Ein Fund und keine Informationen

Diskutiere Ein Fund und keine Informationen im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo Leute, ich habe eine Taschenuhr im Hausrat meines Onkels gefunden. Kann mir jemand etwas über die Uhr sagen? Hersteller, Alter, Zustand...

Knubbel703

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Hallo Leute,
ich habe eine Taschenuhr im Hausrat meines Onkels gefunden.

Kann mir jemand etwas über die Uhr sagen? Hersteller, Alter, Zustand (soweit es die Bilder hergeben)

Würde mich über eine Antwort freuen.
 

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strazzi1965

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Ich bin zwar kein Spezialist für Taschenuhren, aber ein paar grundlegende Infos kann ich geben. Die Uhr dürfte schätzungsweise zwischen 1880 und 1920 hergestellt worden sein, da zu dieser Zeit Taschenuhren mit Drückerstift modern waren. Die Punzen zeigen, dass das Gehäuse aus 800-er Massivsilber gefertigt ist (Schweizer Auerhahn-Punze, verwendet in dieser Form etwa ab 1882 bis 1934), wobei Reichssilberkrone mit Halbmond ab etwa 1884 üblich waren zur Punzierung von Waren aus massivem Silber verschiedener Legierungen (diese wurde zusätzlich gepunzt - in Deinem Fall die "0,800").

Zum Werk müssen hier die Spezialisten ran.;-)

Gruß
strazzi1965
 

BSBV

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Moin,
für RG stehen mehrere Hersteller zur Auswahl.
RG :

Rudolf TH Gloor, Zürich, Schweiz
R. Gorgé, Bern, Schweiz
Riogem SA, Genf, Schweiz
Les Fils de Robert Gygax, St.-Imier, Schweiz; registriert am 9.7.1931
 

Schraubendreher

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Hallo Knubbel,

das ist eine Zylindertaschenuhr einfacher Machart. Außengehäuse aus Silber, Innengehäuse aus Messing, Neusilber oder Nickel. Das Werk ist von sehr einfacher Qualität, was man an der Lagerung der Zahnräder ohne Steine direkt in den Brücken sieht. Der Gesamtzustand des Gehäuses ist schlecht, die Uhr wurde oft getragen und ist dementsprechend abgenutzt. Das Zifferblatt ist stark beschädigt und wurde repariert, ohne dass man sich dabei besondere Mühe gegeben hätte.
Kurz gesagt: eine Alltagsuhr, die auch dementsprechend behandelt wurde.

Einfache Qualität, schlechter Zustand. Ein nettes Erinnerungsstück, mehr aber leider nicht. Wenn Du das Gehäuse mit einem Silberputztuch auffrischt, macht sie sich gut in der Vitrine.

Bis dann:
der Schraubendreher
 

Knubbel703

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Hey, Leute,
allen ein gutes neues Jahr und vielen Dank für die Rückmeldungen.
Das gute Stück hat mein Onkel sicher auch geerbt und damit ist die Zeit um 1900 gut möglich.
Es ist aber immer schön, ein paar neue Anhaltspunkte zu bekommen.

Will die Uhr auch behalten. Lohnt sich eine Aufarbeitung? Oder soll ich nur ein Silberputztuch nehmen und gut?

Gruß
Knubbel
 

akrisios

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Nach meiner Meinung musst Du Dir die Frage selbst beantworten. Da das Emaille-Blatt kaputt ist wäre eine Aufarbeitung alleine schon davon nicht ohne. Ich persönlich denke: lass es sein. Als Erinnerung ist sie auch so noch, ohne Gebrauchswert, schön.
Ihr Zustand ist doch geradezu ein memento mori über die Vergänglichkeit von allem. Sie „schläft“ nun quasi wie Dein Onkel, ihr ehemaliger Besitzer.

Ich hatte kürzlich für eine deutlich besser erhaltene 14K-Golduhr (mit schönerem, verzierten Werk) die ähnlich war aus der gleichen Zeitperiode gerade mal 680,- Goldwert bekommen. Für meine wundervolle gepflegte und topfunktionierende 140 Jahre alte Thos. Russel & Son/ Liverpool, auch aus vollen 800er Sterlingsilber, hatte ich vor vier Jahren ca. 300,- bezahlt.

Es ist also eine hochsubjektive die Frage die Uhr zu restaurieren. Aber wie oben bereits geschrieben liegt ihr Wert mMn in der Erinnerung und eher weniger in der Funktion. Hätte sie eine grande complication oder so könnte man die Frage zur teuren Restauration einfacher bewerten.
 
Zuletzt bearbeitet:

strazzi1965

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Ich würde zumindest mal ein paar Angebote einholen, was denn die Restauration kosten könnte. Sicher ist es schön, quasi solch ein Andenken an einen nahen Verwandten zu haben, aber einen reinen "Deko-Artikel" würde ich mir nicht in die Vitrine legen - das würde mir nicht reichen. Ich habe in meiner Sammlung alle Uhren von meinem Vintage-Uhrmacher revisionieren lassen (bis auf eine, die unmittelbar vor dem Kauf revisioniert worden war), teils auch die Gehäuse aufarbeiten lassen (Vergoldung, Messing/Chrom-Beschichtung). Heißt also: Ich kann morgens blind in den Uhrenkasten greifen und fische immer eine vollwertig alltagstaugliche Uhr heraus, selbst wenn sie 80 Jahre alt ist. Die einzige Taschenuhr, die ich besitze - eine alte Kienzle mit einem Einfachst-Stiftankerwerk - habe ich auch revisionieren lassen. Das wollte schon kein Uhrmacher mehr machen, erst nachdem ich etwas "nachgeholfen" hatte mit der Motivation, hat sich einer erbarmt. Das sind jetzt alles sehr schön im Sinne von "authentisch" hergerichtete Stücke. Die Kosten für die Revisionen darf man natürlich bei solchen überwiegend als Gebrauchsuhren konstruierten Zeitmessern nicht als primäres Entscheidungskriterium nehmen.

Gruß
strazzi1965
 

Matthias MUC

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Wenn die Uhr so wie sie ist, "läuft" (= sachte aufgezogen, keine platzende Feder, und dann läuft sie in allen Lagen ohne nach 10 Minuten von allein stehenzubleiben), dann ist das eine Basis, so eine Uhr ohne weitere Maßnahmen "ruhen" zu lassen, weil sie grundsätzlich läuft und wahrscheinlich nichts teuer repariert werden müßte, wenn sie denn eine Revision bekommen sollte. Zylinderuhren sind bei Ersatzteilversorgung schon eher Problemkinder. Wenn sie auf einer Zeitwaage besser als nur reines Schneegestöber ist, umso schöner.
Wenn eine Motivation besteht, so eine Uhr als Stück mit Familiengeschichte gelegentlich tickend zu tragen, sollte sie optisch vielleicht nur sehr schonend aufgearbeitet werden - die Schäden trägt sie als Zeichen ihres langen Uhrenlebens mit Würde, finde ich - aber dann auf jeden Fall von einem Uhrmacher mit Herz und Verstand für solches "Altmetall" durchgesehen und ggf. revidiert werden.

lG Matthias, mit Herz für Alteisen
 

Knubbel703

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Ja, soweit gebe ich Dir Recht, Matthias MUC, die Uhr läuft und man sieht ihr das Uhrenleben auch an.
Ich möchte auch die Uhr etwas besser kennen lernen und evtl. für meine Nachkommen die Informationen
festhalten. Irgendwann ist die Uhr 150 oder gar 200 Jahre alt und ich kann etwas von und mit ihr weiter geben.

Gruß
Knubbel
 

Matthias MUC

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OK, das wichtigste scheint mir jetzt, daß da keine akute Gefahr im Verzug ist. Ich sehe bei einer aus meinem Fundus (unklare Familienherkuft), da steht auch "RG" im Deckel, das Werk ist nicht baugleich, meins hat 8 Steine, dafür ist das Gehäuse "billiger" (keinerlei Silberpunzen).
 

Knubbel703

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So, jetzt habe ich die Uhr gereinigt und das Ergebnis ist sehr gut.
Vielen Dank für den Tipp mit dem Silber-Putztuch.

Kleinigkeiten, aber ich hätte mich so nicht getraut die Uhr zu reinigen.

Grüße
Knubbel
 
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