Eigene Uhrenmarke - rechtliche Fragen

Diskutiere Eigene Uhrenmarke - rechtliche Fragen im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde, ich habe eine vorwiegend rechtliche Frage, deren Beantwortung mir vielleicht meine romantische Fantasieblase gnadenlos zerlegen...
McMoneysack91

McMoneysack91

Themenstarter
Dabei seit
30.07.2018
Beiträge
215
Liebe Freunde,

ich habe eine vorwiegend rechtliche Frage, deren Beantwortung mir vielleicht meine romantische Fantasieblase gnadenlos zerlegen wird. Aber das muss nun mal sein. Also kalte Fakten und Realität bitte. Ideal sogar, wenn jemand von euch rechtlich versiert ist!

VORWEG die Prämissen

I) Ich möchte Uhren unter meinem eigenen Namen zusammenbauen und verkaufen

II) Ich möchte NICHT einen rechtlichen Krieg mit Rolex, Omega und Co. anzetteln, sondern weiterhin ein sorgenfreies Leben führen

1. Ich sage explizit zusammenbauen, da ich kein einziges der Teile selbst herzustellen plane. Ich nehme ein Allerweltsgehäuse von Lieferant A, einen Allerwelts-Zeigersatz von Lieferant B, ein Miyota, SEIKO, SeaGull, ETA-Klon etc. Werk und einen Zifferblattrohling. Den ZIfferblattrohling bedrucke ich mit meinem Lieblingsdesign und voila.

Frage: Lauert hier schon die erste Falle für Prämisse II)? Ich plane natürlich nicht, den 10.000sten Submariner-Klon. Ich plane auch keine "Hommagen" und schon gar nicht an die bekannten Giganten. Sprich nix mit Oyster case, keine Seamaster Cases, nichts dergleichen. DARF man überhaupt Gehäuseformen patentieren lassen? Was machen dann solche Kopierer wie Pagani Design, Parnis etc, welche 1:1 Kopien von GMT Mastern und Daytonas rauskloppen? Selbe Frage gilt für Zeiger. Da gibt es ja so ganz markante Zeiger wie Rolex' Mercedes Hands oder Omegas Skeleton Hands etc. Oft höre ich auch "Breguet hands". Lauern hier schon Designs, die man besser in Ruhe lässt, weil man sonst Minenfelder betritt? Gegenfrage: gibt es open-source, public-domain Designs, wo man sich bedienen kann? Ich denke da z.B. an Bauhaus. Wie undendlich viele Fashion Watches gibt es, die dieses typische Bauhaus-Design totreiten? CLUSE, DW, etc. Und selbst bei sowas hätte ich schon Bedenken, ob mir nicht anwältliche Liebesgrüße aus Glashütte und co. in den Briefkasten flattern. Zusammenfassend also: gibt es irgendwo niedergeschriebene Grundregeln, wie weit man sich kreativ bewegen darf, ohne jemandem auf die Füße zu treten? Gibt es sogar einen Katalog an "open-source" Designs, die quasi frei verwendet werden dürfen?

Denn mal im Ernst, sonst müsste doch jeder Autobauer jeden Autobauer verklagen, weil er auch vier Räder, fünf Türen, Außenspiegel und einen Kühlergrill benutzt.

Bei Anzügen und Lederschuhen z.B. habe ich mal gehört, dass es da eine gewisse open-source Grundform existiert, die niemand jemals für sich beanspruchen darf, weil es quasi zu den Grundkleidungsstücken gehört. Ein Oxford oder Derby etc darf exakt gleich aussehen wie Millionen andere Oxfords und Derbies anderer Schuhmacher etc.

2. Ich habe bereits einige Namen im Peto, welche ich wohlklingend und zur Uhren passend finde. Einige davon sind Wortneuschöpfungen, manche jedoch einfach griechische oder lateinische Begriffe. Wobei auch bei Wortneuschöpfungen frage ich mich, ob nicht einer der zigtausend Sprachen da schon was mit verbindet.

Frage: ist es rechtlich problematisch, wenn man einen Namen wählt, der in der Uhrenwelt bereits vergeben ist? Insbesondere dann, wenn die Uhren, die man plant sich deutlich unterscheiden werden von dem Namensvetter, der bereits existiert, sodass KEIN Verdacht aufkommt, hier versuche jemand Counterfeits unter die Leute zu bringen? Sehen wir uns z.B. Allerweltsbegriffe an wie Union (gibts schon), Trias (gibts schon), Unitas (glaub auch) und co. Das sind alles Begriffe aus Sprachen. Selbst Omega ist im Grunde nur ein Buchstabe wie Alpha (gibts auch als Uhr) und jeder andere griechische Buchstabe.

Frage: selbst wenn ich jetzt eine Wortneuschöpfung kreiere, die keine mir bekannte Uhrenmarke benutzt, wie kann ich sicher sein, dass das Wort nicht irgendwo auf der Welt in irgendeinem Hinterdorf von Lampukistan eine schwere politische Beleidigung darstellt etc? ODER ist das dann schon nicht mehr mein Problem, sondern das des lampukistanischen Dorfes? Muss ich irgendwas befürchten? Internationale Unterlassungsklagen? Abmahnungen?

3. Markenrecht. Wie in Prämisse II) erwähnt, will ich keinen Ärger verursachen oder haben. Ich möchte aus der Uhrenmarke keine milliardenschwere Maschinerie wie Rolex kreieren - zumindest ist das nicht der Ansporn derzeit. Ich habe lediglich ein Design im Sinne, den ich bislang bei keiner existierenden Uhr zur Gänze befriedigt oder erfüllt sah - also quasi selbst in die Hand nehmen. Mehr nicht. Und wenn anderen Leuten dieses Design gefällt, würde ich es gerne entgeltlich mit anderen teilen. Dieser Markenname soll vermutlich nicht mein ultimatives Lebenswerk werden - sprich es ist mir eigentlich komplett egal, ob jemand es für seine Werke adaptiert etc.

Frage: kann ich ein Design in die "public domain" geben, es also open-source machen? Wer will kann sich exakt diese Zifferblätter drucken und sonst was damit machen. Spare ich mir dadurch gewaltigen Rechtsstreit-Ärger? Auf YouTube folge ich dem Deutschen Bastler und "Erfinder" Jörg Sprave (Slingshot Channel). Er hat sehr viele Designs und "Waffen" entworfen und in Produktion gegeben und er sagt explizit, dass ALLE seine Designs Public Domain sind. Er sagt, dass z.B. Patentieren ein unvorstellbarer Kummer sein kann, wenn fremde Armeen von Anwälten da Angriffspunkte oder sonst was finden. Deshalb sind alle seine Designs public domain. Jeder kann den Kram selbst nachbauen und kopieren wie er lustig ist. Oder eben das qualitativ hochwertige Fertigprodukt bei ihm kaufen.

Ich danke jetzt schonmal jedem im Voraus, der mir auch nur ansatzweise weiterhilft.


EDIT: mir fällt sofort Mark von Long Islang Watch ein. Er hat ja seine Uhrenmarke "Islander" herausgebracht. Auch wenn ich Mark absolut genial finde und ihm allen Erfolg dieser Welt gönne, seine Uhren sind 1:1 Kopien, Klone, Duplikate oder wie man sie noch nennen mag von Seikos. Fing an mit SKX, ging weiter mit 5KX mal mit Drehlünette, mal mit fluted, mal glatt, jetzt geht es weiter mit Datejust'schen 5KX usw usf. De facto hat er seinen kleinen Kreis als Logo und fertig. Die Gehäusedesigns sind unverwechselbar SEIKO. Werke von SEIKO, Zeiger von SEIKO. Auch die Zifferblattdesigns sind entweder SEIKO Marinemaster oder eben Rolex Datejust. Das sagt mir, dass gewisse Dinge eben nicht im Einzelnen geschützt werden (können) sondern der "Gesamteindruck" zählt, was auch immer das explizit heißen mag. Sprich es ist offensichtlich, dass Mark NICHT versucht, "Seikos" oder "Rolexe" zu verkaufen, sondern sich lediglich mancher Charakteristika bedient. Verstehe ich das so in etwa richtig?
 
Zuletzt bearbeitet:
clocktime

clocktime

Dabei seit
18.05.2018
Beiträge
6.980
Frage: ist es rechtlich problematisch, wenn man einen Namen wählt, der in der Uhrenwelt bereits vergeben ist?
Damit handelst Du Dir Ärger ein, spätestens dann, wenn Deine Uhren "laufen". Also besser sowas vermeiden.
Frage: kann ich ein Design in die "public domain" geben, es also open-source machen?
Grundsätzlich ja. Am besten (und sichersten) ist, das Design anmelden und dann das Patent "freigeben".

Ganz wichtig: Sprich da mal mit einem Juristen, der sich mit Patent- und Namensrecht auskennt. Sonst Kannst Du dir da mit etwas Pech "ins eigene Bein schiessen".
 
BSBV

BSBV

Dabei seit
17.06.2010
Beiträge
19.103
Ort
Braunschweig
Moin,
nun ja, ich bin kein RA, und gehe da mal nach Gefühl / gesunder Menschenverstand.

Das Gehäuseformen geschützt sind, das wüsste ich nicht. Auch die Zeigerform dürfte frei wählbar sein, denn es gab damals, als wir die Dugena entwarfen, diesbezüglich keine Probleme.
Beim Namen sehe ich das etwas problematischer, denn diese sind oft geschützt, oder irgendeiner hat evtl die Namensrechte.

Wenn man aber eine Wortneuschöpfung nimmt, dann dürfte das auch o.k. sein. Aber es sollte sicher sein, das es diese Wortschöpfung wirklich nicht gibt.

Gehäuse von A, Zifferblatt von B und mit Eigen-Namen bedrucken lassen, Zeiger von C, Band von D und Werke kann man auch zukaufen.
Dabei muss man aufpassen was man noch aufs ZB schreiben will, so zum Beispiel Swiss Made, oder Made in Germany, denn da müssen Wertschöpfungen eingehalten werden. Aber das "Made" oder so kann man ja weg lassen.

Schade das Lothar nicht mehr im Forum ist, denn Lothar hat ja mal begonnen Uhren zu bauen, und diese dann auch verkauft.
Er hatte ne Webseite, eigenen Vertrieb u.s.w.
Meine LOWIN habe ich noch.
 
O

Oldskool_13

Dabei seit
25.12.2012
Beiträge
21
Ich kann nur sagen, dass Patentrecht ultra kompliziert ist.

Automobilhersteller beschäftigen Armeen von Patentanwälte die zum einen die eigenen Entwürfe (Designs, Techniken, Entwicklungen) überprüfen müssen bzgl. eventueller Patentverletzungen und zum anderen alles daran setzen müssen, dass neue eigene Entwürfe geschützt werden.

Von Designs über Markennamen usw. kann so einiges geschützt sein. Patentschutz läuft irgendwann aus, so auch bei deinem Auto Beispiel. Aber nicht umsonst hieß der Benz Patent Motorwagen.

Unwissenheit schützt bei Patentverletzungen, wie auch sonst überall, nicht vor Strafe!

Allerdings könnte in deinem Fall auch der Produzent der Einzelteile dir versichern, dass er keine Patente verletzt. Thema Lastenheft wenn du etwas für dich fertigen lassen solltest.
 
Mueller27

Mueller27

Dabei seit
10.10.2010
Beiträge
12.913
So viele Fragen ?! :hmm:

Für eine Uhr mit deinem Namen drauf wirst Du - wenn Du kein Chinesisch sprichst und auch nicht nach China fliegen willst - dich am Ende sowieso mit einem der einschlägigen "Private Label"-Produzenten in Deutschland oder der Schweiz zusammentun und diesen beauftragen, selbst wenn die Uhren am Ende "Made in China" sind.

Die werden Dir dann sagen was nach deutschem und EU-Recht geht und was nicht und ein seriöser deutscher Produzent wird Dir aus seinem Baukasten gar keine Komponenten vorlegen, die nicht rechtlich koscher sind.


Ansonsten: Google mal "Geschmacksmuster Schutz" und nimm Dir zehn Minuten Zeit die Texte dazu zu lesen, das klärt 98% deiner Fragen.
Die Antwort auf die meisten Deiner Fragen lautet dabei nicht "42", sondern "25" :-)
Also im Sinn von 25 Jahren.
 
grmpf

grmpf

Dabei seit
28.12.2016
Beiträge
2.114
Ort
Ludwigsburg
Hallo,

hier im Forum sind doch mehrere Verantwortliche von Microbrands aktiv, z.B. von Machia, Vandaag, Migma, Heinrich. Diese sind zwar alles Produzenten, die u.a. eigenes Design betreiben, aber die grundsätzlichen rechtlichen Probleme und Gefahren dürften sie alle kennen. Vielleicht solltest Du sie mal direkt ansprechen um Informationen aus erster Hand zu bekommen.
 
G

Gast79579

Gast
Liebe Freunde,

ich habe eine vorwiegend rechtliche Frage, deren Beantwortung mir vielleicht meine romantische Fantasieblase gnadenlos zerlegen wird. Aber das muss nun mal sein. Also kalte Fakten und Realität bitte. Ideal sogar, wenn jemand von euch rechtlich versiert ist!

VORWEG die Prämissen

I) Ich möchte Uhren unter meinem eigenen Namen zusammenbauen und verkaufen

II) Ich möchte NICHT einen rechtlichen Krieg mit Rolex, Omega und Co. anzetteln, sondern weiterhin ein sorgenfreies Leben führen

1. Ich sage explizit zusammenbauen, da ich kein einziges der Teile selbst herzustellen plane. Ich nehme ein Allerweltsgehäuse von Lieferant A, einen Allerwelts-Zeigersatz von Lieferant B, ein Miyota, SEIKO, SeaGull, ETA-Klon etc. Werk und einen Zifferblattrohling. Den ZIfferblattrohling bedrucke ich mit meinem Lieblingsdesign und voila.

Frage: Lauert hier schon die erste Falle für Prämisse II)? Ich plane natürlich nicht, den 10.000sten Submariner-Klon. Ich plane auch keine "Hommagen" und schon gar nicht an die bekannten Giganten. Sprich nix mit Oyster case, keine Seamaster Cases, nichts dergleichen. DARF man überhaupt Gehäuseformen patentieren lassen? Was machen dann solche Kopierer wie Pagani Design, Parnis etc, welche 1:1 Kopien von GMT Mastern und Daytonas rauskloppen? Selbe Frage gilt für Zeiger. Da gibt es ja so ganz markante Zeiger wie Rolex' Mercedes Hands oder Omegas Skeleton Hands etc. Oft höre ich auch "Breguet hands". Lauern hier schon Designs, die man besser in Ruhe lässt, weil man sonst Minenfelder betritt? Gegenfrage: gibt es open-source, public-domain Designs, wo man sich bedienen kann? Ich denke da z.B. an Bauhaus. Wie undendlich viele Fashion Watches gibt es, die dieses typische Bauhaus-Design totreiten? CLUSE, DW, etc. Und selbst bei sowas hätte ich schon Bedenken, ob mir nicht anwältliche Liebesgrüße aus Glashütte und co. in den Briefkasten flattern. Zusammenfassend also: gibt es irgendwo niedergeschriebene Grundregeln, wie weit man sich kreativ bewegen darf, ohne jemandem auf die Füße zu treten? Gibt es sogar einen Katalog an "open-source" Designs, die quasi frei verwendet werden dürfen?

Denn mal im Ernst, sonst müsste doch jeder Autobauer jeden Autobauer verklagen, weil er auch vier Räder, fünf Türen, Außenspiegel und einen Kühlergrill benutzt.

Bei Anzügen und Lederschuhen z.B. habe ich mal gehört, dass es da eine gewisse open-source Grundform existiert, die niemand jemals für sich beanspruchen darf, weil es quasi zu den Grundkleidungsstücken gehört. Ein Oxford oder Derby etc darf exakt gleich aussehen wie Millionen andere Oxfords und Derbies anderer Schuhmacher etc.

2. Ich habe bereits einige Namen im Peto, welche ich wohlklingend und zur Uhren passend finde. Einige davon sind Wortneuschöpfungen, manche jedoch einfach griechische oder lateinische Begriffe. Wobei auch bei Wortneuschöpfungen frage ich mich, ob nicht einer der zigtausend Sprachen da schon was mit verbindet.

Frage: ist es rechtlich problematisch, wenn man einen Namen wählt, der in der Uhrenwelt bereits vergeben ist? Insbesondere dann, wenn die Uhren, die man plant sich deutlich unterscheiden werden von dem Namensvetter, der bereits existiert, sodass KEIN Verdacht aufkommt, hier versuche jemand Counterfeits unter die Leute zu bringen? Sehen wir uns z.B. Allerweltsbegriffe an wie Union (gibts schon), Trias (gibts schon), Unitas (glaub auch) und co. Das sind alles Begriffe aus Sprachen. Selbst Omega ist im Grunde nur ein Buchstabe wie Alpha (gibts auch als Uhr) und jeder andere griechische Buchstabe.

Frage: selbst wenn ich jetzt eine Wortneuschöpfung kreiere, die keine mir bekannte Uhrenmarke benutzt, wie kann ich sicher sein, dass das Wort nicht irgendwo auf der Welt in irgendeinem Hinterdorf von Lampukistan eine schwere politische Beleidigung darstellt etc? ODER ist das dann schon nicht mehr mein Problem, sondern das des lampukistanischen Dorfes? Muss ich irgendwas befürchten? Internationale Unterlassungsklagen? Abmahnungen?

3. Markenrecht. Wie in Prämisse II) erwähnt, will ich keinen Ärger verursachen oder haben. Ich möchte aus der Uhrenmarke keine milliardenschwere Maschinerie wie Rolex kreieren - zumindest ist das nicht der Ansporn derzeit. Ich habe lediglich ein Design im Sinne, den ich bislang bei keiner existierenden Uhr zur Gänze befriedigt oder erfüllt sah - also quasi selbst in die Hand nehmen. Mehr nicht. Und wenn anderen Leuten dieses Design gefällt, würde ich es gerne entgeltlich mit anderen teilen. Dieser Markenname soll vermutlich nicht mein ultimatives Lebenswerk werden - sprich es ist mir eigentlich komplett egal, ob jemand es für seine Werke adaptiert etc.

Frage: kann ich ein Design in die "public domain" geben, es also open-source machen? Wer will kann sich exakt diese Zifferblätter drucken und sonst was damit machen. Spare ich mir dadurch gewaltigen Rechtsstreit-Ärger? Auf YouTube folge ich dem Deutschen Bastler und "Erfinder" Jörg Sprave (Slingshot Channel). Er hat sehr viele Designs und "Waffen" entworfen und in Produktion gegeben und er sagt explizit, dass ALLE seine Designs Public Domain sind. Er sagt, dass z.B. Patentieren ein unvorstellbarer Kummer sein kann, wenn fremde Armeen von Anwälten da Angriffspunkte oder sonst was finden. Deshalb sind alle seine Designs public domain. Jeder kann den Kram selbst nachbauen und kopieren wie er lustig ist. Oder eben das qualitativ hochwertige Fertigprodukt bei ihm kaufen.

Ich danke jetzt schonmal jedem im Voraus, der mir auch nur ansatzweise weiterhilft.


EDIT: mir fällt sofort Mark von Long Islang Watch ein. Er hat ja seine Uhrenmarke "Islander" herausgebracht. Auch wenn ich Mark absolut genial finde und ihm allen Erfolg dieser Welt gönne, seine Uhren sind 1:1 Kopien, Klone, Duplikate oder wie man sie noch nennen mag von Seikos. Fing an mit SKX, ging weiter mit 5KX mal mit Drehlünette, mal mit fluted, mal glatt, jetzt geht es weiter mit Datejust'schen 5KX usw usf. De facto hat er seinen kleinen Kreis als Logo und fertig. Die Gehäusedesigns sind unverwechselbar SEIKO. Werke von SEIKO, Zeiger von SEIKO. Auch die Zifferblattdesigns sind entweder SEIKO Marinemaster oder eben Rolex Datejust. Das sagt mir, dass gewisse Dinge eben nicht im Einzelnen geschützt werden (können) sondern der "Gesamteindruck" zählt, was auch immer das explizit heißen mag. Sprich es ist offensichtlich, dass Mark NICHT versucht, "Seikos" oder "Rolexe" zu verkaufen, sondern sich lediglich mancher Charakteristika bedient. Verstehe ich das so in etwa richtig?

Warum nimmst Du nicht ein paar Euro in die Hand und gehst zum Anwalt?

Kostenlose Auskunft bekommst Du vermutlich bei der Rechtsabteilung Deiner IHK.
 
Paulchen

Paulchen

Dabei seit
16.01.2006
Beiträge
7.501
Hallo,

hier im Forum sind doch mehrere Verantwortliche von Microbrands aktiv, z.B. von Machia, Vandaag, Migma, Heinrich. Diese sind zwar alles Produzenten, die u.a. eigenes Design betreiben, aber die grundsätzlichen rechtlichen Probleme und Gefahren dürften sie alle kennen. Vielleicht solltest Du sie mal direkt ansprechen um Informationen aus erster Hand zu bekommen.


Und das machen die kostenlos und rechtsverbindlich?
Da bin ich eher bei Uhrbild: Ab zum Fachanwalt.
 
39 mm

39 mm

Dabei seit
04.09.2018
Beiträge
2.818
Ort
im Südwesten
Ich möchte keine Unsicherheit verbreiten, aber ich habe Zweifel, dass sich die Details auch nur zum großen Teil vorab klären lassen dürften. Zu vielfältig sind die möglichen Fallstricke, wie sie @McMoneysack91 schon beschrieben hat.

@VinC hat es kurz und prägnant beschrieben. Eine gewisse Unsicherheit wird wohl immer bleiben, d.h. man sollte ein dickes Fell und gute Nerven mitbringen, wenn man sowas aufzieht und nicht gerade konfrontationsscheu sein. Wenn man diese Eigenschaften in der Umsetzung des Projektes dann hoffentlich nie braucht, um so besser.

Das schweift jetzt von der Eingangsfrage ab: Ich möchte noch die Gewährleistungsfrage einstreuen. Klar, man kann einkalkulieren, dass bei einer Lieferung auch mal 20% der Werke aus dem Reich der MItte nicht funktionieren, oder nach kurzer Zeit Probleme machen, vielleicht ist der Lieferant kulant; berücksichtigen sollte man das. Tauscht man die dann, oder hat man einen Uhrmacher? Auch der Umgang mit dem Finanzamt z.B. ist zu klären. Ansprechenden Webshop mit guten Bildern aufbauen und so Sachen.

Ich beobachte das gerade im Bekanntenkreis, wo es um eine Selbstständigkeit in einem ganz anderen Bereich geht, in dem auch große Player unter den Wettbewerbern sind, außerdem sind dort z.B. Hygienerichtlinien in der Produktion zu beachten. Und die Produkte dort ähneln sich alle sehr stark. Da hängt ziemlich viel dran. Nicht umsonst haben Firmen Spezialisten für alles mögliche. Blöder Spruch, aber leider wahr: heutzutage sind die Dinge komplizierter als vor 50 oder 100 Jahren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Z

ZeroKelvin

Dabei seit
07.02.2018
Beiträge
716
Generell würde ich eine Art Gründungsberatung empfehlen, wenn du das in größerem Ausmaß angehen willst.

Eine rechtliche Absicherung ist das A und O.
 
VinC

VinC

Dabei seit
29.11.2011
Beiträge
2.566
Und das machen die kostenlos und rechtsverbindlich?

Rechtsverbindlich kann ohne einen konkreten Entwurf auch kein Fachanwalt der Welt die Frage beantworten.
Man stelle sich vor: an der Uhr ist äußerlich alles ohne Mangel, es ist die verwendete Schriftart auf dem Zifferblatt/der Webseite/den Visitenkarten.

Die Möglichkeiten etwas zu finden sind enorm und so mancher wird da nach Jahren böse überrascht.

Der einzige Vorteil ist; solange man klein ist, fliegt man unterm Radar. Fällt es jedoch einmal dem falschen auf, gibt es Probleme, die sich lange ziehen können.
 
Paulchen

Paulchen

Dabei seit
16.01.2006
Beiträge
7.501
Rechtsverbindlich kann ohne einen konkreten Entwurf auch kein Fachanwalt der Welt die Frage beantworten.
Man stelle sich vor: an der Uhr ist äußerlich alles ohne Mangel, es ist die verwendete Schriftart auf dem Zifferblatt/der Webseite/den Visitenkarten.

Die Möglichkeiten etwas zu finden sind enorm und so mancher wird da nach Jahren böse überrascht.

Der einzige Vorteil ist; solange man klein ist, fliegt man unterm Radar. Fällt es jedoch einmal dem falschen auf, gibt es Probleme, die sich lange ziehen können.


Schon klar, dass man sich jeden Entwurf separat anschauen muss.
Und unter dem Radar? Frag mal Tourby zum Thema IWC.

Ich glaube eher, dass es sich um eine temporärer "Spinnerei" des TS handelt, aber warten wir es ab.
 
TomS2

TomS2

Dabei seit
13.05.2019
Beiträge
3.473
Ort
Franken
Neben der Verletzung von Namensrechten sollte man auch prüfen, was Begriffe in anderen Ländern bedeuten oder welche Assoziationen sie hervorrufen; Stichwort Mitsubishi Pajero.
 
viertelelf

viertelelf

Dabei seit
04.01.2008
Beiträge
1.942
Ort
BB in BW
3. Markenrecht. Wie in Prämisse II) erwähnt, will ich keinen Ärger verursachen oder haben.

Keine Chance. Wenn du erfolgreich bist und Geld verdienst, dann wird irgendeiner aus einem Loch gekrochen kommen und dich verklagen, es reicht eine phonetische Ähnlichkeit zu deinem Markennamen. Damit hast du auf alle Fälle Ärger und es läuft häufig auf einen Vergleich hinaus, das bedeutet auf alle Fälle, dass du auf mindestens deinen eigenen Rechtsanwaltskosten sitzen bleiben wirst.
Absichern kannst du dich dadurch, dass du vor der Eintragung der Marke (mach das auf jeden Fall!!) einen Markenanwalt bewerten läßt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Marke keine offensichtliche Verwechslungsgefahr hat. Das ist allen nicht ganz trivial, weil du eine normale Marke nur für spezielle Produktkategorien einträgst, es ist damit vollkommen problemlos möglich, dass andere Leute Käse oder Turnschuhe unter dem gleichen Namen wie du deine Uhren verkaufst (es sei denn der Turnschuhverkäufer hat auch Modeartikel).
Es ist auch nicht so furchtbar schlau einfach mal loszulegen, wird schon gut gehen. Wenn du deinen Markenname verlierst, umtaufen mußt, dann kostet das jede Menge Geld und viel von dem Aufwand den du investiert hast um die Marke bekannt zu machen ist vollkommen hinfällig. Ob du ein Risiko im Ausland hast ist in der Regel nicht ganz so kritisch, wenn du nicht in deren Länder anbietest. Wenn du aber jetzt schon weißt, dass du in Dubai und New York in die feinen Läden willst, dann mußt du das untersuchen. Wir haben bei uns in der Firma bei der Namensfindung einen Assistenten geschrieben, der Namen erfunden hat, die funktionieren würden und die automatisch gegen die Webadressen der wichtigsten Märkte abgeglichen und wenn .de, .com und die weiteren relevanten Adressen nicht mehr verfügbar waren, dann ist der Name sofort gestorben. Aus der verbleibenden Liste wurden gut klingende Namen ausgesucht, vom Fachanwalt bewertet und die dann verbleibenden Top 5 wurden als Marke eingetragen.

Viel Spaß bei der Namensfindung,
1/4 11
 
G

Gast79579

Gast
Und das machen die kostenlos und rechtsverbindlich?
Da bin ich eher bei Uhrbild: Ab zum Fachanwalt.

Ich kenne es so.

Du wirst ja Zwangsmitglied in der IHK als Gewerbetreibender, zahlst Beiträge.

Es ist gesetzliche Aufgabe der ihre Mitglieder, auch zukünftige zu beraten.

Wie umfangreich das sein wird, muss man im Einzelfall sehen, die haben eine Rechtsabteilung mit Juristen.

Aber man kann ja hier auch lustig weiterraten, anstatt 12 Cent für eine Terminvereinbarung auszugeben.
 
Aminona

Aminona

Dabei seit
01.04.2018
Beiträge
1.129
Keine Chance. Wenn du erfolgreich bist und Geld verdienst, dann wird irgendeiner aus einem Loch gekrochen kommen und dich verklagen, es reicht eine phonetische Ähnlichkeit zu deinem Markennamen. Damit hast du auf alle Fälle Ärger und es läuft häufig auf einen Vergleich hinaus, das bedeutet auf alle Fälle, dass du auf mindestens deinen eigenen Rechtsanwaltskosten sitzen bleiben wirst.
Absichern kannst du dich dadurch, dass du vor der Eintragung der Marke (mach das auf jeden Fall!!) einen Markenanwalt bewerten läßt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Marke keine offensichtliche Verwechslungsgefahr hat. Das ist allen nicht ganz trivial, weil du eine normale Marke nur für spezielle Produktkategorien einträgst, es ist damit vollkommen problemlos möglich, dass andere Leute Käse oder Turnschuhe unter dem gleichen Namen wie du deine Uhren verkaufst (es sei denn der Turnschuhverkäufer hat auch Modeartikel).
Es ist auch nicht so furchtbar schlau einfach mal loszulegen, wird schon gut gehen. Wenn du deinen Markenname verlierst, umtaufen mußt, dann kostet das jede Menge Geld und viel von dem Aufwand den du investiert hast um die Marke bekannt zu machen ist vollkommen hinfällig. Ob du ein Risiko im Ausland hast ist in der Regel nicht ganz so kritisch, wenn du nicht in deren Länder anbietest. Wenn du aber jetzt schon weißt, dass du in Dubai und New York in die feinen Läden willst, dann mußt du das untersuchen. Wir haben bei uns in der Firma bei der Namensfindung einen Assistenten geschrieben, der Namen erfunden hat, die funktionieren würden und die automatisch gegen die Webadressen der wichtigsten Märkte abgeglichen und wenn .de, .com und die weiteren relevanten Adressen nicht mehr verfügbar waren, dann ist der Name sofort gestorben. Aus der verbleibenden Liste wurden gut klingende Namen ausgesucht, vom Fachanwalt bewertet und die dann verbleibenden Top 5 wurden als Marke eingetragen.

Viel Spaß bei der Namensfindung,
1/4 11
Diese Erfahrung konnte ich bei einem ehem. Arbeitgeber auch sammeln.

Hier ging es um ein motorisiertes Zweirad, das "El Ninjo" (nach dem Wetterphänomen) benannt wurde. Trotz vorherigem Abklopfen des Namens durch den Firmenanwalt stand schnell Kawasaki auf der Matte und drohte mit Klage. Die Japaner hatten die Modellreihe "Ninja" seit Jahren im Programm und obwohl von der Wortbedeutung beides nix miteinander zu tun hatte, wurde das Leichtkraftrad ganz schnell umbenannt...

Die sicherste Möglichkeit selchen Ärger zu vermeiden ist imho der Kauf von Namensrechten nicht mehr aktiver Uhrenmarken. Ist in der Branche ja nicht unüblich und vielleicht gibt's da noch Angehörige die unter Umständen sogar noch mit ins Boot geholt werden könnten.
 
Steven Rogers Capt

Steven Rogers Capt

Dabei seit
05.04.2019
Beiträge
1.619
Ort
Diaspora
Patente, Markenrechte, Namensrechte, Geschmacksmuster,... da hilft nur vorher prüfen und es kostet auch alles
Geld. Selbst für die eigenen Patente und Rechte muss man erst mal Geld ausgeben um diese national oder international
zu schützen. Das ganze funktioniert nicht ohne eigene Domain, Mail-Webadresse und und und...

Bevor man die ersten Markennamen auf ein ZB druckt sollte man vorher prüfen ob dieser Markenname irgendwo geschützt ist oder aber in einer andern Sprache negativ behaftet ist. Selbst bei Wortneuschöpfungen ist die Wahrscheinlichkeit groß das jmd anders die selbe Idee oder den selben Namen hat / hatte.
 
Beckosis

Beckosis

Dabei seit
06.02.2017
Beiträge
1.207
Ort
Europe
Hast du bereits einen Business-Plan entwickelt? Wenn ja, wie sieht er aus?
 
Thema:

Eigene Uhrenmarke - rechtliche Fragen

Eigene Uhrenmarke - rechtliche Fragen - Ähnliche Themen

Schwelle zur Hommage überschritten? Beispiel an einer SEIKO SKX031: Liebe Freunde, das Thema Hommage löst in mir leider noch immer regelmäßig leichte allergische Reaktionen aus. Soweit, dass ich, wenn mir eine Uhr...
Kaufberatung - "Clean White" minimalistisches weißes Zifferblatt: Liebe Freunde, ich wende mich an euch und erbitte Inspiration, Erfahrung und Modellkenntnisse. Ich habe mich in weiße Zifferblätter verbliebt...
Wer kopiert eigentlich wen?: Liebe Freunde, wie viele (von euch bestimmt auch) habe ich eine gespaltene Meinung zu Hommagen oder besser gesagt direkten Kopien. Der heutige...
Ja, ich weiß…Ginault Ocean Rover II: Hallo zusammen, wie fängt man eine Vorstellung über Ginault an? Ja, ich weiß, was einige von euch sagen wollen: Am besten gar nicht. Mir ist...
Die Suche nach perfekten Duos. Heute: Seiko ProspeX - Alpinist & 53MAS (SPB121 & SPB053): Aus aktuellem Anlass – Seiko fährt ja ein regelrechtes Artilleriegeschütz an Neuheiten auf – möchte ich hier meine beiden Seikos aus der...
Oben