Revision Ein Werk von MAUTHE wieder zum klingen gebracht.

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Der Stromer

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Mauthe Werk einer Wanduhr ca. 1920 – 30


Mal keine Jahresuhr, sondern das Werk einer Wanduhr, Hersteller Uhrenfabrik MAUTHE, ca. 1920. 8-Tage-Werk mit Blechanker, Schlagwerk mit Rechen auf drei Tonstäbe. Pendellänge 48cm.

Das Baujahr dieser Uhr lässt sich nicht genau feststellen, da keine weiteren Marken als die auf dem Ziffernblatt vorhanden sind. Aber das Ganze trägt die Handschrift von Mauthe.

Über die Uhr wurde schon lange hier im Forum berichtet und spekuliert. Der Schlag war langsam und ungenau, teilweise streikte nach wenigen Tagen das Schlagwerk. Ähnlich war es mit dem Gehwerk.

Viele gut gemeinte Ratschläge später hat mich dann der Besitzer direkt Angeschrieben und um Rat gefragt. Wir wurden uns schnell einig und das Werk wurde auf den Weg gebracht.

In einer speziell für das Werk konstruierten Kiste kam dann das Ganze bei mir an.
Nun, der Zustand war schlimmer, als auf den Bildern vorher zu sehen. Schmutz und verkrustetes Fett von Jahrzehnten ließen nichts Gutes ahnen.
3028-Ziffernblatt.jpg
3026-Rueckansicht.jpg

Also erst einmal alles demontiert. Öl und überall Öl. Wie in einem Altölfass. Die erste Reinigung im US-Bad brachte fast nichts. Dann das Ganze eingeweicht und nochmal ab ins US-Bad.
3040-Ungereinigt.jpg

Nun, schon besser. Dann mit Bürste und Reinigungsmittel an die Platinen und die Räder. Das konnte sich dann sehen lassen. Noch ein wenig Nacharbeit und die Fehler zeigten sich auch schon: Zwei Lager vom Schlagwerk waren stark eingelaufen und müssen ersetzt werden.
Lager_0004.jpg
Sternradlager_0002.jpg


Die Zapfen haben die jahrelange Tortur zu meiner Überraschung sehr gut überstanden. Hier war nur Polieren angesagt.
3093-Es-bewegt-sich-was.jpg
3094-Fast-zusammen.jpg
3097-Seitenansicht.jpg

Nachdem diese Arbeiten erledigt waren, kamen das Ziffernblatt und die Pendellinse zum Waschen. Waschen im wahrsten Sinne des Wortes: Vorsichtig mit Geschirrspülmittel und einer sehr weichen Bürste. Das Ziffernblatt und die Pendellinse sind nämlich versilbert und das ist sehr empfindlich gegen rohe Behandlung. Aber auch diese Teile haben ihr Bad gut überstanden und strahlen fast wie neu!
3028-Ziffernblatt.jpg

Natürlich kamen auch die Federn aus den Häusern und wurden gereinigt.
3082-unten-die-Saubere.jpg
Oben noch ungereinigt im Haus und unten schon blitzblank.

Nun zur Montage. Das Gangwerk überhaupt kein Problem, das Schlagwerk benötigte einige Beachtung, da die Stellung von Schöpfer und Stopprad beachtet werden muss (diese Stellung läßt sich im Nachhinein nicht ohne Demontage korrigieren). Der Hebestern und die Stundenstaffel lassen sich auch nachträglich einrichten.
3094-Fast-zusammen.jpg

Die Pendelfeder war in Ordnung und konnte verwendet werden, aber der Ankerstab war bei der Aufhängung der Pendelfeder schon mal (schlecht) gelötet worden. Hier habe ich – hoffentlich – besser gearbeitet und eine fest Verbindung hergestellt und gleichzeitig auch den „Schiefstand“ des Ankerstabes beseitigt.

Jetzt kam die Ölung an die Reihe. Alle Lager und Auflagen der Hebel bekamen ihr Fett weg. Die Federn wurden aus den Häusern genommen, gereinigt und auf Sicht überprüft. Dann gut gefettet und wieder eingebaut. Kein Haften mehr, sauberes Gleiten beim Aufziehen war der Dank.

Dann das Werk mit Ziffernblatt und Pendel zum Justieren auf den Galgen Marke Eigenbau! Der Schlag funktionierte sofort richtig, der Gang brauchte ein wenig länger. Die 3 Hammerköpfe bekamen auch neues Leder verpasst.
3105-Am-Galgen.jpg

Den Gang habe ich über 1 Woche beobachtet, für ein Blechankerwerk sehr genau: +1 Minute in einer Woche. Mehr brauchte ich wohl nicht machen, da das Werk ja noch einen langen Weg vor sich hatte und der Besitzer ja auch noch was zum Schrauben haben sollte.

So, das war es von einer alten MAUTHE, die jetzt wohl wieder einen zweiten Uhrenfrühling erleben darf.
 
Philipp

Philipp

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Hallo Rolf-Dieter,

schöner Fuchs aus Graz - toll wieder Aufgearbeitet.
Die Bilder von den eingelaufenen Lager beim Schlagwerk erinnern mich an meine beiden Seiko Kandidaten (eine mit Gangreserve-Anzeige).
Gleicher "Schaden" - bei der einen mehr, bei der anderen weniger schlimm. Beiden hat ein Aufenthalt in der Werkstatt von Marlies sehr gut getan....





 
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