Ein kleiner Schatz im Doppelpack: NAMDOR

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clocktime

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Sehr schöne Uhr - gratuliere zu diesem Glücksfund!
Zur Lume: Kann es sein, dass die Lume sehr wohl die Nacht durch leuchtet, aber man es nur sieht, wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben?
 
DRGM

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Hallo Markus,

Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderschönen Ensemble!

Ein paar Ergänzungen kann ich noch beisteuern. Die Schweizer Marke Nr. 56575 „Namdor“ wurde am 2. Juni 1924 von der Fa. Compagnie des Montres Berex (Berex Watch Co. S.A.) angemeldet:

CH56575_Namdor.jpg

Zeitgleich wurde eine Marke DEFONDS WATCH C. von Berex angemeldet, eine Marke also, welche den Eindruck suggeriert, dass hier eine Firma Defonds Watch Co. Bestehen würde. Das scheint eine „Masche“ von Berex gewesen zu sein, denn Berex besaß einen bunten Strauß an eingetragenen Marken, welche den (unzutreffenden) Eindruck einer bestehenden Firma erwecken, nämlich:


Defonds Watch C.

Epbro Watch C

Kiptime Watch C

Mormac Watch C

Rebor Watch

Silos Watch

Welsa Watch C.

Welsam Watch


Insofern könnte „Shrine Watch“ auch direkt Berex zuzurechnen sein, auch wenn „Shrine Watch“ nicht für Berex als Marke registriert war. Kannst Du von dem Stempel bitte ein Foto einstellen?

Was den (beabsichtigten) Export in die USA betrifft: sehr gut möglich, auch die englische Beschriftung der Uhr und der Schachtel spräche dafür, ebenso das Wort „unadjusted“, was für in die USA exportierte Werke ja geradezu typisch ist. Allerdings vermisse ich hier einen US-Import-Code. Wobei ich nicht weiß, ab wann derlei Codes in den USA verpflichtend waren. In der List von Ranfft sind da jedenfalls weder Berex, noch Shrine verzeichnet:

Ranfft-Uhren, US-Importcodes


Bezüglich Uhren-Kästchen allgemein:

Ja, es stimmt, schöne Uhren-Schachteln kommen eher bei US-Uhren vor. Allerdings wurde auch hierzulande auf die verkaufsfördernde Wirkung ansprechender Verpackungen hingewiesen, bspw. In der „Uhrmacher-Woche“ 1935:

Uhrmacher-Woche_1935_S518_Schachteln01.jpg

Uhrmacher-Woche_1935_S518_Schachteln02.jpg

Und gelegentlich kann man durchaus auch Schachteln finden, die für den europäischen Markt gedacht waren oder zumindest auch in Europa angeboten wurden.

Was diese Äußerung anbelangt:

Longines, Omega, Vacheron oder Rolex.............mir ist noch nichts begegnet, was sich in die 20er oder 30er datieren ließe und mit der originalen Schatulle daherkam.
Mein Lieber, hier darf ich Dein Gedächtnis auffrischen:

HAU 20er-40er Jahre

;-)

Egal - ein wirklich schönes Set hast Du an Land gezogen und hier in würdiger Weise präsentiert.
 
MaJoLa

MaJoLa

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@Christoph
meinen Dank auch an Dich. Hätte Dich fast übergangen. Natürlich muss es nicht immer die eigene Stilrichtung sein. Ich hab mittlerweile auch Spaß an Uhren, die nicht in mein Gebiet fallen.

@clocktime
das müsste man naturlich mal probieren. Vielleicht reicht es ja noch. Auf jeden Fall vielen Dank für Deine positive Resonanz.

@transponder
klasse Du vorbeigeschaut hast und Gefallen an der Namdor finden konntest.

@Martin
und ein ganz besonderer Dank auch an Dich für Deine zusätzliche Recherche mit den entsprechenden Infos.

Berex taucht ja auch im Zusammenhang mit Pierre Bernard auf. Ich denke, er war der Inhaber von Berex.

Deine Ausführung ist natürlich sehr interessant und zeigt, was damals möglich war. Den Deckel hab ich nochmal abgehoben. Ein echter Akt, sag ich Dir. Ich wollte auch nur sicher gehen, daß nicht doch noch mehr als Shrine Watch drin stand:


Mit dem Zusatz SWISS dürfte aber dann Vulcain in New York wegfallen.
Ob doch Dlugatsch in Biel dahintersteckt und das Gehäuse dort gefertigt wurde?
Immerhin ist Biel auch für Berex angegeben.


Noch schwieriger war das schließen des Deckels. Dann find ich in dem plötzlich diese kleine Schraube.



Ob die sich am Rand versteckt hatte? Gesehen hab ich sie nicht und kann auch nicht festellen, wo sie sich gelöst hat. Danach ging der Deckel dann zum Glück wieder zu. Hatte schon Angst um das Glas. Gut das es so dick ist.

Zur Gedächtnisauffrischung: Das hatte ich nicht mehr auf dem Schirm.
Allerdings meinte ich doch was anderes: Nämlich Uhren, die nachweislich noch in ihren ursprünglichen Schatullen überlebt haben.
Selbst ne Rolex mit passender Schachtel aus der Zeit, muß in der Konstellation noch nicht original sein. Das würde sich im Zweifelsfall nur schwer beweisen lassen. Der Name Namdor hingegen ist so selten, daß man hier wirklich vom Original ausgehen kann.

Die Boxen aus der dt. UHRMACHERZEITUNG muss ich übersehen haben. Leider kann ich diese Seiten nicht mehr öffnen. Ist das wirklich so?

Was mich noch interessieren würde:
Mein Gehäuse weist in den Vertiefungen Überreste von schwarz auf. Ist auch auf den Bilder besser zu sehen als in Natura.

Auch die Gehäuse von Fressard folgen diesem Must im Stil der Tula-Silberuhren.
Da es hier aber um Chromgehäuse geht, frage ich mich, wie und auf welchem Wege das so gemacht wurde.
 
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Goldstadtjung

Goldstadtjung

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Wunderbare Uhr in einer ganz tollen Vorstellung.
Die Uhr trifft genau meinen Nerv.
Meinen Glückwunsch zum Erwerb, Markus und allzeit gute Gangwerte.

Beste Grüße
Peter
 
Boston72

Boston72

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Danke für diese sehr interessante Vorstellung einer außergewöhnlichen und schönen Uhr.
Ich habe das wirklich gerne gelesen.
Die Uhr steht dir auch hervorragend.

Glückwunsch
 
DRGM

DRGM

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Hallo Markus,

betrüblich, dass Du nach dem erneuten Gehäuseöffnen eine lose Schraube gefunden hast! Vielleicht nochmal öffnen und schauen, wo (nun) eine Schraube fehlt?

Mir ist an der Schachtel noch „NOK-PROOF“ aufgefallen. Was bitte, soll das sein? Ich weiß es nicht – allerdings weiß ich, dass diese rätselhafte Bezeichnung eine Marke der Uhrenfabrik Vagda war:

CH67876_NOK-PROOF.jpg

Die Uhrenfabrik Vagda ging hervor aus der Fa. Volkan, Dlugatsch & Cie.:

CH45460_VAGDA.jpg

Die Fa. Volkan, Dlugatsch & Cie.wiederum war Inhaberin der Marke…. Shrine:

CH49411-SHRINE.jpg

Da scheint sich der Kreis langsam zu schließen.

Was Berex anbelangt, so schielte man tatsächlich auf den amerikanischen, aber auch auf den japanischen Markt, wie sich aus zwei Inseraten aus „La Fédération Horlogère“ von 1926 und 1928 ergibt:

FedHorl_4Jan1928_Berex-America.jpg

FedHorl_13Mar1926.jpg

Noch eine Anmerkung:

Berex taucht ja auch im Zusammenhang mit Pierre Bernard auf. Ich denke, er war der Inhaber von Berex.
Also ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, warum bei Mikrolisk neben Berex auch Pierre Bernard / Ophir Watch SA aufgeführt wird. Nichts gegen Mikrolisk (ist eine tolle Seite!), aber gelegentlich sind die Daten da nicht sonderlich genau. Ich halte mich in diesem Fall lieber an das Schweizer Handelsamtsblatt als Erstquelle, in dem Fakten aufgeführt sind. Und demnach gehörte die Marke „Namdor“ nun einmal der Fa. Berex. Von einem Pierre Bernard ist da keine Rede (von Ophir Watch ebenfalls nicht).
 
MaJoLa

MaJoLa

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Super Martin,

da war ich ja mit Dlugatsch und Biel doch auf dem richtigen Weg. Immer wieder Biel. In unserer Gruppe wusste mit Nok Proof auch niemand was anzufangen.

Dann vermute ich: Gehäuselieferand war Dlugatsch. Die Schatulle wurde von Vagda geliefert. Das Werk kam von Schild und zusammengebaut hat den ganzen Krempel, Berex & Cie. :-D :D :D

Du hast quasi ein Rätsel zur Marke Namdor gelöst.

Meinen herzlichsten Dank für Dein Mühe. Du bist ein wahrer Lückenfüller ;-)

An diese Anzeige der Horlogére Swiss kann ich mich übrigens erinnern. Konnte aber zu dieser Zeit nicht viel damit anfangen.


Hallo Mario,

Vielen Dank auch an Dich. Klasse, daß Du an der Vorstellung Spaß hattest.
 
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DRGM

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Immer wieder Biel.
Korrekt muss es aber heißen:


"Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn…“

:lol:
Spaß beiseite –
aber: auf der Suche nach „Namdor“ wurde mir immer wieder (sic!) Nandor angeboten - in Form von „Nándor Hidegkuti“, dem Mittelstürmer der ungarischen Vize-Weltmeistermannschaft von `54….
 
MaJoLa

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:D :lol:
Der war richtig gut, Tom. Herzlichen Dank, hat mich wirklich gefreut.

Wenn ich so darüber nachdenke, ist das Thema Namdor in einer noch weiteren Hinsicht der "Knaller". Denn ausgerechnet zu DIESER Uhr auch noch so vergleichsweise viele Infos zusammengetragen zu haben, setzt noch mal richtig eines drauf. Da geht also noch einmal mein Dank an Martin.

Ich weiß, wie unglaublich mühselig die Durcharbeitung der Horlogére Swiss war.
Besonders wenn man mit alter Technik alles runterladen muss. Ich hatte viele Seiten übersprungen, da bis in die 30er das Bildmaterial teils sperlich war.
Mittlerweile hab ich so einiges nachgearbeitet, als ich bermerkt hatte, daß es irgendwo mittendrin doch das Eine oder Andere gibt, was dann genau einmal auftaucht.

Martin war da offenbar gewissenhafter.
 
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