Ein Neuer bricht eine Lanze für China-Uhren

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Desesseintes

Desesseintes

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Hallo, Gemeinde,
zunächst erst einmal ein herzliches "Guten Tag" respektive "Guten Abend" von einem weiteren Neuen. Ich habe diesen Beitrag vor ein paar Tagen schon einmal als Antwort auf einen Thread geschrieben, der sich unter anderem mit China-Uhren befasste, und daraufhin - wohl nicht ganz zu Unrecht - gleich einen "Anpfiff" bekommen, dass ich mich nicht ordnungsgemäß mit einem "Hallo, ich bin der Neue"-Thread vorgestellt habe. Das sei hiermit nachgeholt mit einem "Sorry" dafür, dass ich mit den Usancen hier noch nicht so vertraut bin.

Vor rund einem Jahr ebenfalls - jedenfalls partiell - auf den Uhren-Trip geraten, lese ich schon seit einiger Zeit viel in diesem Forum herum - und mich nur zu häufig auch fest. Was mich schließlich und endlich bewogen hat, mich doch auch zu registrieren und einzuloggen, ist die immer wieder aufflammende Diskussion um die sogenannten "China-Uhren", und schon häufig habe ich mich geärgert über die Hochnäsigkeit so mancher Beiträge, mit der das - eingeräumtermaßen - Reizthema angegangen und abgehandelt wird. Nur zu häufig hat mich eine bestimmte Art der Argumentation an die in so manchen Jazz-Kreisen gängige erinnert: Es gibt Liebhaber, für die sind die Skalen-Exzesse des späten John Coltrane das Allergrößte - und von diesem elitär-arroganten Hochsitz aus wird dann angelegt auf alles, was da sonst noch so kreucht und fleucht auf weiter Wildbahn.

Damit sich jetzt - noch dazu, wo ich hier ein noch unbeschriebenes Blatt bin - kein falscher Zungenschlag einschleicht: Nichts liegt mir ferner, als die häufig als China-Böller apostrophierten Reich-der-Mitte-Tick-Tacks zum Nonplusultra der Uhrmacherkunst auszurufen. Denn wohl niemand mit halbwegs gesundem Menschenverstand wird wohl auf den Trichter kommen, für 50, 60 oder 70 Euronen etwas den Traditionsmarken Vergleichbares in den Händen zu halten respektive am Handgelenk zu tragen (und das Gleiche in punkto gesunder Menschenverstand dürfte auch für die aus dem Himmel gegriffenen "UVP"s gelten). Und wenn in so mancher Argumentation immer wieder auch auf die Arbeitsbedingungen in Fernost hingewiesen wird - darüber, dass die nicht unbedingt unseren Normen und Kriterien entsprechen, dürfte wohl allgemein Einigkeit herrschen; einzig: Würden wir das ganz streng durchziehen, müssten wir vermutlich bald ziemlich nackt durch die Gegend marschieren, denn auch ein Großteil unserer Kleidung zwischen P&C, C&A und H&M wird um die Ecke von da gefertigt, wo die "hammerschweren Nobel-Chronographen" von Buchner & Bovalier, Hamberg & Söhne, Perigaum und Konsorten das Licht der Welt erblicken.

Aber: Wer sich so einen "China-Böller" kauft, sucht auch in aller Regel keine einer Breitling, Rolex, IWC oder Blancpain gleichwertige Uhr, sondern - über die These kann man gewiss trefflichst streiten, doch ist auch eine Uhr vor allem erst einmal eher emotionales Erleben denn akademischer Acker - ein ansehnliches Stück Chronometer, das gefällt. Und ich weiß, wovon ich rede: Als meine verhaltene Leidenschaft vor gut einem Jahr erwachte, war mir klar, dass ich mir das, wovon ich träume, nie würde leisten können und auch wollen (in Parenthese: Meine derzeitige große Anbetung ist Audemars Piguets "Royal Oak", so, wie es zwei Jahrzehnte zuvor Cartiers klassische "Santos" war - und zwar nicht, um auch hier einem falschen Eindruck vozubeugen, weil da "Cartier" oder "Audemars Piguet" draufsteht, sondern weil mir schlicht die Form und das Design förmlich die Augen aus dem Kopf gerissen haben, als ich sie das allererste Mal gesehen habe. Und wenn ich wüsste, wo ich hier in Deutschland komplikationslos eine "Royal Oak"-Replik herbekommen könnte - ich würde mich jeden Tag aufs neue an ihr berauschen, so, wie ich meine Fake-"Cartiers" am Handgelenk genossen habe, die ich einst für 20 bis 25 Mark in der Türkei erstanden habe und die knapp anderthalb Jahrzehnte brav geschnurrt sind, bis ich sie mir dann eines Tages doch übergesehn hatte).

So habe ich denn - obwohl mental eigentlich eher in einer anderen Ecke angesiedelt, flottiert mein Geschmack bei modischen Accessoires frei zwischen "klassisch", "edel", "nobel" und "Schickimicki" - vor rund einem Jahr angefangen, das Netz inclusive Ebay nach - meinem Geschmack nach - schön aussehenden Uhren abzugrasen und mir neben einer Maurice Lacroix und einer Charmex auch noch eine "Wagner Luna III", gleich zwei "Cavadini Theben" sowie eine "Cantani Avignon" zugelegt (Fotos stelle ich bei Interesse gern ein, sind aber auch bei Ebay rauf und runter zu finden). Und auch, wenn man Einzelerlebnisse nicht verabsolutieren kann: Nicht nur, dass mir meine vier China-Ticker nach wie vor ausgesprochen gut gefallen - auch nach einem Jahr laufen sie noch immer vorzüglich; zu den immer wieder gern zitierten Schauergeschichten von abgefallenen Zeigern, sichtbaren Fingerabdrücken oder mit der Kneifzange gestanzten Zeigern kann ich jedenfalls leider bei keinem meiner "China-Kracher" etwas beisteuern. Und weil mich diese Erfahrung bislang zufriedengestellt hat und nur eine der Uhren teurer als 60 Euro war (was, selbst wenn sie nur ein Jahr gehalten hätten, eine vertretbare Relation gewesen wäre), liege ich seit ihrem Eintreffen heute früh vor meiner neuen "Lindberg Automatik Classic" auf den Knien, warte ich voller Vorfreude auf die "Krug-Baümen Principle" in Gold mit schwarzem Zifferblatt und bedaure ich außerordentlich, dass ich den - quelle horreur!, man mag über mich herfallen... - soeben erworbenen "Louis Dubath"-Chronographen wieder bei Ebay einstellen musste, weil er leider für mein vergleichsweise schlankes und feingliedriges Handgelenk doch etwas zu klobig ist.

Ich stelle fest, dass ich ausgeufert bin (und hoffe, dass ich hier deswegen nicht nach dem ersten Posting gleich Hausverbot bekomme). Doch das, was ich sagen wollte (und von dem ich hoffe, dass es verständlich geworden ist), brannte mir beim Lesen so mancher Threads schon so lange auf den Nägeln, dass ich es nun endlich einmal loswerden wollte.
Mit herzlichen Grüßen aus Berlin, Des, der sich hiermit zum Abschuss freigegeben hat.
 
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Phase-de-Lune

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Desesseintes schrieb:
denn auch ein Großteil unserer Kleidung zwischen P&C, C&A und H&M wird um die Ecke von da gefertigt, wo die "hammerschweren Nobel-Chronographen" von Buchner & Bovalier, Hamberg & Söhne, Perigaum und Konsorten das Licht der Welt erblicken.
Man kann bei der Auswahl seiner Kleidung schon darauf achten, aus welchem Land und zu welchen Konditionen sie hergestellt wird - ich tue dies zumindest.....Außerdem macht das eine ja das andere nicht besser....

Das leidige Thema China-Böller wird uns wohl noch eine ganze Zeit erhalten bleiben.... Was sind denn die Fakten?

1) Die "durchschnittliche" China-Uhr ist schlecht verarbeitet und hat erhebliche Qualitätsmängel, Außnahmen bestätigen eher die Regel....

2) Diese Uhren werden zumeist mit Phantasiepreisen angeboten, die den uninformierten Neueinsteiger zum Kauf anregen sollen - und dies auch tun....

3) Das Design der besagten China-Uhren (ob Candani, Ingersoll, Trias, Krug&Bäumen usw.) ist zumeist sehr ähnlich und trifft nicht unbedingt den Geschmack des gediegenen Uhrenkenners....

4) Viele Uhrmacher sehen sich außerstande Uhrenwerke Made in China zu überholen oder zu reparieren.

5) Ganz wichtig: Jeder kann sich die Uhren kaufen, die ihm gefallen, keine Frage.....Und ob man nun John Coltranes "Love Supreme" hört oder lieber die Jazzkantine, es bleibt beides Musik. Man muss sich nur an dem Anspruch messen lassen, den man selber mit seinem Hobby verfolgt.....
 
eastwest

eastwest

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Desesseintes schrieb:
Was mich schließlich und endlich bewogen hat, mich doch auch zu registrieren und einzuloggen, ist die immer wieder aufflammende Diskussion um die sogenannten "China-Uhren", und schon häufig habe ich mich geärgert über die Hochnäsigkeit so mancher Beiträge, mit der das - eingeräumtermaßen - Reizthema angegangen und abgehandelt wird. Nur zu häufig hat mich eine bestimmte Art der Argumentation an die in so manchen Jazz-Kreisen gängige erinnert: Es gibt Liebhaber, für die sind die Skalen-Exzesse des späten John Coltrane das Allergrößte - und von diesem elitär-arroganten Hochsitz aus wird dann angelegt auf alles, was da sonst noch so kreucht und fleucht auf weiter Wildbahn.
Ich weiß nicht, was Du hier liest. Ich zumindest argumentiere aus der Erfahrung etlicher solcher Ticker, und die sind definitiv deutlich schlechter verarbeitet als auch billigste Seiko, Citizen oder Casio. Dazu kommen noch P-d-Ls Argumente usw.

Klar darfst Du Dir kaufen, was Du willst; aber ich werde trotzdem minderwertige Qualität und sinnloses Einheitsdesign (offene Unruh usw.) als solche kennzeichnen.

eastwest
 
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P.Henlein

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Meine Lange&... äh Newton&Sons geht immer noch.Moechte sie einer ?
 
Frank78

Frank78

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hey? war ne ernstgemeinte Frage. Dann könnt ich einen Bericht schreiben, zur Haltbarkeit von Kanesen-Weckern! - na gut, wart ich halt auf meine Panzer Dorfplatz Pfütze in Onransch!
 
Cave

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Welchen Grund habe ich, eine Krug Bäumen, Hamberg & Söhne oder auch Ching und Chang zu kaufen wenn ich fürs gleiche Geld auch eine Seiko, Cititzen, Orient oder eben auch eine russische Uhr bekomme?

Abgesehen davon würde ich auch gerne mal was für China-Uhren brechen: einen großen, schweren Ast vom Baum ab und dann drauf auf den Ticker... ;)
 
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P.Henlein

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Tja die Chinaboeller machen vom ersten Aussehen schon was her.Keine Frage.Alles andere ist schon geklaert.Wer sich in Kreisen aufhaelt die davon unwissend sind,findens schoen. :roll:
 
Seeker

Seeker

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Hallo Des,
ich habe bisher Erfahrungen mit 2 China-Marken sammeln können - Krug bäumen und Ingersoll - und finde ebenfalls, daß die Verarbeitung dieser Uhren sehr zu wümschen übriglässt. Die KB habe ich damals als einer der Ersten zu einem noch recht hohen Preis (und QUARZ) erstanden und glücklicherweise sofort wieder veräußert.

Ingersoll war zwar ein großer Brummer aber insgesamt doch eher billig. Daher mein Entschluß die Finger von Uhren aus "billiger" Produktion zu lassen. Es gibt auch andere Asiatische Hersteller, mit denen man sich am Handgelenk sehen lassen kann.

Aktuell warte ich auch auf ein China-Fabrikat. Allerdings handelt es sich dabei um ein Mobiltelefon mit recht fortschrittlicher Technologie (auch zum schlanken Preis, ich denke auch durch Sklavenhaltung kalkuliert). Ob ich mich damit auf den Arsch setzen werde ist noch ungewiss.

Ich hoffe daß Du mit den Uhren aus dem Reich der Mitte noch viel freude haben wirst, eventuell schwenkst Du ja irgendwann einmal um und kaufst Dir anstatt 3 oder 4 solcher Uhren mal ein schönes (evtl. auch besser verarbeitetes) Modell aus der Schweiz oder von "traditionsreicheren" Asiaten".

Ich bin mir sicher, daß diese "Billigmarken" mit Sicherheit nicht das mitgemacht hätten, was so manche Seiko oder Sector mit mir erlebt hat.

Viele Grüße

Daniel
 
Oberlix

Oberlix

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Sande
Ich möchte auch mal eine Lanze dafür brechen und einen großen Vorteil der Chinaticker aufzeigen.

Ich persönlich finde es immer zu totlachen wie die Leute bei 1-2-3 tv über diese Uhren reden. Das ist Ironie pur und ich lache mich jedesmal halb tot .


Das erinnrt mich an einen Spruch bei Karstadt.

Frau fragt : Suche schöne Uhr , ähnlich wie Omega für meinen Mann zu Weihnachten.

Verkäufer sagt : Omega haben wir nicht aber die Kienzle Uhren sind genau so gut oder möchten sie doch lieber eine Timex . :oops:
 
Trainmaster C

Trainmaster C

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Ich hatte mir eine Carruci (siehe Bild) zugelegt und fand die, mangels Vergleichsmöglichkeiten, ganz gut. Nachdem sich die Gangenauigkeit von Tag zu Tag im Bereich von + 20 Sek. auf -5 Sek nach dem Zufallsprinzip änderte, daß Datum in der Nacht vom 31ten zum 1ten auf einmal eine 32 zeigte und ich meine ersten Citizen- und Seiko"rotoren" in den Händen hielt, habe ich das Ding bei Ebay reingesetzt und letztendlich für 40 € verkauft. Ich weiß nicht, ob das Ding noch existiert.
Nach dem Verkauf hatte ich mal spaßeshalber eine Email an den Vertrieb für Deutschland (von dem ich mir auch untenstehendes Foto gemopst habe) geschrieben, mit der Bitte um detailierte Infos über das Caliber und dessen Herkunft und Hersteller. Auf die Antwort warte ich heute noch.
 
eastwest

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Desesseintes schrieb:
zu den immer wieder gern zitierten Schauergeschichten von abgefallenen Zeigern, sichtbaren Fingerabdrücken oder mit der Kneifzange gestanzten Zeigern kann ich jedenfalls leider bei keinem meiner "China-Kracher" etwas beisteuern.
Natürlich hat kaum eine alle diese Mängel gleichzeitig, aber fast jede hat mehrere davon. Du vergißt noch ganz wesentliche weitere Punkte: sehr dünne, dh. schlechte Beschichtung (zB. 5mikron vergoldet), hohes Allergiker-Risiko durch minderwertige Stahlsorten, dasselbe gilt teilweise für Lederbänder (Farben, Gerbmittel), unsaubere Werke (stört vor allem bei mechanischen Uhren) usw.

Fazit: Sie liegen auf einem Level mit den Billigteilen von Aldi, Lidl, Tchibo etc. Dort kosten sie je nach Ausführung und Ausstattung zwischen € 5 und € 39. Das sind für meinen Geschmack schon die Obergrenzen, die man dafür verlangen darf.

eastwest
 
Desesseintes

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Hi,
danke für die Antworten, und um ganz ehrlich zu sein: Eigentlich hatte ich auch nichts anderes erwartet - offensichtlich lebt und argumentiert es sich leichter mit Ressentiments als mit differenzierten Fakten ("Certaines natures ne peuvent aimer d' un coté sans hair de l' autre", stellt Victor Hugo treffend in "Les Miserables" fest - in diesem Kontext könnte man auch sagen: Das Leben ist bisweilen vielschichtiger, als es die Ideologie erlaubt). Wenn jemand wirklich mit eigenen Erfahrungen aufwarten kann - nun ja, dann ist das so (wogegen, wie geschrieben, ich meine eigenen und seit einem Jahr nur positiven stelle; davon abgesehen: die offenen Unruhen finde ich auch grauenhaft). Doch manche der Antworten scheinen mir doch eher nur nachgebetete Klischees zu sein, die man vom Hörensagen kennt respektive in anderen einschlägigen Threads gelesen hat. Irgendwie erinnert mich so manche Argumentation fatal an jene mit den angeblich 3300 jährlich an Lungenkrebs gestorbenen Passivrauchern aus der Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (die kaum je jemand wirklich gelesen hat, denn sonst wäre ihm die unhaltbare Hypothetik der hochgerechneten Zahlen mehr als aufgestoßen), einer Zahl, die ebenfalls so lange ungeprüft wiedergekäut worden ist, bis im öffentlichen Bewusstsein die Grenze zwischen Fiktion und Fakten so verwischt war, dass inzwischen gemeinhin die Fiktion als Faktum durchgeht.

Lassen wir's dabei sein Bewenden haben - ich habe mich hier ja nicht eingeloggt, um einen Streit vom Zaun zu brechen, jemanden zu beschimpfen gar (nichts läge mir ferner!); worum es mir ging, war der Versuch, einen oder zwei "points of view" vielleicht etwas zu relativieren. Will sagen: Wenn jemand eine Alternative zum Mainstream des offensichtlich weit verbreiteten Geschmacks von Uhren sucht, die oft so aussehen, als sei der Besitzer eben aus einem T 34, einer B 52 oder aus Jürgen Prochnows U 523 gestiegen, sich keine IWC, Patek Philippe oder Blancpain leisten kann (oder will) und die im Preis-Leistungsverhältnis kalkulierbaren Risiken einzugehen willens ist, könnte bei den China-Böllern durchaus nicht allzuschlecht aufgehoben sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Mit verbindlichen vorweihnachtlichen Grüßen aus Berlin, Des.

PS: Aus der konkreten Aufzählung meiner Lieblingsuhren ist unter Umständen mein (schlechter...*g*) Geschmack deutlich geworden - wenn jemand in dieser Richtung noch ein paar Tips für erschwingliche Uhren (China oder auch nicht) haben sollte, wäre ich ihm dafür durchaus dankbar.
 
UhrViech

UhrViech

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Schöner Vortrag. Kriegstn Einser


Desesseintes schrieb:
Hi,
danke für die Antworten, und um ganz ehrlich zu sein: Eigentlich hatte ich auch nichts anderes erwartet - offensichtlich lebt und argumentiert es sich leichter mit Ressentiments als mit differenzierten Fakten ("Certaines natures ne peuvent aimer d' un coté sans hair de l' autre", stellt Victor Hugo treffend in "Les Miserables" fest - in diesem Kontext könnte man auch sagen: Das Leben ist bisweilen vielschichtiger, als es die Ideologie erlaubt). Wenn jemand wirklich mit eigenen Erfahrungen aufwarten kann - nun ja, dann ist das so (wogegen, wie geschrieben, ich meine eigenen und seit einem Jahr nur positiven stelle; davon abgesehen: die offenen Unruhen finde ich auch grauenhaft). Doch manche der Antworten scheinen mir doch eher nur nachgebetete Klischees zu sein, die man vom Hörensagen kennt respektive in anderen einschlägigen Threads gelesen hat. Irgendwie erinnert mich so manche Argumentation fatal an jene mit den angeblich 3300 jährlich an Lungenkrebs gestorbenen Passivrauchern aus der Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (die kaum je jemand wirklich gelesen hat, denn sonst wäre ihm die unhaltbare Hypothetik der hochgerechneten Zahlen mehr als aufgestoßen), einer Zahl, die ebenfalls so lange ungeprüft wiedergekäut worden ist, bis im öffentlichen Bewusstsein die Grenze zwischen Fiktion und Fakten so verwischt war, dass inzwischen gemeinhin die Fiktion als Faktum durchgeht.

Lassen wir's dabei sein Bewenden haben - ich habe mich hier ja nicht eingeloggt, um einen Streit vom Zaun zu brechen, jemanden zu beschimpfen gar (nichts läge mir ferner!); worum es mir ging, war der Versuch, einen oder zwei "points of view" vielleicht etwas zu relativieren. Will sagen: Wenn jemand eine Alternative zum Mainstream des offensichtlich weit verbreiteten Geschmacks von Uhren sucht, die oft so aussehen, als sei der Besitzer eben aus einem T 34, einer B 52 oder aus Jürgen Prochnows U 523 gestiegen, sich keine IWC, Patek Philippe oder Blancpain leisten kann (oder will) und die im Preis-Leistungsverhältnis kalkulierbaren Risiken einzugehen willens ist, könnte bei den China-Böllern durchaus nicht allzuschlecht aufgehoben sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Mit verbindlichen vorweihnachtlichen Grüßen aus Berlin, Des.

PS: Aus der konkreten Aufzählung meiner Lieblingsuhren ist unter Umständen mein (schlechter...*g*) Geschmack deutlich geworden - wenn jemand in dieser Richtung noch ein paar Tips für erschwingliche Uhren (China oder auch nicht) haben sollte, wäre ich ihm dafür durchaus dankbar.
 
eastwest

eastwest

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Desesseintes schrieb:
Aus der konkreten Aufzählung meiner Lieblingsuhren ist unter Umständen mein (schlechter...*g*) Geschmack deutlich geworden - wenn jemand in dieser Richtung noch ein paar Tips für erschwingliche Uhren (China oder auch nicht) haben sollte, wäre ich ihm dafür durchaus dankbar.
:pics:

Soll heißen: Wenn Du Bilder Deiner Uhren einstellst (aber bitte nicht hier, sondern in einem neuen Thread bei "Herrenuhren"), dann werden wir Dir gerne günstige Alternativen aufzeigen.

eastwest

PS.: Ohngeachtet der Zahl 3300; aber daß Passivrauchen schadet, dafür bin ich als Partner einer Vielraucherin ein (zum Glück: noch) lebendes Beispiel.
 
THE REAL DEAL

THE REAL DEAL

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Oberlix schrieb:
Ich möchte auch mal eine Lanze dafür brechen und einen großen Vorteil der Chinaticker aufzeigen.

Ich persönlich finde es immer zu totlachen wie die Leute bei 1-2-3 tv über diese Uhren reden. Das ist Ironie pur und ich lache mich jedesmal halb tot .


Das erinnrt mich an einen Spruch bei Karstadt.

Frau fragt : Suche schöne Uhr , ähnlich wie Omega für meinen Mann zu Weihnachten.

Verkäufer sagt : Omega haben wir nicht aber die Kienzle Uhren sind genau so gut oder möchten sie doch lieber eine Timex . :oops:



:super: :super: :super: :prost: :super: :super: :super:




Hier mal die schwarze Liste einiger " Luxus - Super - Edelmarken " :

Astroavia
Bernadino
Cavadini
Centia
Charles Delon
Claude Valentini
Denacci
Jeane Melaine
Jacques Cantani
Jean Jacot
Krug Baümen
Leutwyler & Söhne
Louis Valentino
Maria Giesen
Montres Allison
Newton Sons
Nomex
Olivier Witteaux
Oskar Emil
Ottimo
Raschke Glashütte
René Barton
Rudolph Rüttli
Tom Tuder
Torgeon
Wilhelm Rühling


In manchen Modellen findet man auch Schweizer Uhrwerke , aber auch hier ist die Verarbeitungsqualität am untersten Ende der Skala angesiedelt .
Allen Angeboten gemein ist die Tatsache , dass dem Käufer durch die Angabe eines völlig überhöhten Auszeichnungspreises ein Schnäppchen vorgegaukelt wird . Tatsächlich sind die Uhren aber im Fachhandel nicht zu bekommen , sie werden ausschliesslich zum Verkauf im Internet angeboten .

Zum Thema Swiss Made sein noch gesagt, dass Swiss Made nicht heissen muss , dass die Uhr auch wirklich in der Schweiz produziert wurde.

:shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
 
K

Kurzbesuch

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Hatte schon rund ein Dutzend Chinesen ... richtig gut sind nur zwei gewesen, der Rest hat(te) irgendwas. Ein paar Beispiele: lockeres Zifferblatt, schief aufgeklebte Datumslupe, lose Leuchtpunkte die lustig im Gehäuse rumflogen, abgehende Tauchlünetten mit Sekundenkleber nachkleben müssen und dabei natürlich auch gleich die Lünette richtig am Glas verklebt :oops: *mistverdammter* :lol2:
Ach ja ... ich finde die Taucheruhren immer so lustig die nur 3ATM sind, s.u. :lol2:

Gerechterweise muss man sagen, dass keine Totalausfälle dabei waren. Der einzige Umtausch ging gut und die Verkäufe im Ebay verliefen problemlos obwohl ich überall groß Chinauhr erwähnte. Sogar mit mickrigen Wertverlust.

Die beiden letzten China-Mohikaner, die mich noch begleiten:



Das ist übrigens keine Kaufempfehlung für die gezeigten Marken, ich hatte auch welche von diesen wo Schrott waren. Die beiden gezeigten laufen halt ...

Wer nicht experimentierfreudig ist, sollte China meiden. Und ich denke als Sammler ist dieses China-Zeugs sowieso uninteressant ... China-Böller-Sammlung :lol2:
 
Thema:

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