Ein Plädoyer für Quarzuhren

Diskutiere Ein Plädoyer für Quarzuhren im Uhrencafé Forum im Bereich Uhrencafé; Ausgehend von diesem - typischen - Zitat, das viele der immer wieder geäußerten (Vor-)Urteile gegen Quarzuhren enthält, möchte ich einmal meine...
#1
eastwest

eastwest

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Ausgehend von diesem - typischen - Zitat, das viele der immer wieder geäußerten (Vor-)Urteile gegen Quarzuhren enthält, möchte ich einmal meine Gegenposition ausführlich darstellen:

Ich wage einmal die Behauptung, dass es kaum einen Besitzer einer Quarzuhr gitb, der sich damit beschäftigt, auf das Ziffernblatt seiner Uhr zu starren, um den Lauf des Sekundenzeigers zu folgen. Ebensowenig wird er die Uhr an sein Ohr halten, um dem Ticktack zu lauschen noch haben Quarzuhren (gibt es da Ausnahmen???) einen Sichtboden, bei dem man die filigrane Mechanik bei der Verrichtung ihrer Arbeit beobachten kann.

[...]

, es ist dabei gleich, ob ich eine Swatch trage oder eine Tissot oder eine Junghans oder eine Citizen. Jede ist ähnlich zuverlässig.

[...]

Aber mechanische Uhren erfüllen eine andere und wichtigere Funktion:
Sie sorgen für unser Wohlbefinden.
1. Es gibt solche Besitzer, und zwar recht viele. Selbst in Uhrenforen, auch in diesem. Aber möglicherweise sind (vor allem reine) Quarzliebhaber nicht so häufig in Foren. Der Einfachheit halber spreche ich im folgenden Text nur von mir und meinen Ansichten.
2. Ich möchte den vielen Swatchsammlern (waren zumindest 'mal deutlich mehr als wir hier alle zusammen!) ja nicht zu nahe treten, aber ich finde an manchen Quarzuhren für mich persönlich erheblich mehr Reiz als an Swatches. Schon andere haben ja explizit - wenn auch nur historische - Quarzuhren als sammelwürdig bezeichnet. Ich möchte nicht nur das Sammel-, sondern vor allem auch das Tragevergnügen auch moderner Quarzuhren hier deutlich vertreten. Insofern sorgen diese auch erheblich für mein Wohlbefinden.
3. Die Unterschiede liegen möglicherweise wirklich nicht in der Präzision der Zeitanzeige, ganz sicher aber in ihrer Darstellung und in den Zusatzfunktionen (das Wort Komplikationen möchte ich hier vermeiden, denn so kompliziert ist das mit Quarz ja nicht). Außerdem sind es auch bei mechanischen Uhren doch nur zum (geringen?) Teil die Werksspezifikationen, die begeistern. Das wird zwar immer wieder gegen Quarz ins Feld geführt; aber wenn man die Beiträge durchliest, die gezeigte Uhren kommentieren, dann geht es vor allem um das Aussehen (ZB, Zeiger, Band), die Anmutung und Haptik (Krone, Drücker, Band, Glas), das Tragegefühl (Material, Gewicht, Band) und ähnliches. Diese Punkte sind aber alle auch bei Quarzern relevant. Glasböden sind vielleicht weniger witzig; das wird aber von Puristen auch bei Speedies, Seiko5-ern oder 2824-ern behauptet.
4. Ich trage einige meiner Quarzuhren genauso gern wie einige meiner mechanischen. Gerade kürzlich habe ich spaßeshalber 'mal eine Liste der Uhren aufgestellt, die ich nach heutigem Stand auf keinen Fall weggeben würde. Ich bin auf 34 Uhren gekommen, davon 10 Quarzer.
5. Um Euch zu illustrieren, welche und was daran ich meine, werde ich sechs von ihnen hier kurz mit Bild vorstellen. Daß Seiko dabei überproportional vertreten ist, liegt an meinem Faible für diese Marke, ist nämlich bei den mechanischen genauso.

a) BWC-Transitronic

Diese Uhr hat, wie ich kürzlich auf Anfrage hier erfahren durfte, eine elektronisch geregelte Unruhe. Der Sekundenzeiger zieht gleichmäßig seine Bahnen, das Geräusch der Uhr am Ohr fasziniert mich mehr als bei meinen mechanischen Uhren, und technisch-historisch ist sie offensichtlich so ein interessantes Teil wie einige andere aus der Zeit auch.

b) BWC-Transitronic

Diese hier hat mich immer schon vom zeittypischen Aussehen her fasziniert. Dank R.Ranffts Werke-Datenbank weiß ich allerdings inzwischen, daß sie wohl das erste echte Quarzwerk von ETA beherbergt, also durchaus auch ein uhrhistorisches Schätzchen ist. Beide BWC habe ich übrigens technisch und optisch einwandfrei als NOS ergattert.

c) Seiko Kinetik

Zum einen reizt mich an dieser die Kinetik-Technologie, zum anderen gefällt mir ihr Design, das ja zB. den spirits ähnelt. Diese Uhr trage ich immer wieder gerne zu allen möglichen Anlässen.
Natürlich hätte ich hier auch noch eine EcoDrive von Citizen anführen können, aber die EcoDrive, die ich habe, ist nicht typisch und nicht attraktiv genug.

d) Seiko Titan-Alarm

Diese ist superleicht und hat zudem eine sehr einfach zu bedienende Weckfunktion. Ich habe sie meistens im Auto liegen oder nehme sie ansonsten auf jeden Fall mit, wenn ich wegfahre (zB. auf Messen). Aber auch zwischendurch trage ich sie ganz gerne: Nicht immer ist mir nach Gewichtheben zumute.

e) Seiko Quarzmonster

Diese hier wird optisch vermutlich den wenigsten gefallen. Mir gefällt sie ausgesprochen gut, und so gehört sie zu den Uhren, die häufig an mein Handgelenk finden. Sie ist schwer, sehr gut ablesbar, man hat was zum Spielen (durchaus auch ein Aspekt, zB. bei langweiligen Konferenzen), nämlich zwei drehbare Lünetten, darunter eine verriegelbare innere, und sie hat einen ewigen Kalender. Faszinierend, wenn zB. am Monatsende das Datum zielsicher um mehr als einen Tag auf die "1" wandert (Februar!).

f) Seiko Ana-Digi

Groß, schwer, trotzdem dezent. In erster Linie sieht man das klare Design der zwei Zeiger und den äußeren Ring des ZB. Diese Uhr gefällt mir einfach saugut. Daneben hat sie soviel technischen Firlefanz, daß ich noch gar nicht alles bedienen kann: Stundenalarm, Wecker, diverse Stopfunktionen, Zwischenspeicher für 100 Runden- oder Zwischenzeiten u.v.m. Ist mir alles egal: Ich finde sie nur geil und trage sie gern!

6. Fazit: Mich faszinieren mechanische Uhren, sie befördern mein Wohlbefinden. Das gleiche empfinde ich aber auch bei Quarzuhren. Nicht bei allen, aber auch das gilt für "beide Welten". So wie mich bei beiden auch neue und Vintageuhren begeistern können. Es kommt immer auf die einzelne Uhr an. Und insofern plädiere ich auch bei Uhren für die

Eine Welt.

eastwest

PS.: Natürlich gibt es auch wunderbare und gezeigte Innenleben von Quarzuhren; ich erinnere an die alte Stimmgabel von Bulova!

PS.2: Hier noch ein interessanter Link eines Forumskollegen aus dem WTF:
http://www.ftd.de/div/supplement/127915.html[/quote]
 
#2
D

DavidX81

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Manchmal beobachte ich den Lauf meiner Citizen Promaster Pilot (Quarz) so lange, dass ich die Zeit vergesse...

Ist das Poesie? :-)
 
#3
J

jazzcrab

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Ich kann eastwest nur zustimmen, vor allem bei Punkt 2. Bei mir kommt noch etwas hinzu, das hier leider auch oft nicht bedacht wird: Als Frau habe ich ein relativ schmales Handgelenk. Die meisten Automatik-Uhren sind richtige Klötze mit 40-45 mm Gehäuse-Durchmesser und ab 13 mm Dicke. Wenn ich mit so einer Uhr herumlaufe, sagen die Leute: Guck mal, da läuft eine Uhr, die kann sprechen und hat ein Furunkel am Gehäuseboden.

Die Designauswahl ist bei Quarzuhren deutlich (!) größer als bei Automatikuhren. Superflache (< 6 mm) Uhren z. B. gibt es ausschließlich als Quarzer. Wenn ich einen Pullover/ein Hemd mit etwas engerem Ärmel trage, komme ich um das Tragen einer flachen Uhr nicht herum; alles andere (wenn ich überhaupt eine Uhr tragen will) sieht komisch aus.

Die Uhrengröße, die ich bevorzuge, liegt bei ca. 34-38 mm Durchmesser. Da gibt es, vor allem im unterpreisigen Segment (Seiko, Springs, Orient etc.) fast gar nichts. Kleinen Automatik-Uhren sagt man auch eine größere Anfälligkeit nach. Die genannten Uhrenmarken bieten im unterpreisigen Segment auch überwiegend Uhren mit relativ einheitlichem und für mich unattraktivem (meist Taucheruhren-)Design an. Die Auswahl ist also für mich nicht gerade groß.
 
#4
J

jazzcrab

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PS: Ich habe auch eine Automatik-Uhr (und 61 Quarzuhren; demnächst kommt noch ein Automatik-Uhr dazu). Auf die gucke ich, wenn ich sie trage, nicht häufiger oder weniger häufig als auf meine Quarzuhren. Die flachen Quarzuhren vermitteln mir das Gefühl der Eleganz, und das ist ein gutes Gefühl :-)
 
#5
K

kuddel

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Hallo eastwest,
was bei Deiner Betrachtung etwas durcheinander kommt, ist die Trennung zwischem dem technischen Anspruch an das Werk und der Faszination auf der Zifferblattseite dem Zusammenspiel der Zeiger und Hilfszifferblätter.

Im grossen und ganzen muss ich Dir aber recht geben.

Ich persönlich habe auch einige Quarzmodelle, aus dem einfachen Grund weil es einige Komplikationen wie Chronograph mit Alarm, in der mechanischen Welt recht selten gibt und diese für mich zu teuer sind, mir fällt da nur die Fortis B-42 ein.

Mein Fazit es gibt auf beiden Seiten also Quarz und Mechanik Uhren die Bewunderung beim Betrachter hervorrufen, aber mein Herz schlägt für die Mechanik.
 
#6
M

muttenstrudel

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kuddel hat gesagt.:
Ich persönlich habe auch einige Quarzmodelle, aus dem einfachen Grund weil es einige Komplikationen wie Chronograph mit Alarm, in der mechanischen Welt recht selten gibt und diese für mich zu teuer sind, mir fällt da nur die Fortis B-42 ein.

Mein Fazit es gibt auf beiden Seiten also Quarz und Mechanik Uhren die Bewunderung beim Betrachter hervorrufen, aber mein Herz schlägt für die Mechanik.
Hallo kuddel,

da kann ich dir zustimmen. Diese Quarz-Uhr



finde ich vom Zifferblatt und der Optik her einfach toll. Trotzdem ist sie noch für mich erschwinglich. Etwas ähnliches als Automatik-Variante für den Preis ist mir nicht bekannt. Nebenbei hat sie noch den Vorteil, dass sie solarbetrieben ist, so dass kein Batteriewechsel nötig ist. Das wäre nämlich für mich ein K.O.-Kriterium für eine Uhr.

Grüße, muttenstrudel

t
 
#7
J

jazzcrab

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...so dass kein Batteriewechsel nötig ist. Das wäre nämlich für mich ein K.O.-Kriterium für eine Uhr
Nana, das ist doch ganz einfach. Man gehe in einen beliebigen Uhrenshop, gibt die Uhr zum Batteriewechsel ab, wartet maximal 5 Minuten, zahlt 5 Euro und geht wieder raus. Was ist daran ein so unüberwindbares Hindernis? 8)
 
#8
M

muttenstrudel

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jazzcrab hat gesagt.:
...so dass kein Batteriewechsel nötig ist. Das wäre nämlich für mich ein K.O.-Kriterium für eine Uhr
Nana, das ist doch ganz einfach. Man gehe in einen beliebigen Uhrenshop, gibt die Uhr zum Batteriewechsel ab, wartet maximal 5 Minuten, zahlt 5 Euro und geht wieder raus. Was ist daran ein so unüberwindbares Hindernis? 8)
Eigentlich ist daran nichts schwierig, aber es doch besser, wenn es ohne geht, oder?
Allein der Gedanke, einen „Batteriefresser“ am Handgelenk zu tragen, gefällt mir nicht. Ob die Eco-Drives nun wirklich so viel umweltfreundlicher sind, wie es gerne in der Werbung angepriesen wird, weiß ich nicht. Aber wie gesagt: ohne Batteriewechsel find ich es halt besser. Ja, ja, ich bin schon ein echter Umwelt-Engel!



Grüße, muttenstrudel
 
#9
eastwest

eastwest

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jazzcrab hat gesagt.:
Die Uhrengröße, die ich bevorzuge, liegt bei ca. 34-38 mm Durchmesser. Da gibt es, vor allem im unterpreisigen Segment (Seiko, Springs, Orient etc.) fast gar nichts. Kleinen Automatik-Uhren sagt man auch eine größere Anfälligkeit nach. Die genannten Uhrenmarken bieten im unterpreisigen Segment auch überwiegend Uhren mit relativ einheitlichem und für mich unattraktivem (meist Taucheruhren-)Design an. Die Auswahl ist also für mich nicht gerade groß.
Genau da liegst Du allerdings ziemlich falsch, zumindest was Seiko betrifft.

Allen Seiko5 wird von den Großuhrenfanatikern ja gerade vorgeworfen, daß sie unter 38 mm liegen und insofern für sie untragbar seien (was ich allerdings überhaupt nicht teile). Gerade die Seiko5-Werke (7S26) gelten auch als ausgesprochen robust, und das Design variiert erheblich - die wenigsten davon in Taucheruhr-Optik.

Und @ Kuddel: Mein Herz schlägt für Menschen. Uhren faszinieren mich, und zwar solche wie solche. :wink:

eastwest
 
#10
omegahunter

omegahunter

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tja eastwest, ich kann nur sagen:

bei mir rennst du damit offene türen ein!

hab mir gerade erst wieder zwei quarzer gekauft. bilder folgen später.
 
#11
berlioz73

berlioz73

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eastwest hat gesagt.:
jazzcrab hat gesagt.:
Die Uhrengröße, die ich bevorzuge, liegt bei ca. 34-38 mm Durchmesser. Da gibt es, vor allem im unterpreisigen Segment (Seiko, Springs, Orient etc.) fast gar nichts. Kleinen Automatik-Uhren sagt man auch eine größere Anfälligkeit nach. Die genannten Uhrenmarken bieten im unterpreisigen Segment auch überwiegend Uhren mit relativ einheitlichem und für mich unattraktivem (meist Taucheruhren-)Design an. Die Auswahl ist also für mich nicht gerade groß.
Genau da liegst Du allerdings ziemlich falsch, zumindest was Seiko betrifft.

Allen Seiko5 wird von den Großuhrenfanatikern ja gerade vorgeworfen, daß sie unter 38 mm liegen und insofern für sie untragbar seien (was ich allerdings überhaupt nicht teile). Gerade die Seiko5-Werke (7S26) gelten auch als ausgesprochen robust, und das Design variiert erheblich - die wenigsten davon in Taucheruhr-Optik.


eastwest
ich glaube zu wissen was jazzcrab meint - klar gibt es unter den seiko5 modellen die verschiedensten varianten und nicht jede davon ist in taucheruhr-optik.

allerdings finde auch ich - ähneln sich die 5er uhren irgendwie, trotz der verschiedensten gehäuse, ziffernblätter, zeiger, etc...man erkennt bzw. erahnt die verwandtschaft.

wirklich schöne frauenuhren habe auch ich noch nicht unter den seikos gesehen, da bieten andere firmen schon ein breiteres spektrum an feminin gestalteten uhren, eben von superflach, zierlich, ultramodern, schmuckartig, und und und....

ich denke sie setzt den begriff "taucheruhren-desing" hier sinnbildlich ein.

gruß dirk
 
#12
mecaline

mecaline

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@eastwest

Sag mal, die Transitronic... Ist das quasi ein Vorläufer der Spring Drive von Seiko?

So wie ich das Verstehe wird bei der Seiko die Unruh durch ein Magnetfeld gebremst oder beschleunigt, je nachdem,was der Quartz entscheidet.

Deine BWC ist ja dann quasi der Großvater davon?
 
#13
U

UMM

Guest
jazzcrab hat gesagt.:
...so dass kein Batteriewechsel nötig ist. Das wäre nämlich für mich ein K.O.-Kriterium für eine Uhr
Nana, das ist doch ganz einfach. Man gehe in einen beliebigen Uhrenshop, gibt die Uhr zum Batteriewechsel ab, wartet maximal 5 Minuten, zahlt 5 Euro und geht wieder raus. Was ist daran ein so unüberwindbares Hindernis? 8)
Das mit dem beliebigen Uhrenshop ist so eine Sache- ein gelernter Uhrmacher sollte da schon sitzen- wenn man seine Uhr nicht durch einen solcher Amateure verderben lassen will. Auch manche andere Nichtuhrmacher sind ja für ihre Uhrenzerstörung bekannt- Gravurdienste und kaufhäuser , ja selbst auf Wochenmärkten sitzen diese Fuscher mit ihren Noname Batterien mit der Garantie zum Auslaufen.
 
#14
J

jazzcrab

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Dirk schrieb:
ich glaube zu wissen was jazzcrab meint - klar gibt es unter den seiko5 modellen die verschiedensten varianten und nicht jede davon ist in taucheruhr-optik.

allerdings finde auch ich - ähneln sich die 5er uhren irgendwie, trotz der verschiedensten gehäuse, ziffernblätter, zeiger, etc...man erkennt bzw. erahnt die verwandtschaft.

wirklich schöne frauenuhren habe auch ich noch nicht unter den seikos gesehen, da bieten andere firmen schon ein breiteres spektrum an feminin gestalteten uhren, eben von superflach, zierlich, ultramodern, schmuckartig, und und und....

ich denke sie setzt den begriff "taucheruhren-desing" hier sinnbildlich ein.
Ja, so ähnlich meinte ich es. Dabei muß ich allerding bemerken, dass ich ausgesprochene Damenuhren nicht mag; die sind mir meistens wiederum zu klein (kann ich ohne Brille nicht mehr so gut ablesen) und oft auch zu "verspielt" vom Design her. Daher meine Präferenz für 34-38 mm. Ja, es gibt Seiko 5 mit 37-38 mm Durchmesser (einige davon finde ich auch gar nicht so schlecht), aber die sind wiederum so dick, dass diese Größe für mich auch nicht mehr ganz so schön ist. Ich weiß das, da ich ja eine Christopher Ward Uhr mit diesen Maßen besitze (ich überlege schon, ob ich das Metallband, das noch mehr aufträgt, durch ein Lederband ersetze).

@UMM: Daher schrieb ich ja Uhrenshop und nicht Warenhaus. Im Uhrenshop sitzt jemand, der Batterien wechseln kann. Das habe ich noch nie anders erlebt.
 
#15
B

Bernhard

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Ich weiss, ich weiss, ich bin hier im Forum sicher nicht typisch, da kein Uhrenfan oder -sammler. Ich besitze ganze zwei Stück, eine mittlerweile 10 1/2 Jahre alte Quarzuhr und eine recht neue Automatikuhr aus dem Billigsegment.

Grundsätzlich finde ich mechanische Uhren, bzw. die Technik, die dahinter steckt, faszinierender als die von Quarzuhren. Wenn ich die Uhr aber trage, ist mir das völlig egal.

Glasboden finde ich bei beiden Typen blöd -- zum einen habe ich die Uhr ja am Arm, d.h. ich kann gar nicht durchschauen, und zum anderen -- mal ehrlich, was gibt's da denn wirklich Interessantes zu sehen? Und umgekehrt habe ich (mindestens) eine zusätzliche Dichtfläche, die undicht werden kann. Leider machen ja im Moment fast alle Hersteller diese alberne Modewelle mit.

Grösse: Ich als 1,80-m-85-kg-Mann bevorzuge Uhren in der Grösse 35-37mm. Unabhängig von Quarz oder Mechanik ist da zur Zeit die Auswahl halt sehr eingeschränkt, weil natürlich alle Hersteller so blöd sind, der gleichen Mode nachzulaufen. Pech -- können sie mir halt nichts verkaufen. Sollte meine Quarzuhr allerdings mal kaputt gehen, hätte ich ein ernstes Problem: Ich kenne derzeit KEINE EINZIGE Uhr, die meinen Vorstellungen entspricht, und die ich gern besitzen würde. (Es gäbe dagegen schon einige, wenn die Dinger nur nicht so gross wären).

Beides, Quarz und Mechanik, hat seine Berechtigung. Ich trage normalerweise eine Quarzuhr, weil die "pflegeleicht" ist, will heissen: Zwischen zwei Batteriewechseln brauche ich sie nicht zu stellen, denn in den drei, vier Jahren geht sie nicht mehr als 4 oder 5 Sekunden falsch. Mechanik dagegen als Uhr für seltene Sondersituationen (bei mir: Urlaub in Ländern, wo ich keine teure Uhr tragen möchte), damit nicht genau dann, wenn ich sie brauche, die Batterie leer ist. Solar wäre übrigens eine Alternative gewesen, habe aber keine passende gefunden.

So, und jetzt noch zum Batteriewechsel: Mechanische Uhren müssen offensichtlich regelmässig zur "Inspektion"; das kostet wesentlich mehr Geld und Zeit als ein Batteriewechsel. Und bei Solaruhren scheint der Akku auch nur eine begrenzte Lebensdauer zu haben. Die Batterie ist also nicht wirklich ein Argument gegen eine Quarzuhr. Trotzdem: Nach so einem 5-Minuten-Wechsel ist die Uhr wahrscheinlich nicht mehr wasserdicht, würde ich also nicht machen lassen.

Alles natürlich meine persönliche Meinung.

Gruss
Bernhard
 
#16
Junnghannz

Junnghannz

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Entscheidend ist letztendlich doch nur, was einem gefällt und womit man sich wohlfühlt! Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht haben Quarzwerke wohl NUR Vorteile gegenüber Mechanikwerken - sehr viel bessere und stabilere Gangwerte, praktisch kein Wartungsaufwand und damit zusammenhängend keine hohen Inspektionskosten, bessere Robustheit, flachere Bauweise, mehr Funktionen, ungleich günstigerer Preis usw.

Dennoch habe ich mich bewußt für Mechanikuhren entschieden und trage seit Beginn meiner Uhrenleidenschaft vor knapp zwei Jahren ausschließlich mechanische Uhren, nachdem ich zuvor viele Jahre lang nur (wenige) Quarzuhren besessen habe. Denn ich habe festgestellt, daß ich mich mit ihnen einfach wohler fühle - die Gründe hierfür sind irrational, es gibt keine echten Argumente dafür... ich fühle nunmal so!

Und wer sich - warum auch immer - mit Quarzuhren wohler fühlt, der sollte auch Quarzuhren tragen!

Wem beides gefällt - warum nicht beides!

Ein Uhrenliebhaber wird durch die Bevorzugung einer bestimmten Technologie weder zu einem besseren oder schlechteren Menschen; noch nicht einmal zu einem "besseren" oder "schlechteren" Uhrenliebhaber...

Trotzdem versuche ich gerne, Uhreninteressenten von den Vorzügen einer Mechanikuhr zu überzeugen... :wink:

Viele Grüße

Wolfgang
 
#17
Z

Zeitmessinstrumente

Guest
Beide Uhrwerksarten haben ihre vor- und nachteile. Bei der Quarzuhr muss die Batterie gewechselt werden, die mechanische Uhr muss gewartet werden. Wenn ich die Quarzuhr eine Woche nicht getragen habe läuft sie trotzdem noch (vorausgesetzt die Batterie ist nicht leer), die mechanische Uhr muss ich neu stellen (vorausgesetzt die Automatik ist nicht auf einem Uhrenbeweger). So könnte man weiter vor- und nachteile gegeneinander aufwiegen und wer am ende die Nase vorn hat liegt trotzdem im Auge des Betrachters.
Ich trage sowohl Quarz- wie auch mechanische Uhren. Die mechanischen Uhren begeistern mich durch ihre feinen Zahnräder, die kleinen Lager, die Bewegung der gesamten Mechanik. Ich kann mir stundenlang die Bewegung der Unruh, des Ankers und des Hemmungsrades anschauen. Wie sie tickt und schlägt, sie lebt.
Die Zeit können wir heute an jedem Handy, jeder Straßenecke, vielen Gebäuden ablesen. Und das ist was die Quarz und Mechanik Fans verbindet: Es geht uns beiden eigentlich nicht um das Ablesen der Zeit.

Hiermit möchte ich meine schwärmerischen Gedanken mit einem Blick auf meine Uhr beenden und stelle wieder fest , dass das Zifferblatt eigentlich nach unten müsste. :wink:
 
#18
Decius

Decius

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Ich hatte seit 20 Jahren immer Quarzuhren. Nicht wirklich bewusst, aber billige Uhren, die es überall gibt, waren eben Quarzuhren (in den 80ern auch digital, sah mir aber irgendwann zu hässlich (= Billigplastik) aus). Ich habe mir auch nie viele Gedanken darum gemacht, außer, dass mir der Batterienwechsel auf den Zeiger ging - meist habe ich immer wieder darauf vergessen und tage/wochenlang keine Uhr gehabt (nur Verrückte haben mehr als eine Uhr! :D). Daher habe ich mir vor ein paar Jahren meine erste Automatikuhr gekauft (Junghans Sigma), weil man da eben keine Batterien braucht.

An dieser Uhr sah ich, dass der Sekundenzeiger nicht springt, sondern gleitet. Da war es um mich geschehen, das Gleiten finde ich einfach schön, das Springen hat mich nämlich schon immer gestört, nur wusste ich nicht mal, dass es auch Uhren gibt, die das eben nicht tun (Uhreninteresse war bis dahin eben null, musste nur die Zeit anzeigen und mir gefallen).

Keine Batterien, gleitender Zeiger, dass sind die beiden banalen Gründe warum ich mechanische Uhren bevorzuge, auch wenn ich langsam die Schönheit und Verarbeitungsqualität zu schätzen lerne. ;)
 
#19
G

Gerret

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Decius hat gesagt.:
(nur Verrückte haben mehr als eine Uhr! :D).
Dann musst Du Dir aber darüber im Klaren sein, dass Du hier zu einem ganzen Haufen Verrückter redest. :D :stupid:

Ich gehöre aber nicht dazu. Trage selbst nämlich Tag und Nacht und bis in alle Ewigkeit nur meine Citizen.
 
Thema:

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