Ein Versuch: Revision eines Raketa 2609.A1

Diskutiere Ein Versuch: Revision eines Raketa 2609.A1 im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Moin! Wie ich bereits hier geschrieben habe, habe ich eine HAU "Raketa" auf dem Tisch, die nicht mehr läuft. Darin ist ein Kaliber 2609.A1, das...
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Moin!

Wie ich bereits hier geschrieben habe, habe ich eine HAU "Raketa" auf dem Tisch, die nicht mehr läuft. Darin ist ein Kaliber 2609.A1, das so aussieht:

raketa_vorn.jpg

raketa_hinten.jpg

Das zunächst offensichtliche Problem war, daß ich eine merkliche Höhenluft der Unruh bemerkte, geschätzt vielleicht 1 - 3 Zehntel mm. Der Verdacht auf einen abgebrochenen Zapfen kam auf, also baute ich die Unruh aus und stellte sie vor:

unruh_1.jpg

Allerdings sehen beide Zapfen gut aus, das heiß gleich lang. Ebenso sah ich, daß der Unruhkloben normal fest angeschraubt war, es keine "illegalen" Zwischenlagen gibt und nichts verbogen aussieht. Warum auch? Nach Angebe des Vorbesitzers lief die Uhr "bis zum Schluß" - naja, alles läuft bis zum Schluß :D.

Also zog ich die Uhr mal ein Stück auf, beobachtete das Ankerrad und wackelte am Anker - und nichts drehte sich. Am Ankerrad kommt keine Kraft an. Also ist noch mehr im Argen...

Ich habe mich entschlossen, dieses Werk als meinen zweiten ernsthaften Versuch der Uhrmacherkunst zu nehmen. Es sieht recht sauber aus und es wäre schade, so eine Uhr wegzuwerfen - immerhin hat das Werk eine Breguet-Spirale und eine Schraubenunruh.

Nun brauche ich sicher wieder eine Menge Unterstützung, denn mein neuliches UMF-69-Projekt war zwar gut gelungen, aber technisch weit weniger kompliziert (für mich).

Ich würde mich zunächst über ein paar Tips zum Einstieg freuen. Die Zugfeder ist schon entspannt, die Unruh raus. Ich würde jetzt den Ankerkloben entnehmen - damit wären die "feinen" Sachen in Sicherheit.

Meine weitere Vorstellung:

- den Sperrkegel raus (ist da ne Feder drunter, die flüchten möchte?),
- dann das Federhaus (die große Schraube in der Mitte?),
- das Kronrad (das ist doch keine Schraube in der Mitte!?),
- die dreieckige Platine runter,
- alle Räder raus,
- den Aufzug (Kupplung etc) ab.

Um die Unruhe kümmere ich mich danach. Ich möchte gern die Spirale vom Kloben trennen, damit ich ans obere Lager komme - obwohl, das geht vielleicht einfacher und gefahrloser durch das Öffnen der oberen Stoßsicherung (fliegt da die Feder gern weg?). Aber so weit bin ich noch nicht :-).

Ich freue mich drauf und bitte Euch um Mithilfe.
 
Rostfrei

Rostfrei

Dabei seit
05.07.2010
Beiträge
1.712
Ort
Jena & Dresden
Hallo Ralph,
im Prinzip kannst Du einfach drauf los schrauben - aber alles ruhig und langsam
- Abspannen
- Anker raus
- Freilauf/Rundlauf der Räder prüfen + Höhenspiele; evtl richten
- Sperrrad entfernen
- Sperrkegel entfernen (ja, vmtl Feder darunter)
- Kronrad runter (Achtung Linksgewinde! sichtbar an der Schraubenmarkierung mit den zwei Strichen)
- Räderwerksbrücke runter
- alle Räder raus (Viertelrohr ist vmtl aufgepresst!)
- Federhausbrücke runter
- drehen und Aufzug zerlegen
- alle Lager prüfen und am besten mit Putzholz vorreinigen
- Spirale (die übrigens sehr dezentriert aussieht) montieren und die Stosssicherungen entfernen (brückenseitig vorsicht mit der Federhalterung) imho brauchst Du die Spirale nicht abbauen, da von oben geölt werden kann
- Federhaus zerlegen und dann alles reinigen (ohne Zugfeder!)

jetzt bist Du vermutlich erstmal beschäftigt ... ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Labrador

Labrador

Dabei seit
08.07.2009
Beiträge
1.535
Ort
Kreis Bielefeld
Hallo Ralph,

mach am besten viele Fotos von deinen einzelnen Demontageschritten - das hilft dir, die Teile nach der Reinigung wieder an die richtige Stelle zu bekommen und erfreut auch bestimmt viele hier im Forum (du musst sie natürlich veröffentlichen...)

Die Uhr hat eine Breguetspirale, d.h. der letzte Spiralumgang ist hochgebogen und läuft in einer bestimmten Kurve über den Rest der Spirale. Auf deinem zweiten Bild sieht es so aus als wäre sie verbogen (sehe grade, dass Theo darauf schon hingewiesen hat). Sie liegt nicht konzentrisch und beult sich in Richtung Anker raus. Da musst du auch Richten, sonst wird sie nicht ordentlich laufen können.

Beí den meisten Breguetspiralen gibt es keinen Verschluss am Spiralschlüssel - da kannst du einfach das Spiralklötzchen lösen und die Spirale fällt nach unten raus. Der Spiralschlüssel sollte nur aus zwei Stiften bestehen.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Viele Grüße

Jörn (Labrador)
 
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Also, wie erwartet kommt gleich ein ganzer Rezeptblock von Euch, vielen Dank! So werde ich es wohl auch diesmal schaffen :-).

Eben war ich beim Uhrmacher wegen einer anderen Sache und habe ihn mal nach der klappernden Unruh gefragt. Ja, sagt er, das ist öfter mal so bei russischen Uhren - die haben es mit den Toleranzen nicht so genau genommen... Übliche Abhilfe sei tatsächlich das einseitige Unterlegen von Seidenpapier oä. unter den Unruhkloben, damit er ein Mü kippt und damit die Luft verkleinert wird. Hätte ich nicht gedacht. Die Anmerkungen im Vorgänger-Faden wie "guck mal nach Unterlagen" sind also wirklich ernst gemeint :-). Also scheint die Unruh tatsächlich okay zu sein.

Was die Spirale betrifft: ich glaube nicht, daß da schon jemals einer dran war (sagt der Vorbesitzer). Vielleicht unterliegt die auch nur der "russischen Toleranz"? ich werde das jedenfalls mal genauer ansehen. Vielleicht bekomme ich sie wirklich so leicht raus, wie Du es beschreibst, Jörn, da werde ich es ja sehen. Aber das ist der letzte Akt.

@Rostfrei, danke für den Tip mit dem Linksgewinde! Aha, dafür ist diese Markierung. Warum es linksrum geht, weiß ich.

Ja, natürlich gibts wieder Fotos und einen Bericht. Ich weiß, wie wichtig sowas ist :-).
 
Rocketman

Rocketman

Dabei seit
19.09.2009
Beiträge
1.392
Ort
Saarland
Natürlich war das mit dem 'guck mal nach Unterlagen unter dem Unruhkloben' ernst gemeint, was denkst Du denn? ;-)

Kleiner Tipp unter Schraubern:
Ich würde als erstes nur mal den Anker sowie ziffernblattseitig das Stundenrad entfernen und den ganzen Rest so lassen wie er ist.
Dann vorsichtig ein wenig aufziehen und schauen, ob sich das Räderwerk dreht.
Das kann bei der Fehleranalyse hilfreich sein.

Möglichkeit 1:
Das Räderwerk dreht sich, eventuell auch erst nach einem kleinen 'Anschieben'.
Folgerung: Aufzugsfeder und Räderwerk sind weitestgehend intakt (spätere Reinigung trotzdem unabdingbar!), vielleicht ein Fehler am Anker.

Möglichkeit 2: Das Räderwerk dreht sich nicht, obwohl die Aufzugsfeder spannt.
Folgerung: Fehler im Räderwerk, Zapfen gebrochen oder irgend etwas klemmt, kann auch ein Schmutzpartikel im Räderwerk sein.

Möglichkeit 3: Du kriegst gar keinen Zug auf das Räderwerk.
Folgerung: Wohl ein Fehler bei der Aufzugsfeder oder im Bereich der Aufzugsmechanik.

Natürlich kann man das alles auch nach der Reinigung machen.
Wenn aber beispielsweise ein Schmutzpartikel oder verharztes Öl das Räderwerk blockiert hatte und dieser Fehler nun verschwunden ist, hat man plötzlich ein laufendes Werk und weiss nicht so recht worin der Fehler eigentlich bestanden hat.

Die kleine Prüfung dauert nur wenige Sekunden und hat mir schon oft bei der Fehlersuche geholfen.
 
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Natürlich war das mit dem 'guck mal nach Unterlagen unter dem Unruhkloben' ernst gemeint, was denkst Du denn? ;-)
Ich hatte das schon ernst genommen, aber für einen Hinweis auf früheren Pfusch gehalten (ist es ja im Grunde auch). Daß "man" sowas ernsthaft macht (sicher nicht bei IWC ;-) ), hätte ich allerdings nicht gedacht!

Danke für die Tips zur Analyse, so werde ich das machen. Mich juckts schon in den Fingern...
 
Rocketman

Rocketman

Dabei seit
19.09.2009
Beiträge
1.392
Ort
Saarland
Na dann viel Spaß und Erfolg beim Reparaturversuch!
Ich drück die die Daumen.

Und falls was schief geht - kein Problem.
Ich habe ein laufendes 2609b als Ersatzteilspender reingekriegt.
 
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Dann woll'n wir mal. Ich habe "ein Versuch" drüber geschrieben, weil ich nicht weiß, ob das Vorhaben gelingt. Das Räderwerk läßt sich nämlich nicht bewegen. Aber der Reihe nach.

Die Feder ist schon entspannt, die Unruh raus. Den Anker mitsamt seinem Kloben habe ich auch schon draußen. Davon habe ich kein Bild gemacht, leider vergessen :-).

Dann habe ich Sperrrad und -kegel rausgebaut. Unterm Kegel ist die erwähnte Feder aus Draht, deren Enden entgegengesetzt gebogen sind:

01_sperrad_kegel.jpg

Hier nochmal die Teile des Sperrkegels, man sieht schön die gebogenen Enden der Feder:

02_sperrkegel.jpg

Jetzt habe ich gleich noch das Kronrad abgeschraubt und nicht mal das Linksgewinde vergessen :-). Gut, als nächstes kommt die Brücke vom Räderwerk ab:

03_ohne_raederwerkbruecke.jpg

Jetzt stehen 3 Räder frei da, ich konnte sie einfach wegnehmen. Zu meiner Weiterbildung: wie heißen die beiden gleich großen oben neben dem Ankerrad?

Hier sehen wir noch den Kloben für die Stundenwelle (?), der muß dann auch noch runter:

03_stundenradkloben.jpg

Hier nochmal ein Bild schräg ins Werk in diesem Zustand. Dabei habe ich noch die Lage des Ankerklobens markiert:

04_raederwerk_seitlich.jpg

Jetzt ist fast das ganze Räderwerk weg, nur das Stundenrad (?) ist noch übrig und der gesamte Aufzug:

05_nackt_mit_federhaus.jpg

Jetzt kommt die Federhaus-Brücke runter, damit das Federhaus rausgenommen werden kann. Hier krümelt der Dreck :-) :

06_federhausbruecke.jpg

Jetzt habe ich das Werk umgedreht, um den Aufzug auszubauen. Zunächst mal ein Bild davon komplett. Neben dem Minutenrad sieht man das Trieb zum Stellen. Minutenrad? Stimmt eher nicht - ist das nicht für die Stunde? Dann wäre die Beschriftung falsch, sorry:

07_aufzug_komplett_1.jpg

(Ich muß mich wohl doch endlich mal ein bißchen mit dem grundsätzlichen Aufbau befassen. Immer wieder liege ich falsch bzw benenne etwas falsch. Korrigiert mich bitte!)

Jetzt ist der Aufzug dran. Das sind recht viele Teile, hoffentlich bekomme ich das wieder zusammen:

08_aufzug_komplett_2.jpg

Haben die 3 benummerten Teile Namen?

Hier ist die große gabelförmige Feder runter und gibt den Blick ins Innere frei:

09_aufzug_geoeffnet.jpg

Dann sind mir schon gleich mal die beiden Zahnräder links von der Kupplung in den Werkhalter gefallen und ich habe nicht gesehen, wie rum sie sind. Das ist aber eindeutig, weil die Verzahnung nur in einer Zusammenstellung paßt.

Jetzt muß einen neuen Beitrag aufmachen, ich darf nur 10 Bilder pro Beitrag einbauen (Blöd! Viel zu wenig!).
 
Zuletzt bearbeitet:
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Hier sind also nochmal alle Teile des Aufzugs:

10_aufzug_teile.jpg

Und hier die Teile des Antriebs für den Stell-Mechanismus:

11_stellantrieb.jpg

So, jetzt ist das ganze Werk leer bis auf Stundenwelle und Minutenrohr. Letzteres bekomme ich mal wieder nicht ab, nicht für Geld und gute Worte rührt es sich von der Stelle. Übrigens klappert die Welle ganz schön - okay, sie wird ja vom Kloben oben drüber seitlich gehalten, aber das große Höhenspiel (1 mm?) gibt mir zu denken. Ob das zum eingangs erwähnten Blockieren geführt hat? Da das Minutenrohr so fest sitzt, kann es sich aber kaum von allein verschoben haben. Die Welle mit beiden Rädern muß ja auch Spiel haben, sonst dreht sich nix.

Fazit dieser ersten Runde: ich weiß noch nicht, warum sich das Räderwerk überhaupt nicht gedreht hat. Die Zähne sind alle da, irgendein Fussel oder so ist nicht rausgekommen. Locker oder zu fest war auch nichts.

So, Schluß für heute. Als nächstes reinige ich alles schön und dann kommt der zweite Akt. Da ich alles schön der Reihe nach und nach Baugruppen geordnet habe, müßte mir der umgekehrte Einbau gelingen. Vielleicht habt Ihr ja auch schon ein paar Rückmeldungen bis dahin :-).
 
Zuletzt bearbeitet:
Rostfrei

Rostfrei

Dabei seit
05.07.2010
Beiträge
1.712
Ort
Jena & Dresden
das sieht ja schonmal gut aus; aber das Viertelrohr muss noch vom Minutenrad (das Rad, was jetzt noch in Deiner Platine festhängt) runter, da das für die spätere Zeigerreibung extrem wichtig ist.
Meist sind am Viertelrohr kleine Eindrehungen vorhanden; nimm eine Messingpinzette und setz diese an den Einkerbungen an und dann das ganze mit Gefühl herunter hebeln. Zur Not geht auch eine kleine Zange - das ist aber die allerletzte Wahl, also erstmal die Pinzette.

Bezüglich der Teilenamen/Fachbegriffe und der späteren Schmierung kann ich mal auf meine Homepage verweisen, wo ich den Prozess einer Kaliberrevision vor längerer Zeit mal aufgeschlüsselt habe Beispielreparatur

Auf der Homepage von ETA ist das Handaufzugkaliber 6467 auch noch sehr gut beschrieben: ETA 6467
 
hiltibrant

hiltibrant

Dabei seit
20.01.2008
Beiträge
4.013
@rollo
Mannomann (sag' ich da zum wiederholten Male) ist das spannend zu lesen. Die Bilderstrecke ist richtig gut. Wann schreibst du wieder? Faszinierend dein Mut und deine lockere Art, mit (angeblichen) Schwächen umzugehen. Kann ich alles nachvollziehen, vor allem, was die vertrackte Terminologie angeht: da verheddere ich mich auch dauernd. Aber wie du siehst: es meckert keiner, jeder ist hilfsbereit, wenn er nicht gerade "gegen alles" ist 8-).

Also: nicht verzagen, sondern weiter so. Schiefgehen kann nichts. Das Schlimmste, was passieren kann (kenn ich ebenfalls zur Genüge), ist, daß du das Minutenrohr vermurkst.
 
Uhrenfritz

Uhrenfritz

Dabei seit
19.07.2009
Beiträge
3.175
Ort
Pratteln (Schweiz)
Hallo Ralph...

Also wie Rostfrei beschreibt sollte das Viertelrohr mit der Pinzette abgehen. Ich habe eine vorne leicht gebogene etwas robuste Pinzette wo ich das Teil bequem abhebeln kann. Das jetzt das Minutenrad ein wehnig Höhenspiel hat ist normal da ja jetzt die Brücke weg ist. Im Werk hat es schon viele Popels drinnen. Wenn alles wieder sauber ist und geölt werden sich die Räder wieder ganz leicht drehen. Uebrigens denke ich dass das Werk leichter zusammenzubauen ist als das UMF. Da Du ja wieder Super Fotos gemacht hast ist es ein leichtes alle Teile wieder am richtigen Ort zuzuordnen. Ich weis Du machst das gut und werde auch Deine Arbeit im Hintergrund mitverfolgen.

Gruess hampe...
 
Labrador

Labrador

Dabei seit
08.07.2009
Beiträge
1.535
Ort
Kreis Bielefeld
Hallo Ralph,

tolle Bilderstrecke! Du hast die Zusammenhänge in deinem Uhrwerk vollkommen richtig erkannt und das wird dir beim Zusammenbau sehr hilfreich sein. Wenn ich die groben Schmutzbrocken so sehe, kann ich mir gut vorstellen, dass die Uhr nicht mehr lief, bzw, das Räderwerk blockiert war.

Du musst jetzt alle Teile sehr sorgfältig reinigen - Ziel sollte klinische Reinheit sein. Es wäre auch gut, wenn du vorher die auf der Grundplatine aufgeschraubten Decksteinchen entfernst. Sonst bekommst du die Lager nicht sauber. Die auf der Brückenseite angebrachten Decksteine mit den zarten Haltefedern erfordern sehr viel Feingefühl - ich bin da im Zweifel, ob du sie lösen solltest...

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung deiner Erfolgsstory.

Viele Grüße

Jörn (Labrador)
 
Rocketman

Rocketman

Dabei seit
19.09.2009
Beiträge
1.392
Ort
Saarland
Die auf der Brückenseite angebrachten Decksteine mit den zarten Haltefedern erfordern sehr viel Feingefühl - ich bin da im Zweifel, ob du sie lösen solltest... (Labrador)
Ähm, also ich würd's lassen.
Einmal habe ich das gemacht, nie wieder....:wand:

Im Benzinbad mit einem feinen aber nicht zu weichen Pinsel von unten reinigen tuts zur Not auch.
Meine Raketas laufen auf alle Fälle auch so, bis auf die eine halt, die läuft gar nicht mehr. :D

Große Klasse wie Du das machst, Rollo! :super:
Du gehst strukturiert vor und verstehst die Zusammenhänge.
 
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Moin, und danke für die Blümchen! Die sollten aber für Euch sein, denn allein hätte ich es mir nie zugemutet, so ein piepseliges Hobby zu beginnen :-) .

Die auf der Brückenseite angebrachten Decksteine mit den zarten Haltefedern erfordern sehr viel Feingefühl - ich bin da im Zweifel, ob du sie lösen solltest...
Als ich meinem Uhrmacher von meinem Vorhaben berichtet habe, war seine erste Frage nach diesen Steinen und Federn und dann kam die eindringliche Warnung, die Finger davon zu lassen: "die bekommen sie niiie wieder richtig zusammen!". Ich werde mich daran halten. Vielleicht nehme ich eine einzelne Borste von einem Pinsel zum Putzen - unter der Lupe ist die ja einen Meter groß :-).

Was das Viertelrohr betrifft (warum heißt das eigentlich Viertel, ein Viertel wovon?), so habe ich mich gestern schon mit ellen möglichen ungefährlichen Werkzeugen daran versucht - erfolglos. So eine Hinterdrehung/Kerbe/Rille hat es wohl, aber trotzdem rutscht alles drüber, auch meine extra scharfkantig geschliffene Pinzette. Ich will ja nun nicht alles zerkratzen... Hmm, mal sehen. Beim UMF-69 ging es dann "plötzlich und unerwartet".

@Theo, danke für die Links, da werde ich mich reinlesen. Wäre doch gelacht, wenn ich mir alles merken kann, nur die Begriffe nicht!

Übrigens: wie bekomme ich das Federhaus sachgerecht auf? Das hat doch bestimmt was mit dieser kleinen Öffnung zu tun, ich will da aber nicht einfach reinstochern.

Und was mir noch heute Nacht einfiel (ja, es wieder so weit - ich träume davon...): wodurch wird dieser kleine Stift gefedert, der die Aufzugswelle freigibt beim Reindrücken? Ich habe keine Feder gefunden - ist mir da was weg geschnipst :shock: ?
 
T

tschasovschik

Dabei seit
15.10.2008
Beiträge
641
Ort
Linker Niederrhein
Hallo Rollo,
Der Winkelhebel (Nr. 2) wird durch die Winkelhebelfeder (Nr.1) wieder zurückgedrückt.
Das Minutenrohr (Viertelrohr) muß entfernt werden um das Minutenrad herausnehmen zu können, wie soll man sonst die Zapfen kontrollieren und das Lager ordentlich saubermachen? Empfehlung: Platine auf Werkuntersetzring, Minutenrohr nach oben. Dann mit einem knapp in das Minutenrohr passendem Stück Rundstahl das Minutenrad aus dem Minutenrohr herausdrücken.
Viel Erfolg!
Werner
 
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
@Werner:

Die Sache mit dem Winkelhebel: der "Druckknopf drückt ja (auf das Bild bezogen) nach oben (= zum Zifferblatt), die Winkelhebelfeder aber in Richtung Krone - geht da die Kraft sozusagen "um die Ecke"? Okay, das muß ich mir mal beim Zusammenbau angucken.

Klar muß das Viertelrohr ab. An das Durchdrücken mit einem Stift habe ich auch schon gedacht. Ich werde versuchen, eine Stecknadel stumpf zu schleifen (die aus China sind ja weich genug...), vielleicht paßt die dann rein. Mein kleinster Durchschlag hat 0.8 mm, der ist noch deutlich zu dick. Ich darf ja nicht die Bohrung in der Minutenwelle zerwürgen, sonst klemmt dann die Sekundenwelle.
 
Zuletzt bearbeitet:
T

tschasovschik

Dabei seit
15.10.2008
Beiträge
641
Ort
Linker Niederrhein
Hallo Ralph,
Schön daß du so umsichtig arbeitest und nicht schon beim Zerlegen die Teile beschädigst. Hast du vielleicht abgebrochene Spiralbohrer so 0,6 oder 0,7 mm? Vorne plangeschliffen sollte es gehen.
Die Winkelhebelfeder hat zwei federnde "Arme", der eine ist für die Rastung des Winkelhebels, der andere drückt den W-H. Richtung Aufzugwelle, so daß er in die Nut einschnappen kann.
Gruß
Werner
 
Rollo

Rollo

Themenstarter
Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
763
Ort
Leipzig
Ach jetzt seh ich es ("glauben" heißt allerdings nicht "wissen"): der Druckstift (ich nenne ihn mal so) drückt den Winkelhebel von der Aufzugswelle weg in Richtung ZB, sodaß dessen Nase aus der Nut der Aufzugswelle gehoben wird und man selbige rausziehen kann. Daß das dabei nicht alles auseinander fällt, wird durch die angeschraubte Winkelhebelfeder verhindert, die wie ein Deckel drüber liegt und dabei federt (was nicht ihre Hauptaufgabe ist, ich weiß). Stümmts?

Hm, so kleine Bohrer hatte ich noch nie. Aber die brauche ich bestimmt mal für die Modellbahn :-) (Spur Z ist noch kleiner als ne Uhr!), also kauf ich mir welche. Ausmessen kann ich das erstmal mit nem Draht, der gerade so reinpaßt.
 
Rostfrei

Rostfrei

Dabei seit
05.07.2010
Beiträge
1.712
Ort
Jena & Dresden
Hallo Ralph,
was Du noch probieren kannst: Messingpinzette an Viertelrohr ansetzen und dann mit einer Zange die Pinzette zusammen drücken(natürlich nicht ganz vorne) und versuchen das Rohr abzuhebeln. Ist zwar etwas tricky, weil man immer eine Hand zu wenig hat, funktioniert aber gut.
 
Thema:

Ein Versuch: Revision eines Raketa 2609.A1

Ein Versuch: Revision eines Raketa 2609.A1 - Ähnliche Themen

  • Wieder PISHING Versuche im Uhrforum.de? A C H T U N G !!

    Wieder PISHING Versuche im Uhrforum.de? A C H T U N G !!: Achtung liebe User im Uhrforum. Ich bekam vorhin eine komische Mail mit Abender vom Uhrforum über eine vermeintliche neue Nachricht. Man wird...
  • Molnjia 3602 - mein erster Versuch einer Revision

    Molnjia 3602 - mein erster Versuch einer Revision: Hallo zusammen! Ich hab mir eine Molnjia mit dem 3602er Werk für 25 € inklusive Versand in der Bucht geangelt. Da ich immer tiefer in das...
  • Revision eines holländischen Regulators (zweiter Versuch)

    Revision eines holländischen Regulators (zweiter Versuch): Hallo zusammen, nein, ich schreibe hier nicht nochmal alles, was ich dort schonmal verfasst habe, keine Panik. Als letzte Antwort hatte ich im...
  • Seiko Cal. 7903A Versuch einer Revision

    Seiko Cal. 7903A Versuch einer Revision: Ich werde mich an einer Seiko-Damenuhr als meine erste Quarz-Revison versuchen. Sie war ein absolutes Schnäppchen vom Flohmarkt und funktioniert...
  • Erster Versuch einer "Revision" bitte um Hilfe/Tipps

    Erster Versuch einer "Revision" bitte um Hilfe/Tipps: Hallo liebes Forum, - - Nachdem ich fast mein ganzes Weihnachtsgeld in Werkzeug und alte Wecker gesteckt habe und viel Zeit mit Lesen (auch...
  • Ähnliche Themen

    Oben