Dauertest am Handgelenk im rauen Alltag halte ich ebenfalls für sehr wertvoll. Immerhin wird dabei die komplette Uhr getestet (im COSC nur das nackte Werk ohne Gehäuse und Zeiger) und man hat ebenfalls alle möglichen Lagen und Temperaturunterschiede. Dazu kommen noch die verschiedensten Bewegungen und unkontrollierbare Erschütterungen. Wenn die Uhr unter diesen Bedingungen über lange Zeit sehr genau geht, bekommt sie von mir das Prädikat "wie ein Chronometer".
Es soll auch schon passiert sein, dass ein COSC zertifizierter Chrono sich im Alltag nicht so verhalten hat, wie erwartet ... ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
el_relojero

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Danke, Rostfrei.

Habe verstanden und ist ja auch logisch: Die korrekte Funktion der (Anker)Hemmung hat natürlich auch Einfluss auf die Ganggenauigkeit.
Ein zu grosser "verlorener Weg" ist eine Möglichkeit für fehlerhafte Hemmung.
Am Beispiel der Graham-Hemmung sagt Google: "Der 'verlorene Weg' ist die Winkelstrecke des Ankerrades, von dem Punkt an, an dem ein Ankerradzahn freigegeben wird, bis zu dem Punkt an dem der andere Ankerradzahn auf die Ruhefläche trifft."
Ein anderer (häufigerer) Fehler bei der Ankerhemmung sind zu weit oben oder zu weit unten positionierte Paletten.
 
carpediem

carpediem

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Durch Verschieben des Rückers oder Spiralschlüssels verändert man die effektive Länge der Spirale und damit die Eigenfrequenz der Unruh. Damit kann man die Ganggenauigkeit einer Uhr sehr fein dosieren. Eine geniale Konstruktion. Entspricht genau der Pendellänge einer Pendeluhr.
Du meinst sicher "funktioniert wie die Längenverstellung des Gewichtes bei einer Pendeluhr".

Grüße...carpediem
 
el_relojero

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Hallo, carpediem.

Ja, genau das meine ich. Und ich habe etwas nachlässig formuliert, nämlich das Adjektiv "effektiv" vergessen. Sorry.
Mit der "Längenverstellung des Gewichtes bei einer Pendeluhr" verändert man nämlich die effektive Pendellänge.
Mein Satz hätte lauten sollen: "Entspricht genau der Veränderung der effektiven Pendellänge einer Pendeluhr"
 
JungHans

JungHans

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Ja sicher, soweit - so klar. Danke für die Erläuterung. :super:

Was mach ich aber, wenn in einer bestimmten Lage die Uhr plötzlich "aus dem Ruder läuft"? Dann eben nix COSC?
Hallo,
die Uhrmacher haben zb die Möglichkeit die Unruh auszuwuchten um Schwerpunktfehler auszugleichen.
Die Uhrmacher hier können das bestimmt noch erklären.

Gruss
 
el_relojero

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@JungHans:

Du hast recht. Auswuchten der Unruh ist eine Voraussetzung für das symmetrische und gleichmässige Schwingen.
Aber ich denke nicht, dass das in der COSC gemacht wird. Potentielle Chronometer verlassen das Werk (hoffentlich!) mit ausgewuchteter Unruh.
 
Rostfrei

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Ein anderer (häufigerer) Fehler bei der Ankerhemmung sind zu weit oben oder zu weit unten positionierte Paletten.
ich glaube wir schreiben vom selben...
zu weit oben/unten ist ziemlich relativ; passender wäre zu seicht/zu tief, also in welcher Position sich die Paletten im Anker befinden - und genau das beeinflusst den verlorenen Weg
 
el_relojero

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Hallo Theo

In der Quelle, die ich gefunden hatte, wird unterschieden:
a) die Dicke der Paletten, welche im wesentlichen für den verlorenen Weg verantwortlich sein soll
b) die Position der Paletten, die für verschiedene Gangfehler verantwortlich sein kann

Konkret zu a): Paletten zu dünn / schmal hat zur Folge, dass der verlorene Weg zu gross wird

Besten Gruss
Nico
 
Flippes

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...
Edit:
Erst jetzt habe ich Deine Frage wahrscheinlich richtig verstanden: Du willst wissen, ob man noch woanders "drehen" kann, wenn das Werk (nur) in einer bestimmten Lage schneller oder langsamer läuft....
Ganz genau. So hatte ich es eigentlich gemeint. :super:


Zitat von JungHans
Hallo,
die Uhrmacher haben zb die Möglichkeit die Unruh auszuwuchten um Schwerpunktfehler auszugleichen. ...
Ah ja, das wäre also eine Möglichkeit. Aber viel mehr wird es wohl dann nicht mehr geben, oder?
 
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