Eine etwas andere Uhr die tatsächlich läuft

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clavicembalist

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Hallo an alle,
nachdem ich im Netz vor Wochen diesen Bausatz sah, dachte ich mir, ich probiere es mal diesen zu bauen.

20140327_095809.jpg

20140327_095755.jpg

Im Bausatz enthalten sind 24 Kartonblätter mit vorgestanzten Einzelteilen (421)
Dazu noch ein Beutel welches die Wellen und Lager sowie die Stahlzapfen und das Seil enthält.

Alleine das heraustrennen der einzelnen Teile dauert Stunden.

Begonnen wurde mit dem Gehäuse, welches zusammengeleimt wurde.
sind Vorder- und Rückwand verleimt ,werden die Seitenwände zusammengesteckt und mittels kleinen Keilen gesichert.

Man bekommt nun den ersten Eindruck wie groß die Uhr wird.

Weiter geht es mit dem Anker und dessen Lager.
Der Anker besteht aus 15 Lagen die übereinander geklebt werden müssen.
Dadurch erhält er seine Dicke und Stabilität.
Damit alle Teile genau aufeinander liegen nahm ich verschiedene Achsen aus Stahl zur Hilfe.
Liegen alle Lagen aufeinander muss das ganze gepresst werden.
Aber zu 100% passen die Lagen nie.
Daher kam mein Drehmel zum Einsatz, mit dem ich in kombination einer Schleifscheibe und einem Diamantzylinder die Teile geglättet und angeglichen habe.
Natürlich muss der fertige Anker noch lackiert werden damit er sich in seine einzelnen Teile nicht wieder aufspaltet.
Da ich noch Zaponlack besitze kam dieser zum Einsatz.
Seine Eigenschaft sehr schnell zu trocknen kam bei dieser arbeit sehr zu gute.
ich habe ihn bestimmt bis zu 15 mal lackiert, bis er aussah wie aus Glas.

Die gleichen Prozeduren gingen dann bei allen anderen Teilen so weiter.
Die großen Zahnräder (4) bestehen aus jeweils 5 Lagen und die dazugehörigen Triebe aus bis zu 15 Lagen Karton.
Alles muss sauber und glatt bearbeitet werden.
bei dem ersten Rad dachte ich, ich würde nie fertig werden;-)

Zwischendurch werden auch die Gewichte hergestellt, sie bestehen aus Mehreren Schuppen die auf Ringe gesteckt und verleimt werden.
diese müssen befüllt werden.
Ich nahm jeweils 1Kg Bleikugeln für die Füllung.

Das Pendel besteht aus 4 Stäben (wieder jeweils 5 Lagen Karton) die ineinander gesteckt werden.
und wieder bekommt man das Ausmaß der Uhr vor Augen geführt - Über einen Meter misst der Stab.

Nachdem ich nun alle Teile fertig bearbeitet hatte wurden die Wellen hergestellt.
In eine Papprolle wird die Stahlachse geschoben,ausgefüllt mit Papier wird es zunächst verleimt, kleine gelochte Endstücke runden die fertige Welle nun ab.

Kleine Messinglager werden nun in die Vorder- und Rückwand verleimt.

Der Gedanke das diese Uhr laufen soll, war für mich noch immer unvorstellbar.
Schien jedoch nicht unmöglich. ..

alle Zahnräder und Triebe müssen nun auf den Achsen verleimt und ausgerichtet werden.
Jetzt konnte ich das erstemal testen ob sich die Räder auch alle vernünftig drehen.
und es klappt.

Letzten Samstag habe ich dann die Gewichte eingehangen und versucht die Uhr zu starten.
sie lief, jedoch passte an der Hemmung etwas nicht.
Die Kontrolle zeigte, die Ankerklauen waren zu lang und mussten gekürzt werden, bis der Eingriff passte.

Um sie besser regulieren zu können muss das Pendel beschwert werden.
dazu dienen die aufgeleimten Taschen auf der Vorder- und Rückseite.
Hier kamen wieder die Bleikugeln zum Einsatz, welche ich mittels einer Zange platt gedrückt habe.
Circa 15 Stück in jede Tasche.

Einige Arbeitsschritte habe ich nicht weiter aufgeführt, also solltet ihr Fragen haben nur zu:-)

und hier der Beweis das sie wirklich läuft.

Viele Grüße
Christian

 
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Der Stromer

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;-) Christian, Vorsicht mit offenem Feuer oder so!:shock:

Doll, was et so all jibbet!:D Und gut geklebt hast Du!:klatsch:
 
clavicembalist

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Hatte die einzelnen Arbeitsschritte leidet nicht festgehalten da ich sie erst nicht vorstellen wollte
dachte das Projekt ist zum Scheitern verurteilt; -)
Reiche aber gerne nochmal Bilder im Detail nach.

grüße
Christian

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@Stromer
da ist echt wahnsinnig viel Leim draufgegangen.
fast ne ganze Flasche :shock:

und Lack ohne ende hat sie von mir bekommen...hoffe sie ist nicht nachtragend;-)
 
clavicembalist

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Noch gaaaanz vergessen zu erwähnen, sie läuft sogar sehr genau.
kleinere Differenzen kann ich noch durch das Pendel ausgleichen, jedoch ist bis dato alles im +/- 0 Bereich ;-)
 
Badener

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Ein spannendes Teil. Kaum zu glauben, dass es läuft ;-). Und was für eine Wahnsinnsarbeit. Hut ab!

Gruß
Badener
 
El Loco

El Loco

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Das will ich auch - und ganz unbedingt!

Sehr cool, das gefällt mir. Toll gemacht! :super:
 
clavicembalist

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Wer sie auch bauen möchte sollte mal in der Bucht schauen.
habe da wieder einen Bausatz gefunden. ...Bescheid ;-)
Aber etwas hoch der Preis :-(

etwas abändern musste ich beim Bausatz jedoch schon...
ursprünglich war die Achse vom Anker aus Holz sowie der Stift der Ankergabel.
Diese habe ich ersetzt durch Tamponstahl den ich noch in meiner Bastelkiste hatte.
So wird die Reibung um einiges gemindert.

auch wenn es nur Pappe ist aber Stahl ist glatter als Holz.

Ich überlege momentan diese Uhr aus Holz nachzubauen, jedoch das Gehäuse etwas abzuändern.
Auch würde hier mein Grahamanker mit Stahlpaletten zum Einsatz kommen den ich bereits in meiner Buco Uhr verbaut hatte.
Eventuell würde ich noch das Ankerrad um 2 bis 3 Zähne erweitern um ein Sekundenpendel zu bekommen.
Aber DIESES Projekt braucht noch seine Zeit.
Hinzu müsste ich eine Fräse besitzen die Computergesteuert ist.
Daher begnüge ich mich erstmal mit dem netten Spielzeug;-)

Weiß jemand von euch welcher Lack noch so gute Eigenschaften besitzt wie der Zaponlack?
Wichtig ist mir das dieser so hart wie möglich aushärtet.
Habe wohl etwas zu viel Lack geschnüffelt. ...*lach*

Gruß
Christian
 
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G

gleiter

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Weiß jemand von euch welcher Lack noch so gute Eigenschaften besitzt wie der Zaponlack?
Wichtig ist mir das dieser so hart wie möglich aushärtet.
Grüße Dich!

Schau mal nach Petersburger Lack. Ist ein Lack auf Schellackbasis, härtet sehr gut aus, ist relativ leicht zu verarbeiten. Einstellen mit Spiritus.

Wird in der Möbelrestauration verwendet und gibt es inzwischen fix fertig zu kaufen. Z.B. hier: Petersburger Lack

Gruß, André.
 
MikeHD

MikeHD

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Tolle Arbeit!! Und auch eine tolle Idee, diese Pappuhr.
 
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osterguentermann

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Beide Daumen hoch für diese aufwändige Bastelarbeit!
BTW: wird das Werk irgendwo geölt?
 
derTeichfloh

derTeichfloh

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Wow ! Tolle Sache. Da weiß man, was man hat - eben der eigenen Hände arbeit.

Danke für das Vorstellen.
Hast du noch Bilder vom Bau? Würde ich gern sehen.

Gruß,
derTeichfloh
 
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Ja das Werk wird auch geölt.
Jedoch sehr sparsam in den Lagern.
Auch habe ich ein paar spitzen des Hemmungsrades geölt.
Durch den Lack dringt dort nichts in die Pappe ein.


Leider habe ich keine Bildet vom Bau erstellt, da ich diese Uhr nicht vorstellen wollte.
Hatte mich aber dann doch spontan dazu entschlossen.

Mache aber noch Detailfotos wenn ich wieder zuhause bin.
Genieße seit gestern meinen wohlverdienten Urlaub :-)

Und vielen Dank an alle für euer Lob

Nette Grüße
Christian
 
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