Ein Gedanke zur Weihnacht

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#1
raxon

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Soeben habe ich eine Mail von meinem Provider bekommen mit einem Anhang, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
Ein Gedanke zur Weihnacht
Ich werde Ihnen eine Geschichte erzählen, die Geschichte eines Vaters und seines behinderten Sohnes Shaya.
Diese Geschichte wurde ursprünglich in einer New Yorker Zeitung veröffentlicht. Die
Geschichte ist so berührend, dass sie sich rasant im Internet verbreitete und es kam die Frage auf, ob sie wirklich auf Tatsachen beruht.
Nun, das faszinierende an der Geschichte ist: Sie ist wahr. Wegen all dem Hype über die Geschichte hat die Website "truthorfiction.com" sich die Mühe gemacht, zu recherchieren, wie es um die Fakten steht. Und ja, sie ist wahr. Dies wird auch durch den hoch angesehnen Rabbi und Autor Paysach Krohn aus Brooklyn bestätigt, der die Beteiligten persönlich kennt und versichert, dass sie sich so zu getragen hat, wie wir sie Ihnen heute erzählen werde. Wie schon erwähnt, handelt die Geschichte von Shaya, einem lernbehinderten Jungen aus Brooklyn:

Es war Wochenende. Shaya und sein Vater gingen spazieren. Während sie so schlenderten, blieben sie stehen und sahen den Nachbarsjungen beim Baseball spielen zu.
An diesem einen Sonntag Nachmittag, als sie sich dem Spielfeld näherten, sah Shaya zu seinem Vater auf und fragte: "Dad, meinst Du, die würden mich mal mitspielen lassen?"
Shayas Vater hatte ein Problem. Sein Sohn ist lernbehindert, sehr unkoordiniert und hat noch niemals vorher Baseball gespielt. Aber er wusste auch, dass die Jungs aus der Nachbarschaft Shaya immer freundlich behandelt haben. Und er wusste, wenn er sich nicht für seinen Sohn einsetzen würde, wer dann?
Also ging er zu einem der Jungs und fragte: "Was haltet ihr davon, Shaya mitspielen zu lassen?"
Der Junge wusste nicht, was er sagen sollte. Er suchte die Blicke seiner Kameraden, um Hilfe zu erhalten. Da es aber niemand mitbekommen hatte, musste er es selbst in die Hand nehmen. Er antwortete: "Nun, wir sind im 8. Inning und liegen sechs Runs hinten. Ich glaube nicht, dass wir dieses Spiel gewinnen können, macht also keinen Unterschied. Er soll sich einen Handschuh nehmen. Er kann hinter der zweiten Base im Aussenfeld spielen."
Shayas Gesicht begann vor Freude zu strahlen und er rannte los.
Am Ende des 8. Innings holte Shayas Team auf, aber sie lagen immer noch 3 Runs hinten.
Im 9. und letzten Inning holten sie weiter auf. Sie hatten drei Spieler draussen, zwei waren raus und Shaya war mit dem Schlagen dran.

Shayas Vater fragte sich, ob sie ihn wirklich schlagen lassen würden. Aber ohne inne zu halten rief einer der Jungs: "Shaya, Du bist dran" und gab ihm den Schläger. Aber, so wie Shaya am Schlagpunkt stand, war klar, er wusste nichtmal, wie man den Schläger hält, geschweige denn, wie man schlägt.
Der Werfer kam ein paar Meter heran und lupfte den Ball sehr zart, so das Shaya wenigstens den Ball berühren könnte.
Shaya schwang und lag arg daneben. Vor dem zweiten Wurf rief einer seiner
Teammitglieder: "Moment, lasst mich ihm helfen, ich werde ihm zeigen, wie man schlägt.". Der Junge ging rüber, stellt sich hinter Shaya, legte seine Arme um ihn, so dass die beiden Jungs den Schläger nun gemeinsam hielten.
Der Werfer kam noch etwas heran und warf den Ball, so soft, wie es nur ging.
Die beiden Jungs schafften es gemeinsam, den Ball zu treffen. Der Ball flog sofort auf den Boden und hüpfte in Richtung des Werfers. Shayas Teammitglieder schrieen: "Lauf Shaya, lauf" und er rannte los zur ersten Base.
Der Werfer hätte den Ball leicht fangen, zur ersten Base werfen können, bevor Shaya dort ankommt und damit das Spiel beenden können. Stattdessen nahm er den Ball und mit offensichtlichen Absichten warf er ihn in einem hohen Bogen weit über die erste Base hinaus, weit ins Aussenfeld.
Shaya war sicher an der ersten. Der Baseman der ersten drehte sich zu Shaya und sagte:
"Lauf Shaya, lauf zur Zweiten."
Der Spieler im Aussenfeld hatte inzwischen den Ball und hätte mit einem Wurf den Ball ebenfalls zur zweiten Base befördern können, bevor Shaya dort ankam. Aber er verstand die Intention des Werfers und schleuderte den Ball weit über die dritte Base hinaus. So weit, dass dort kein Spieler stand, der den Ball hätte fangen können.
Als Shaya die zweite Base berührte, drehte sich der Baseman der zweiten Base zu ihm und rief: "Renn Shaya, renn zur Dritten!".
Zu diesem Zeitpunkt hatten die drei Spieler die noch draußen waren, ihren Weg gemacht und es stand unentschieden. Shaya war der letzte Läufer und seine Kameraden schriehen vor Aufregung. Als sein Fuss die Homebase berührte sammelten sich beide Teams um ihn, hoben ihn auf ihre Schultern und feierten ihn als Held des Spiels. Er hatte gerade einen Homerun
hingelegt und das Spiel entschieden. Die Jungs gaben Shaya den Thrill seines Lebens. Und natürlich gaben sie etwas viel Wertvolleres, sie zeigten ihm, dass sie ihn akzeptierten.
Entweder hat es jemand den Jungs gezeigt oder sie haben es selbst entdeckt, das größte
Geheimnis des Glücks. Und das ist ...
Wir erleben die Momente größter und tiefster Freude in den Augenblicken, wenn wir sie in Anderen erzeugen. Es ist eine Grundwahrheit des Lebens: Was immer wir geben, erhalten wir vielfach zurück. Was mich wieder zum Anfang der Geschichte bringt....
Wenn Sie in dieser hektischen Zeit einige Momente des Glücks empfinden wollen, müssen sie nichts weiter machen, als kurz inne zu halten und Freude um sich zu verbreiten.
Vielleicht ist es Zeit, einen alten Freund anzurufen. Oder jemandem zu vergeben, was vergeben werden sollte, eingeschlafene Familienbande wieder mit Leben zu erfüllen.
Vielleicht sollten sie den Brief schreiben, der geschrieben sein sollte.
Lächeln Sie die nächste Person einfach an, die aussieht, als ob sie es braucht.
Oder relaxen sie einfach einen Moment mit einer älteren Person, die sich so sehr nach einem Augenblick ungeteilter Aufmerksamkeit sehnt.

Und was hat das alles mit prosite.de oder Speedbone zu tun?
Nichts, gar nichts. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir uns in unserem Leben definieren, durch das, was um uns und in uns ist.
Man hat gern Menschen um sich, die Menschlichkeit zulassen und zeigen,
die sich dann und wann etwas Zeit nehmen, die ein Lächeln teilen,
die Wärme fühlen und geben können.
Zu dieser Zeit des Jahres scheint es, der richtige Augenblick zu sein, sich daran zu erinnern, dass Sie sich selbst am meisten beschenken können, wenn sie einem Anderen, das geben, was er/sie emotional am meisten braucht. Sie werden überrascht sein, welche positiven Auswirkungen ein wenig selbstlose Aufmerksamkeit dann auch für Sie selbst und ihr Leben haben wird.
Eine fröhliche und gesegnete Weihnacht....
 
#2
lowrider

lowrider

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OK, ich weiß....necroposting....

Aaaaaber:

Ich habe gerade mal spaßeshalber im smalltalk rumgespielt und die Beiträge sortiert nach "letzter Beitrag vom", da war dieser Thread auf Platz 1, dicht gefolgt von "Süddeutsche Zeitung 2 Wochen kostenlos", beide von raxon initiiert. Beide mit 0 replys.

"Süddeutsche" könnnen wir imho links liegen lassen.

Aber dieser ist doch zu schade um vergessen zu werden.

Ich finde dir Geschichte sehr schön, deshalb hol ich sie mal wieder hoch :-)

Ist ja auch bald Weihnachten.
 
#3
Mister B

Mister B

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Beim Lesen des Titels dacht ich im ersten Moment "wieder so ein Herz-Schmerz-irgendetwas, das muss nicht sein". Wurde eines anderen belehrt und sage besten Dank fürs Posten.
 
#4
jesusfreak

jesusfreak

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Danke Lowrider für das Ausgraben dieses kleinen Schatzes. So klein und unscheinbar diese Geschichte auch ist - sie zeigt doch was mit kleinen und unscheinbaren Taten, Gesten oder Worten erreicht werden kann, bei anderen, aber auch bei einem selbt. Manchmal muß mal also nur auf einen kleinen Sieg verzichten und bekommt ein grandioses Finale geschenkt.

Schönen Gruß,
Thomas
 
#6
R

ronja4711

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Ich habe heute auch eine Geschichte, wie sie mir heute selbst passiert ist:

Ich bin mit meiner Tochter in meine 10 km entfernte Heimatstadt (ca 5000 Einwohner, dort kenn ich fast jede Ecke) - habe aber anderes Nummernschild, weil zwischendurch der Landkreis wechselt.

Wir wollten zu meinem Onkel, der da mit seiner Familie wohnt und zu meinen vielen Cousinen und Cousins zum Mittagessen. Wir fahren hin, mussten aber, weil alles zugeparkt war bis zum Ende der Straße fahren - dort fängt auch gleich der Wald an. Zwei Häuser vor Ende sehen wir eine ältere Frau die an zwei Häusern klingelt aber keiner aufmacht. Dachte mir noch nix dabei. Stück wieder zurück gefahren und geparkt. Da rief die Frau, Stop, warten sie bitte! Wir schauen schauen uns an, Tochter so: was will die denn? Ja keine Ahnung, wir werden es gleich hören.
Dann war sie da und war etwas durch den Wind.
Sie findet ihr Auto nicht mehr. Sie war in der evangelischen Kirche und hat da an einer Holztreppe geparkt und von da aus war das nicht weit. Ich überlegte, Holztreppe? Hm. Fiel mir nichts ein. Sie versuchte mir das zu erklären, aber das wurde nix. Zudem sie da schon locker einem halben Kilometer von dieser Kirche weg war wo wir in dem Moment standen. Da konnte ich ihr nicht helfen, sie versuchte noch paarmal zu erklären, und immer wieder: Holztreppe. Hm.
Ich zu meiner Tochter: du nimmst unsere Tasche und gehst schon hoch, ich pack die Frau ins Auto und wir suchen ihr Auto. Dann bin ich erst mit ihr zur Kirche gefahren, den normalen Weg, aber die Erklärung von ihr wurde nicht besser. Ein paar Straßen abgefahren und dann haben wir das Auto gefunden.
An einer langen Betontreppe, die lediglich ein Holzgeländer hatte. An die Treppe habe ich überhaupt nicht gedacht - die bin ich jeden Morgen in die Schule früher gelaufen. Und die Frau war so froh, was sie mir dann noch alles gewünscht hat könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Dauerte fast länger als die Suche nach dem Auto ;-)
Meine Cousine meinte dann, ja da hätte ich das Auto auch nicht mehr gefunden wenn man falsch abbiegt. Aber grundsätzlich hatte sie von dem Platz aus tatsächlich eine sehr kurze Wegstrecke zur Kirche.

Ich wusste mir echt nicht mehr zu helfen, was hättet ihr denn da gemacht?
Meine Familie fand das total cool - ich hab eigentlich gar nicht drüber nachgedacht. Ich konnte die Frau jedenfalls nicht einfach so auf der Straße stehen lassen.
 
#7
Westminster

Westminster

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Beiträge
295
Daß es Menschen gibt, die so handeln wie Du hier im beschriebenen Fall und der Frau geholfen hast, gibt mir Hoffnung, daß noch Menschen mit Nächstenliebe und Anstand anzutreffen sind.
Dir noch einen schönen Weihnachtsabend!
 
#9
domaß

domaß

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Ort
Sehr gerne in Mitteleuropa: München und Insprugg
Danke Ronja!
Westminster hat es treffend gesagt.

Es erinnert mich an eine Begebenheit vor Jahren, knapp vor Weihnachten:
Ich fuhr alleine mit dem Wohnmobil aus dem Süden nach München.
In Holzkirchen ließ ich einen Autostoper einsteigen. Es war schon tief in der Nacht. Er erzählte, dass er nach drei Jahren wieder mit seiner Frau und dem gemeinsamen kleinen Sohn Weihnachten feiern will. Im Morgengrauen ließ ich ihn an der bayerisch tschechischen Grenze aussteigen und trat in umgekehrter Richtung die Heimreise an.
Einige Tage später lag im Postkasten ein Brief mit einem wunderschönem Bild einer glücklichen Familie.
 
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